
so mehr, da ich mehrmals Gelegenheit gehabt habe, zu
sehen, dafs die Blutgefäfse aus der organisirten Masse
hervortreten, um in eine blofs ausgeschiedene zu gehen,
und diese eben dadurch in die Sphäre des Organismus zu
ziehen.) Dennoch zieht der mütterliche Körper das Blut
des Embryo an. Die rasche Anlagerung der Nabelgefäfse
an das Exchorion spricht deutlich dafür. Aber die in die
Nähe gerückten Blutmassen müssen sich "wieder abstofsen
und sich gegenseitig umzukehren zwingen. Daher überall
Netze, wo Fruchthälter und Chorion eng an einander liegen.
D us ist so auffallend, dafs die Netze sogleich schwinden
, wo beide Theile sich trennen. So sind keine Netze,
sondern nur einzelne Gefäfse auf den glatten Enden des
Eyes vom Hunde, keine Netze auf den. append. allantöides der
Hufthiere. Ja, die Netze schwinden am Eye des Schweines
in der Nähe der Narbe, da, wo schon der Fruchtkuchen
sich zu bilden angefangen hatte, wenn diese Enden aus der
engen Verbindung mit dem Fruchthälter treten, und die
Gefäfse laufen nun einfach geschlängelt in der Ebene fort.
Der Anfang dieser Umbildung ist Fig. XXIX. schon kenntlich.
Was sagt uns aber die Netzbildung, die überall sich
findet, wo Fruchthälter und Ey sich berühren, anders, als
das alles Blut, angezogen vom gegenüber liegenden, sobald
es dessen Nähe erfahren hat, auf dem nächsten Wege umkehren
mufs ] und das heifst wieder nichts anderes, als
dafs hier eine Wechselwirkung ist, die wir mit dem Ath-
men vergleichen müssen, nämlich eine Umänderung in der
Natur des Blutes.
Diese Zeilen mufste ich vorausschicken, um die folgenden
Figuren zu verstehen. NB. Das Maafs der Ver-
gröfserung ist für jede einzelne Abbildung durch eine eingeschlossene
Zahl angegeben. Wo diese fehlt, ist keine
Vergrößerung.
Fig. XXIX. Ein Theil vom Eye des Schweines von fünf
Wochen, a. b. Chorion. a. e. Der Theil desselben, welcher
sich zum Fruchtküchen ausbildet.' b. e. Der äußere
Theil, aus welchem die Zotten später verloren gehen, b. c.
Zipfel des hervorgebrochenen Harnsackes, b. Narbe an
der Stelle des Durchbruches, d» Ein Gefäfs, das über die
Narbe hinausgeht.
Fig. XXX. Ein Grübchen des Chorions mit der Umgehung
aus der vorigen Abbildung, a. Dazu gehöriger
Venenast. b Netze in den Zottenfalten, die durch die Venen
gefüllt sind. c. Werdendes Netz in einer Verbindungsfalte.
d. Rand eines Grübchens.
Fig. XXXI. Ein Stückchen des Fruchtkuchens von
einem fast reifen Schweines-Embryo, so gestellt, dafs die
Reihen der zapfenförmigen Zotten von oben nach unten
laufen. Die Anfüllung ist theils von den Arterien, theils
von den Venen bewirkt, a. Eine Zotte, deren Netz durch
die Arterien, die abführenden Kanäle durch die Venen gefüllt
werden. b. c. Zusammenhängende Zotten, deren Netze
theils durch die Arterien, theils durch die Venen gefüllt
sind, d. Eine Zotte, deren Netz zur Hälfte von den Arterien
und zur Hälfte von den Venen gefüllt ist.
Fig. XXXII. Spitze einer Zotte aus dem Fruchtkuchen
des Schaafes aus späterer Zeit.
Fig. XXXIII, Dieselbe aus früherer Zeit.
Fig. XXXIV. Theil des Gefäfsnetzes, welches die
Fläche des Fruchtkuchens der Kuh iifoerzieht.
Fig. XXXV. und XXXVI. Zotten vom Fruchtkuchen
des Schaafes vom ersten Drittheile der Entwickelung, a.
Ein Arterienästchen des Fruchthalters, welches in die Zotten
sich einsenkt.