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II
Von diesem Spatangus sind nur die Steinkerne bekannt, welche denen der vorhergehenden Art
so ähnlich sind, dafs man sie bisher nicht von ihnen unterschied. Sie lassen indefs mehrere wesentliche
Eigenthümlichkeiten erkennen, durch welche sie sich von jenen spezifisch tinterscheiden.
Sie haben nämlich ihre höchste Erhebung am Hinterrücken, hinter dem vertieften Scheitel, der
fast im Mittelpunkte liegt, und sind am Vorderrücken flach und etwas abschüssig. Die sehr grofse
Abslumpfungsfläche ist gerundet, und der Umfang wird dadurch verkehrt-herzförmig fast kreisrund.
Die Vertiefungen der Fühlergänge sind überdiefs nicht vertiefte Furchen, sondern halbwalzige, tiefe
Rinnen. Die vordere Rinne ist weniger vertieft als die übrigen, verengt sich gegen den Rand hin,
nnd steigt sodann steil abwärts. Die Rinnen der seitlichen Fühlergänge sind gerade, und die beiden
hintern nur halb so lang als die mittlern. Der Mund liegt uahe am Rande, der After aber sehr
lioch. Abdrücke der äufsern Oberfläche lassen bemerken, dafs der ganze Körper mit kleinen, iu regelmäfsiger
Entfernung stehenden Stachelwärzchen bedeckt war.
Diese Steinkerne bestehen aus Plornstein, und finden sich in der Kreide bei A ach en .
2 5 . S p a t a n g u s a c u m i u a t u s n o b i s .
Fig . 2. a — e. N u c leu s, tnaguicvdine naturcdi. E in S te r c k e rn , in n a tü rlicb e r Gröfse.
Spatangus postice elatus, carinatus, ncuüis, ad marginem oUique truncatus, antice devexus,
canali antico profundo lato marginem versus a?igustato, amhitu suhorhiculari, vertice pone centrum,
canalihcs amhulacrorum lateralium rectis posticis hrevissimis ovalibus, ore marginali, ano a margine
remoto.
L e s k e apud K l e i n tab. 24. fig . a. b.
Nucleus argillaceo-ferreus, e stratis arenaceo-ferreis formationis calcarei grossi H a s s ia e et
P r o v in c ia e M o n t iu m . M .B . e tM .M .
Die flach-gewolite Basis hat einen ranfllichen Umkreis. Der Rucken steigt hinten hoch empor,
und bildet hinter dem, weit nach Torwarts liegenden, vertieften Scheitel einen scharfen Kiel, dor
iilier die schiefe Abstumpfnngsfläche wie eine Spitze vorragt. Auf der Höhe der letztem liegt der
After. Der vordere und gröfsere Theil des Rückens ist steil abschüssig, nnd die seitlichen Fühlcrgänge
bilden tiefe, gerade Rinnen, von welchen die vordersten äufserst kurz und eiförmig sind. Die
vordere, mittlere Rinne verengt sich gegen den Rand hin. Der Mund ist dem Rande sehr genähert.
Diese Steinkerne bestehen aus sandigem Thoneisenstein, und finden sich in dem tertiären, eisen,
haltigen Thonsandstein bei Kassel und am Grafenberge bei D ü s s e ld o rf.
; u s l a c u n o s u s L in .
In n a tü rlicb e r Gröfso.
V e rg rö fs e rte Staclielwarzclien dos Kückens,
d es v o rd em Handes,
des m ittle rn F e ld e s d e r u n te rn S e ite , und
d e r Seitenfläcben des Rückens.
2 6 . S p a t a n .
Fig. 3. a — e. M n gmtudine naturcdi.
d. Tubercula aadeorum dorsi,
e. marginis anterioris,
f . areae mediae báseos e t
g . fa c ie i la te ra lis , aucta magnitudine.
Spatangm postice elatus, carbmtiis, ad marginem oblique truncatus, antice devexus, canali angusta,
profu,Ao ad m,a-gi,u,m coarctato, amhitu ohcordato-ovato, vertice pone centntm, canalihus audndcxr'orum
laeerahum profundis arcuatis clavatis posteriorihus hrevissimis, ore et ano a tnarghm retnolis.
I c o n o , , , , . E . o M o - e iU m , n .n in h o n , ,n t„ i, i , , ,m , t , . L i n . G m c t 3196, „. 13.
L e . J , . n r u i K l . i n ,o i. 2 3 * / j , A . B . ,o ¡ . 2 Í E n o y o t . mh. 136. 1. 2,
Fetreßwtum calcareum, e formatione cretacea agri J u lia c e n s is et H ercyn ia e . M. B , M
