
Segiehungen fehlten nicht; wir erhielten bisweilen ©efcheufe eilt fjleifch, 2Rat« ultb Sananen,
unb einige Seute erboten ftd), bie Säger auf ihren Stu«flügen ju begleiten.
iöei folgern iöertebre metfte man nicht, baß man e« mit ben fchredlichen SRafai ju
t^rnt batte. Staber« aber war e«, beobachtete man bie 3Rämter in ihrem Benehmen bei
Skrhattblungcn, wenn fie, bie hölgernen Stvettfeulen fchwingenb, ihre. Slnftcbtett unb Slnfor*
bermtgen ftolj oertheibigten, ober fah man Krieget, wie fie prahlerifd) in oottem Saffenfchmude
oor un« auf* unb abgingen. Unb biefe« Selbftgefühl, ba« Sewußtfein ihrer gefürchteten
Ptadjt unb Starte, geigt fich in ©eftcht, Haltung unb im ganzen Staftreten fchon bei^un*
münbigen Knaben, welche ba« SBit'h auf bie Seibe treiben. Smlich artet biefer @tolg
oft bi« gut Sachcrlichfett au«. So lehrte einmal währenb unferer Inwefenheit ein Trupp
Böiafai oon einem Streifguge nach ber Küfte gurüd. Obgleich fie achtmtbgwanjig Siebte unb
oiele f^wer Serwuubete oerloren hatten, erfühlten fie großfprecherifch oon ihren gelben*
traten, geigten bie ben Safamba geraubten Schwudfachen unb fpradjen oon jahlret^en
Äuhheerben, welche fie erbeutet haben wollten, währenb fie hoch nur einige Riegen rnitge»
bracht hatten. Sie erbärmlich ihr prahlen war, fchienen fie übrigen« recht wohl gu fühlen;
benn, al« Oedcn fie fragte, wo fie ihre erf^tagenen Kametaben gelaffen hätten, unb warum
fie biefe nicht ebenfall« gut Schau umhertrügeu, würben fie merfwütbig fleuilaut unb f^lichen
(guter nach beut Staberen oon bannen, - r
®ne« SRorgen« fünf Uhr ging ber Saron auf bie Sagb, begleitet oon brei Prägern
unb jwei Saarufcha, Setuwo unb Selengele, Sei ftunbenlangem Suchen hatten fie nur
alte gähnen in sDienge gefehen, aber lein Silb außer einer ©itafje unb einer Sintilohe, welche
fchon auf große (Entfernung flüchtig würben. ©nblich tletterte Setengete, um beffere Sta«ficht
ju gewinnen, auf einen hohen Saum. Son hier au« gewahrte er brei grafenbe Süffel. Oer
«Saran birfchte fich bi« auf etwa ftebjig Schritt an, tonnte jebodj , obgleich er lange wartete,
leinen gmtfitgen .gielpunft gewinnen. Sn feiner Ungebulb feuerte er auf eine« ber Thiere
unter einem }pi|en Sinfel. ©« wanfte, fiel aber nicht; bagegen ftürjte fofort ber größte
Suite wutfehnaubenb auf ben S^üfeen lo«. — eine oiertelpfünbige Kugel burthbohrte bie
SJruft be« Uttgethüm«, e« jog fich langfam jnrüd unb brach einige Slugenblide barauf laut
t&hetab jufanunen. Oie anberen beiben Süffel enttarnen. SBahrenbbeffen hatten bie
Strufchahelben fich auf einen h°hen Termitenhügel geflüchtet; fie blieben auf ihrer Sutg,
bi« ba« an ber ©rbe liegenbe, tobtwunbe Thier eine H'ugel in ba« §erg erhalten unb banach
burch SDbfchnetbcn be« £alfeö ganj unfchäblich gemalt worben war. 3wei ber Begleiter
würben nach bem Säger jurüdgefchidt, um oierjig SDiatut herbeijuhoteu, welche ba« gleifch
be« erlegten Thiere« fortfehaffen fottten; ber glüdliche Säger aber fdfweifte. Weder in
ber ©bene umher. ©« gelang ihm, auf noch gwei Süffel jum Schuffe ju tommen,
boch entgingen ihm beibe, obwol fie, bem ftarton Schweiße nach ju urtheilen, ferner Oer*
wunbet fein mußten. '£ ' ^ ^
Slaeh jwei Stunben famen bie beftellten Träger an. Sie gerwirften ba« erlegte T|ier
(welche« rainbeften« fooiel §leifch befaß wie jwei ßchfen) in feiner eigenen §aut unb fchafften
alle« Serwenbbare bi« auf ba« lefete Stüd fort Oie erfte ber etwa anberthalh goß langen
Äugeln hatte am Slatte gef eff en, e« aber nicht burchbrungen ober gerfplittert, war eietatehr
oon bem harten Knochen bi« auf gwei Orittel ber Sänge jerf^nitten worben! , , i .
