
Pfeiffer gibt die Diagnosen dieser Arbeit, leider ohne die Gulickschen Bemerkungen,
im 5. Bd. der Malakozool. Blätter, 1858, pag. 198— 224 unter dem Titel: „Beschreibung von
73 neuen Achatinellen von J. T. Gulick“ und weist schon in kurzen Bemerkungen auf die
Unhaltbarkeit mancher Arten hin.
Trotz der vielen Schattenseiten der GoMfehen JSlrbeit hat dieselbe auch nicht zu
verkennende und. zu gering zu schätzende liidhtseiten.
Gulick hat mit offenen Augen gesammelt, er gibt bei manchen Arten Farbennüancen,
BändelfVanatiönen u. dgL an. Er .gibt die genaue Größe der Exemplare an,, ja sogar eik
Durchschnittsgewicht. Was aber noch weit wichtiger in der Arbeit ist, ist, daß er bei j|®#
Form den genauen Fundort angibt, bei; den Erdschnecken außerdem, wo e^pie; gefunden,'
unter Steinen^, oder auf dem' Grunde in Wäldern, unter&tetti an feuchten Plätzen!
an den Rhizomen der Farne uH w. u. s. w. Bei den Baumschnecken gibt er eine Reihe von
Pflanzen an, auf Welchen die TiereBsben, z. B. Aleurites triloba, und moluceana, d|S
„Tutui“ oder „Kukui-tre#" der EingeBorenen-ieine Euphorbiacee; Cordylirie terminaUs, der
„Ti“ oder „ K g d ^ .»ingeborenen, eine Lihaced., Eugenia Malaccensis, „OMäfj-jane
Myrtacee; Erythrina monospermas „Wiliwili“, "iäfce PapilipnacB Freycinetia scandensr
„Jeie“ der-Eingeborenen, eine Pandanacee; Lobelia Grimesiana, „iShawai'Ve jal'^lieliaS;'
Pandanus qdoratissimus, „Hala“, eine Pandanacee / iSWa, „Ilima eine Malvaiee Seaevola
Ghamissoniana, „Naupakä“, eindSfcoodenoviJJ; TJrtica grandis, „Mamaki“, eine Urticacee,
und noch eine Reihe von Namen der Eingeborenen, ohnlpden wissenschaftlichen Namen
der Pflanze. D ie j| genauen Angaben, besonders die der Lokalpflanzennamen, ; f nÄ b%i
großer Wichtigkeit, besoni|är^fü|fciatere Sammler, da sie bestimmte Anhaltspunkte haben*
wo und wie die einzelnen Arten zu finden sind.
Eine wichtige Bereicherung, erhielt die Achatinellef|Literatur durch die^Syn3S f | of
the Genus Achatinella“. By W. Newcomb, welche |§|chien in den: „Annals |i| the I.y!K .. j |
of Natural History of New-York“, v J f v i , 185^, pag. 303g3g|if issued September 1858.
Newcomb hatte nach seiner Rückkehr.von den Sandwich-Inseln neben seinen sonsti..
gen konchyhologis#en, Arbeiten ganz ^sonders dem - Studium der Achatinellen seine volle
Aufmerksamkeit gejvidmef. Auf seiner Reise durch Europa hatte ¡ p f i e wichtigsten Sammlungen
angesehen und sich feinen Einblick über dies. Originale der verschiedenen Autoren
verschafft,-welche l g den großen europäischen Sammlungen vorhanden waren. F&ussacsche,
Swainsonsche, Graysche, Reeygsche, Pfeiffersche und; Gulicksche Originale hatjper studieren
und mit gjj|inen Originalen verglichen k ö n n e n .» « f c u lta t Seiner Forschungsreise war.
seine Synopsis. Er sagt über die Entstehung seiner Synopsis, folgenlie»,,As spvveral parties,'
were engaged at the same time in these; lahors^jt is not at all surprising that many specie*;
were repeatedly described under different names, which had led to much, fCanfusipn in their'
arrangement. To giviate this difficulty, J. have at the^jlieitation of.jpany friends cpnsentedjj
tp, supply a synopsis of the genus,.^as ¡1 now stands; and haye. given;, in addition, descriptions
of many of the animals, to aid in a correct diagnosis of species.“ -
In den allgemeinen Vorbemerkungen zu seiner Synopsisjpgifet Newcomb zunächst eine.,
kurze Übersicht über den damaligen Stand der Achatiiiellen-Kenntnis, erwähnt dann seine ;
eigenen Studien und streift dann ganz kurz die Frage: Was i?t Art, was Varietät?
