
cularfortsatzes bei T. andersoni zu bemerken. Schon bei der Betrachtung des Habitus dieses
Tieres fallen diese Fortsätze auf (Abb. 28). Gleichzeitig zeigt jedoch dies Tier weiterhin, daß
am Rumpf ende die distalen Rippen enden nach oben gebogen sind; der gleiche Befund wie
bei Tylototriton weigelti.
Wie schon erwähnt, sind diese Tubercularfortsätze nicht eine G attungseigenart der Tylo-
totritonen; wir finden sie bei den meisten Arten der Salamandriden. Die Rippen von Neu-
rergus crocatus C o p e , bei welchem diese Fortsätze etwas spitzer
als bei dem mir vorliegenden Tylototriton verrucosus sind, zeigen
z. B. eine Übereinstimmung mit A n d e r s o n s Abbildungen. Auch
bei Pleurodeles walti, P. poireti, Salamandra salamandra, Euproc-
tus montanus —- um nur einige Arten aufzuführen — waren diese
Fortsätze deutlich; bei Triturus cristatus sind sie schwächer entwickelt,
was auch W i e d e r s h e im mitteilt. Über die Tubercularfort-
sätze der Hynobiiden, Ambystomen und Plethodontier vermag ich
meine Aussagen nicht mit derselben Sicherheit wie über die der
Salamandrinen zu machen. Auf Grund meines Materiales ist mir
aber wahrscheinlich, daß sie bei den Arten jener Gruppen nicht
entwickelt sind.
Der Name Tylototriton, den A n d e r s o n der G attung 1871 verlieh,
bezieht sich auf die eigenartigen k n o p f a r t i g e n D r ü sen,
die an den Flanken des T. verrucosus so deutlich erkennbar
sind. Nach den Angaben A n d e r s o n s , R i e s e s u . a. sitzen diese
Knöpfe den Rippenenden auf. Bei Pleurodeles walti treffen wir
an den Flanken des Tieres in einer diesen Knöpfen ähnlichen Anordnung
gelbe Flecken, deren Entstehung im allgemeinen mit
einem Druck der Rippenenden in Verbindung gebracht wurde.
Nach Angaben der bisherigen Beschreiber zu schließen, scheinen
diese ähnliche Vorstellungen über die Entstehung der Drüsenknöpfe
der Tylototritonen zu haben. K o p p ä n y (1924) hat jedoch
Abb.
Yun
Tylototriton % , S c h n e i d e r . -
rrueosus.
■ Rippen.
nach weisen können, daß bei Pleurodeles walti der Rippendruck ohne Einfluß auf die gelben
Flecken ist. Bei einer Untersuchung über die Anordnung der Knöpfe des Tylototriton verrucosus
Tier B konnte ich feststellen, daß diesen Knöpfen Drüsenbezirke entsprechen,
welche zwischen den Muskelsegmenten angeordnet sind; nach der Mitte zu nimmt die Größe
und Zahl der Einzeldrüsen zu. Eine solche Anordnung von Drüsenbezirken ist aber nicht
Tylototriton eigentümlich, sondern z. B. auch bei Salamandra salamandra nachweisbar. Bei
dieser Art sind die Drüsen groß und dicht. Zwischen den Segmenten aber treten sie nach
außen nicht so hervor wie bei den Tylototritonen, sondern sind nach innen verlagert. Zu
den Rippen ist eine direkte Beziehung dieser Drüsenansammlungen nicht anzunehmen1).
