
fassend geschildert habe. Die Innervation der Leuchtorgane wird den oben angegebenen Verweisen
gemäss im II. Teile einer eingehenden Betrachtung unterzogen werden.
Das Nervensystem des Sympathicus.
Das Nervensystem des Sympathicus, soweit ich es zu verfolgen und zu untersuchen
imstande war, besteht auch bei Argyropelecus wie bei allen Knochenfischen aus zwei in der
Längsrichtung des Tieres verlaufenden, rostral-caudalwärts allmählig konvergierenden G re n z -
strän g en , an w e lc h e n man e in en Kopf-, Rumpf- u n d S c hw a n z te il u n te r s c h e id e n
k an n . Alle drei Abschnitte sind deutlich ausgeprägt und gut entwickelt.
Der Kopfteil des Grenzstranges (Truncus nervi sympathici Taf. II Fig. 1, 2 gst.) nimmt
aus dem unteren Teile des mit dem Truncus hyomandibularis (hm), Ramus palatinus II (pa.") und
dem Ganglion Gasseri (Gt.) in Verbindung stehenden, d e r ä u s s e r e n l a t e r a l e n W an d d e s
A u g e nm u s k e lk a n a ls a n lie g e n d e n , s p in d e lfö rm ig e n , v o r d e r s t e n G r e n z s tr a n g g
a n g lio n (Gsk.) se in en U rs p ru n g . Nach Chevrels Angaben (1887 pag. 163, 164 u. 169) dürfte
es auch bei Argyropelecus aus zwei mit einander verschmolzenen Ganglien entstanden sein,
von denen ursprünglich das eine unter dem Trigeminus, das andere unter dem Facialis gelegen
hat. Über die Beziehungen dieses Ganglions zu den beiden ebengenannten Nervensystemen habe
ich bereits früher (pag. 17, 20, 24) berichtet. Ferner erwähnte ich, dass eine direkte, nervöse
Verbindung mit dem Ganglion ciliare, nicht konstatiert werden konnte. Nach seinem Ursprünge
wendet sich der Grenzstrang (gst.) zuerst zwischen lateraler Wand des Augenmuskelkanals
und Muskulatur nach unten und alsdann fast rechtwinkelig um, um neben dem Grenzstrange
der anderen Körperhälfte an der unteren Wand des Craniums caudalwärts zu verlaufen, o h n e
m it dem G lo s s o p h a ry n g e u s u n d V a g u s V e rb in d u n g e n e in z u g e h e n . . Nicht einmal
gangliöse Anschwellungen konnte ich vom ersten, sympathischen Kopfganglion an, bis in den
Bereich des ersten Spinalnerven im Verlaufe des Grenzstranges beobachten. (Siehe Taf. II Fig. 1
gst.) Auch ist es mir nicht gelungen, anderweitige, indirekte, nervöse Verbindungen zwischen
der Vagusgruppe und dem Sympathicus aufzufinden. Es ist dieser Zustand von dem bei anderen
Fischen völlig abweichend. Stannius (1849 pag. 135) schreibt: „Der Kopfteil des. Grenzstranges
steht immer in Verbindung mit den N. N. vagus, glossopharyngeus, facialis.“ Ebensowenig fehlen
nach seiner Ansicht die beiden Ganglien für Vagus und Glossopharyngeus. Hjelt (1847 pag. 9) und
Bonsdorfif (1846 pag. 39) entdeckten bei Gadus Lota für den ersteren sogar zwei sympathische
Grenzstrangganglien. Chevrel (1887 pag. 170) bestätigt gewissermassen die Angabe der ebengenannten
Forscher durch folgendes: „Le 4e ganglion céphelique correspond au pneumogastrique.
De taille souvent considérable, ce ganglion peut être divisé en deux et même trois parties; il
reçoit toujours du nerf crânien auquel il correspond deux ou trois grosses racines.“ Während
also bei Argyropelecus auf den Kopfteil des Sympathicus nur ein einziges, aber ¡mächtig entwickeltes
Grenzstrangganglion entfällt, finden sich bei den bisher untersuchten Knochenfischen
wenigstens drei v or1)-
J) Nach der Lage der Dinge bei Argyropelecus gehört der occipito-spinale Nerv os. c, falls er dem Nervus-
hypoglossus Chevrel (1887 pag. 171) entsprechen sollte, samt seinem sympathischen Anteil dem Spinalnervensystem
Der Rumpfteil des Grenzstranges (Taf. I Schema Fig. 14) beginnt hinter dem Nervus
vagus (Stannius 1 £ || pag. 13® (Sr verläuft unterhalb und ein wenig seitlich von der Wirbelsäule
zuerst auf der Niere des Fischcheris, dann später an deren, lateraler Fläche; Von Strecke
zu Strecke ■bildet’ er Ganglienknoten und zwar immer dann, wenn die Spinalnerven Verbin-
l|Äungen mit ihm eingehen. Jeder Spinalnerv hat somit sein sympathisches Grenzstrangganglion.
