
ist durch die nachstehenden Merkmale erkennbar. Das Nasorostralschild erreicht niemals
die Schnauzenkante und reicht selten, höher hinauf als bis zum oberen Sande des Eostrale,
das, wie bereits erwähnt, wenigstens ebenso hoch wie breit ist. 14 20 Schuppen bedecken
das Sehnauzenhorn vorn in 4 oder 5 (Selten 8) Querreihen zwischen Rostrale und Spitze.
Schuppen in 21 (ausnahmsweise 19 oder 23) Reihen, Ventralia 133— 147, Snbcaudalia
24—35;
Die als subsp. montandoni Blngr. beschriebene Form aus Rumänien und Bulgarien
gehört nach Schwarz in den Formenkreis der meridionalis, hat nach Bohlenger 149 bis
158 Ventralia, 30—38. Subcaudalia, der Schwanz ist nach BoüLENGER am Ende unten gelb,
nach Schwarz grün wie bei meridionalis (unrichtig nach meinem lebenden Material).
Es ha t keinen Zweck, die Färbung der typischen Form hier zu beschreiben, ja auch diejenige
der montandoni ist wesentlich verschieden; bemerkenswert ist aber, daß die 2 oder
3 großen schwarzen Flecke, die beim Typus auf den TJnterlippensehil.dern stehen, bei meridionalis
zu einem großen Längsfleck verschmolzen sind. Ansonsten ist die Oberseite hellgrau
bis rotbraun, in der Regel mit einem langgestreckten dunkelbraunen, schwarz gesäumten
Zickzack-, Rauten- oder Wellenband; ein dunkles Längshand-ist ausnahmslos vorhanden,
das vom A ugenhinterrande zum Mundwinkel zieht. Einfarbige Exemplare sind auf den
Zykladen nicht eben selten. Unterseite hellgrau oder rötlich, fein dunkelgrau oder braun
punktiert oder bestäubt oder dunkelgräu mit weißen Tupfen.
Gelegentlich (Sikinos) findet man braune Exemplare, mit dunklem, dorsalem Längsband,
das in gleichen Abständen von schwärzlichen Längsstrichen, die alternierend gestellt
sind, eingefaßt ist; diese Form entspricht etwa der von mir var. steindachneri genannten
Varietät der typischen Form.
Die Suhspecies montandoni gleicht in der Zeichnung und Färbung sowie auch in der
Größe viel mehr der typischen Form, und ich möchte sie daher aufrecht erhalten. Dagegen
stimmt sie in dem sehr bösartigen Charakter mehr m it der südlichen Form überein.
Die Größe der meridionalis ist gering. Das größte Exemplar, dlgf ich gesehen habe,
ist ein cT aus los von 515 mm; das größte 2, ebenfalls aus los, mißt 455 mm; damit im Vergleich
sind die alpinen Exemplare mit 8U 90 cm, aber auch montandoni aus Bulgarien
(ein 2 meiner Sammlung bei 76 cm Länge wesentlich dicker als ein gleich großes aus Kärnten),
wahre Riesen,
Es ist schon oft bemerkt worden (u. a. auch von L. M ü l l e r in S te in h e il, 1. B , daß
sowohl der deutsche wie auch der lateinische Ärtname vollständig unpassend und irre führend
ist, denn diese Schlange lebt niemals im Sande, sondern stets auf steinigem, mit
wenigem Pflanzenwuchs bedecktem T errain. Während sie in den Alpen mehr in den Tälern
vorkommt, in Kärnten namentlich am Fuße der Gebirge, geht sie im Balkan bedeutend
höher und erreicht in der Herzegowina 1400— l.SOO m.
Vipera ammodytes hat im östlichen Mittelmeergebiete eine weite Verbreitung. Sie
kommt in Südtirol bei Bozen, in Venetien, Kärnten, ganz Jugoslawien, in Rumänien,
Albanien, Bulgarien, ferner im Kaukasus (subsp. transeaucasiana Blngr.) und im nordwestlichen
Kleinasien, angeblich auch in Syrien vor. In Griechenland ist sie auf dem Festlande
m it Ausnahme der höheren Gebirge überall zu Hause, auf den Ionischen Inseln wahrscheinlich
ebenfalls, Sie fehlt aber auf den West-Zykladen*), vielen Inseln der übrigen
Zykladen, auf den nördlichen Sporaden, allen kleinasiatischen Inseln sowie auf K reta.
*) Die Angabe von B ir d , derzufolge die Sandotter auf Siphnos Vorkommen soll, ist falsch und beruht jedenfalls auf
Abb. 53 a. Vipera ammodytes meridionalis B ln g r .
Insel Sikinos (Kopf vergr.)' ( a u s We r n e r 9).
Vipera ammodytes meridionalis Blngr. Insel M;
(II. Wagner phot.)
Abb. 53 b. Vipera ammodytes ammodytes L.
(nach E. S chwarz).
Abb. 53 c. Vipera ammodytes
meridionalis Blngr. Insel Sikinos
Abb. 53 e. Vipera ammodytes monlandani Blngr.
Svilengrad, Bulgarien (nach E. Schwarz als
meridionalis B lngr.).
Abb. 53 f. Vipera ammodytes meridionalis Blngr.
Svilengrad, Bulgarien (nach E. S chwarz) .
Abb. 54b. Vipera lebetina L. Insel Milos, W.-Zykladen. (H ans
S c h w e iz e r , Basel, phot.) (Aus Bl. f. Aqu.- u. Terr.-Kunde, Verlag J. Wegner,
Winnenden b. Stuttgart.)