
jedenfalls ist. f& nicht die Temperatur allein, da auch spätere Versùdhè mit dem Überwintern
von Hummelweibchen im Zimmer zu denselben Resultaten führten.
Für gewöhnlich jedoch beginnen die Nachforschungen, nach einem geeigneten Platze
. seitens der jungen Weibchen schon viel früher. rÉnde Juli und Anfang .'August beobachtete
ich die Nachforschungen eines jungen (¡von Bonibus lapidariusj. welches von einer Erderhöhung
zur anderen flog, ohne sich unterwegs aufzubalten oder am Weglptehende Blumen
zu beachten. Die, Hummel,Hieß sich auf jede Erhöhung nieder, indem ¡sjfe: dieselben aüf eine
Entfernung von m und auch mehr bemerkte,; wenn die Bodenerhöhung eine he
deutendere war, da die Entfernung, auf. welche eine Hummel ¡.einen Gegenstand entdeckt,
mit der Größe dasSllbên .wächst; die beobachtete Hummel suchte augenscheinlich den'Ein-
gang in eine Höhle oder Vertiefungen in der Erde.
Mitte August fand ich Hummeln anderer Arten, .welche damit beschäftigt wä re^ich
ein Winterlager zu suchen, und zwar an solchen Stellen, wo es keine Blumen gab und wo
sie- mit nichts anderem'.M^ben mit dörr Nachforschungen nach einem Lager beschäftigt
sein konnten,: Diese Nachforschungen erfolgten meist am dir Basis von Bäumen. :
Die jungen Weibchen, beginnen demnach im Herbstepgich mit der tiferwinterungsi
frage zu beschäftigen. Schon von Ende Juli än kann man im Gouvernement Kaluga Weibchen
beobachten, welche stein dem Fuße .jftines Baumes j zu anderen hinüberfliegen,, csich
hier und dort auf Blätter oder Moösj. niederlasserfj1, und sodann wieder weiterfliegen! Am
Abend kehren dieseH Weibchen in ihr Nest zurück, um am nächsten Tage ihre NægW
forschungen wieder .aufzunehmen, welchiçÿieh beim Leben in! der Gefangenschaft oft sehr
lange hinausziehen. Ich beobachtete den Ausflug junger Weibchen aus dem NÄsife- am-
5. und 9. SeptembeÇfalten S t i le Ä e i + 14° R. im Schatten. Die Période dieser Nadta
forschungen ist, eine Zeit, während der die. Hümmeln zum Teil einifemsäaifes.-Eeben führen,;
wobei isjp ausschließlich in ihrem eigenen Interesse 'jiitig sind, .zuà'çiTeil aber als 'Glieder:
einer Gemeinde leben, welche isie als zu ihr gehörig betrachtet, in welcher R f e u Hause,
sind, und für welche, sie einige Arbeiten verrichten,, Allein der Zeitpunkt der AbBiderung
naht heran: die Weibcheni||ehren immer seltener un(j||n immer -geringerer Anzahl in das,
Nest zurück; die „Gemeinde“ besteht fast nur aus den „Arbeifshummeln" und dem alten
Weibchen, wenn le t z te jis '^ h nifeht zu Grunde gegan gen^; ein.größer Teil der jungen
Weibchen hat das Nest-bereits auf immer verlassen, der.-Qrt für.di^berwinterüngiikt aus-
gewählt und die Arbeiten, wenn solche nötig'waren, sind“beendet. Hiie Auswahl #llOtte|i-
bedeutet die -Auswahl eines kleinen Fleckchens Erde, -auf- welchem der Bau begonnen
werden kann, falls kein fertiges Lager gefunden würde: Die Beobachtung F e r to n ’ s, daß die
Hummeln ein Häufchen Blätter oder Mobs als Ort für die Überwinterung wählen, ist augenscheinlich
unrichtig. -Große Arhgitshummeln -ijjid solche von mittlerer Größe verkriechen
sich allerdings für den Winter an sölchjpiOite,' ällein sie;,gehen ■ alle'èu Grunde:'Ihre NSch-
forschungen nach einem Überwinterungsorte im Herbste repräsentieren eine sehr interessante,
Erscheinung. Wir haben es. liier mit demselben rudimentären Instinkte zu tün, welchem wir
bei den Dohlen-¿vor ihrem Abzüge zum Winter“ begegnen. Es liegt , klar .zugtäge,. daß in
diesem letzteren Falle durch die Auslese der dem Zuge vorangehende Instinkt nicht beseitigt
und daher von den Vögeln beibfehälteh worden-äst, obwohl er für die -Art ohne
Bedeutung wurde. Dieselbe Erscheinung (sehen wir auch bei denVArbeiterin'nen der Hummein;
diese fliegen im Herbste umher, einen Ort für ihr Winterquartier suchend und auf
diese Weise einen Instinkt aus früheren Zeiten bewahrend, wo die Hummeln noch keine
„geselligen“ Tiere waren und alle Individuen ohne Ausnahme überwinterten. Dieser nachgebliebene
Instinkt legt nicht nur dafür -Zeugnis k% daß in früheren Zeiten alle Hummeln
überwinterten, sondern auch davon. daß die B ed ingu 11 ge 1: des Überwinterns se lbst
andere wareii: §f~jjfab im W in » ahgenscheipiich keine so strenge Kälte, welche derartige
•Vorsichtsmaßregeln verlangt hätte, wie sie sich bei den Weibchen mit der Zeit herausgebildet
haben,. Bei den Arbeiterinnen dagegen hat sich der Instinkt erhalten, welcher seinerzeit für
die solitären Hummeln genügte; dife! „G e ||i||jgk e it“ trat demnach mit der K ä lte als
.feine Folger de? Kampfes üms Dasein auf.
