
einen an ben Römern aufgehängten filbernen ^albntonb alt '^anbeS^et^Bt
auf bet ©ruft; et fdhloft fich halb eng an mich an unb jetgte fich Wähtenb bet ganzen
©auer meinet 3lufenthaltet alt -ein überaus artiges fttnb. ©it nannten unt gegenieitig
iRafilt (greunb). • ®em Knaben genügte ©at, bet ©ater abet wollte meinen tcitflic^en
tarnen wiffert. 3<h gab ihm' benfelben nach arabifdhet ©etfe alt Otto ben. g ribtifo
bu ft'elften (Stto bet ©ohn griebricht ton bet gamilie fterften) an; er fchtieb fibh ©teS
auf unb rief mich fpäter immer, wie et in Europa ©tauch, mit bem Familiennamen,
toälwenb alle, anbeten Stabet unb ©uaheli, welche ich fennert gelernt, mich nach ihrer sÄtt
bezeichnten: gewöhnlich nfet alt © an a ober §>ert, oft auch alt ©ana mbogo^ffj©b. I.
©. 110) ober ©ana rnfuba, jenat^bem bet ©aron ober ich ben^pauthalt führte, ober in
fonbetbater ©prachmifchung ctltT© a lita ri fibcitfdhi (beutfcher ©eltor, im (Segenfals jum
engltfcften unb franzöfifchen). fttem-ich jum ©chetif, . fo würbe i<h mit öollenbeter arabife^er
IpöflidbMt empfangen unb gaftlidh auf bet mit ©fatteu belegten ©teinbanl mit ftaffee t e
wirthet; bat innere feinet ftattltc£>en Raufet, bet größten in bet ganzen ©tabt; belarn ich
leibet nic^t zu feljen. gür gewöhnlich faßen mit bei mir1 zujantmen, , int Bimmer Ober im
fc^attigen Ipofe, unb »erbrachten ba faft täglich' ein ©tünbdhen in attgeftehmer Unterhalt
tung. Sr erzählte mit ciel con feinet gamilie, oon welcher einige (^lieber in 3aba,
anbete in ©fatfat wohnten, unb gab mit Stutttmft nüf alte meine gtagen- über- -^ieftge:-S&et^
hältntffe. ©at ic^> über Ingafija unb feine ©eibohner erfaßten habe, cerbanle- ich gtßftentheils
ben fremtbliöhen ©elehtungen ©eib ^bubafarit.
■ ©feine Beit füllte ich mit 9lutflügen unb häuslichen Arbeiten aut, toie eben menKlei»
bertbet Buftanb mir bat ©ine ober bat 3lnbete getanen erfchettten-ßeft. 9|benbt' befdhäftigte
ich mich ciel mit bet ftontorofptache. ©utch ihren frembartigen ftlang berführt, glaubte-ich
anfangt, fie hä&e Sfidhtt mit bem ©uaheli gemein; alt ich aber einige hunbert ©Örter genau
aufgefchticben unb. cetglidhen hatte, fanb ich, baß bk cermeintliche ©erfdhicbenheit nur in
einer grSfeten ©eichheit bet gernten befte^t ober butch einh'-gewifffe rauhe 2lrt ber 9lüt»
fprache bebingt wirb; butch leitete loetben. bie ©ßrter meiftent fo entfteßt, baß man fetbjft
foldhe, welche in beiben0 ©brachen eoHftänbig gleich lauten, faum • loiebet etlennt V §ier=
nach ift- alfe bie ftomorofpradhe nur für eine ©funbatt bet ©uafeli zu. halten, «ntftanben
unb loeiter gebilbet butch bie große Slbgefchlcffenheit bet p fe l «nb bereichert 'bnrdh einige
mabagafftfche gtembwßrter. '©enn man bebenlt, baß auch fßlattbeutfdhe-unb Schwaben ohne
©ermittelung; f«h ebewowenig. unterhalten löttnen alt ©dhtoeben unb ©itrlen, fb Icütn et
nicht bcftemben, ‘baf bitf®ente cou'©anfibar unb ©tgafija einanber nicht toerftehett. ©ern
hätte ich mich nö<h überzeugt, ob-bie beiben ©brachen auch in Slbtoanblnng nnb ©ahbaü'fb
nahe übereinftimmen; allein lonnte idh: ein in Slngafija «oerfaft^ ©chriftftücf , »eichet man
mir beftimmt ocrfbrochen, Ietber nicht erhalten, unb toährenb bet ©emühüngen hi^um hätte
ich ' bie1 Beit jur Slufä'eichnang felbftgetoählter ©ä^e oerabfäumt.
