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Ich fand den Cyphonautes compressus während meines Aufenthaltes an. der russi-
sch en|iloologisch en S tation in V ille f r a n c h e im Frühjahre 1902 massenhaft im Auftrieb
und untersuchte ihn auf seinen feineren Bau, wobei mir die Möglichkeit vorschwebte,
den Vergleich zwischen *toprocten-Larve und Trochophora weiter zü führen, als es auf
Grund bisheriger Kenntnisse möglich war. Je mehr ich aber in die Organisation der Larve
eindrang, destö mehr machte sich das rein bi0logit.i§|: Interesse geltend und verwischte das
anfänglich gesteckte Ziel. Die von diesem Gesichtspunkte aus gewonnenen Resultate bezüg-
lifit der Bedeutung der Organe [Speziell des; bimförmigen Organs und der bewimperten
Zellen überhaupt) wurden, auch soweit sie theoretischer Natur waren, der Tatsachen-
beSCÄiÄung in besonderen Abschnitten jeweilig angegliedert.
Die MetamorphiÄikonnte. erst zwei Jahrj£| später,(Emde März 1904, beobachtet
werden, wo die das Plankton geradezu beherrschenden Larven sich innerhalb einer etwa
icBpige währenden Periode überall an den Wänden der Plankton-Gefäße; [auch - in Uhrschalen)
und auf in die Gefäße eingetaüchte Pm id o n ie n festsetzten. Durch Zufall gelang?
es auch, einige Exemplare während der Festsetzung selbst, die nur wenige Sekunden
däuertlP zu beobachten. Dann wurden die mechanischen Faktoren des Festsetz-Prozesses
-studiert.D
emgegenüber wurden die Beobachtungen über die auf die Festsetzung folgenden Erscheinungen,
Histolyle und Neuanlage, nur an zwei verhältnismäßig weit voneinander entfernten
Stadien angestellt, H daß die dadurch gewonnenen Resultate nur als vorläufige zu
betrachten sind.
Erst jetzt stellte Mch das Bedürfnis ein, auch weiter entfernte Larven-Typen zum
Vergleiche heränzuziehen, ein Vergleich, der sich jedoch hauptsächlich nur auf Metamorphose-
Vorgänge und Entwicklungsrichtungen beziehen konnte und weniger auf histologisches Detail.
Diesbezügliche Resultate finden sich im allgemeinen Teil zusammengefaßt.
Außer dieser Species, die ihre Zugehörigkeit zu Membranipora pilosa bewiegtstanden
mir noch vier weitere zur Verfügung, die sich ihrem feineren Bau nach nur sehr wenig
von der erstgenannten unterscheiden. Das gilt vor allem von einer bei Helgoland sehr
häufigen Larve, di? sich von der „M i t te lm e e r -L a r v e “) wie ich den von mir untersuchten
Cyphonautes aus rein praktischen Gründen nennen will, nur durch größere Dimensionen
unterscheidet. Es ist wahrscheinlich dieselbe Larve, die S ch ne ide r (1) in der Nordsee
in Membranipora pilosa übergehen sah. Drei weitere Larvenformen unterscheiden sich
durch ihre, bedeu tend e G rö ß e ,I jis ins Extrem gehende s e it lich e A b p la ttu n g und
besonders dick e S ch alen von der Mittelmeer-Larve. Diese drei Formen stammen durchwegs
von Fängen, die auf hoher See ausgeführt wurden, zum Teil aus dem Material der
Zoologica. Heft 47. *