Als eine.' Hauptqiidle der Irrtümer, die zur Aufstellung ider Synonyme Veranlassung
gewesen ist, gibt Newcomb die Unkenntnis der Lokalitäten an. Durch die heftigen. Regengüsse
während der Wintermonate werden Arten aus den feuchten, bewaldeten Gebieten auf
ebene und dürre Distrikte gespült, führen dort ein kümmerlichés Dasein und werden im
Laufe der Zeit sogenannte „Hungerformen“, wie das ja auch bei einer Reihe von deutschen
Formen der Fall ist, dié nicht die günstigen Lebensbedingungen finden. Ich will nur an die
Limnaeen und Planorben aus Marsch- und Moorgräben erinnern. Letztere sind oft Zwerge
im Verhältnis zu ersteren, und doch dieselbe Art.
Dann aber führt Newcomb éine Reihe von. Umständen an, die auch zu falschen Aufstellungen
von Arten geführt haben. Tiere mit Gehäuse mit zartèr grüner Epidermis sind
im heißen Wasser getötet, dadurch ist die Epidermis gelb geworden, die. Schale hat ein
. anderes Aussehen erhalten und ist neu beschrieben. Man hat sie längere Zeit im kalten
Wasser liegen lassen, um neue Farbenvarietäten zu ërhalten. Eine häßliche Düpierung der
Sammler kennzeichnet Newcomb mit folgenden Worten: „Ambitious collectors haye not in
all cases resisted the temptation to remove portions of epidermis from shells varying somewhat
from the typical forms, which has led to the multiplikation of species by this exhibition
of their artistic skill,“ und weiter unten pag. 315 : „The artistic skill of the .„late Consul-
General of France“, as displayed upon these shells, proved quite sufficient to deceive their
describer, and lead to a wrong „diagnosis“.
Noch einen Grund, der zur Aufstellung synonymer Arten beigetragen ‘ hat, erwähnt
Newcomb folgendermaßen: „The variation in the different stages of growth of the same
species has been a fruitful source of error, and encumbered our table of synonyms with a.
large list of names.“
Sodann haben die Autoren neue Arten aufgestellt nach einem Exemplare, welches in
ihren Besitz gekommen, ohne es mit der verwandten Gruppe zu vergleichen. Wohin das
führt, haben wir bei Gulicks Arbeit erfahren, vier und fünf neue sogenannte Arten werden,
benannt und sind nur ; Formen einer längst bekannten Art.
All diese Irrtümer, die sich auf diese Weise eingeschlichen haben, sucht nun Newcomb
in seiner synopsis: „as far äs practicable, J have endeavored, to make suitable cor-,
rections.“
Nach diesen einleitenden Bemerkungen gibt Newcomb nun ein Verzeichnis von 181
Arten,, angeführt im ganzen hat er 365 Arten, ' £84 davon hat er als Synonyme zu den
i8l Species gestellt. Bei jeder Art wird angegeben, wo die Publikation zuerst erfolgt, ist.
Bei vielen Arten wird auch eine kurze Beschreibung des: Tieres gegeben. Eine ganze Reihe
kritischer Bemerkungen über den Wert und die Stellung der Art werden angefügt und
zeugen von großer Sachkenntnis. -Leider vermißt man bei den weitaus meisten Arten die
Fundortsangabe. Außerdem fehlt eine geordnete Übersicht der Arten, sie sind ganz willkürlich
bunt durcheinander gewürfelt, und da auch ein Inhaltsverzeichnis fehlt,, wird das Auffinden
der einzelnen Arten sehr erschwert, wenn man nicht den kompletten Band der Annals
besitzt, in dem die Synopsis publiziert ist, dort findet sich am Schlüsse ein Generalindex und
in demselben alle Gulickschen und Newcombs.chen Arten.
In der Literatur-Übersicht im VI. Band der Malakozool. Blätter, 1859, pag. 178— 188,
bespricht P fe iffe r den VI. Band der Annals of thé Lyceum of Natural History of New