
XXIV Fig. 21 u. PI. XXVI Fig. 29 öf; PI. XXIII Fig. 19 JK 20 of, io; C. Clapp 1898 PI. XX,
Fig. 2! u. 22; >•). -
D e r R am u s b u e 'c a lis de s A r g f . r o p e l ^ u s biÄgiebt s i e b ’.n u nm e h r isiehräg
n a c h u n te n v o rn und a u s s e n zum h ä u tig e n , h in te r e n R a n d e d e r O rb ita , um !dje.
h ie r b e fin d lic h e n H a iits in n e f ijrg a n e , da dem Argyropelecus eine Infraorbitalrinne rsp.; •
= Kanal fehlt, mit seinen Fasern zu versorgen (siehe Seitenorgansystem ü B e il^ i Schon Stannius
(1843 pag. 43) machte die Beobachtung, dass die Stärke und Entwicklung des Nervus buccalis
abhängt von der Existenz und Ausbildung der Schleimkanäle, Nach (ioronowitsc.lr (1896 pag.
36 u. 37), der den Ramus biÄeähs bei Esox, Gobio u. Eota untersucht hat und ihn hier Nervus
rostralis nennt, entspringt er zusammen mit dem Nervus ophthalmicus superficialis aus dem
sogenannten „zweiten Trigeminus“. Dieser zweite Trigeminus scheint wenigstens zum Teil dem
sensorischen Nervensystem zu entsprechen.
2. Der Ramus mandibularis externus tritt bei Argyropelecus wegen seinSn^erläpifes
innerhalb des Truncus hyomandlbuläris'Thm.) nur duisfeh drei Ast» zu Tage: den R am u sm a ii;^
d ib u la r is - a n te r io r ’(Taf. III F igÄ , 2 ma.) und den R am u s m -an dibulaBw posteriWE.
(mp.) für den h in te r e n T e il d e r zw e ite ilig e n M a n d ib u la r r in n e , und durch ¡fen;Ra-
mus a c c e s s o r iu s b u c c a lis (adbr)K einesteils für den v o r d e r e n T s i l d e r zw e :i||ilig e n
M a n d ib u la r r in n e — mit Hülfe des; unteren Astes des Ramus maxillaris inferior nervi trige-
mini (siehe pag. 17), — anderenteils für die H a u ts in n e s o r g a n e d e s v o rd e r e n O r b i t a l randes.
Auf den Verlauf der drei Nerven komme ich, wie schon angedeutet wurde, bei der
Beschreibung des Truncus hyomandibularis (hm.) zurück.
Die sensi-motorische Nervengruppe.
1. Der Truncus hyomandibularis (Taf. II Fig. 1 ü. 2^Jrafl III Fig. 1 hm.) des Argyrope-
lecus gelangt, nachdem er dicht neben den Rami palatini (pa.'pa/j (aus .dem Boden der hinteren
Ganglienportion (Gfsm.) seinen Ursprung genommen hat, zusammen mit dem Ramus palatinusp|!
(pa.") aus dem Cranium in die tiefe Kiefermuskulatur. Hier verbindet er sich sogleich vermittelst
eines kurzen Kommunikationsstranges mit dem m ä c h tig e n , sp in d e lfö rm ig e n , v o r d e r s t e n
G re n z S tr a n g g a n g lio n des S ym p a th ic u s (Taf. II, Fig. 1, 2 Gsk., cst.), welches an der.Aussen-
fläche der Seitenwand des Augenmuskelkanals liegt. (Siehe pag. 32.) Darauf steiiert depTruncus
hyomandibularis in seitwärts und nach oben gerichtetem Bogen auf den Spangenapparat des
(Sinterkiefers los: (Taf. III Fig. 1). ||jjnterwegs giebt er einen rein m o to risc h e n .^®(m,j,ab,
der sich in der unter dem Bogen befindlichen, tiefen Kiefermuskulatur verbreitet. J,)arr.:t nun
der Hyomandibularis des. Argyropelecus: an die Außenseite des Spangenapparates gelangt,
durchläuft er einen von innen oben nach aussen unten und vorn gerichteten Kanal, der sich in
dem durch modifiziertes Bindegewebe eingenommenen Zwischenraum zweier Knorpel (Zk.. befindet,
die — als in die Reihe der Kieferknorpel eingeschobene Stücke — zwischen Basis cranii und
Hyomandibulare (Hyma.) gelegen sind. Ähnliche eigentümliche Verhältnisse in betreff des Verlaufes
dieses Nervenstammes scheinen vielen Knochenfischen zuzukommen. Stannius (1849 pag. 62)
schreibt hierüber folgendermassen: „Dieser Stamm tritt bei den meisten Knochenfischen an der
i) Der von C. Clapp (l8ci8 pag. 234) beschriebene Ast aus dem Ramus buccalis facialis des Batrachus Tau
ist meiner Meinung nach dem Ramus Oticus bei Amia homolog.
