
ihre Rücken sind in Kuppen mit Steilhängen zerlegt. Ein auffallender Unterschied im
Erosionszustande besteht jedoch zwischen ihrem oberen und unteren Teile. Der Abhang
steigt nämlich im Westen etwa mit 3° und im Osten mit 5°, 10°, 20° und zwar erst nur
langsam, dann aber ziemlich unvermittelt zu 45—53° an. Abgesehen von den drei Meeresterrassen
an seinem Sockel (Fig. 114) wird er noch von Eruptionsprodukten des Batu-Lanteh-
Vulkans umgeben, sodaß die zerteilten Gipfel der alten Ruine aus jüngeren Bildungen
herausschauen. Aus diesen Lagerungsverhältnissen und der Zertalung zu schließen, fällt
die Entstehung dieses kleinen Vulkans etwa in die Zeit zwischen der Bildung von Batu-
Lanteh und Sangenges. Wie an der Nordseite der Sekedet den Winkel zwischen den
beiden Hauptvulkanen ausfüllt, so schiebt sich in die südliche Einbuchtung der bereits
erwähnte S a n a k hinein, welcher ebenfalls älter als der Batu Lanteh ist.
A u s d e n g e s c h i l d e r t e n m o r p h o lo g i s c h e n V e r h ä l t n i s s e n d e s G e b ir g s -
m a s s iv s v o n W e s t-S um b aw a e r g i b t s i c h , d a ß d e r S a n g e n g e s d e n ä l t e s t e n ,
d e r B a tu L a n t e h d e n j ü n g s t e n T e il d e r V u lk a n r u in e n b i l d e t , w ä h r e n d d e r
R in g w a ll v o m P ü s u z um S a n a k ,.s o w i e d e r k l e in e S e k e d e t im A lte r zw is c h e n
b e id e n s t e h e n .
Diesem Entwicklungsgänge entsprechend, müßten erst die Olivin-führenden Augit-
andesite des Sangenges, dann die Hornblendeandesite des Sekedet, Püsu und Sanak, sowie
zuletzt schließlich die Hornblende-Augitandesite des Batu-Lanteh entstanden Sein. Das Magma
würde bei diesen Vulkanen demnach gerade das entgegengesetzte Verhalten zeigen wie das
der meisten anderen Vulkane auf Java und Lombok, bei denen zuerst Ergüsse von sauren
Andesiten und hinterher von stark basischen erfolgten. Es könnte in diesem Falle also bereits
während der intratellurischen Periode eine gewisse Differenzierung des Magmas zu einer
basischen westlichen und einer sauren östlichen Hälfte stattgefunden haben, wie sie im
Kleinen hier schon innerhalb eines einzigen Stromes Vorkommen, an dessen einem Ende
Olivin-reiche oder basaltische Augitandesite und dessen anderem Olivin-arme, Hornblendeführende
Augit- oder Nephelinandesite auftreten.
Vom Sangenges gehen die größten Lavaströme nach Westen und Nordwesten, wo
sie im Olat Ranguiu zwischen Alas und Djuru-mapin bis zur Bungin-Bai reichen; sie
führen hier einen dunkelgefärbten, Olivin-führenden Augitandesit. Ein sehr langer und
breiter Strom wird vom Sanak nach Norden zur Alas-Ebene gesandt, in welcher er
westlich von Mapin am Batu Guring-Kap endet. Sein Gestein ist ein hellfarbiger, grobkörniger
Hornblendeandesit, dessen Amphibolkristalle häufig 3—4 cm, gelegentlich selbst
6 cm groß werden. Es umschließt linsenförmige Massen eines Augit-führenden Hornblende-
andesits, und zwar vorwiegend in seinen unteren Teilen.
Das g e o l o g i s c h e A l t e r der Eruptionsprodukte Heß sich durch die Beziehungen
zu den fossilführenden Sedimenten wegen der guten Aufschlüsse feststellen.
An dem Nordost-Fuß des Sangenges lehnt sich zwischen Utan und Re ein Berg, der
775 m hohe (Fig. 120) P l a n i n g oder P l a n e n . Morphologisch erscheint er als direkte
Fortsetzung eines vom Sangenges ausgehenden Rückens, dessen Verbindungsstück der Glomang
bia mit der Sampar bage-Spitze ist. Bei näherer Betrachtung erkennt man aber, daß die
benachbarten Täler des Sangenges um diesen Berg nach Westen und Osten herumfließen,
von ihm also, als eine ältere Erhebung, zum seitlichen Ausweichen gezwungen sind.