Der Fääeraustauggh' zwischen Spinalnerv und Sympathicus vollzieht sich auf folgende Weise:
entweder legt sich der Spinalnerv dem Ganglion an, es e r f o l g t '# , a u f d ir e k tem W eg e
d e r F a s e r a u s ta u sch . «der zwischen beiden besteht ein R am u s com m u n ican s. E rwähnenswert
ist/dstes die Rami communicanteS in mehreren von mir beobachteten Fällen nicht
direkt aus den sympathischen Gänglieöj sondern entweder vor denselben oder hinter denselben
aus dem Grenzstrange entstehen (Taf. I Fig. 14i||> Die Mächtigkeit der beiden Grenzstränge
und der Ganglienknoten nimmt von vofn nach hinten, zu a b 1).
Die v o r d e r s t e n G a n g l i ||| d es R um p f te ile s Nervi sympathici b ild e n b e i A r g
y r o p e le c u s ähnlich wie bei Sahndg|ndp|ilüius (Stannius 1849 pag. 138) g ew is s e rm a s s e n
e%en G a n g lie n s tr a n g , in dem sich Verdickungen an den Stellen vorfinden, mit denen die
Spinalnerven m Verbindung treten Die eiste- resp. vorderste dieser knotigen Ganglienanhäufungen
(Gsf. I) ist die mächtigste; mit ihr tritt sowohl der Occipito-Spinalnerv os. c als auch der
Spinalnerv sp. 4 in Zusammenhang; mit der zweiten Ipsrffl) hängt sp. 5, mit der dritten sp. 6
zusammen. Von nun an beginnt der GrSrizstrang zwischen denieinzelnen Ganglienknoten seinen
rein nervösen Charakter wiefte|;anzunehmen;..::fn dem Bereiche zwischen der zweiten, knotigen
Verdickung ¡das Ganglienstranges fjfsr. I) und dem zweiten Ganglion (Gsr. II) pflegt bei Argyropelecus
jedäfseits ein Nerv zu entspringen, den ich für den N e rv u s s p la n c h n ic u s h a lte
HTaf. I Fig. 14 spl.||® Er nimmt nicht von einer'-bestimmten Stelle s e i n e n Ursprung und korrespondiert
auch nicht mit dem der änderen Seite.
Auch in der Gestaltung der- beiden Greuzstränge unter einander sind hier und da einige
Abweichungen, t-dbeh nie der Art, dass sie das Gesamtbild im wesentlichen zu verändern imstande
wären. So fehlen z. B. bei einem Individuum zwischen der ersten und zweiten gang-
lipsen Verdickung des Ganglienstranges (Grs. Ij*die Ganglienzellen, so dass der Grenzstrang
hier seinen rein nervösen Habitus und seine gewöhnliche, ursprüngliche Stärke äufweist. Ferner
ist manchmal das Ganglion des einen Grenzstranges nicht sM entwickelt wie das korrespondierende
des anderen.
Ich komme j e t z t a u f jf f le im S c h em a (Taf. I Fig. 14) s o fo r t a u ffa lle n d e n ,
m e rkw ü rd ig e n , zw is c h en s e h r v ie le n S ym p a th ic u s g a n g lie n b e fin d lic h e n Q u e r k
om m is s u re n zu sp re ch e n . D i g s t ä r k s t e unftMängste is t d ie je n ig e , w e lch e sich
zw isch en den v o rd e r s te n , m ä c h tig e n V e rd ic k u n g e n der G a n g lie n s tr ä n g e (Gsr.I)
b e fin d e t. Sie ist konstant bei allen von mir untersuchten Tieren. Ich bin geneigt, sie bei
Argyropelecus für ein Gebilde sui generis zu halten, das nichts zu thun hat mit dem von
und dem dazu gehörigen Rumpfteile des Sympathicus zu, wie ich es oben bereits angegeben habe. (Taf. II Fio-. i
Gsr. I; os. c.)
x) Zwischen den Spinalnerven sp. 7 und den stattlich entwickelten Sympathicusganglien Gsr. III habe ich
Rami communicantes nicht konstatieren können. Ebensowenig ist es mir möglich, zu den Sympathicusganglien Gss.
XIII und XVI die dazugehörigen Spinalnerven zu finden. Noch weiter caudalwärts werden diese Verhältnisse ganz
undeutlich.
Zoologica. Heft 32. 5