
lieh etwas an; das Foramen magnum ist rundlich. Bei Tier B (Abb. 22) macht der Schädel
von hinten einen bedeutend gestreckteren Eindruck. Die Begio otica h at auf der Dorsalseite
ein gleichmäßig wagerechtes Profil und das Hirnschädelrohr ist nur wenig aufgewölbt darüber
sichtbar. Von den Schläfenbögen ist nichts zu bemerken.
Die Abbildungen R ieses und N obles stimmen m it dem Schädelbild des Tieres A überein;
auch in den seitlichen Ansichten wird der gleiche Bau deutlich. Aus dieser Tatsache
schließe ich, daß der S c h ä d e l des B e r l i n e r T i e r e s v o m n o rma l e n S c h ä d e l b a u
a b w e i c h t. Die geringe Entwicklung des Knochenwulstes, das Vorhandensein einer Furche
in der Regio otica, die länglichere Gestalt- der Gehörblasen machen es nach meinen Erfahrungen
an anderen Urodelenarten wahrscheinlich, daß es sich um Verschiedenheiten handelt,
die über den Rahmen individueller Variation hinausgehen. Aus der Tatsache, daß das
Hirnsehädelrohr oberhalb des Schläfenbogens zu sehen ist, schließe ich, daß der Kopf einen
flacheren Bau als bei den Tieren aufweist, die auf dem Arcus frontotemporalisSStarke
Knochenwülste besitzen. Aus den Abbildungen F a n g und Ch a ngs entnehme ich, daß auch
Tylototriton asperrimus U n t er st e in einen recht flachen Kopf besitzt, und es ist wahrscheinlich,
daß die Tiere des Berliner Museums einer b e s o n d e r e n U n t e r a r t o d e r A r t
des F o rm e n k r e i s e s Tylototriton Angewiesen werden müssen. Herr Dr. W o l t e r s to r f f ,
dem ich eine Aufnahme dieses Tieres zusandte, machte mich darauf aufmerksam, daß der
von S c h n e id e r gesammelte Tylototriton verrucosus von den ihm bekannten Tieren dieser
Art durch etwas schwächere Entwicklung der Drüsenknöpfe auf den Flanken und der
Knochenleisten am Schädel gekennzeichnet sei. Doch diese Fräge der artlichen Zugehörigkeit
der Berliner Tiere bedarf eines eingehenden Vergleiches rezenter Tylototrito-
neu, und diese standen mir nicht hinreichend zur Verfügung1.
2. Tylototriton andersoni B o u l en g e r .
Von den weiteren Arten der Gattung Tylototriton stand mir nur noch ein Tylototriton
andersoni B o u l en g e r in Röntgenaufnahme (Abb. 23) zur Verfügung. M. W. ist der
S c h ä d e l dieser Sehwanzlurchart noch nicht beschrieben. Es liegt nun im Wesen der von
mir in diesem Falle angewandten Untersuchungsmethode begründet, daß ich nicht über
alle Einzelheiten des Schädelbaues dieser Art berichten kann, da die Einzelknochen nicht
mit der nötigen Deutlichkeit hervortreten. Die Kondylobasallänge dieses Schädels beträgt
12,1 mm, die Quadratbreite 15,8 mm; diese Zahlen führen die außerordentliche Breite des
Schädels vor Augen. Der Umriß des,¡Schädels (Abb. 21) ist fast dreieckig zu nennen, d i l
Regio otica tritt nach hinten nur sehr wenig hervor, die Gehörblasen sind hinten fast geradlinig
begrenzt. In der Schädelmitte sehen wir vorn die paarigen Intermaxi] laria. Die
Nasenlöcher sind von oben sichtbar, was wahrscheinlich macht, daß der SchädeMorn nicht
so stark abfallt wie bei Tylototriton verrucosus. Die Oberkiefer, die sieh nicht weit auf
die Schadeloberfläehe erstrecken,Mnd mit sehr langen Fortsätzen ausgestattet; diese stehen
mit den Quadrata in Berührung. Von der Vereinigungsstelle der hinteren Oberkieferfortsätze
mit den Quadrata ist auf der linken Schädelseite nichts zu bemerken. Der Befund auf
der rechten Sehädelseite macht aber wahrscheinlich, daß die auch bei Tylototriton verrucosus
beobachteten hakenförmigen Fortsätze der Quadrata bei Tylototriton andersoni noch
mächtiger entwickelt sind. In der Mitte der hinteren Oberkieferfortsätze stehen die Ptery-
goidea mit ihnen in Verbindung. Die Knoehengrenzen der Oberseite sind nicht einwandfrei
sicherzustellen; ein ovales Cavum internasale ist vorhanden. Das Hirnschädelrohr ist
relativ breit. Von den Frontalia zieht zu den Tympanica ein sehr breiter Schläfenbogen,
der wohl gerundet ist. Auf ihm sind Knochenwülste sichtbar, die sich nach vorn fortsetzen
und eine lyraförmige Figur bilden. Diese Knochenwülste springen über die Gehörblasen
nach hinten ziemlich weit vor. Die hintere Begrenzung der Regio otica ist nur ganz wenig
oval, die Hinterkanten divergieren sehr stark. Die Quadrata sind gerade nach außen gerichtet.