Innenfläche des Os temporale ein wenig abwärts und teilt sich entweder hier sogleich in zwei Äste,
wie bei Lepidoleprus, oder begiebt sich, wie dies gewöhnlich vorkommt, erst durch einen Kanal
des Knochens an seine Aussenfläche, um sich dann alsbald zu teilen.“ Auch Goronowitsch (18%
pag. 40) erwähnt diesen Knochenkanal.
Während noch der Hyomandibularis darin verläuft, giebt er durch eine seitliche Öffnung
einen Zweig ab. Es ist der bereits wiederholt erwähnte R am u s a c c e s s o r i u s b u c c a l i s
(Taf. III Fig. 1, 2 acb.), den e b e n fa lls g le ich n a ch seinem A u s tr itte ein Ast (acb/) v e rlä
s st. Dieser Nerv schlägt seine Richtung nach oben aussen und ein wenig nach vorn ein, um
quer durch die oberflächlich gelegene Kiefermuskulatur unter die äussere Haut zu gelangen.
Hier, in der Gegend des dem Gehörorgane zugehörigen äusseren Bogenganges angekommen,
v e rb in d e t e r sich mit einem Zweig (st.) des Ramus su p ra tem p o ra lis n e rv i la te ra lis
(lt.) und b ild e t a u f d iese W e ise zu sammen mit diesem eine An a stom o se zwischen
den s e n so ris c h e n Ne rv en g eb ieten des L a te r a lis u n d F a c ia lis , denn beide Äste, sowohl
der aus dem Supratemporalis, als auch der aus dem Accessorius buccalis innervieren auf
ihrem Wege unter der Haut zahlreiche Sinnesorgane und führen demnach sensorische Nervenfasern.
Der Ramus a c c e s so riu s b u c c a lis selbst schlägt einen anderen interessanten Verlauf
ein. Er. wendet sich zuerst zwischen Haut und äusserer, oberflächlich gelegener Kiefermuskulatur
nach vorn, dann unter der Orbita hinziehend nach innen, um den tie fe r g elegenen,
u n te re n Ast des R amus m a x illa ris in fe rio r n e rv i trig em in i (miu.) zu e rre ich e n , te ilt
ihm e in ig e F a s e rb ü n d e l’ fü r d en v o r d e r e n T e il d e r zw e ite ilig e n Man d ib u la rrin n e
mit, und b e g ie b t sich wesentlich schwächer unter der äusseren Haut nach oben und vorn
z u r p r ä o r b i t ä l e n G e g e n d , d ie t r o t z d e s F e h l e n s e in e r I n f r a o r b i t a l r i n n e
h i e r v o r h a n d e n e n , z a h l r e i c h e n S i n n e s o r g a n e zu v e r s o r g e n . In d ie I n n e r v
a t i on d e r H a u t s i n n e s o r g a n e in d e r U m g e b u n g d e r O r b i t a t e i l e n s i c h a ls o
b e i A r g y r o p e l e c u s zw e i N e rv e n : d e r R am u s b u c c a l i s (Taf. III Fig. 1, 2 bc.) a u s
dem T ru n cu s o p h t h a lm i c o - b u c c a l i s u n d d e r R am u s a c c e s s o r i u s b u c ca lis(a cb -)
a u s dem d em T r u n c u s h y o m a n d i b u l a r i s e in v e r l e i b t e n R am u s m an d ib u la ris
e x te r n u s . Stannius (1849 pag. 62) beschreibt einen Accessorius buccalis bei Esox, Goronowitsch
(1896 pag. 40) einen solchen bei Esox, Tinea, Abramis, Cyprinus carpio und Gobio. Von
jenem mit dem Zweig des Supratemporalis anastomosierenden Ast erwähnen sie nichts; ebensowenig
haben sie bei den von ihnen untersuchten Fischen die bei Argyropelecus existierende
Faserabgabe an den unteren Ast des Ramus maxillaris inferior beschrieben. Gerade diese
halte ich für eine Unterstützung der Ansicht neuerer Forscher, dass dem sensorischen Facialis-
gebiet allein die Innervation der Hautsinnesorgane zukommt.
Sobald der Hyomandibularis den oben geschilderten Kanal an der Aussenfläche des
Kieferspangenapparates verlassen hat, entsendet er abermals ein N e rv en ä s te h en (Taf. III
Fig. 1, 2), da s zwei kurze Zweige fü r d a s p o s to rb ita le L e u c h to rg a n a b g ie b t und sich
dann in der äusseren Haut verbreitet.
Der T ru n c u s hy om an d ib u laris (Taf. III Fig. 1, 2 hm.) verläuft nun ohne weitere Nerven-
abgabe oberhalb und aussen von dem Hyomandibularknorpel (Hyma.) eine Strecke weit. Darauf
teilt er sith in seine beiden Äste: d e n R am u s m a n d i b u l a r i s (mn.) und d e n R am u s
h yoideus (hy.).,.;Diese Zweiteilung ist allen Fischen gemein. Unterschiede bestehen nur insofern,