
mag des Mikroskops an das Object schien Einfluft anf di®
Form zu haben, unter der die Fibrillae erschienen.
Fig. XXX. Eine Fibrilla der ersten dieser Ordnung
nach Muys. (Investigatio fabricae, quae in partibus muscu-
los componentibus exstat. Lugd. Bat. 1741. 4- p- 25.) Sie
hatte einen Durchmesser, der so grofs -wie der eines Kopfhaars,
oder gröfser als derselbe, oder auch etwas kleiner gefunden
wurde, je nachdem das Haar dicker oder dünner
war. Dieser Durchmesser verhält sich zu dem eines Blutkörnchens
wie 1 : 5. Einzeln sehen die Fibrillae rund aus,
in Verbindung mit den andern Fibrillen und von einer gemeinschaftlichen
Scheide umfafst, haben sie eine 3, 4 oder
Sseitige prismatische Gestalt, und sind durch queere Furchen
die gleich weit von einander abstehen, eingeschnürt. Die
hier abgebildete Fibrilla ist aus menschlichem Fleische genommen^
das man erst faulen liefs und dann lange in eine
Alaunauflösung that. Die Fibrilla wurde so zerbrochen, dafs
einige Fila der kleinsten Ordnung ganz blieben.
Man sieht hieraus, dafs de Heydes Fibra mit Muys
Fibrilla, und de Heydes Fibrilla mit Muys Filum übereinstimmt.
Denn auch nach Muys hat eine dickste Fibr. einen
Durchmesser ungefähr wie ein Kopfhaar, und nach de Hey-
de gehen auf eine Fibra von dieser Dicke 13 Fibrillae, so
wie nach Muysens lster Messung 18 kleinste Fila darauf
gehen.
Fig. XXXI. Fila der ersten Ordnung mit demselben
Mikroskope gesehen. Diese dickeren Fila können schwerer
sichtbar gemacht werden, als die der zweiten Ordnung, die
feineren. Muys stöfst das Fleisch so, dafs es sich abplättet,
dann zerbricht er die Fleischfasern durch Auseinanderziehen.
Auf der Bruchfläche ragen dann in manchen Fällen diese
Fila einzeln hervor, und man kann sie längs der zerbroche-
»en Fibrilla verfolgen. Das Rindfleisch mufste Muys, um
die dickeren Fila zu sehen, mehrere Tage in eine Auflösung
von Pottasche legen, dann sie mit dem Messer drücken oder
stofsen, und dann mit einer feinen Nadel auseinander ziehen.
Nur zuweilen gelang es ihm, die dickeren Fila an nicht ge-
stofsenen Fibrillen zu sehen. Man sieht hieraus, dafs die
dickeren Fila eher für ein Kunsterzeugnifs zu halten sind, als die
dünneren. Sie erscheinen manchmal gegliedert, zuweilen glatt.
(Muy s, Tab. I. Fig. 16* C. G.J.E. (?.&) Sie erscheinen bald
wie e. u. f glatt, bald wie bei ft. und e. geschlängelt, bald wie
bei a. gegliedert, bald wie bei d. knotig, wenn das Fleisch so
behandelt wird, wie die Fibrilla. In Fig. XXX. erscheinen
sie glatt. Auch wenn das Fleisch in einer Auflösung von
kohlensaurem Kali macerirt und dann aus einander gezogen
wird, so sind sie glatt. Wenn sie aber neben einander in
einer gemeinschaftlichen Scheide liegen, sehen manche knotig,
andere gegliedert etc. aus, und zwar in einem und demselben
Muskel.
Fig. XXXII. Fila der letzten Ordnung. Sie sind auch
glattgeschlängelt, knotig etc.; bei Thieren, welche sehr jung
und deswegen klein sind, sind sie kleiner, bei allen erwachsenen
Thieren fast gleich dick. Ihr Durchmesser verhält
sich zu dem eines Blutkügelchens wie 1 : 3f, und zu dem
einer Fibrilla der lsten Ordnung Fig. XXX. wie 1 : 18;
nach einer späteren Messung verhält sich der Durchmesser
eines dünnsten Füi zu dem eines Blutkügelchens wie 1 : 4|y,
und zu dem einer Fibrilla der lsten Ordnung wie 1 : 25,
denn der Durchmesser einer Fibrilla der lsten Oidnung verhält
sich zu dem eines Blutkügelchens wie 5 : 1 . {Muys,
investigatio fabricae, quae in partibus musculos componentibus
extat. Lugd.„ Bat. 1741. 4.. Tab. /.)
Fig. XXXIII. Muskelfasern nach Prochas cä . Eine
gekochte menschliche Muskelfaser, mit einer Linse betiac».-