
diesen und den v o ra u sg e g a n g e n e n E r lä u te ru n g e n g la u b e ich d a h e r mich de r Ans
ic h t n e u e re r F o r s c h e r a n s c h lie s s e n zu dürfen, d a ss den se n so ris c h e n N e rv e n s y stem
en des F a c ia lis und des L a te r a lis die In n e rv a tio n des S e ite n o rg a n s y s tem s
a lle in zukommt.
Das sensorische Nervensystem des Facialis zerfällt in drei Nervengebiete (Taf. III Fig. 2):
1) Das Gebiet des Nervus ophthalmicus superficialis/
a) R amus fro n ta lis I fur den h in te re n T eil des S u p r a o rb ita lk a n a ls ,
b) R amus fro n ta lis II für den m ittle re n und v o rd e re n T eil d es S u p r a o r b i ta l kanals,
c) E n d ä s te des N e rv u s op h th alm icu s su p e rfic ia lis für die O rg a n e der Schnauzen-
und Nasengegend.
2) Das Gebiet des Nervus buccalis,
a) R am u s o tic u s lässt sich nicht bis an sein Ziel verfolgen, vermutlich für Organe in der
Haut der hinteren Cranialwandung,
b) N e rv u s b u c c a lis selbst für die O rg an e des h in te re n O rb ita lra n d e s . ‘
3) Das Gebiet des dem Truncus hyomandibularis angeschlossenen Ramus mandibularis externus,
a) R am u s a c c e s so riu s buc ca lis,
o) Faserabgabe an den unteren Ast des Ramus maxillaris inferior für den vorderen
Teil der Mandibularrinne,
ß) Ramus accessorius buccalis selbst für die Organe des vorderen Orbitalrandes,
b) R am u s m an d ib u la ris a n te rio r ]
c) Ramus m a n d ib u la ris p o s te rio r J ^en h in te ren T eil de r M a n d ib u la jrin n e .
Das sensorische Nervensystem des Lateralis zerfällt ebenfalls in 3 Nervengebidji;
(Taf. Ill Fig,
1) Das Gebiet des Nervus supratemporalis,
a) Ä stch en fü r die R ü ck en k an ten rin n e ,
b) Ä s tc h e n für die O rg an e de r H a u t de r O c c ip italg eg en d .
2) Das Gebiet des Nervus superficialis,
a) Ramus su p e rio r für die O rg an e de r d o rs a le n R um p fo b e rflä ch e , (
b) Ramus in fe rio r für die O rg an e d e r v e n tra le n R um p fo b erfläch e .
3) Das Gebiet des Nervus profundus,
e r s tr e c k t sich v e rm u tlic h auf die Org an e de r h in te re n R um p fo b e rflä c h e und d e r
S c hw a n zo b e rflä c h e . Leider sind meine Bemühungen, hierüber Aufklärung zu schaffen
resultatlos geblieben1).
Die beiden Gehörorgane des Argyropelecus.
Im Anschluss an die Beschreibung des Seitenorgansystems sei es mir gestattet, mit wenigen
Worten auf die Gehörorgane zu sprechen zu kommen. Wie schon ein kurzer Blick auf das
Schema (Taf. IV Fig. 12) erkennen lässt, haben wir hier im Vergleich zu den Gehörorganen
anderer Vertebraten gewaltige Apparate vor uns, die jederseits über und unter dem Cerebrum
gelegen in der Gegend des Chiasma nervorum opticorum beginnen und sich bis zum Ursprung
*) Vergl. Ewart 1891 Plate II Fig. 3: Innervation der Seitenkanäle von Amia und Plate II ¡Fig. 2 Schema;
Collinge 1895 pag. 289, 291, 294: Innervation der Kopfkanäle von Esox lucius, Salmo salar und Conger conger; Allis
1897 pag. 591 u. C. Clapp 1898 pag. 233.
