
Unterhaltung njtt ihm mar überaus lehrreich uitb anphcnb. Sr fchien auch an unS t>tel
©efallen p finben, benn er; oerfidberte uns, baf thut SßidbtS angenehmer märe, als mit uns
P glaubent. ©o öefucbten mir ihn mährenb mtfereS StufenthalteS- faftjeben ©ctg. ;@r
fprach arabtfch, maS man bei einem ©omali nicht: gerabe häufig finbetr unb brüdftefidb in
biefer ©gtadbe mit sgemüdber Seicbtigfeit auS; fogar-bie I r t unb SBelfe; feiner Siebe toar
nicht ohne. 9tei$. SBenn er ruhig bafaf unb mit ynS f^rach ober-ftberäte, fo erinnerte fein
behäbiges jj&tt,.. ©eßd&t-- »oller SOBoh&ooüen unb fSr&hß^Wt «t hie guten, ebet=
mutigen Säter, melcbe in Suftfbielen uttfere freunbfiche J0||i[nahme unb Semrtnberung p*
gleich in älnfprudb nehmen, ©ein üleufereS,. feine mtterfebte runbe ©eftalt;-lief übifigenS
leineSmegS erraten, melcbe gciftige ffrifche in ihm mahnte, noch auch, baf. er eine fo.be*
beutenbe feroerlidbe ©tärfe befaf, mie mir fie an ihm lernten iemen .fofläenfc er hob,äöbmol
fchon befahrt unb greis, oor unferen ülugen einen ermadbfenen. äßann in-bip 5>öhe, utbem
er ihn mit feinen gähnen am ©ürtet faßte, unb behauptete, baff er in: feiner öugenb mit
einem einzigen §auftf<hlag einen Cchfen p Soben geftredt hübe. ©ap hefifct :er> eine
geftigleit ber ©efinnung Jinb ein flugeS, gemäßigtes Senehmen, meines ber feiner Sermaltung
anoertrauten ©tabt ben fjrieben fid^ert, trob aller Infeinbung ber Nachbarn in ©cbartgant,
ber anberen ^tälfte • ShifbifdbaS, unb troh ber mancherlei Sermitrung, melcbe bas Ungeftüm
ber ungebänbigten Sebuinen ber Umgegertb bismeiien oerattlaft. ©eShalh getrieft er--- auch
bei feinen Unterthanen ebenfoofel Üldbtung mie Siebe." . ©ol$er .„noblen Pensen", mitbenen
man . überall gern »erlehrt, fanb auch Hinjetbadb mehrere bei feinem Aufenthalte in Slben
im 3ahre 1866. ,
Ober betrachten mir bie fpetbengeftalt Suffuf ben SJiahmub’S, beS nun oerftorbenen
©ultahttS con ©elebi, melier feine Sriegerfdbaren im Hamftfe gegen ^ieu SanatiSmuS^fiegf?
reich burch einen großen Scheit beS ©omaligebieteS führte unb babei troh ber Sfiiben,'> melcbe
baS BwüMmenbalten einer umfaffenben £>erri<haft in fdchem Sanbe oerurfacht ,1 für baS
ffiohtbcfinben feiner Unterthanen angetegentlidhft forgte!. Sludb- biefe unter ben gfüeßidhften
Serhültniffen lebenben Seute felbft, bie fleißigen, pfrtebenen, p ©dberj urtb grohfinn auf«
gelegten 2tnmohner be.S ÜBobbifluffeS, fönnen als ©egenftücJ p ben fdbredßtdben ©omalt*
bebuiifeit .SurtonS bienen-, ©uillain ftellt ihnen unb ben Sjtibertt 3fuffufS, meldhe'ihm hei
feinem Stufenthalt in ©elebi ©aftfreunbidbaft gemährten, als bfeibenbeS SHnbenlen art-feine
©anlbarfeit unb freunbfchaftlidbe ©efütnung nadhfolgenbeS, beiben ©heilen p r @bre gereidhenbe
3eugnif auS: „Sei einem SluSfluge nach ©elebi, meldheit ber Hommanbant unb einige
Offiäere ber franjöfifdhen ÄriegSbrigg ©ucouebic unternahmen, häben bie in Slbmefenhcit ihres
IBruberS, beS ©ultahuS 3uffuf ben SOÜahmub, mit ber (Regierung betrauten fßruQen ^abfch'i
3fbrahim unb SJtufa bie fie befudhenben iReifenben mit einer $er$tidbfeit aufgenontmen, .metehe
cioilifirten 3Jienfdhen @hre machen mürbe; unb obmof ®ahitän ®uiöain ©arge getragen, bie
ihm unb feinen ©efährten gefhenbeten 2lufmerlfamfeiten reichlich p oergelten, fo haben bodh
er unb bie. ©einertrigeipönfdht, in ben. ^änben ihrer ©aftfreuube eine ©abe oott grbfeerer
©guer p taffen. .^ie_ nehmen bie angenehmer (Srrttrteruug an,, bie ©ttotbeu, mitj». meldhe fie
in biefer ladhenben Sanbfdhaft »erbrachten, inmitten. einer SBeobtferung, beren SBefen unb
©emohnheiten an bie finbtidhe gtßhUdhfeit unb angenehme ©nfadhheit betriardhälifdher ©ittett
erinnern."