M. et M . cl. B r o n n ii .
Der Rücken ist hinten erhaben-gewölbt und gekielt, vorn abschüssig, der Umfang verkehrt hcrz-
lornng-eiförmig, die Basis pw ö lb t, nnd die hintere Abstnmpfnng.sfläche eingedrückt. Der vertiefte
Scheitel hegt weit hinter dem iVIittcIpunkte, und die von ihm anslanfende, vordere Rinne 1st oben
t ef ausgehfödt und verengt, verflächt sich aber gegen den Rand Iiin. Die seitlichen Fühlergänge bil-
dcn sehr tiefe, kmilenfornnge gebogene Rinnen, von welchen die hinlern nur die l,albe Länge .Icr
nt crn haben. Die ganze Oberfläche ist mit zierlichen Wärzchen bedeckt. Diese liegen anf dem
hucken gedrängt, fast reihenweise nebeneinander, nnd sind-an der obern Seite mit cine!i erhalle,ten
Halbrhig umgeben, so dafs die schief ansitzenden Stacheln vom Mittelpunkte nach allen Seiten divergiren
mufsten. Vor dem Munde und an den Seilen der vordem Rinne haben die Wärzchen eine
vermehrte Gröfse, sind strahlig gekörnt, tragen ein durchbohrtes Knöpfcheu, stehen entfernter, und
ihre erhabene Umgebung bildet eiuen geschlossenen Ring, der von einem Kranze kleiner Körnchen
umgeben ist. Auf dem flach-erhabenen Mittelfelde der untern Fläche liegen sie gedrängt in diver-
girenden Reihen, und die sie umgebenden Halbringe sind breit und schuppenförmig. Mund und After
liegen vom Rande entfernt.
Unterscheidet sich von der vorigen Art durch die gebogenen, seitlichen Fühlergänge, und von
S p a tan g u s c au a life ru s durch eine geringere Länge des Vorderriickens, eine kürzere und schmälere
vordere Rinne und viel kürzere hintere Fühlergänge.
Fiudet sich bei A a c h e n und Q u e d l i n b u r g in der Kreide.
IX. Genus. G l e n o t r e m i t e s n o b i s .
E l y m . y \ m , c a v ila s a r ti c u la r i s ; fo ram e n .
C o r p u s regulare, hemisphaericum.
Os inferum, centrale, quinquedentatum. A n u s nullus.
A m b u la c ra hiporosa, ah ore usque ad haseos marginem radiantia.
S u p e r fi c ie s cavitatihus glenoideis aculeorum in centro perforatis ohsita. A c u l e i?
b.
1. G l e n o t r e m i t i
Sitjicrficies superior,
in fe rio r e t
la te ra lis , octupUci ma g iitu d ine.
Tab. L I . Fig . 1. a. b. Facies superior e t in fe r io r , lente aeu-
tio r i aucta.
C. Ca v ita s glenoidea, aucta ma g iitu d in e.
! s p a r a d o :
Die o b e re ,
die u n te re ,
u n d die SeitenflSche.
Die u n te re u n d die Seite
ru iig dargcstellt.
itmai v ergröfsert.
r sch ärfc rn Vergröfse-
} v e rg rö fs e rte Gclenkfläcke.
B. marga cretacea P r o v in c ia e m o nV ium B o r u s s ic a e . M. B.
Diese Versteinerung, welche im Kreidemergel bei Sp e l d o r f zwischen D u i s b u r g und Mühlheim
an der R u h r vorkommt, hat einige Verwandschaft mit den Cidariten, ist aber dennoch vou
diesen durch mehrere ausgezeichnete Eigenthümlichkeiten generisch verschieden. Sie bildet einen
halbkugeligen Körper, der eine flache Basis und einen eingedrückten Scheitelpunkt hat. Der Mund
liegt in der Mitte der untern Fläche, und ist mit fünf ansitzenden, stumpfen Fortsätzen bewaffnet,
von welchen kei dem abgebildelen Exemplare nur noch einer erhalten ist, so dafs man die Ansatz-
flachen der übrigen wahrnimmt. Um den Mund liegen fünf grofse, ovale Löcher, und zwischen diesen
fünf flache Rinnen, die sich bis zum Rande erstrecken, wo ihre Vertiefung nicht ausläuft, sondern
durch einen erhabenen Saum begränzt wird. Jene Löcher gehen trichterförmig in die Tiefe,
und sind mit einer hufeisenförmigen, erhabenen Leiste umgeben, deren Schenkel sich an den Saum
der Rinnen anlegen, und nach dem Rande hin den Zugang frei las.sen. In der Tiefe, unmittelbar
vor dem Loche selbst, sind sie jedoch durch eine sehr feine Querleiste verbunden. Die Rinnen sind
die Felder der Fülilergänge. Bei sehr starker Vergröfsenmg erkennt man in ihrer Mitte eine Läugs-
furche, und an jeder Seite sieben, paarweise gegenüberstehende Poren, von welchen die dem Munde
zunächst liegenden nur als schwache Vertiefungen walirzunehmen sind, die übrigen aber durch Quer-
siricho verbunden zu seyn scheinen. Diese Fülilergänge setzen sich nicht über die Rückenseite iort,
sondern sind durch den Saum der Rinne begrenzt. Auf der OberÜäche der untern Seite des Körpers,
zwischen den Rinnen, bemerkt man durch sehr scharfe Vergrofseruugsgläser gedrängt stehende,
ringförmige Eindrücke, welche sich als die Ansatzpunkte sehr kleiner Stacheln zu erkennen geben.
Die Rückenseile dagegen war mit verhältnifsinäfsig sehr grofsen Stacheln besetzt, deren Befe-stigung
lind Fhnlcnkmig höchst merkwürdig ist. Der ganze Rücken ist nämlich mit fünf- und sechsseitigen,
flachen VertiefLingeii bedeckt, welche dicht neben einander stehen, von geniciuschattlichen scharfen
Rändern licgrcnzL sind, und abwechselnd, zu drei uud vier, verschobene Längsreihen bilden, ln ihrer
Mitte sind sic mit einem ovalen Loche durclibrochcn, welches an beiden Seiten mit zwei klenicn