'" IM-fluchen beginnt, wie ich oben erwähnte; im Sommer, vom Ende des Juli an;
am 30. saß fortwährendes Hin- und Herfliegen der Hummeln von einem Baume zum
anderen; am 2.—3, August waren 'dieBaehiüchungen nach einem Winterlager (im Gouv.
Oisemn vollem Gange: die Hummeln kamen ununterbrochen zu dem Baume herangeflogen,
an welchem’ ich mefie Beobachtungen über ein im Eingraben ;i§griffen®|weibchen anstellte;
- unter den Heranfliegenden waren sowohl Weibchen als Arbeiterinnen zu bemerken,
wobei die letzteren recht nachlässig erschienen 'und wenn sie unterwegs auf Blumen stießen,
sdch^Ärt auf di®e-Jiiederlife|en. Bei den Weibchen war dies nie der Fall: sie suchten
hartnäckig nach Plätzen, ohne Irnh davon durch das Suchen nach Nahrung abienken zu
lassen, aus}^^j®runde natürlich, weiHie solcfe im Nlffe fertig dargeboten, bekommen.
Dieser Umstand hat. eine große Bedeutung: er weist auf die Wichtigkeit einer solchen Geselligkeit
hin, wie wir sie bei den Humm<ggj'Sehen, und welche es . ermöglicht-, daß einige
wenige auf Kosten vieler ihre Existenz verlängern können.
Nachdem das Weibchen einen pssfenden Platz gefunden hat, bfeginnt es eine kleine
Höhle zu gfaben, Sofier ^M ie Wurzeln dH'GiperMbreiBt, welche Bp'jbei ihrer Arbeit
hindern. Es l^f wohl möglich, daß die. Abwesenheit einer größeren Menge solcher Wurzeln,
worauf durch das Vorhandensein einer grasfreien, Stelle geschlo^Sy werden kann, eine der
Bedingungen bei der Auswahl des Platzes. b ild Ä # !
Das Weibchen von Brrnbus lapidarius, dessen Arbeit;ich beobachtete,, begann am Rande
eines WäldlE von der-; Schattenseite her, in einer Entfernung; von etwa '26 cm von der Basis
eines Baumes zu graben. Die Arbeit ging so langsam vor sich, daß das, Weibchen in der Zeit
von m Uhr.25 Min. bis 1 Uhr 15 Min. ferst eine Vertiefung gegraben hatte, in welcher es sich
nicht einmal vor den Blicken jjfes (Beobachters;Verbergen konnte, indem Hin Leib (die letzten
Segmente) noch zu. sehen war.. Um 4 Uhr nachmittags war;-es schon ziemlich weit vorgedrungen:
man. konnte es ¡bereitsifficht mehr .sehe «ä die Menge' ausgeworfener Erde
War noch recht gering.
.. Großes ln(ter.esse bietet die Arbeit der Hummeln bei dem Herausgraben der Erde.
Die Hümmel arbeitet in folgender Weise: mit den beiden hinteren Beinpaaren wird
die. Erde aus der Vertiefung.herausgestoßen, während sie ¡mit den Vorderbeinen die Erde,
welche zum Teil mit Hilfe « H r . Beine, zum Teil vermittelst der Kiefern losgelöst wurde,
festhält und dieselbe den Hinterbeinen: übergibt; zuletzt schiebt die Hummel, indem sie sich
rückwärts bewegt, mit dem ganzen Leibe die angesammelte Portion Erde aus der Vertiefung
vollends heraus (Fig. 2a, ® Die Erde wird zuerst nur aus dem Neste herausgestoßen;
Zoologica. Heft 46. g