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zerstreute Poren. Die abgebrochenen Ast-Enden sind eingeschnürt, uud lassen das Ansitzen horuarti-
ger Glieder vermuthen.
Aus dem tertuuen Sandmergel von O s tu p p bei O sn a b rü ck . Von Herrn Grafen v o n Mü n s
t e r entdeckt.
XLI, Genus. G l a u c o n o m e
E t y m . G l a u c o n o m e , N e r e i d i s
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Stirps lapidescens, p-acilis, elongata, suhcylindrica vel ajigulosa, e cellulis cuneiformihiis radiaf
tim connexis. Cellularum ambitus superficialis elevatus, orifcia in quiiicunce posita.
Die kleinen, kalkavtigen, ungegliederten, eckigen oder fast walzigen Stämmchen dieser Korallengattung
sind aus keiKörmigen Zellen zusammengesetzt, welche strahlenförmig die Achse umgeben, und
in regelmäfsigen Schichten so übereinander liegen, dafs ihre Mündungen schrägzeilige Reihen bilden.
Der Umkreis jeder Zelle ist auf der äufsern Oberiläche durch einen erhabenen Rand bezeichnet; die
innern Wände sind den zunächst angrenzenden Zellen gemeinschaftlich ’und sehr dünn. Im MiUel-
puncte des Stammes stofsen die in gleicher Ebene liegenden zusammen, so dafs die Achse demnach
keine offene Röhre bildet.
Diese Stämmchen hatten wahrschemlich eine, im Verhältnifs ihrer Dicke sehr ansehnliche Länge,
und scheinen nicht verästelt gewesen zu seyn, da man bis jetzt an den aufgefundenen Bruchstücken
keine Spur von Aesten bemerkt hat. Sie sind der C e llu la r ia S a lic o rn ia P a l l , sowohl im äus-
sern Ansehen, als auch iu Hinsicht des Baues ihrer Zellen sehr ähnlich, jedoch nicht iu Glieder abgetheilt,
wie jene.
1. G l a u c o n o m e m a r g i n a t a Mün
Tab. X X X V I . Fig. 5. Bla g n itu d in e octupUci. Achtmal v ergröfserf.
Glauconome suhcylindrica, cellulis amhitu hexágono elevato, orifcio centrali ovato transverso sub-
duplicato .
E stratis margaceis formationis calcarei grossi W e s tp h a l ia e . IM. IM.
Fast walzenförmig, aus Zellen bestehend, welche au ihrer Oberfläche sechsseitige, ringsum mit einem
erhabenen Rande mngebene, Flächen bilden, in deren Mitte sich die quer-ovale öfters verdoppelte
Mündung befindet. Die Zellen liegen schrägzeilig, je sechs bis sieben in einer Ebene, so dafs
sie zwölf bis vierzehn abwechselnde, gerade Längsreihen darstellen.
Die Kenntnifs dieser und der folgenden Arten verdankt die Wissenschaft dem Herrn Grafen v.
M ü n s te r. Sie fanden sich im tertiären Sandmergel zu A s tru p p bei O sn a b rü c k .
2 . G l a u c o n o m e r h o m b i f e r a
Fig . 6. Blagnitudine octupüei. Achtmal T c rg rö fs e rt
Glauconome suhcylindrica, cellulis amhitu elevato rhombico-elliptico lattraliter continuo, orifcio suh.
orhiculari excéntrico.
Occurrit cum praecedenti. M. M.
Fast walzenförmig, aus ZeUen bestehend, welche an ihrer Oberfläche rhombisch-elliptische Flächen
bilden, und seitlich mit fortlaufenden Rändex’n eingefafst sind. Diese ZeUen liegen in schrägzeiligen
Reihen, indem immer fünf bis sechs in einer Ebene stehen, und mit den ülier und unter ilmcn
befindlichen abwechseln. Die Mündungen sind fast kreisrund und aufscrbalb der Mitte.
3. G l i l u c o n o m e t e t r a g o n a Münster.
F ig . \ . Duodecies aucta. Zwölfmal v e rg rü fs crt.
Glauconome tetragona, cellulis hinis alternathn oppositis, amhitu plano hexágono, orifcio excentrico,
V i n c u l a r i a f r a g i l i s . D e f r . D ie t. d . scienc. n a t. tab. fa s e . 35,
Occurrit cum praecedentihus. M. M.
É
Bildet vierseitige Säulchen, welche aus Zellen bestehen, deren je zwei in derselben Ebene auf
den entgegengesetzten Seiten gemündet sind. Diese ZeUen haben äufserlich eine länglich-sechsseitige
Oberfläche, sind demnach in ihrer Mitte breiter aber eingedrückt. Die vier Seitenkanten bilden daher
ein- und ausspringende Winkel. Die ZeUenmündungen liegen am obern Räude der Zelleu*).