©ie ünb'mann bie Stngafiiäner aiif ihre 3nfel geloramen toareit, eebmothte mir :3fie*
manb ju fagen; Sille meinten, ihr öanb toäre con jeher betoohnt getoefen. ©tir brängte-ftch
bie Slnficht auf,, bie 9tngafijaner IBnnten bereinft con Slfrila eingetocutbert fein unb bautt in
ihrer Slbgef^sloffenheit, unter betn ©rucfe bet- eigenthümlichen - örtlichen 33erhäliniffe, unb
unter ©fitloirlung fremben ©tutet fi<h p einen’ fo bestimmten ©hhuS (56) ^autgebilbet
haben, welcher »eit fchärfer alt bet bet ©nahtli gefeniQeichnet ift. ©af - bie ©etoohner
biefer 3nfel aatfchliefjlich con arabifchen Slnfteblem abftammen follten, lonnte ich mir nicht
oorftellen, - »eil nur wenige ©ebilbete ftenntnif con arabifcher ©cradhe unb ©chrift befaßen,
unb biefe bei ber mutlimitifchen ©ecöllerung fich jebenfäüt erhalten hätte, ©eftätigt wirb
meine 2lnfi$t bnrch bie Srfunbigungen, »eiche ber ©chifftlieutenant iß rot et über bie'^Mchiihte
ber ftomoren unb ©fdhottet intbefonbere 'eingejogen hat. Unfer ©ewähcSmann fagt in ber
Revue coloniale com OKöber 1847:
„©fahotte ift feit mehr a lt1 600 fahren bewohnt. B^^rft »aren ©ugeboreue aut
Slfrifa herüber gelommen, aut bem 8anbe „©fouchambara" (Ufambara? ober ©fofambif b. i
©fofamba?), Sllt bann bie> fßortugiefen auf. „Ingajignia" (Oro^ftomoro) lanbeten, pchtete
fidh ber bortige /,arabifche" ^äptling (%ie grmtjofen brauchen bat ffiort „Araber" in bem
©imte, wie »ir bie Eingeborenen oft „3nbianer'v nennen) mit ben ©einen nach ©fahotte,
unb grünbete eine ©tobt an ber ©ai con „Bäthboitteu", Etwa jnr felbigen Beit lameh hier
euch ©alalacen con ©fenabfe unter ihrem Anführer ©ibamctol an; fie1 erlannten bett
^äühtling con ftomoro (welcher cermutlich in^wifchen -bie §errfchaft über bie 3nfel .erlangt
hatte) alt ihren ©ultahn an. ©ährertbbeffen hatte fidh auf „Ingajtguia" eine wohlhabenbe
unb zahlreiche ©ecblferung aut*-„EhlrabZh"' (©hirat, fßerfien)-im Sforbdn con ,^Sohelh"
(©üaheligebiet) unter ©fohammeb ben § a iffa angefiebelt. ©iefer ©fohammeb, welcher
bann auch Slujuani unb ©foali befe^te unb hier feine’- beiben ©ohne alt ^errfdher lieft, laut
fhäter-' ebenfalls nach ©faijotte, heirathete bie ©echter bet bortigen ©ultahnt, übernahm itaxh
beffen ©obe jbie 9fegierung unb warb ber ©tammcater 'einer groften § er rf cherfamilie (p 7 ).-^
Slufterbem hegt et Weiter in ber Re-rue maritime et coloniäle 16 6 3 ^. VIII. ©;249 ff.
