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Fig . 2. e. Fra gm en ta , in Fsammite inelnsa, tuborurn su b sta n tia a
tu ra li tenuissima conservata. E F r o v i n c i a m a
t i u i n B o r u s s i c a , magnitudine na tu ra li, e t
f . g . aiuta.
Bi'u clislüclie, in d e r G rauwacke eingcsclilossen, vo n S c h w e Im
im B c rgUch en . Die n a lü rlic lic , se h r dünne Rö h re asu b -
stan z is t zum T h e ile n och e rh a lten .
V erg rö fse rn n g d e rse lb en .
Diese Koralle scheint zwar dem äufsern Ansehen nach und durch ihre weit kleinern Röhren von
der vorigen sehr auffallend verschieden zu seyn. Bei genauerer Untersachimg findet man indefs
ganz dieselbe Bildung der Röhren. Der einzige wesentliche .Unterschied ihrer Structur, welchen man
bei dev Untersuchung einer grofsen Zahl von Individuen hier und da zu bemerken glaid)t, ist vielleicht
eine abweichende Stellung ihrer seitlichen Verbindungsröhrchen, welche bei der vorigen Art au
den Seitenflächen entspringen, während sie hier aus den Kauten hervorzutreten scheinen. Allein die
Kleinheit der Rohren und Röhrchen, die Verwitterung und Umwandclung erlauben es nicht hierüber
mit Gewifsheit zu entscheiden, so dafs diese Koralle also mit derselben Wahrscheinlichkeit als Spielart
der vorhergehenden betrachtet werden kann.
Sie kommt vor:
». in knolligen, scheibenförmigen, kolbigen Gestalten, im Dm-chmesser von einem Zoll bis zu
einem Fufs. Gewöhnlich ist die ganze Masse versteinert. Die Oberiläche und die Seiten
bilden ein Netz von Ideiuen, meistens zusammengedrückten und rhomboidalischeu Rühren-
mündungen, deren schichteuweise Lage durch Furchen und Absätze angedeutet wird. Die
untere Fläche ist gewöhnlich eben oder concav, und die äufsere Wand der Röhrenscliicht verwittert.
Daher erscheint sie durch feine Furchen, welche von einem Mittelpuncte auslaufen,
gestrahlt; auch bilden sich, durch das Hervortreten und Ausbreiteu der nächst obern Schichten,
concentrische Ringe. Sie vergröfserte sich demnach durch Bildung neuer Röhrcnscbich"
ten auf ihrer Oberfläche, und bildete anfänglich einen dünnen Ueberzug um andere Korallen,
daher man auch sehr häufig die Aeste vou C y a ih o p h y llum c a e s p ito s um (Fig.l.d.)
und von C a lam o p o r a p o ly m o r p h a (Fig. 1. a.) in ihren Massen eingewachsen findet.
Sie selbst diente dagegen wieder der A u lo p o r a s e r p e n s zum Ansätze.
In dieser Gestalt (Tab. 28. fig. 1. a — f.), und mit zusammengedrüekten Röhrchen, findet sich
die Koralle ziemlich häufig im Abraiun der Kalkbrüche bei B e n s b e r g , seltener bei D o lle n d o r f
in der E i f e l. Dafs die rhomboidalisch-zusammengedrückte Form der Röhren nicht wesentlich sey,
erhellet aus der Betrachtung von Exemplaren aus S c h w e d e n und D r u m o n d - I s l a n d , deren
Röhren äufserlich regelmäfsig fünf- oder sechsseitig sind. Seltener finden sich bei B e n sb e rg solche
Stücke, deren Oberiläche so verwittert ist, dafs die walzigen Röhrenausfüllungeu, von der eigentlichen
Substanz der Röhren entblöfst, vor Augen liegen.
Abdi-ücke der äufsern Oberiläche, welche theils regelmäfsige, theils zusammengedrückte Röhren
verrathen, kommen im St. P e t e r s b e r g e vor (Fig. 1. h.), ob gleich es nicht wahrscheinlich ist, dafs
die Koralle selbst auch der Ki-eide angehört habe.
ß. Aestig, mit schlanken und geraden oder gekrümmten, verzweigten uud verwachsenen Aesten,
einzeln oder rasenförmig. Ganz vcrsteiuevte Exemplare, mit zelligeu Röhrenmündungon auf
der Oberfläche, oder mit ausgewitterten RöhrenausfüUungen, finden sich bei B e n s b e rg , in
der E i f e l uud in S c hw e d e n (Tab. 28. fig- 2. a—d). Am vollkommensten erhalten al)er
kann man die KoraUe bei S chw e lm im Bcrgischen beobachten. An solchen Stellen nämlich,
wo der Uebcrgangskalk die Grauwacke berührt, trifft man ganze Felsen an, die von
ihr gebildet sind. Sie liegt entweder von Kalk umgeben, und ihre Röhren sind damit
aus''-cfüllt; oder sic ist in sehr feinkörniger Grauwacke eingeschlossen, und ihre Röhreuausfül-
lungeu sind feinerdig uud zerreibUch. Im letztem Falle ist die äufserst dünne und zerbrechliche
Substanz der Röhreu bisweilen noch erhalten (Tab. 28. fig. 2. e— g). Hier bemerkt
man auch, wie die ästige Spielart aus kuolligen Massen mit dickem und dünnem
Aesten hervorwächst.
In dem Urmccre hatte diese Koralle grofse KoraUenbänke gebildet. Eine solche findet sich bei
S u n dw ig . Alle jcncFclscnmasscu, welche das sogenannte F c ls e um e e r bilden, bestellen fast aUein
aus Versteinerungen derselben.
Eine aus sehr feinen Röhren und kleinen, schlanken Aestchen bestehende Spielart dieser KoraUe
findet sich in einem wcifsliclien Uebergangskalke vom U r a l , in Gesellschaft vou G o r g o n ia in fu n -
d i b u l i f o rm i s n o b. (Tab. 10. fig. 1), von T e r c b r a t u l i te n und T r i l o b i t e n . Es sind immer
nur die Steinkerne der zarten Röhrchen vorhanden, welche nur die Dicke eines Haares haben.
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