
r » .',11
I M
I r ,
V«
TKiere dieser Gattung in ihrer natürlichen Lage in einer senkrecht stehenden Bogenkrümmung ge-
tragen werden, so mufsten die unserer fossilen Art durch den Druck der sich auilegonden Kalkschicht
abbrechenj und sich auf die Seite legen. Selteu linden sie sich iu einer ändern Lage, und
sind gewöhnlich vom Körper getrennt. Die Rückenseite des Körpers ist an keinem unserer Exemplare
deutlich erhalten, so dass man nur vermuthen kann, dafs die ganz nahe liegenden Enden der
Hülfsai-me daran befestigt waren. Diese (AT.) sind sehr lang, bestehen aus langen, dünnen, walzi-
gcn, am obern Ende verdickten Gliedern, und scheinen zahlreich vorhanden gewesen zu sein.
Ueber ihnen bemerkt man auch fadenförmige, aus kurzen, kugeligen Gliedern bestehende Faden (L.),
die entweder Hülfsarme einer zweiten Form, oder die Endigungen der ersten Avaren.
Der Kelch (221) läfst an seiner Bauchseite' fünf Rippenglieder mit Furchen und Gelenkflächen,
ähnlich denen der C om a tu la m e d ite r ra n e a , unterscheiden. Die zAveitenRippen- und dieSchulter-
glieder sind immer nur von der Rückenseite sichtbar. Jedes Schulterglied trägt zwei dünne, borstenförmige
Arme, so dafs deren also zehn vorhanden sind. Die Arrnglieder sind halbwalzig, und haben
innen an den beiden Rändern der Furche eine verlängerte Spitze, an deren Basis sich die
Gelenkfläche zum Ansatz der Tentakeln findet (C. D .). Die Tentakeln stehen abwechselnd gegenüber,
jedoch nicht regelmäfsig einer auf jedem Gliede, sondern häufig finden sich ein oder zwei
Glieder, welche keine Tentakeln tragen. Die Tentakeln sind lang und horsteuförmig, uud bestehen
aus langen, fast vierseitigen Gliedern (G. I.). Ihre innere Seite hat nämlich die Fortsetzung der
Armfurche, und auch die drei übrigen Seiten sind bis an die scliAA'ache Gelcnkverdiokung etwas
ausgefurcht. Die Tentakeln in der Mitte des Arms siud die längsten, gegen die Basis des Aians und
; die Spitze hin Averden sie allmälich kürzer.
2 . C o :
Tab. L X i r . Fig . 1. A. Specimen miicUatum et
B . red in te g ra tum , m a gmtudine n a tu ra li e t
C. ancta.
D . C a lyx eum hrachiis aux ilia rih u s, aueta
T a b u l a LX II.
i l u 1 a t e n e 1 1
Ein Tcrstüm melies un d
e in e rg ä n z te s E s e n jp la r, in n a tü rlich e r G röfsc u nd
v e rg rö fs e rt.
D e r K ö rp e r m it den H ü lfs a rm e n , v e rg rö fs e rt.
Comatula hrachiis simplicihus tentaculisque aequalihus oppositis, hrachiis auxiliarihus hrevissimis
costis quinqiie dorsalihus afßxis.
Petrefactum calcareum, e calcareo lithographico Bavarico. IM. B. IM. IM.
Diese kleine C om a tu la findet sich im lithographischen Kalkschiefer zu S o i e n l io f e n so
eingeschlossen, dafs bei der Trennung der Platten immer nur die Rückenseite sichtbar wird. Es
erhellet aus diesem Umstande, dafs die Bauchseite nur mit einer weichen Haut bedeckt war, so
dafs die Steinmasse in die Höhlung eindringen, und sich mit dieser fester verbinden konnte, als
mit der glatten Rückenseite.
Der hervorragende Körper ist halbkugelig, und durch fünf erhabene Rippen in gewölbte Felder
abgetheilt, die in ihrer Mitte eine kielförmige Erhebung haben. Die Rippen laufen von einer
kleinen kreisförmigen Fläche des Mittelpunctes aus, welche an den Ansatz einer Säule erinnert,
und sind an beiden Seiten mit sehr zarten, fadenförmigen Hülfsarmen besetzt {Dl), die man nur
selten wahrnehmen kann. Die fünf Arme, welche an den Enden der Rippen sitzen, haben nur ein
Armglied und ein verlängertes dachförmiges Glied, auf welchem letztem zwei Hände eingeienkt
sind, die man entweder ausgestreckt oder sanft gebogen findet. Die Glieder der Arme nnd Hände
sind sehr verlängert, walzig-dreiseitig, an ihren Gelcnkenden verdickt, und an jeder ihrer Jieiden
Seitenflächen durch eine tiefe Längsfurche ausgehühlt. Die innere Seile ist niemals sichtbar. Am
obem Ende jedes Gliedes sitzen zwei gegenüber stehende, borstcnförmige, gewöhnlich nach aul-
AA'ärts und einwärts gebogene Tentakeln, welche ungefähr die doppelte Lange des Gliedes haben.
Sie finden sich auch au den Armgliedern, und könnten vielleicht als Finger angcsprochea werden.