
Stellung, meiner Arbeit) freundlichst mitteilte; eine Berichtigung der Bertkauschen Diagnose
der Z illa Kochii Thor, gebracht, und ist der Ansicht, dass diese Spinne in Deutschland noch
nicht beobachtet wurde, obgleich Bertkau sie aus verschiedenen Fundorten am Rhein angiebt.
Meine Beschreibung und Abbildung sind nun nach Bertkauschen Exemplaren gemacht und
gehören diese, meiner Ansicht nach, sicher nicht wie Karsch meint zu Z. T h o rellii Äusserer,
sondern doch wohl zu Z . Kochii, denn einesteils stimmt die Grösse der Tiere, die in beiden
Geschlechtern, wie vorstehend angegeben, viel kleiner sind, als Z. T h o rellii, mit der von Karsch
angegeben und zweitens, was hauptsächlich in Betracht kommt, passt Karschs Beschreibung
der Epigyne ganz vollständig auf die Bertkausche Z . K o ch ii, denn an allen Bertkauschen
Exemplaren war „d ie Grube vor dem En d e “ vorhanden, die der Z . T h o rellii (auch nach
Karschs Angabe) fehlt; nur die Farbe der Epigyne stimmt nicht; sie sp-ll nach Karsch gelb-
bis rostrot sein, während sie an den Bertkauschen Exemplaren braun ist, was vielleicht eine
Folge der fast 20jährigen Spirituskonservierung ist: Auch Karschs Diagnose des $ von
Z . Kochn stimmt ganz genau mit der von mir beschriebenen Tiere überein, ebenso wie die
von Z . T h o rellii (siehe meine Bestimmungstabelle der Z illa -Arten bez. die Abbildungen Taf III
Fig. 31 und 32).
Die in der Zimmermannschen Sammlung des Berl. Museums befindliche, von Herrn
Thorell selbst, als Z. Kochu bestimmte A rt kenne ich nicht aus eigner Anschauung, da dieser
aber die sehr charakteristische Grube auf der Epigyne fehlt, so wird sie wohl, wie Karsch
meint, nicht zu Z. Kochn Thorell gehören und müsste dann dieser für K o ch ii angegebene
Fundort „Nassau etc.“ fallen. Ob nun die von Bertkau für seine (und jetzt auch meine)
Z. Kochii angegebenen Fundorte richtig sind habe auch ich jetzt alle Ursache zu bezweifeln. Bertkau
führt in seinem Verzeichnis der bei Bonn beobachteten Spinnen, Z illa T h o relli Auss. nicht
auf, sondern nur Z. Kochn Th. ; in seinem Nachlasse befanden sich jedoch zahlreiche Tiere
der A rt Th o rellii mit den bei dieser A rt von mir angegebenen Fundstellen bezeichnet. BerG
kau scheint nun seine erste Bestimmung abgeändert bezw. korrigiert zu haben und in das
betreffende Glas, der mit „K o ch ii” benannten Tiere, die' r ic h t ig e Z. K o ch ii gelegt zu haben,
ohne die früheren von ihm angegebenen Fundorte dabei zu ändern bezw. ohne den w irk lic h e n
Fundort anzugeben, der wie Herr Karsch vermutet, Portugal gewesen sein dürfte, während
er seine irrtümlich als K ochii benannten Tiere mit denen der Art Thorelli, wohin sie gehörten,
vereinigt hat. Somit ist auch die A rt Z. Kochn nicht als zur deutschen Fauna gehörig zu
betrachten.
Zilla montana C. L. Koch.
Taf. III, Fig. 33. A 9 von oben 3/i, B Epigyne von oben, C von der Seite, D rechter $
Taster von aussen.
Ganze Länge g 8, 6 mm, Vorderleib 9 4, J 1 3 mm.
9 Vorderleib oben: ist bräunlich gelb, mit schmalem schwarzen Saume, der Kopf braun
und scharf abgegrenzt, die Muskellinien sind rötlich braun. Das w e llig e Brustschild ist braun
mit oft deutlichen, dunkleren Keilstrichen von den Füssen zur Mitte. Die Mandibeln sind
heller oder dunkler braun, Maxillen dunkelbraun, die Lippe schwarzbraun, mit weissgelber Spitze.