• -©ebertfert mir ferner, bajj ben „unruhig® unb rattfluftigen ©omati^fbie ißermaltung
ber ißotijei p 2lben anoertraut ift, unb baf biefeS 3lmt oon ihnen in mufterhafter SBeife
oerfehen mirb, f-o;. merben mir uns fichbrlich p t Verficht in unferen Urzeiten über biefeS
SSolf oeranla^t fühlen, ©n richtiges löilb erhalten mir nur bann, menn mir, bie öic^t=
unb bie-©dhattenfeiten gleihmäftg in ©etradhtung jtehen', bei ben-©hmalj ift »©iefeS aber
bobbtit nothmenbig^ meit ihr ©heiter, bet bem ^nsefnen -fomot mie bei ben. oe'rfdhiebeneft
©tämmen, fo überaus reich art f-^toffen ;©regenf &heit ift. '-©ife’fbtb bßSarttg, aber auch
harmlos unb gutmütig,- hoffen1 bie gremben unb jetgen fidh auch mieber gaftfreunbltch gegen
fteb SllS unruhig ' unb rauflnftig befannt, halten '*fife hoch als ©chugleute p Stben bie
Otbnung aufrecht', unb bem ©tenen abholb, betrachten ‘fie eS als eine hchê SluSjeichnung, ba§
einer'ber ^igen/^ ie SÖStrbe eines SteutenantS''beim .©icherheitsbienfte-;bort erhalten hat.
®n ber- SBüfte- büfter urtb fdhmermiitig, oerbbtngen fie anbermärts bie -Mächte mit ©efaug
unb ©anjjSTfogar^bie grctüen' nehmen ccn'foldhen ®ergnügungetf"®hetl, mähtenb an oieten
Orten bieS Stiles oergünt ift., ^ r e grbmmigfeit'fteigert fidh ^ier -gux §ärte unb. ©taubenS*
mut,'berthört' man ©hbtteu.bie-gottlofeften gäfterungen auSfte|en‘, uttb bei alt ihter milben
©abferlelt ergreift- Oft. ein ganzer ©tamm oor einem angelegten ©emehre bie ftndht; t
■■ '©elbft ein.®umton,.meldher belanntermafen am liebften bie^adhtfeiten afrifemifdher fliatur
behanbeti, merat audh oielteicht1'nur, um einen, ©örttbfer auf bierfedfef oerftanbene ißhilanth^ebie
eines grofem fe ile s feiner ganbsleüte p fefcen ^felbft Surton met^. uns freuriblithe
Silber aus bem 8e6en bet ©omali auf^nrollen; erv führt .uns nadhbem er e6en-mit’ einem
gemiffen Schagen ‘Oon ber S3errätherei ’-nnb- Sftorbluft^ber Sebuinen gefotodhen, an eine
©tatte ber ©efrttung, ,ifiw ber SDÏenfdh mieber fefhaft ift unb baS ffdb bebaut". „Sßoüe ©rnten",
fagt er, „lohnen h ^ beS.'SartbntamtS1 Stühe. Knaben fifeem auf 3iohrgefteüen in ben
Säumen unb ' oerjeegen" bie - Sßbgel, - mährenb1 bie-Sater baS ©etretbe mit fleinen, ©icheln
fchneibetg es' btefchên ober mit ©Shanfeln gegen ben -SBinb'.morfeln, um eS Oon ber..-©breu
p reinigen, .'©elbft (Sruiegefänge fehlen nicht1 ©ie Sianner gehen ohne. Sßaffen, bie
Semohner-ibet ©ürfet nahmen MS freurtblich auf'i - ’ '