4. G l a u c o n o m e
F ig . 8. Fragmentum, sexies anctum.
h e x a g o n a M ü n s t e r .
E in sechsmal v e rg rö fs e rte s Bru ch stü ch .
Glauconome hexagona, cellulis ternis alternantihus, amhitu ovato hasi retuso, orifcio excéntrico
tripliei.
Occurrit cum praecedejitihus. M. IM.
Die kleinen Stämmchen steUen eine sechsseitige, sehr zierUche Säide dar. Auf jeder Seitenfläche
derselben mündet sich eine einfache ZeUenreihe, in abwechselnder Folge mit denen der anstofsenden
Flächen, so dafs also immer mir drei Bodenilächen auf einer horizontalen Durchschnittscbeiie liegen.
Die äufsere Oberfläche der ZeUen ist mit einer erhabenen Leiste eingefafst, die einen eiföi-migen, unten
durch die Spitze der nächst untern Zelle abgeschnitteneu Bugen bildet. Die von diesem Bogea
eingcschlosseue Zellemvand neigt sich nach innen und oben gegen cUe abgestutzt-eiförmige Mündung,
welche häufig durch ein gabelförmiges Säulcheu in drei OeOnungen abgetheilt ist.
1 1 . E s c h a r a
F ig . 9. Blagnitudine quadrupUci.
s u b s t r i a t a
V ie rfac h v e rg rö fs e r t
Eschara ramosa, furcata, compressa, cellulis quincuncialihus, orifciis orhicularihus an/iulo appen-
äiculato cinctis.
Archetypum fossile, e stratis margaceis formationis calcarei grossi W e stp h a lia e . M. M.
BUdet flache, gabeUge Aeste, und besteht aus schrägzeiligen ZcUen, deren runde Mündungen mit
einem erhabenen, gestielten Ring umgeben sind. Die etwas gekrümmte, stielförmige Fortsetzung dieser
ringförmigen Erhabenheit ist die eine freie Seitenwand der ZeUe, da die benachbarte Zelle auf
dem entgegengesetzten aufliegt und ihn bedeckt.
Findet sich im Sandmergel zu A s t r u p p unweit O s n a b rü c k .
1 2 . E s c h a r a c e l l e p o r a c e a M ü n s t e r .
F ig . 10. Blagnitudine quadrupUci. Yierfacli v e rg rü fscrt.
Eschara ramosa, furcata, compressa, cellulis ovatis sine ordine dispositis, orifciis orhicularihus.
Occurrit cwn praecedenti. M . M.
Bildet flache, gabelige Aeste, und besteht aus eiförmigen ZeUen mit runden Mündungen, welche
ohne Ordnung neben einander liegen, und bald gröfser, bald kleiner smd.
Findet sich mit der vorhergehenden Art an demseUieu Fundorte, und ist nur wenig calcimrt.
1 1 . C e l l e p o r a a n n 11 1 a t a Mü ns t e r .
F ig . 11. Blagnitudine sextuplici. Scclisfacli vc rg rö fsert.
Cellepora incrustans, cellidis quincuncialihus immersis, ostiolis suhovalihus prominidis.
Archetypum fossile, ex eodem loco natali. M. B. et M. M.
Die sehr kleinen ZeUen bilden einen ebenen Ueberzug, auf welchem mau ihre Umgrenzung nicht
wahrnimmt. Ihre ovalen Mündungen aber ragen ringförmig hervor, und bilden schrägzeilige Reihen.
Kommt in Gesellschaft mit C e l l e p o r a u r c e o l a r i s auf T c r e b r a t u l a g r a n d i s Biumob.
im tertiären Sanchuergcl zu A stru p p bei O sn ab rü ck vor, und ist der Substanz riacli unmerklich
verändert.
Dor um d l, Ver,tomoruu«kumle UcKverdie.ito Natuvforscl.or , iW D e f r . n i « . l ..t br.'olts a a. O. ei,.e Abbildung d i« e r SpezUs
mitgotboilt, und Ibr dou N.imon V i n c u 1 r i a f r a g i 1 i s boigelegc, Wir würden ea d.-,I,er für Püiol.t gel.alten babeu, jene.i GaWungs-
nainon lu wUlileii, wenn wir lü tten uiiterricliteC se^ n küiincn, dala die bier für die Gattung G la u c o n om e featgestellteu Merkmale
mit dcujcnigcn überuinstimnicn, weiclio die Gattung V in e u l .a r ia begründen sollen.
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