
jeiiigeQ Säulchen, welche an der Peripherie Hegen, sind häufig nur zur Hälfte ausgebildet, und ver-
iliefsen mit der Gebirgsmasse, so dafs die Begreuzungslinie des ganzen Körpers meistens gar nicht,
und bisweilen nur durch eine schwai-zliche Färbung angedeutet ist.
Im Mittelpuncte, zwischen diesen Säulchen, liegt ein walziger, S-förmig-gekrümmter, wurmförmiger
Körper, von der Dicke einer Rabeufeder, der mit bcideu Enden auf dein Boden festzusitzen
scheint. Er schlängelt sich bald zwischen den Säulchen hindurch, bald geht er über sie hinweg, oder
wird vou ihnen stellenweise verdeckt, indem diese entweder mit ihren Spitzen oder Verbindungfäden
über ihn hinwegragen, oder auf ihm festsitzeu, oder durch ihn verkürzt und abgeschnitten sind.
Die Oberiläche sämmtlicher Säulchen bildet eine etwas vertiefte Ebene, und ist von eiuer, dieser
Fläche entsprechenden, etwas convexen Decke (Fig. b.) bedeckt, deren innere Oberiläche-schwache,
concentrische Streifen und Furchen zeigt.
Diese Decke besteht aus Grauwacke, hat keinen organischen Bau, und ist von der Gebirgsmasse
durch keine andere Umgrenzung geschieden. Sie steht auch mit den Säulcheu, mit deren Zwischenräumen
und mit dem wunnförmigen Körper auf keine Weise in Verbindung, so dafs zwischen diesen
ein Zwischenraum von der Dicke eines Kartenblattes offen bleibt.
Es erhellet demnach, dafs dieser Körper weder aus Samenkörnern zusammengesetzt sey, wie
L ie b k n e c h t glaubte, noch zu den A l c y o n i e u gehöre, wie die übrigen Schriftsteller amialuncn.
Bei einer flüchtigen Betrachtung hat es vielmehr den Auschein, dafs er der C o r a l l in a O p u n t i a
nahe verwandt sey, und mit einem Stiel auf dem Rücken einer P a t e l l a festsitze. Bei genauerer
Untersuchung verschwindet indefs die Wahrscheinlichkeit dieser Analogie wieder gänzlich. Da
die ganze Masse des Köi-pers durchaus keine innere organische Structur wahrnehinen läfst, sondern
vielmehr aus derselben Grauwacke besteht wie das ganze Gestein, in welchem er eingeschlossen ist;
da man ferner niemals die äufsere Oberfläche erhalten findet, indem weder die Basis der Säulchen,
noch der ganze Umfang des Körpers diu'ch eine Umgrenzung von der Steinmasse geschieden, sondern
mit dieser verflossen sind: so erhellet, dafs diese Versteinerung nur durch Umhüilung eines verschwundenen,
gallerl- oder lederartigen Körpers, und durch die Ausfüllung der Höhlungen desselben entstanden
sey, wie diefs schon W a lc h vermuthete. Was demnach als ein concentrisch - gefurchter Deckel
erscheint, ist der Abdruck der Rückeniläche des Thieres, und die ovale, mit Säulchen ausgefüllte Vertiefung,
mufs als der Abdruck der äufsern Oberiläche der entgegengesetzten Seite betrachtet werden.
Der Körper des Thieres hatte daher nur eine sehr geringe Dicke, und füllte den schmalen
Zwischenraum zwischen jenem Deckel und der Oberiläche der Säulchen aus. Auf dieser stand eine
Ausstrahlung von dichotomisch- verzweigten, senkrechten, dünnen, durchlöcherten Lamellen, deren
Zwischenräume und Querlöcher jetzt von den rhomboidalischen Säulchen und ihren Verhindungsfäden
aasgefüllt, imd mit ihren zarten, warzenförmigen Erhabenheiten und gitterförmigen Streifen abgedrückt
sind. Der wurmförmige Körper ist wahrschemlich, wie schon W a l c h bemerkte, die Ausfüllung
eines sehr dünnhäutigen Darmkanals, und das, aus senkrechten Lamellen gebildete, Netz mag
als Respirationsorgan gedient haben. Ob das Thier aber zu den M e d u s e n , zu d e uA c tiu ie n oder
zu den M o llu s k e n gehört habe, läfst sich nicht entscheiden. Jene Versteinerung, welche W a l c h
(Naturforsch. VIII. S. 266. tab, V. flg. 3.) abbildete und beschrieb, scheint nicht hierher zu gehören.
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