Am Taster sind Glieder I—III gelb, IV am Grunde gelb, am Ende dunkelbraun, V bräunlich, die
Füsse gelb, braun geringelt und an der Unterseite der Schenkel und Schienen auch gefleckt.
Hinterleibsrücken ist in der Mitte weissgelb, an den Seiten bräunlichgelb, dunkler gesprenkelt
und quer gestreift, die Zeichnung jedoch ist selten so deutlich, wie A, aber stets
in den Umrissen vorhanden. Die Bauchseiten sind ebenso, wie die des Rückens, das dunkelbraune
Mittelfeld ist wenig breiter, als die gleichfalls dunkelbraune Epigyne B und C und von
2 bohnenförmigen, breiten, weissgelben Flecken begrenzt. Zwei Paar kleiner, runder, weiss-
licher Flecken stehen neben den Spinnenwarzen und geben deren dunkelbrauner Umgebung
eine sternförmige Figur. Die Spinnwarzen sind am Grunde und an der Spitze grau, die breite
Mitte derselben ist schön braun.
. c f lst gefärbt und gezeichnet, wie das 9> der starke Taster trägt einen sehr grossen
Kolben mit komplizierten Genitalien, an denen, namentlich von vorn gesehen, ein weisser, von
starken schwarzen Chitinleisten umgebener, blasenartiger Teil D X besonders auffällt.
Fundorte: Zimmermann fand sie am Riesengebirge, Bertkau am Rhein und bei Blankenstein
in der Eifel, ich selbst bei Pforzheim in Spalten verlassener Sandsteinbrüche.
Zilla Stroemii, Thor.
Taf. III, Fig. 34. A 9 von oben % , B Epigyne, C rechter <~f Taster von aussen.
Ganze Länge 9 5^2, c f 5 mm. Vorderleib 9 21/? , ^ 21U mm.
9 Vorderleib oben: gelbbraun, schwarz umsäumt, der etwas dunklere Kopf ist ähnlich
gezeichnet, wie bei ,}Z. Kochii” . Das Brustschild ist braun, dunkelbraun breit umsäumt und
ebenso von den Füssen gegen die Mitte zu gestreift. Über die Mitte des Brustschildes zieht
sich ein breiter gelber Längsstreifen, der mindestens V& der ganzen Fläche bedeckt. Die
Mandibeln sind gelb, vorn mit grossen braunen Flecken, Maxillen braun und Lippe dunkelbraun,
letztere beide mit breiten, gelbweissen Spitzen, Taster und Füsse gelbbraun mit dunkelbraunen
Ringen.
Hinterleibsrücken ist weiss- öder graugelb mit schwarzer Zeichnung, die der von „Z . Kochii”
sehr ähnlich ist, der Bauch an den Seiten gelb, schwarz gestrichelt, das Mittelfeld braun, von
undeutlichen hellen Hakenflecken eingefasst. Zwei Paar runder gelber Flecke stehen neben
den Spinnwarzen in schwarzer, sternförmiger Umgebung. Die Epigyne B trägt einen langen
schmalen Nagel, an dem die Art leicht und sicher zu erkennen ist. Die Spinnwarzen sind
blassgelb, an der hinteren Seite oft schwärzlich gestreift.
c f ist in allen Teilen gefärbt und gezeichnet, wie das 9 l-nd von anderen Arten leicht
durch den starken, hakenartigen und nach unten gerichteten Genitalienteil C X und den
breiten, flachen, blattartigen Eindringer y, zu unterscheiden.
Fundorte: L . Koch fand sie bei Nürnberg, Zimmermann in Nassau, Keyserling in den
Bayr. Alpen, Bertkau am Rhein, Dahl in Holstein, ich bei Hamburg und Pforzheim i. Baden.
Die Tiere leben an Eichen, Fichten und Kiefern, besonders gern unter loser Rinde derselben.
Im Mai sind beide Geschlechter entwickelt.
Zilla X notata CI.
Taf. III, Fig. 35, A A 9 von oben 8/i, A 9 von oben 9/i, B Epigyne von oben, C. von
oben 3/i, D rechter ^-f Taster von aussen.
Ganze Länge 9 •$> c f ^ mm. Vorderleib 9 S1/** c f 3 mm.
Vorderleib oben.: gelbbraun, schwarz umsäumt, der Kopf dunkelbraun. Das Brustschild