Bei einem Vergleich des S c h u l t e r b l a t t e s des Tylototriton verrucosus Tier B mit
den Resten des T. weigelti wird die Übereinstimmung beider Arten deutlich. Das B e ck e n
von T. verrucosus weist große knorplige Bezirke auf. Die beiden knöchernen Bezirke der
1) Anfügen möchte ich h ie r d ie Bemerkung, daß d ie Angaben K ö p p ä n y s üb e r d ie sekundä ren Geschlechtsmerkmale
des Pleurodeles waltli nich t zutreffen. So ist fü r die $$ nicht ein Hautkamm in d e r Daumengegend besonde rs ch a rak teristisch,
sondern d ie $ $ s in d d u rc h mächtige OberarmAviilste gekennzeichnet. Auch d ie Angabe, d aß d e r we iße Schwanzs
tre if b ei J -T r itu ri nicht beobachtet we rd en könne, trifft nach meinen Erfah ru n g e n an Trilurus cristatus nicht zu. Somit
sind auch d ie phylogenetischen Erwägungen, welche K o p p ä n y an diesen Befund knüpft, nicht aufrecht zu erhalten.
rechten und linken Beckenhälfte sind durch einen knorpligen Streif getrennt. Der obere
Rand des Beckenknochens fällt von innen nach hinten außen ab und ist etwas S-förmig geschwungen.
Seitlich ist der Knochen eingebuchtet und am caudalen Ende in eine Spitze
ausgezogen. Das Becken von Pleurodeles waltli gleicht diesem Grundplan im wesentlichen;
Abb. 29 läßt die Form hervortreten. Flir systematische
Schlüsse ist der Bau des Beckens nur von untergeordneter
Bedeutung; es zeigt sich eine Übereinstimmung
zwischen Tylototriton verrucosus, T.weigelti, Pleurodeles
walti und P. poireti in der Form des knöchernen
Beckenanteils.
Aus all diesen anatomischen Befunden ergibt sich
nun, daß eine sehr weitgehende Übereinstimmung zwischen
den rezenten Vertretern der Gattung Tylototriton
und dem kleinen Schwanzlurch des Geiseltales besteht,
welche es b e r e c h t i g t u nd n o t w e n d i g erscheinen
lassen, diese Molch-
a rt zur Gattung Tylototriton
zu stellen. Von der ebenfalls
nahestehenden Gattung
Pleurodeles unterscheidet
sich der kleine Geiseltal-
molch in verschiedenen
Punkten, so daß eine Zugehörigkeit
zu dieser Gattung
nicht angenommen werden
kann. Es zeigt sich weiter,
daß im Rahmen der rezenten
Arten der Gattung Tylototriton
der T. weigelti nicht
durch irgendwelche archaischen
Abb. 28. A. Tylototriton andersoni, Oki:
B. Tylototriton verrucosus, Catein.
Abb. 29.
Pleurodeles waltli, Becken,
p u n k tie rt = knorplig.
Merkmale auffällt, sondern daß er sich dem Erscheinungsbild der modernen V ertreter
durchaus einfügt. Diese Tatsache ist außerordentlich wichtig, wie ich noch ausführen werde.
e) Zur Ökologie des Tylototriton weigelti.
Wenn wir nun versuchen, uns auf Grund der anatomischen Befunde und der Kenntnisse
über die rezenten Vertreter des Formenkreises Tylototriton eine Vorstellung über den
Bau und die Ökologie des T. weigelti zu machen, so ergäbe sich folgendes Bild: T. weigelti
war ein kleiner 5—6 cm langer Molch. Ein breiter, flacher Kopf wies in der Mitte dicke
Drüsenhaufen auf, die sich ähnlich auch an der Kopfseite befanden und am Schädelrand
einen Drüsenkranz um den Kopf bildeten. Auch längs des Rückens wird eine Drüsenreihe
verlaufen sein, und auf den Flanken verlieh eine Knopfreihe dem Tier ein eigenartiges
Aussehen. Es ergibt sich so das Bild, welches W o l t e r s t o r f f z u dem treffenden Namen
Krokodilmolch für die rezenten Vertreter veranlaßte. Die Farbe wird wohl dunkel gewesen
sein und nur die Drüsen traten als hellere Flecken hervor. Kräftige Beine befähigten das