
muskelkanale tritt dieser Muskelast durch die membranöse Seitenwand in die Muskulatur, giebt
zunächst ein Ä s tc h e n in der Höhendes Hyomandibülargelenkes für die oberen und hinteren
oberflächlichen Muskelpartieen ab (Taf. III Fig. 1), darauf zwischen Muskulatur und Seitenwand
d g Augenmuskelkanals nach unten und vom verlaufend löst er sich in zwei Ä s tc h e n für die
tiefliegende Kiefermuskulatur auf. Stannius (1849 pag. 41) beschreibt bei Silurus ebenfalls derartige
motorische Äste, die aus dem gemeinsamen Stamme entspringen. Der Truncus maxillaris
.(Taf. II u. III Fig. 1 mm.) verläuft ebenfalls innerhalb des Augenmuskelkanals, mit ein wenig
lateraler Richtung nach unten. Auf dessen Boden angelangt, durchbricht er. die fibröse Membran
und zieht unter ihr nach vorn (Stannius 1849 pag. 4SI An der in Figur 1 der Tafel III
durch ein liegendes Kreuz (X) markierten Stelle bemerkt man auf Querschnitten, wie in ihm
eine Spaltung eintritt: in einen oberen,^hwächeren Stamm den R am u s p m a x i ll a r i s -sup
e r io r (ms.) und in einen unteren, stärkeren Stamm den R am u äm a x i l l a r i s in f e r i o*fi(mi.)..
Beide Stämme verlaufen jedoch noch eine Strecke weit dicht-neben einander von einer gemeinsamer.
Bindegewebsscheide umhüllt. Gleich darauf, nachdem diese Scheidung eingetreten
ist, beobachtet man, wie sich vom oberen Stamme ein Zweig loslöst i(Taf.,fjl[ Fig. 1 bei [|), wei-
eher ebenfalls, in der gemeinsamen Bindegewebsscheide verlaufend sich dem unteren Stamme,
dem Ramus maxillaris inferior, nähert und anschliesst, um später in den oberen Äst':desselben.
Uberzugehen iitaf. HI Fig, 1 mio. bei ||). Der in ihm einmündende Zweig stellt- also eine Ana-
jsfomose zwischen den beidenlRami maxillares dar. Ich habe sie ¡ter -Deutlichkeit wegen im
Schema nicht eingezeichnet.
D e r R am u s m a x i l la r is S u p e rio r (ms.) behält anfangs nach Absonderung des Ramus
maxillaris inferior (mi.) die Richtung d|» Truncus bei, yefläuft. unter, der¿Qrbita,ijüf d p
Kiefermuskulatur nach vom und nähert sich dabei langsam der äusseren Körper« and des Fisches
Sobald br in der Haut deplvorderenbSirbitalrandfcs angelangt ist, ändert I#Seine Richtung
schräg nach oben zur Schnauzen- und Nasengegend. Auf dem Woge dahin teilt er sich in drei
Äste (Taf. III Fig. 1, 2): -
D e r o b e r e g i e b t e in Z w e ig l e in an d a s p rä ’b r tfH a lc I. c u c ? h to rg a n ab.
Im übrigen veisöfgt er die Nasengegend, :
D e r m i t t l e r e i s t a u s s c h 1 i-e.ss.l 1 ch f ü r d a s e b e n g e n a n r : t e L eu e ’h to r g lin
bestimmt. (Leydig 1881 pag. 32.)
D e r u n t e r e t e i l t - s ic h i n z w e i Z w e i g 1 e i n, von denen sich das eine zur Sehnauzen-
gegend, ¿¡'äs andere; zur Mundschleimhaut begiebt (Stannius%849 pag1' 42p i ,i'Wi
Der R am u s m a x i l l a r i s i n f e r i o r (mi.) wendet sichSJögleieh nach seiner Absonderung
vom Ramus maxillaris superior lateral und giebt dabei einen kräftigen R am u s m p -
to r iu s (m.) ab, welcher nach kurzem, parallelem Verlaufe mit ersterem plötzlich unter rechtem
Winkel nach abwärts abbiegt, um zwischen Seitenwand der Mundhöhle und Muskulatur rieh
für die vordere, untere Kiefermuskulatur in seine Zweige aufzulösen. Diesen Muskelzweig erwähnt
auch Stannius (1849 pag. 46). Er schreibt: ¿Nachdem der Stamm des Ünterkiefernerven
nochmals einen Zweig an den Kiefermuskel abgegeben hat, spaltet er sich gewöhnlich in zwei
Aste: einen oberen und einen unteren.““^ Bei Argyropelecus teilt sich der Ramus maxillaris
fmenor ebenfalls in jene beiden Äste (Taf. III Fig. 1 mio. u. min, in den oberen mündet jene'
Anastomose). Sie verlaufen zunächst noch eineidcurze Strecke nach vorn, dann wenden sie
sich plötzlich nach unten und ziehen zwischen äusserem Integument und Kiefermuskulatur dem
Mandibularbogen (Mand.) zu. Bevor sie ihn jedoch erreicht haben, teilt sich sowohl der obere
(mio.)i als auch der untere (miu.) in je drei Ästchen. Nachdem sie alle die Richtung des Bogens
nach vorn oben eingeschlagen haben, scheinen sie als sensible Nerven — m it A u s n a hm e
d e s u n t e r s t e n , h i n t e r s t e n Z w e ig le in a u s d em u n t e r e n A s te (miu) — in der die
äussere Fläche des Mandibularbogen bedeckenden Haut auszustrahlen.