Ziemlich erraübet erreichte man gegen Sonnenuntergang | ba« Säger. Oie Träger
jchwelgten fchon im Sorgenuffe ber §leij<hfülte, welche ihrer wartete, unb ließen fich tatreh
ihre ©ier oerleiten, noch oor ber Sertheitang ©ittige« ju entwenben, namentlich ben Unter*
tiefer, welchen wir ber 3Rerfmürbigteit halber aufgubetoahren gebachten. Oer Saron brohte,
e« würbe Keiner einen Stffen oon bem gleifche erhalten, beoor nicht ba« ©eftohlene h^au«*
gegeben wäre; bodf bie bewilligte grift oerftrich, ohne baß ber Thäter fich melbete,
unglaublichen Perwnnbetung unferer Seute würbe fämmtliche« gleifch, mtt Sta«nahnte einiger
Stüde für unfere Küche, an bie Sa a r uf ha oerf^entt, benen bie noch nie bagewefene
©roßmut ebenfo fonberbar oorfam.
jrofe be« Silbrei^thum« ber ©bene waren nicht alle SagbauSflüge oon fo günftigem
©rfolge begleitet, Weil bie Thiere immer bie Stagreifer bemerken unb oon bannen ffrengten,
ehe e« gelang, auf Schußweite anjufommen. Son größerem SBitb würbe ültcht« weiter al«
eine wedltd^ Slntilofe, oon ber ©töße eine« ©fei« unb biefem an ©eftalt unb Sehaarung
ähnlich/ erlegt,, unb jwar büwh einen ©lüdöfchnß, benn bie nachher abgemeffene ©ntfemung
betrug 280 Schritt; bie Suaheli nannten ba« Thier Hutu (nicht Kubu) mtb fagten, ba«
SKännchen trage Körner. Slußerbem würben ein Slffe, ein großer ^Regenpfeifer, eine Trappe,
Söffergeflügel, Perlhühner unb eine brei guß lange ffiaranetbedhfe erbeutet.
S ir hatten ftrengc Slrbeit«theilnng eingeführt. Oer Saron beforgte bie öinfäufe,
bie SSerhanblungen unb bie große Sagb, Koratti pielt bie Sagergeräthe. unb Sammlungen in
Drbnnng unb überwadite bie Trägst, ich aber befchäftigte mich mit allerlei wiffenfchaftlichen
äReffungen unb mit bem gangen folcher Thiere, welche ohne ben ©ebrauch be« @<hießge*
wehre« jn erlangen waren; bei-ben äRahljeiten ober wann wir fonft jiifammen famen,
erjähden Wir einanber, Wa« feber gethan unb beobachtet hatte. Sei biefer SBertheitang gingen
bie Träger leer au«. Sie hatten SRicht« ju thun al« ju fbhtafen, ju fthwa^en, unb - umher ju
lungern, unb famen habet- auf allerlei bumme ©ebanfen, wie fie eben ber SRüßtggang erjeugt.
Säten fie befchäftigt, wie auf ber fReife, fo hatten wir alle Utfache, mit ihnen jnfrteben ju
f-ete; je^t aber entwidelten fich / oon ber Sangewetle auögebtütet, atte fchtimmen Stnlagen
ihre« Stamme« ta bebenfltcher Seife. SRicht genug, baß biefe Träger, benen boch Sille«
gewählt' Würbe, wa«. fie ju ihrer fRahmng brauchten, fich; an bem Süffelflétfch bèrgriffên
hatten: fie oergingen ft<h auch an bem Sigenthume ber Saarufcha, ftreiften in ben benach*
barten pflanjungen umher, fchleppten Sananen, ÜRai«totben unb attbere Sederbiffen in SRenge
fort unb brachten un« fo, ben leicht retjbaten ©ingeborenen gegenüber, in nicht geringe
Skrtegenh«it. ©« galt, ihnen- eine einbringliche Sehre jn geben unb jugleich ben ©efchäbtgten
ju geigen, baß nicht wir, fonbern unfere Seute Sthutb trügen an bem begangenen Unrechte.
Oer Saron hielt ftrenge« ©ericht, ließ, ba ÜRiemaitb fleh melbete, ^au«fu(hung halten unb
fattb bet breien ber Seute geftohlene« ©nt unter ben Sagerftütten oerftedt. 5Rathbem - bie
üRiffethäter ftehenb feftgebnnben worben, erhielten fie oor ben Stagen ber äRafat je jwanjig
Streiche mit frtfeh abgefehnittenen Stödett; bte gü^rer fèlbft ooßjogeh bie 3ü<httgung, nnb
jwar4» fräftig, baß jeber St|lag einen blutigen. Striemen erjeugte. Keiner 'ber;'armen
Süttber gab einen Saut oon fich, bbwot fie ftch- fchmerjltch an bem Pfahle Wanben, an
welken fie gefeffelt waren. Oer Kläger tonnte nicht umhin, ber Strenge unferer ®e*
rechttgfeü«pflege Stnerfennung ju fpenben, oerlattgte jeboch außerbem eine ©ntfehabigung oon
gehn Riegen; wie Oie« hier Sitte, fei.- Sil« et 'fah, baß er. mit feiner ^orberung nicht
burchtommen würbe, ließ er ftdh mit einem Ootl -Slmertfano unb ber ^urüdgabe ber noch
oorgefunbenen 3Rat«tolben unb Sananen abfinben. ■ Um Steberholungen folcher Unannehm*
lichfeitett ju oermeibeu, würben bie Träger fortan mit Staffäbeta oon Perlen' unb ähnlichen
Arbeiten befthäftigt. ^—
Oie injwifchen geführten SSerhanblungen mit beit umwohnenben Häuptlingen ber SRafai
hatten rgu-feinem befonber« günfttgen ©rgebntß geführt. • S^on am erften Tage fam ein
Stüber be« Sultahn« :Sebebi oon Kifottgö,-einem 9Rafaiborfe nicht wett oon unferein
Saget,?: unb erflärte, baß wir s unter feiner Sebtngnng Ï weiter gehen bürften; eint Seiffagung
haöe fie belehrt, baß Unglüd ba« Sanb betreffen würbe, wenn wir e« beträten..- „Sebebi",
fagte-er, „habe oor einem Ptonat einen weißen ßchfen, ein fchWcrtje« Schaf unb eine rothe
■Biege gefchlachtet unb au« ben Singeweiben ber Thiere'gefehen, baß, fobalb ber Regen oorüber,