
die noch nicht ganz gebildeten Vorderstränge deutlicher entdeckt.
c. s. Cerebro-Spinal-Apparat, dessen äufsere Extremität
die Anlage zu den Cerebralbläschen zeigt. c. p. Hintere
oder obere Stränge, die noch nicht ganz ausgebildet sind,
und sich nur bis an das Ende des Rückenmarkes erstrecken;
defshalb sieht man sie noch divergiren. Diese Figur hat einige
Aehnlichkeit mit der vonMalpighi , yon 24 Stunden,
die sich in der XYII. Figur der 2ten Tafel des Appendix repe-
titas auctasque de oyo incubato observationes continens befindet,
c. a. Vordere und untere schon ausgebildete Stränge, aber yon
den obern noch nicht ganz bedeckt, da diese noch nicht ganz
ausgebildet sind. g. c. Ganglia cardiaca, von denen die Nerven
nach dem Herzen abgehn, liegen bei dem ganz ausgebildeten
Huhn hinter dem obern Rande des sternum. g i Intervertebral
- Ganglien, die yon Ma lpi ghi , Ha l l e r , Pan-
d e r und so vielen Andern für Analoga der Wirbel gehalten
wurden: während diese Ganglien Ausläufer der hintern Stränge
sind, die sich erst so spät entwickeln, c. e. Speiseröhre, v.
Venengefäfse, die aus dem Herzen kommen: sie sind noch
sehr kurz und enden in ein Netzgewebe, das sich unbemerkt
entwickelt und zuerst kenntlich wird. £ Fötus, kaum angedeutet,
defshalb aus einem sehr feinen, schwammigen Gewebe
bestehend, dessen Netzgestalt nach dem Kopfe zu deutlicher
hervortritt, a. p. Durchsichtige Area, die aus einem sehr
feinen Vascularnetz, mit gröfsern Maschen nach dem Kopf
hin geformt ist. a. o. Rand der dunklen Area, die weggelassen
ist.
Fig. LX. Närhchen in natürlicher Gröfse, enthaltend
den in der vorigen Figur beschriebenen Embryo.
C. Neue Methode, das Gehirn zu zergliedern. *)
Der physiologische Zweck meiner Methode is t, darzu-
thun, dafs die Empfindungs- und Bewegungsnerven, wie im
Rückenmark als Bündel, so im Gehirn unter der Form von
Membranen zusammenstossen. Da in jeder Wissenschaft das
analytische Verfahren mit dem synthetischen Hand in Hand
gehen mufs, so lege ich auch hier durch zwei Schnitte das
Gehirn auseinander, so zwar, dafs die ganze Oberfläche desselben
nach unten zu liegen kömmt und das Innere zur Oberfläche
wird; und lege es wieder zusammen, so dafs niehts
von einem Schnitte zu bemerken ist. Das Verfahren selbst
ist einfach und leicht. Man legt das Gehirn auf seine convexe
Fläche (siehe die Abbildung), mit seinem schmalen
Ende nach dem Zergliederer; hierauf trennt man den rnitt-
lern Lappen A von dem pedunculus cerebri, indem man das
Scalpell zwischen sie durchführt; diesen Schnitt verlängert
man durch die fossa Sylvii hindurch, bis in die cavitas di-
gitata. welche im Grunde des hintern Hirnlappens liegt: so
öffnet man sich die Vertiefung, in welcher sich der untere
Theil (eornu descendens) des Seitenventrikels und das hintere
Ende des obern Theils desselben (cornu posterius) befinden.
Hierauf schlägt man die beiden Mittlern Lappen über
einander und nach hinten, unter das kleine Gehirn und den
pons, welche man in die Höhe hebt; man hüte sich aber,
die mittler« Lappen zu sehr zu ziehen, wodurch die hintern
Schenkel des fornix zerreissen würden. Indem man nun fortwährend
das cerebellum mit dem pons in die Höhe drückt,
macht mau einen zweiten Schnitt in den Seitentheii des vorder
« Lappens d, so dafs man ihn hinter und unter dem Sehhügel
anfängt, und bis nach vorn zur Spitze dieses Lappens
führt, doch ohne diesen selber loszutrennen; dann schlagt
*) Nach M. L a u r en c e !. revue medicale.