Von der See, zwischen Sarokaja und Dalam-Kap, aus betrachtet, umgeben den Fuß
des Planing drei ausgedehnte Meeresterrassen, die niedrigste No. I bei 17—20, II. bei 37
bis 40 und III. 71—74 m im Flußgebiet des Brang Re und Brang Utan. Oberhalb der
Hochterrasse zwischen 7 0 -7 5 m steigt der Planing in 3 weiteren Stufen an welche
mehrere Riedel bilden. Eine dieser Terrassen No. IV leitet zwischen 170-175 m etwa in die
Oberkante vom tertiären Korallenkalk über, und auf diesem liegen die Eruptionsprodukte
des Sangenges-Vulkans: Blockbreccien und Tuffe, welche einer älteren Serie angehoren.
Stufe V hat bei 253—257 m, sowie um 262 m eine größere Ausdehnung, wahrend VI etwa
um 450 m zu liegen scheint. .
Im Steilrande des oberen Re-Tales, am besten vom Sampar Kukin bis zum Dorfe
Batu Putih bei 175 m ü. M. und oberhalb desselben, beobachtet man das Unterteufen der
Korallenkalke, sowie folgende Lagerung vom Hangenden zum Liegenden:
1. Geschichtete Tuffe,
2. Tuffkonglomerat, fluviatil, (Olivin-führende Augit- und Hornblendeandesite),
3. Tuffe und Blockbreccien (Olivin-führender Augitandesit),
4. Tertiärer Korallenkalk.
Das fluviatile Tuffkonglomerat tritt bereits in dem schmalen, kammartigen Glomang-
bia auf und seine Gerolle besitzen, nicht jene ellipsoidischen Formen von Strandgebilden,
sondern sind leicht abgeplattete, echte Schotter. In höheren Teilen dieses Rückens er-
scheinen wieder Tuffe und Blockbreccien, welche jedoch aus Hypersthenandesit bestehen,
und die Spitze schließt mit einer harten Bank Lapillituffstein ab. Sie beide scheinen einen
Rest älterer Bildungen darzustellen. ■ ■
Das Tuffkonglomerat (No. 2) enthält auch Hornblendeandesite, also Gesteine des
Batu Lanteh, bezw. des Sekedet, während die liegende Breccie nur stark basische Augitandesite
führt, wie weiter südlich die oberen Teile der Abhänge des Sangenges z. B. in
den Schluchten zwischen Sebedo Re und Sebedo Utan. An dem Nordost-Fuß des Gebirges
jedoch reicht ein vom Sekedet ausgehender Rücken bis zum Planing. In ihm werden seine
Breccien aus hellfarbigen Hornblendeandesit zwischen Batu Putih und Kebon Lok von den
geschichteten Tuffen und Blockbreccien des Sangenges, also den Olivin-führenden Augit-
andesiten im Hangenden der Korallenkalke, unterteuft. Auch an der West- und SUdwest-Seite
der Vulkanruine läßt sich das Liegende der Sangenges-Bildungen feststellen. Es besteht
zwischen Setelok und Taliwang, vor allem in Mararang besar bei Batu Nampar aus Mergelkalken
(Einf. 32° N 10° O) mit Korallenstöcken, welche aber stark disloziert sind. Weiter
lü d lich nahe Taliwang werden diese von einer stark verwitterten Breccie aus grünlichen
Hypersthenandesit unterteuft.
Die gleiche Schichtenfolge traf ich auch am Ballat-Kap, dem nördlichen Vorsprung
der Taliwang-Bucht, in der Ufersteilwand der Alas-Straße. Sie ist hier vom Hangenden
zum Liegenden folgende:
1 Tuffe, gelblich-weiß und \geschichet,
2. Blockbreccie aus Augitandesit (ca. 30 m mächtig), submarin, mit Korallen,
3. Lapilli-Tuffsandstein in harten Bänken (ca. 8—10 m) mit Foraminiferen,
4. Tuffe, weiß und kalkhaltig,
5. Mergelkalk, weiß, oft graugrünlich, übergehend in Kalkstein,
6. Kalksteinbänke mit Foraminiferen, in Farbe weiß und rötlich, stellenweise grau und
kristallinkörnig. .
Zwischen dem Hafen Ballat und dem Hauptort Taliwang schneidet die neue Kunststraße
einige Hügel an mit ähnlichem Profil. In ihnen lagern über harten, körnigen Kalksteinen
mit zahlreichen Muschelresten und-Foraminiferen knollig abgesonderte, graugrüne,
mergelige Tuffe, sowie Tuffbreccien- und ein karbonisierter Lapillituffstein mit Foraminiferen,