
Zeichenerklärungen zu den Abbildungen.
Ax Achsenfaden der Sinneszelle
Big Blutgefäß
Bü Bündel peripherer Sinneszellenausläufer
ChAx Achsenfaden der stiftführenden Sinneszelle des Cliordotonalorgans
ChDzk Deckzellenkern des Cliordotonalorgans
Chh Äußere Chitinlamelle der dritten Gelenkhaut
ChHzk Hüllzellenkern des Cliordotonalorgans
CliSt Stift des Cliordotonalorgans
ChSzlc Sinneszellenkern des Cliordotonalorgans
Cu Cuticula
Dtcr D eu tocerebru üi'
Dzk Deckzellenkern
Efd End faden der Stifte
Eg Endglied
Estr Endstrang des Stiftes
fu I, II Funiculusglied I und II, 3. und 4. Antennenglied
Gh I, II, II I 1., 2. und 3. antennale Gelenkhäute
hyp Hypodermis
hypK Hypoderniiskern
Hzk Hüllzellenkern
jo JOHNSTONsches Organ
kM Kuppelförniige Membran
M Muskulatur
Mb Membran
N Antennennerv
N I, N II Äste des Antennennerven
Njo Nerv des JoHNSTONschen Organs
NI Lateraler Hauptast des Antennennerven
Nm Medianer Hauptast des Antennennerven
P Pore in der Gelenkhaut III
pe Pedicellus
Pk Porenkanal
Rp Wandrippe des Stiftes
RSt Riechstäbchen
Sb Sinnesborste
sc Scapus, 1. Antennenglied
Sh Sinneshaar
Sk Sinneskegel
StK Stiftkopf des Chordotonalstiftes
Stzk Stützzellenlcern
Szgr Sinneszellengruppen
Szk Sinneszellenkern
Tri Lateraler Ast der antennalen Trachee
Trm Medianer Ast der antennalen Trachee
Tst Terminalstrang
A. Einleitung.
Die Antennen der Insekten zeichnen sich durch ihre starke Wandlungsfähigkeit in Form
und Größe aus. Unter ihnen fallen die der Hydrocores durch ihre äußerst geringe Größe
gegenüber denen der anderen Insekten besonders auf, so daß sie oft als rudimentäre Organe
angesehen wurden. Außerdem ist ihre äußere Form recht mannigfaltig. Im allgemeinen weisen
die Antennen der Hydrocores eine viergliedrige, fadenförmige Gestalt auf; indessen liegt
bei den Nepiden eine vom normalen Bau äußerlich stark abweichende Antennenform vor.
Histologische Untersuchungen über die Antennen der Hydrocores fehlen fast völlig. Sie
schienen mir der Untersuchung wert, wobei ich die sehr eigentümlich ausgebildeten, krebsscherenartigen
Antennen der Nepiden in den Vordergrund meiner Arbeit stelle. Die Nepiden
sind außerdem die einzigen Insekten, bei denen bisher kein JOHNSTONsches Organ gefunden
wurde. In der Literatur finden sich noch in den letzten Jahrzehnten Angaben, daß
den Hydrocores die antennalen Sinnesorgane im hohen Maße abgehen. Es fragte sich dementsprechend,
wie weit bei den Hydrocores ein Ausfall von Sinnesorganen, also auch anten-
naler Hautsinnesorgane, stattgefunden h at und ob dann tatsächlich die Antennen als rudimentäre
Organe aufzufassen sind?
Die Arbeit brachte es mit sich, daß ich der Feststellung des JoHNSTONschen Organs
der Nepiden eine besondere Mühe widmete und daß der Nachweis dieses Organs und die
Beschreibung seines besonderen histologischen Gefüges ihren H auptinhalt ausmachen.
Das JOHNSTONsche Organ der Insekten befindet sich im Pedicellus (2. Antennenglied).
Es wurde vornehmlich durch die Arbeiten von Child (1894), E g g e r s (1924 und 1928) und
Debauche (1935 und 1936) in allen Insektenordnungen nachgewiesen und bei allen untersuchten
Arten bis auf die Gattung Nepa festgestellt. In bezug auf den geschichtlichen Überblick
über die Erforschung dieses Organs verweise ich auf E g g e r s (1928, p. 107).
Mir gelang der Nachweis des JOHNSTONschen Organs bei Nepa wegen der äußerst geringen
Größe des Organs erst nach mehrjähriger Arbeit (vgl. H ü f n e r 1937). Ferner untersuchte
ich auch das JOHNSTONsche Organ der meisten einheimischen Wasserwanzen. Die
Untersuchung der übrigen Organe, vor allem der Hautsinnesorgane der Antennen der Hydrocores,
war einfacher, da sie nicht so kompliziert gebaut sind wie das JOHNSTONsche Organ.
Immerhin machte ihre Untersuchung eine gewisse Mühe, da sie ihrer Struktur nach nicht
in jeder Beziehung mit den bisher beschriebenen Hautsinnesorganen übereinstimmen, die
in den Arbeiten von H a u s e r (1880), v o m R a t h ( 1 8 8 8 ) , H o c h r e u t h e r (1912), V o g e l (1923)
und D e e g e n e r (1928) gegeben sind. Eine einheitliche Terminologie ist durch diese Arbeiten
noch nicht geschaffen worden. Ich bemühte mich daher, die gebräuchlichsten Bezeichnungen
zu verwenden. Sowohl über den B au als auch über die Funktion der Hautsinnesorgane gehen
die Ansichten vielfach auseinander, so daß ich mich in meiner Arbeit wesentlich auf die
Beschreibung der von mir beobachteten Strukturen beschränkt habe.
Es herrschen zur Zeit noch in der Literatur Unstimmigkeiten darüber, ob die Hydrocores
überhaupt als eine einheitliche systematische Gruppe aufgefaßt werden müssen. So