
halten. Ob sie einfach den Typus der Ostaffen — mit denen sie ja doch wohl sicher im Laufe der
Stammesentwickelung Zusammenhängen, ebenso wie der Mensch. — fortsetzen, oder in welcher Weise
sie von ihm abweichen, ob diese Abweichung mehr nach der Bichtung des Menschen hin geht (nach
der e-Drüsenseite), oder mehr nach der Bichtung der sonstigen Säugetiere (nach der a-Drüsenseite).
Die oben von mir mitgeteilten Beobachtungen von Brinkmann über den Bau des „Achselhöhlenorganes“
bei den Anthropoiden scheinen mir mehr für die letztere Annahme zu sprechen.
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß, je mehr man in das Verhalten der beiden Drüsen-
aiten in der Beihe der Säugetiere eindringen wird, sich um so interessantere und wichtigere Kesultate
ergeben werden. S e lb s tv e r s tä n d lic h sind ja die H autdrüsen n ic h t u n ab h än g ig von dem
übrigen Körperbaue, sondern hängen im G eg en te ile auf das In n ig s te m it ihm z u sammen.
Die Ausscheidungen der Haut werden bei den einzelnen Wesen verschieden sein, je nach
dem ganzen Stoffwechsel, der wiederum abhängt von dem Aufbaue. Demgemäß wird anch die Verteilung
der beiden Drüsenarten bei den einzelnen Tierarten mit abhängig sein von dem Stoffwechsel
derselben, sicher nicht allem von diesem, denn die Drüsen werden auch noch andere Funktionen zu
erfüllen haben, aber auch diese weiteren Funktionen, so z. B. die der Wärmeregulierung, werden wieder
in innigster Beziehung stehen zu dhm ganzen Aufbaue des Tieres und damit zu seinem Leben.-' Aus
diesem Grunde ist es ja auch sehr wohl möglich, wie ich das oben schon ausgeführt habe, daß das
ausg ed eh n te r e Vorkommen der a -D rü sen bei-.dem d eu tsch en Weibe g eg en ü b e r dem
Manne zurückzufü hren is t auf den G e sch le eh tsu n te r s ch ied und ein ch a r a k te r istisch e s
Zeichen dafür is t , wie v e rsch ied en der män nliche und w e ib lich e Körper von e in an d e r
sind. In dieser Hinsicht würde dann dieser Drüsenunterschied sehr beachtenswert sein. Ebenso
wurde der P r im a ten stam m sich von den übrigen S äu g e tie r en in sein em S to ffw e ch se l
w e sen tlich u n te r sch e id en müssen und ebenso würde man weiter annehmen müssen, daß auch
die Menschenrassen einen verschiedenen Stoffwechsel besitzen. Diese Annahmen zu machen, ist
ja auch keineswegs schwierig, sondern mehr oder weniger selbstverständlich. Ich führe sie nur an,
um zu zeigen, wie weitgreifend die Unterschiede in dem Vorkommen der a-Drüsen und der e-Drüsen
sind.
Da auch die F u n k tion der Hautdrüsen nach dem Gesagten für diese Arbeit nicht unwichtig
ist, so will ich jetzt noch übergehen zu einer Betrachtung über diese.
Die Art der Tätigkeit der Hautdrüsen beim Menschen und bei den
übrigen Säugetieren
1. Die Tätigkeit der Haardrüsen
Was zunächst die „Talgdrüsen“ anlangt, die ich jetzt als „Haardrüsen“ zu bezeichnen
vorgeschlagen habe, so ist man von jeher der Ansicht gewesen, daß sie ein fettiges Sekret liefern,
und daß dieses dazu dient, die Haare und dann auch die Haut einzufetten. Daß die Drüsenzellen
verfetten, kann man direkt nach weisen und große und viele Talgdrüsen pflegen an Stellen der Haut
zu liegen, die aus bestimmten Gründen dauernd stärker eingefettet werden müssen; hier treten dann
die Haare zurück oder fehlen ganz. Auch die großen, als zusammengesetzte Talgdrüsen aufzufassenden
Meibomschen Drüsen der Lider dienen ja zur Einfettung des Lidrandes. Ich habe seinerzeit
darauf aufmerksam gemacht (1906), daß das Sekret dieser Meibomschen Drüsen ein verhältnismäßig
dünnflüssiges sein müsse, da es aus diesen großen und langen Drüsen verhältnismäßig leicht heraustritt,
ohne daß Verstopfungen ein treten, und ohne daß irgend welche Muskelkräfte dabei mitwirken.
Allerdings scheint die Sekretion dieser Drüsen eine außerordentlich langsame und daher in der Zeiteinheit
eine sehr geringe zu sein. Podwyssozki (1888) hat sich dahin geäußert, daß Mitosen in dem
Epithel der .Mei&omschen Drüsen beim Kaninchen sehr selten sind, was für eine sehr langsame
Sekretion sprechen würde. Dieser Umstand würde es verstehen lassen, daß auch ein etwas festeres
Sekret doch schließlich ohne besondere Schwierigkeiten aus den Drüsen austreten kann. Unter pathologischen
Verhältnissen tritt dagegen nach Podwyssozki eine sehr frühzeitige Reaktion der Epithelzellen
auf, unter Bildung typischer Mitosen mit Kern- und Zellteilung. Sie besitzt indessen weder
große Ausdehnung noch lange Dauer und beschränkt sich auf die periphere Zone der Alveolen. Das
Epithel ist also durchaus lebenskräftig und reagiert lebhaft auf Eingriffe, unter gewöhnlichen Verhältnissen
aber ist seine Tätigkeit eine sehr unbedeutende. Nach v. Michel (1908) hat die chemische
Untersuchung des Sekretes der Meibömschen Drüsen nach Pes (1897) verseifte Fette, Fettsäuren
und in besonders großer Menge Cholestearin ergeben. Die physiologische Funktion der Drüsen besteht
in einer Absonderung von Fett, wobei der Untergang von Zellen im wesentlichen einen sekundären
Vorgang darstellt. Buschke und Fränkel (1905) haben auf. experimentellem Wege durch subkutane
Injektion von salizylsaurem Physostigmin bei Kaninchen und Meerschweinchen eine stärkere Entleerung
der .Mei&omschen Drüsen erzielt. Es geht aus dem Gesagten hervor, daß die Menge des von
diesen Drüsen gelieferten Fettes, die aber doch zur Einfettung der Lider genügt, nur eine sehr geringe
sein kann. Ganz Ähnliches wird wohl auch für die an den Haaren ansitzenden Talgdrüsen gelten.
Es g eh t hieraus w e ite r hervor, daß die Menge des F e t t e s , die neben dem für das
Haar b e stim m ten noch auf die Haut ge langen kann, um d ie se e in z u fe tten , nur eine
sehr gerin g e sein kan n, namentlich wenn, wie das ja häufiger vorkommt, aber durchaus n ich t
immer die Reg el is t , bei verhältnismäßig starken Haaren die Haardrüsen sehr klein sind, wie