Slfie ©genthümlidhMten ber-©omaii. erK&en.ftch Mgepnngen,' menn man ,bie 8ebenS*
meife nnb bie 'Sergangenhett ber einzelnen ©tämme mit In tRechnung ^ieht, nnb nicht oergift,
•bafj alte auf bert ©tufe ber ®tnbheit ftehertbe Söller artdh mie föuber, benlen unb hanbetn,
halb- böfe, halb gut finb, rhMb ungeftüm, halb nadhgtebtg, mie bie SSaüung beS ÜlugenblideS
eS .fügt, uub baf fie .-fich. unter ber Sormuttbfdhaft ber ©efittung' einem befferen,©afeim ent*
gegenführem laffsn. ©aS. richtige Senehmen gegen bte ©omali, namentlich bie-Sebuinen*
ftämme, befielt nach ©uiüaitt barin/'baf man im Umgang mit ihnen nie bie Sorfidht aüs
ben Singen läft, ohne fidh jdboch oon heftigen Sieben ober brohenben ©eherben erfdhreefen p
laffettj Siuhe unb Sefonnenheit flöft ihnen Sichtung ein, unb entfthiebeneS 'Sluftreten bringt
burdf). Seicht erjürnt,"" mie fie finb, laffen .fie fidh bodh leidet mieber oer föhnen unb tragen
nicht Tange nach. Stuch tft ihnen ein gemtffeS SttttgfeitSgefühl ntcht fremb; fo erfdhof einmal,
KOie Snrtöü ®jcöhÖ, • ein- Straher jmet ©omglt, meldhe in übermütiger 3iedferet pm Angriff
gegenuhn hcranfflprengten: in Slnhettacht biefer Umftänbe begnügte fidh ber hetreffenbe ©tamm,
eine Heine •©elbentfdhäbigung -für! bie ingehörigen'ber ©etöbteten p forbetn.
■ ©ne-.ber hotoorftedhenbften ©genthümlichfeiten ber -©otctali ift ihr © to lj. • \2Bie faft
äße Sebuinen* ober iftomabertftämme, oerädhtet ber h®ürfniflofe Semohner ber ©teghe ben
burdh Ueghigfeit oermetdhtidhten, an eine 3J?enge unnöihiger ©inge gemöhnten Stnfäfigdn. ©iefet
©toljt hrägt fidh ^ f^tem .©efidhte' auS unb oerliert fi<h fohatb nidht, felhft menn er fich
entfchlieft, feinen lufenthalt in, ber gefüteten SBeli. p nehmen- ober bäS regere ©reihen einer
•©tabt-p feinem Sorbette auSpnüljen. ©elbft biefenigen ©omali,meldhe in Slben als
^anSbierter, Saftträger,- Sootfühoeo, ®effelheijer, fomte als Sauflente unb Agenten, in fteter
tnfdhanung ber grofartigen Sliacht unb ber SSBunber ©trogaS leben, oerleugnen ihoen Hochmut
ni^t;-ihr .ftoljeS ©elbjtgefüht unb ber eble ©tarrfinn, mit meldhem fie ihrtn ©ittengefe^en
nachfommett-, jmingt manchen nicht mtnber ftoljen Sßelfen p üldhtung, fa p Semuróerung : ein
foldher ©omali fttrht eher, als baf er etmaS oon ihm für unrein ©radhteteS genieft, mährenb
• hoch Araber mie ©ürten im ©ehetmen. -gern - gegen bte Sorfchrtften beS -f orahn fünbtgen.
©iefe. ©ittenfrtenge aber gibt ihrem ©toI-je, ihrer SBeltoeradhtung immer neue' SRahrung.