
man alles nach vorn, was die hasis cerebri bildete und die
drei Gruhen der hasis cranii einnahm. Die Hirnmembran
(Hirnsubstanz), welche vorher fünffach gefaltet war, bildet
jetzt nur zwei gleiche Hälften (doubles); um sich diefs zu
versinnlichen , braucht man nicht einmal diese letzte Falte
auseinander zu legen: man bann diefs aber auch an einen»
etwas festen Gehirn; man mufs nämlich, durch Zerschneidung
des septum lucidum und der vorderen Schenkel des fornix,
diesen lostrennen, hierauf auch das cornu Ammonis lösen und
alles nach hinten Zurückschlagen, Dann liegt die ganze äussere
Oberfläche des Gehirns auf dem Zergliederungs-Tisch,
und das Innere ist vollständig vor Augen gelegt.
So ausgebreitet, bildet die Hirnsubstanz eine sehr lange
Membran und zeigt auf ihrer Mittellinie von vorne nach hinten
folgende Theile; 1. Die medulla oblangata A und das
hieine Gehirn A, 2. Die corpora quadrigemina B, 3* Den
ventriculus tertius, welcher durch das Auseinandertreten der
Sehhügel entsteht C. 4, Die Sehhügel selbst, dicke ovale,
innen graue, aufsen weifse Erhabenheiten D. 5. Auf diese
folgen die Corpora striata E, birnförmige Hervorragungen,
deren schmales Ende den thalamus nervi optici deckt; sie werden
von diesem durch die taenia semicircularis T (von welcher
unten) getrennt. Die corpora striata sind Fortsetzungen
der grauen Substanz der Windungen des vordem Hirnausschnittes,
welchem ihr dickes Ende entspricht; sie haben
die Farbe und Consistenz derselben; die Gefäfse endlich,
welehe auf ihrer Oberfläche als rothe Linien hinlaufen, gehören
der pia mater an. 6. Nimmt man das corpus Striatum
durch Schaben hinweg, so findet man unter ihm den Strang
der Commissura anterior, welcher aus den innersten Fasern
besteht, die strahlenförmig von dem thafamus abgehen, sich
von beiden Seiten durchkreuzen, und sich nach hinten begeben
bis sie in der fossa Sylvii heraustreten, wo sie sich in
die Membran des mittein Lappens ausbreiten, und zürn Theil
dessen Verbindung mit dem pedunculus bilden. 7. Vor der
Commissur bemerkt man die vordem Schenkel des corpus
trigonum G, diefs sind zwei kleine Stränge, zwei bis drei
Linien lang, welche mit dem c. trigonum vor dem Durchschneiden
zusammenhingen; wir werden gleich darauf zurück-
[ kommen. 8. Hinter ihnen ist die vordere Umbeugung (repli)
des corpus callosum H. 9. Hinter dieser Umbeugung der
vordere Hirnlappenausschnitt I. 10. Auf diesen folgt das cor-
! pus callosum, mit dem septum lucidum und von dem corpus
trigonum (fornix) bedeckt. 11. Hinter dem trigonum der
I hintere Hirnlappenausschnitt K. Hier spalten sich die Membranen
in zwei Theile, und es ist keine Commissur weiter in
I der Mittellinie vorhanden.
An den Seitentheilen finden wir von den thalamis nerv.
| optic. nach aufsen einen weifsen Streif L, diefs ist der Ur- I sprung der Hirnmembi>anen; wenn man das corpus stnatum
[ geschabt hat, so sieht man, dafs er aus Markstrahlen entsteht,
I welche aus den Sehhügeln fächerförmig hervortreten. 2.
I Eine andere breite weifse Fläche M, in deren Mitte das cor-
I pus trigonum liegt, diefs ist die concavc Fläche der herum-
| gelegten Hemisphären-Wölbung. 3. Dem Hirnlappenaussehnitt I gegenüber fangt die hintere Portion der Hirnmembranen an
I N, welche durch die hintern Fasern des Fächers erzeugt wird.
I Da diese Fasern longitudinal verlaufen, so bilden sie keine I Commissur auf der Mittellinie, wodurch eben der hintere I Hirnlappenausschnitt entsteht; da sich die Ränder dieser ge-
■ spaltenen Membran nicht berühren, so ziehen sie sich zusam-
■ men und wickeln sich ein wenig um sich selbst herum, fal-
I ten sich,, und erzeugen so den sogenannten gefranzten Körjj
I per n. An der, dem hintern Lappen entsprechenden Stelle
I schlagen sich die beiden Portionen der gespaltenen Membran
I von aufsen nach innen um, wodurch der hintere Lappen b