D a s u n t e r s t e Z w e ig le in d a g e g e n b e g i e b t s ic h an d en v o r d e r e n T e il
d e r zw e ite ilig en M a n d ib u la rrin n e und e n th ä lt je d e n fa lls F a s e rn aus dem Ramus
m a n d ib u la ris e x te rn u s des s e n so ris c h e n G an g lien sy s tem s d es F a c ia lis , die d u rch
den N e rv u s a c c e s s o r iu s b u c c a lis (Taf. III Fig. 1, 2 a ch .)au s dem T ru n c u s h y om a n d
ib u la r is (hm.) e n ts p r in g e n d dem u n te r e n A s te de s R am u s m a x illa r is in f e r io r
zu g e f ü h r t we rd en . Auf diese interessanten Verhältnisse komme ich auf Seite 21 ausführlich
zu sprechen.
Im Anschluss an die Beschreibung jener oben erwähnten sensiblen Nervenendigungen
in der Haut des Fisches bemerke ich, dass die von mir in Figur 1 der Tafel III angegebenen
sensiblen Nervenendigungen der Wirklichkeit insofern nicht genau entsprechen, als sie noch
weiter entfernt zu suchen sind. Wegen der für solche feine Untersuchungen unzureichenden
Färbemethode sind die dünnen Nervenfädchen nicht weiter verfolgbar.
3. Das sensi-motorische Ästchen (Taf. II Fig. 1, 2;LTaf. III Fig. 1 iim.) des Argyropelecus
entspringt aus dem oberen, hinteren Teile des Ganglion Gasseri zusammen mit einer
Anastomose für das vorderste Grenzsträngganglion des Nervus sympathicus (Taf. II Fig. 2 nm.,
Gsk, a')- Es zieht über dem Truncus hyomandibularis (hm.), mit dem es Fasern auszutauschen
scheint, zwischen Basis cranii und Kiefermuskulatur nach hinten und teilt sich in zwei Fädchen,
von denen das eine nach abwärts sich begebende an die Gelenkfläche des Zwischenknorpels
(Zk.) geht, das andere dagegen weiter caudalwärts strebt und schliesslich die hintere, tiefe
Kiefermuskulatur versorgt.
4. Anastomosen (Taf. II Fig. 2 rl, ä , a", a'"). Von den vier Anästomosen, die ich bei
Argyropelecus aus dem Ganglion Gasseri entstehend auffand, ist die stärkste die auf Seite 11
bereits erwähnte Radix longa (rl.). Sie begiebt sich zum Ciliarganglion. Ihr reiht sich, was
die Dicke anlangt, die Anastomose a' an, welche zusammen mit dem sensi-motorischen Ästchen
entspringt und sich zum Sympathicusganglion wendet. Ausser dieser besteht noch eine zweite
sehr feine Brücke (,a") zwischen beiden Ganglien. Schliesslich existiert ein dünner Verbindungsstrang
(a'") zwischen Ganglion Gasseri und Truncus hyomandibularis.
Das Nervensystem des Facialis.
Die sensorische Nervengruppe.
1. Der Truncus ophthalmico-buccalis (Taf. II Fig. 1, 2 ob.) des Argyropelecus ist
sehr kurz. Er spaltet sich nach Durchtritt durch das bereits geschilderte Foramen im Boden
des Craniums sofort in den R am u s o p h th a lm ic u s s u p e r f ic ia lis und in den R am u s
b u c c a lis (Taf. II und III Fig. 1 os. u. bc.).
Der R am u s o p h th a lm ic u s s u p e r f ic ia lis (os.) liegt während seines Verlaufes zusammen
mit dem Ramus ophthalmicus profundus zumeist lateral vom letzteren. Die Ver-
Zoologica. Heft 32. 3