
Zur Abstammung der A m p h ib ie n .............................................
Zur Zoogeographie der U r o d e le n ....................................................................
a) Verbreitung verschiedener S c h w a n z lu r c h e ..............................
b) Rückschlüsse aus der Verbreitung auf das Alter der Formen
c) Palaeogeographische S c h l ü s s e .....................................................
Zusammenfassung und S c h lu ß ...........................................................................
Erläuterung der Abkürzungen.
Arc.front. = Arcus frontotempora
AÜ. = Atlas
Ch. ' = Choane
C.int. = Cavum internasale s.
Cond. = Condylus occipitalis
Fern. = Femur
Fib. = Fibula
Front. = Frontalia
Ghbl. = Gehörblasen
Hb. I = Hypobranchiale I
Hyp. = Hypapophysen
11. = Ileum
Int.max. == Intermaxillare
Isch. = Ischium
Kb. I—IV = Keratobranchialia I -
Kh. = Keratohyale
Max. = Maxillare
Nas. _Nasale
Nerv. = Nervenöffnung
N.Q. = Nasenöffnung
Nsfa. = Nasenhöhle
Occ. — Occipitale
Opo. = Opisthoticum
Opr. = Operculum
Ov.F. = Ovales Fenster
Par. = Parietalia
Parab. = Parabasale
Par.O. = Paroccipitalecke
Ph. = Phalangen
Pl.occ. = Pleuroccipitalia
Prf. = Praefrontale
Ptg. =pPterygoid
Ptr.pa. = Pterygopalatinum
Qua. = Quadratum
Rp. = Rippe
Sr. = Sacralrippe
Tib. = Tibia
Tymp. = Tympanicum
Unt.K. = Unterkiefer
Vom. = Vomer
Vom.pa. = Vomeropalatinum
Wrb., Wr. ^ ‘Wirbel
Zgb. = Zungenbein
A._ Einleitung.
Reste fossiler Urodelen gehören noch immer zu den größten paläontologischen Seltenheiten
und die spärlichen meist schlecht erhaltenen Funde fossiler Schwanzlurche boten zu
sicheren Schlüssen nur in sehr geringem Grade eine ausreichende Grundlage. Die genaueren
Kenntnisse über die Anatomie vieler rezenter Formen waren ebenfalls noch unzureichend.
Eine systematische Einordnung der fossilen Urodelen ist daher meist unsicher geblieben.
So ergibt sich die Tatsache, daß im Gegensatz zu den reichen Erkenntnissen, welche
fossile Formen über Abstammung und Entwicklung der meisten Wirbeltierklassen ermöglichten,
die Paläontologie der Urodelen über Beschreibungen vereinzelter Funde nicht hinauskam
und A be l (1920) feststellt: „Die fossilen Molche und Salamander sind für die
Stammesgeschichte der Urodelen ohne weitere Bedeutung.“
Die S e l t e n h e i t fossiler Überlieferung urodeler Amphibien wird verständlich, wenn
Anatomie und Biologie dieser Tiere in Betracht gezogen wird. Die meisten der Urodelen
bringen nur einen Teil des Lebens im Süßwasser zu und können dieses vorzeitig verlassen,
wenn eine zu hohe Erwärmung oder andere ungewöhnliche Bedingungen eintreten. Während
des Großteiles des Jahres führen sie dann ein verstecktes Leben in feuchten Erdhöhlen
und Baumlöchern. Die an sich schon meist sehr zarten Knochen haben wenig Aussicht, in
dieser an Humussäuren reichen Umgebung der Zersetzung zu entgehen. Nur wenn ganz
außergewöhnlich günstige Erhaltungsumstände vorhanden sind, werden wir ihre Reste
überliefert finden. Deren Bearbeitung muß außerordentlich lohnend erscheinen, da Aussicht
besteht, eine Fülle ungeklärter Fragen der Lösung näher zu bringen. Es ist zwar nicht
zu erwarten, daß uns die Funde fossiler Urodelen sogleich instand setzen werden, vollständige
Entwicklungsreihen nachzuweisen; doch wir werden wichtige Hinweise und Anhaltspunkte
über die Verbreitung und das Alter rezenter Gattungen erhalten und so wertvolle
Rückschlüsse auf die Stammesgeschichte dieser Tierordnung ziehen können.
W e ig e l t (1927) hat die paläobiologische Bedeutung rezenter Wirbeltierleichen und
Leichenfelder ausführlich dargelegt und sich besonders seit Übernahme des hallischen
Lehrstuhles für Geologie und Paläontologie bemüht, jene in Texas gewonnenen Erkenntnisse
auch bei fossilen Tierresten anzuwenden. Als in der Braunkohle des Geiseltales Fossilien
gefunden wurden, kam er zu der Überzeugung, daß es sich hier um Leichenfelder
handeln müsse, und daher ließ er die Braunkohlengruben planmäßig überwachen. Als E rgebnis
jener zielstrebigen Arbeit konnten Leichenfelder geborgen werden, die uns ein
reiches Bild der Lebensgemeinschaft jener aus dem Mitteleozän (oberes Lutetien) stammenden
Bildungen vermitteln. Unter den dort geborgenen Resten befinden sich auch zahlreiche
Schwanzlurche, die mir zur Bearbeitung überwiesen wurden.
Zusammenfassungen über die erdgeschichtliche Problematik der Ablagerungen des
Geiseltales, über die Lebewelt, ihre schwierige Bergung und die Biostratonomie finden
Zoologica, Heft 87. P