in einerfBufättvmenftellnng über ©fahotte:, ,-,®ie ■ ©ecölferung oon ©fahotte Befielt: -
"H#i)$aut „ Ira b e tn " oon berfeiben Sftaffe, weldhe atlß Unfein unb ciele©tr«he ber Ora^
.bifdhett -ftüfte non » e n an bi« fübwärtt con ©fabagatlar bewohnt (ctlfb ©uah’eli); fie
finb mehr -ober weniger mit ber nrffjrünglichen ©ecijllerung- cermifcht unb heiften
,-,©fahori'V)fofem fie' ift ©fahotte geboren unb bort attfäffig finb;
'-vs^aut einigen et-ngewanbe’rt-dn © a IaI a o e n ; Vf -
t 3).<aut zahlreichen Slfrifanern (wahrfdheinlich con füblidher liggs
. ma!ua u. St.), welche“ alt Arbeiter eingeführt würben ober einwattberten."
©a t hier'über ©fahotte-' gefügt' ift, wirb, wenn man bie Btpencerhültttiffe ein wenig
anbort, auch, fürrbie anberen 'pfeift ber ftomorengruhhe gelten lonnen. Stof bem abge*
I fch'loffenen Stugafija z* ©• gibt - et nur wenige ©fabagaffert' 'unb geftlanbtneger' unb nicht ,
Inehr a lt breit-o.ber ''cier echte Araber. “
\ keltere fMfenfee berieten cief ©dhlitttmet über bie © in n e ta rt bet. SSte-ftaf-tjanet.
©agte bodh neuerbingt' noch 'Sdguec el^-a-comb-e/ ba| bie ©ewohner con „ftoütoro"- f^ r
Wtlbe ©itten habeft unb alle ©iejettigen, welche ift ihre (Gewalt gerathen', töbten. ober alt
©Haben jurüdhalten, unb hatte man mich bothmodh in ©anfibar- unbv Sfoffibö bor jenen
I ,;faftaiifchfen, blntbürftigen ©ilben;; warnen zu muffen geglaubt'! ©ie Seute finb irtbeffen,
wie fchon aut bem bither ©fitgetheilteu erhellt; nicht fo fdhlimm, alt man meint, wennfdhon
nidht zu läugnett ift, baft^ fie früher feinbfeltg unb mifttrauifch gegen grembe Waren unb et
oteueicht 'audh Iehl noch an einzelnen ©rten finb. ©iet laftn man aber ben Süngafijattern
gett nicht berargen; benn fie h<d6en bon ben gremben immer ciel autzuftehen gehabt: Hihne
Wohlbewaffnete ©dharen bon -©afalabeh tarnen 'nicht' fetten in ihren elenbert ©aumiähnen,
htiinbeh^ nnb gerftörten ©tabte unb 'fdhfugen -bie .Einwohner tobt — unb bon ben
Europäern;- wirb man :[eit ber-ißortngiefenzeit auch nicht -btel-Outetvernommen haben.
I | ’ inbeffeh haben jene’’Dfcütbereien aufgehött) nnb bie’©örurteile gegen u n t
fmb tnben lebten 3fahrzehenben gröfttentheilt^efdhWunben, häuptfächlich itt-gol^e'ber ©efetying
boii - ?&ffio6 -nnb ©fahotte unb bet bitweiligeh Etfdheirteut eüropäifdher'- ••ftriegtfdhiffe. - ' p -
ben inneren ©erhältnif.fbn hat fidh gleichfalls fielet gebeffert B*cat ift noch wie früher
bte ob^rfte (Setoalt in- hunbert unb mehr ©hetzen zerfplittert, unb jeb’er bet «einen ©nt
tährter beren oft ferei' -bit hier in ■'einer"©!« häufen, ninqpt bte boHe'^ewaR1 nnb ‘bie
bem ©öbübe*ziehenben Boü' ofenehmen