der Vagusgruppe erstrecken. Ihre Höhenausdehnung reicht von dem sackartig nach unten sich
ausbuchtenden, hinteren Boden des Craniums an bis zu dessen Dache empor. Ihre Tiefenausdehnung
hat, um Raum zu gewinnen, in der Seitenwand des Craniums grosse Ausbuchtungen
bewerkstelligt, Verhältnisse, über die ich bereits im ersten Teile auf Seite 4 berichtet habe, und
die an der Hand der Figuren 5 -1 2 der Tafel I am besten klar werden. Wie aus dem Schema
(Taf. IV Fig. 12) ersichtlich ist, lassen sich an dem Gehörorgane des Argyropelecus der Utri-
culus (Ut.) mit seinen drei Bogengängen (V.B, A.B, H.B.) und der Sacculus (Sa.) mit der kleinen
Lagena (La.) sehr wohl unterscheiden. Abgesehen von seiner monströsen Entfaltung und von
dem Fehlen eines Ductus endolymphaticus hat es in anatomischer Hinsicht nichts Abweichendes
vom normalen Gehörorgane anderer Fische. Ein knöchernes resp. knorpeliges Labyrinth ist,
wie wir gesehen haben, noch nicht vorhanden. Es sind nur die ersten Anfänge desselben in
Gestalt der knorpeligen sich unter die Bogengänge schiebenden Spangen zu erkennen (Taf. I
Fig. 6—9, 11 Kn.B). Gegen das Gehirn und seine Hüllen grenzt sich das Gehörorgan durch
seine bindegewebige Wandung und durch dazwischen liegendes, zusammengedrängtes Bindegewebe
ab. Die beiderseitigen Gehörorgane umschliessen es förmlich: nach oben durch die vorderen
und hinteren Bogengänge, vor allem aber durch die Sinus utriculorum superiores, nach
unten durch die Utriculi, Sacculi und Lagenae (Taf. I Fig. 5—12). Die Stellen in der knorpeligen
Cranialwand der seitlichen Ausbuchtungen (Taf. I Fig. 9, 10, 11 Fe), welche die äusseren
Bogengänge nach aussen zu begrenzen, sind membranös verdünnt, auch fehlt hier die Muskulatur,
so dass sie nur durch das Integument bedeckt werden. Ic h h a l t e d ie s e m em b r a n
ö s g e s c h lo s s e n e n F e n s t e r fü r g e e i g n e t , zu v e rm i t t e ln , d a s s s i c h d ie
D r u c k d i f f e r e n z e n d e s W a s s e r s a u f d a s S in n e s e p i t h e i f o r t z u p f l a n z e n v e r m
ö g en . Das das häutige Labyrinth auskleidende Epithel ist sehr dünn. Die Sinnesorgane befinden
sich an denselben Stellen wie bei anderen Fischen und zwar liegen im Utriculus und Sacculus
mächtige .Maculae acusticae mit grossen Otolithen (Taf. I Fig. 7, 8 u. 10,11), in d e r Am p
u l le d e s ä u s s e r e n B o g e n g a n g e - s , b r e i t e t s i c h s t a t t e in e r C r i s t a e in e m ä c h t
ig e M a c u la a b e r o h n e e in e n O to l i th e n a u s , in den Ampullen des vorderen und hinteren
Bogenganges erheben sich Cristae acusticae, in der Lagena befindet sich die kleine Papilla
acustica mit einem kleinen Otolithen. Eine Macula neclecta habe ich nicht unterscheiden können
(siehe Retzius 1881).
Es vollzieht sich die Innervation (Taf. II Fig. 1, siehe I. Teil pag. 15, 24)
-der Crista acustica ampullae anterioris durch den \
R am u lu s am p u lla e a n te riö ris ,
der Crista acustica ampullae externae durch den
R am u lu s am p u lla e e x te rn a e
aus dem A c u s ticu sg an g lio n ,
der Macula acustica utriculi direkt durch Fasern aus dem A c u s tic u sg a n g lio n ,
der Macula acustica sacculi teils durch Fasern aus dem A c u s tic u s g a n g lio n , teils durch
Fasern aus der T rig em in o -A c u s tic o -F a c ia lisw u rz e l,
der Papilla acustica lagenae durch den ^ ^
au s dem G an g lio n der An astomose
R am u lu s la g e n a e ,
der Orista acustica ampullae posterioris durch den
R am u lu s am p u lla e p o s te r io r is
zw isc h en T rig em in o -A c u s tic o -
F a c ia lisw u rz e l u. L a te ra lisw u rz e l.