Soweit die Knochen der Unterseite nachweisbar sind, stimmen diese mit denen von
Tylototriton verrucosus in der Form überein.
3. Pleur odeles waltli Mic h a h e l l e s und Pleur odeles poireti Gerv a is .
Unter den rezenten Schwanzlurchen weist die Gattung Pleurodeles Mic h a h e l l e s weitgehende
Ähnlichkeiten im Schädelbau mit der Gattung Tylototriton auf, und daher erscheint
ein Vergleich der Schädel dieser Arten erforderlich, da die Unterschiede des Schädelbaues
beider Gattungen nicht genügend dargelegt sind. Mir standen 2 Schädel von
Pleurodeles waltli Mic h a h e l l e s und einer von Pleurodeles poireti Gervais zur Verfügung.
Die Maße waren folgende:
Pleurodeles waltli:
K o n dylobasa llänge Q u a d ra tb re ite Z y g om a ticb re ite
15.2 .14,7 13,3
11.3 9,7 8,7
Pleurodeles poireti:
9,9 9,0 8,7
Zunächst führen schon diese Zahlen vor Augen, daß die Schädel der Arten der Gattung
Pleurodeles im Verhältnis zur Länge schmäler sind als bei den Tylototritonen. Jm
äußeren vorderen Schädelumriß weichen die Arten wenig voneinander ab. Die Inter -
maxillaria sind paarig, ihre Processus ascendentes werden auf der Oberfläche des Schädels
von den hier eng aneinanderschließenden Nasalia bedeckt. Die äußeren Nasenöffnungen
sind von oben etwas sichtbar. Die Processus posteriores maxillae sind in ihrer Länge
recht schwankend (Abb. 24). Die Fortsätze können ziemlich stumpf enden oder in eine
feine Spitze ausgezogen sein, die sich fast bis zum Quadratum erstrecken kann. Das Ptery-
goid nähert sich den Oberkieferfortsätzen in verschieden hohem Maße. Die Nasalia sind
unregelmäßig gestaltet. Ein Cavum internasale ist nicht entwickelt. Die Praefrontalia
weisen keine Besonderheiten auf. Die Frontalia sind fast rechteckige Knochen, mit einem
an der Bildung des Arcus frontotemporalis beteiligten Fortsatz versehen. Dieser Fortsatz
entspringt im letzten Drittel der Frontalia; danach erstreckt sich das Os frontale noch ein
wenig nach hinten, ohne daß dieser Teil des Knochens an der Bildung des Schläfenbogens
teilhat. Bei Tylototriton verrucosus konnten wir meist feststellen, daß der Arcus frontotemporalis
sich bis zum caudalen Ende der Frontalia ausdehnt und gleichmäßig gebogen
nach hinten zieht, mit Knochenwülsten versehen. Davon weicht Pleurodeles waltli nicht
nur durch die abweichende Ursprungsstelle des Schläfenbogens ab, sondern bei dieser Art
ist der Schläfenbogen zunächst zur Schädelachse fast senkrecht gestellt, biegt sodann recht
scharf nach hinten um und verläuft dann fast parallel zur Schädelachse. Der Bogen ist
nicht sehr breit und ohne Knochenwülste; nur vereinzelte Schrunden und Vertiefungen
erinnern an diese. Auch auf Nasale und Praefrontale ist diese Eigenart festzustellen. Die
Tympanica stehen mit dem Parietalia in Verbindung; ihre obere Knochenplatte steht ziem