
h°be. tlä ÄrnboS bienten einige harte, glatte «Steine. $DaS ©eblüfe ift hoppelt wtrlenb
unb befteht aus zwei gegerbten, in gornt oon Seiden ^ergeticfyteten fetten, bereu jebeS an
feinem unteren ©tbe an ber (Sabel eines auSgehöhtten, mit einem Steine befeuerten
BaumafteS feftgebunben ift, währenb baS obere ©tbe einen langen Schüfe geigt, längs Neffen
jwet flache Stöde befeftigt finb; inbem man bie Bälge nyt ber $anb öffnet unb emporhebt,
fcpüeßt unb nieberbrüdt, erzeugt man einen Suftftrom, welcher burch bie ©abetröhre bereinigt
unb in einen $erb «nfaChfter Slrt geleitet wirb. Oer äReifter trug ein wenig geuer jum
Ofen, legte ^jotzfohlen barauf unb fachte bie ©tut fräftig an. 3)ann erbäte er mehrere
StSde altes ©fen Unb fchweißte fie mit 3»h^fenahme eines Schweißmittels, beftehettb aus
ben Brodelt einer großen 9Ruf»het, jufammen. ©jettfo bereinigte er mehrere alte SReffer
in fteinc Barren unb hämmerte biefe ju längeren Stüden bon oierfanttgem Ouerfcpnitte
aus. 3mei fotche Stäbchen, an einem ©tbe zufammengefch'weißt, am anberen etwas auS*
eütanber gebogen unb mit einem barüber gleitenden 3ttnge berfehen, bitben eine fehr Wirffame
,8<*nge, welche jum Orahtjiehen gebraucht wirb, wie wir fogteich fehen follten."
„33er-SChmieb erhifete eine 9iotte biden SDraht in einem leichten ff euer bon Blättern
unb Stroh 3» buntter fRothglut ©ährenb biefeS langfam brannte, richtete er fein gteh'v
etfen her, eine weiche ©fenplatte, beben 8ö<her je nach Bebürfniß burch ftammetf chlüge
berengt, ober burch ©ntreiben eines glatten OorneS erweitert würben. 33aitn hämmerte
er ben 33rapt am ©tbe bümtep, fettete ihn gehörig ein, ftedte ihn in baS ^teheifen; fpanttte
baS burChgelommene Städ in bie 3 flnge, feßte ftch auf ben Boben, legte bie 3ishhtotte
jwifchen feine güße, zog einen langen Seberftreifen burCh bie 3(mge, faßte biefen mit ber
§anb an unb beugte ftch fc^nelt riidwärts, fobaß ber Oraht ein Heines Städ oertängert
warb, ä ts burch mehrmaliges ©teberholen berfeCben Arbeit etwa eine gußlänge bes
SDrahteS . berbümtt worben ■, ftanb unfer gefchidter greuttb auf, ging an eine jwtfchen
pfählen befefitigte, mit zahlreichen 8öchern burchbohrte Sßfcfte, legte bäS'3 «% p E t^ eme
Äerbe hinter biefer, ftedte ben Oraht burch baS fiodh, befeftigte bie 3ange wieber aut fpi^en
©nbe unb 30g nun ein-größeres Städ aus. Begreiflicher ©eife erweiterte fich baS 8oCh
in ber ungehärteten 3«hpl«tte jieraßch fChnett, unb ber lefcte 5C^etl beS SirahteS ging mit
8ciChtig!eit hinburch; eS gehört alfo nicht wenig 9Rühe baju, um eine ganze Spotte gleichmäßig
ju ziemlicher geinpeit auSzuftreden."
„33arauf fahen wir uns ben feinen, auf biefe SEBetfe gewonnenen 33rapt an, auS Welchem
bie hier fo beliebten SChmndfettChen bereitet werben. 33er gefällige Sünftler bejpiebigte
unfere SReugierbe, inbem er auch noch an einer folgen Sette zu arbeiten begann. Üsr
widelte ben feinen Orapt um ein bidereS, ftridnäbelfömtigeS ©fen unb fchmtt längs beffelben
hin bie ganze SChnedenwinbung mit einem fCharfen Sfteifet in Heinere fRinge, »on benen
jeber ein ©liebCpen bilbet — ganz in berfetben Slrt, wie 33ieS auch unfere $attbwerler thun."
,,©tr blieben wol anberthalb Stunben lang bei bem gefChidten Blanne. 33er Baron
beftellte beim ©eggepen einige Settchen, ein Schwert, ein ißaar SReffer unb SanzenHingen;
ber SChmieb nahm jeboch nur erfteren 2luftrag an unb weigerte fiep entfChiebeti, ©affen zu
fertigen ober zu oerlaufen." —
Bon aH ben hubfChen ©fenwaaren, welche tn 33fchagga oerfertigt werben, zeichnen fiep
befonberS bte Schwerter burch Schönheit ber Arbeit unb burch swedmäßige ©eftaltung aü’S.
33aS eine ©tbe, welches mehr als bie Hälfte ber Sänge einnimmt, ift achtfatttig unb mit
einer hölzernen SCbale umgeben ober mit gaben, Seber unb 3Retaübraht nmWidelt, um
ber §anb einen befferen' ©riff z» bieten. 33aS anbere, fürzere ©nbe bilbet ein la«zett=
förmiges, mehrere 30Ü breites Blatt, welches in ber 3Rittc burch eme Hüppe oerftärlt ünb
an beiben Seiten z« einer fräjtigcn, unter ftartem ©intel geneigten SChneibe jugef-C^liffen
ift 3Ran »erwahrt biefe ©affe in ein«: furzen, fanber gearbeiteten, mit emgebramtten
gignren oerzierten, Scheibe oon fteifem, gelben Seber unb trägt fie, wie > 3)ieS auch bie
Suaheli unb Slraber an ber Säfte thun, frei in ber §anb, nicht um bie fiüfte gefchnärt.
3um 8lbhouen 0011 Baumäften, Reiche bem ©anberer oft ben ©eg oerffserren, ift Nichts
beffer geeignet als ein 33fChaggafdhwert: fie holten fiCh fehr lange fCharf , obgleich fie nur
aus bem weiChften ©fen gefertigt fmb; bie eigentümliche ©eftalt ber Slinge oerhätet ein
SluSgleiten; bie SChnefee trifft ben ©egenftanb gerabe mit bem SUttttethunfte ber Schwere,
burChfChneibet ihn alfo möglichft leicht ©n §ieb mit unferen Schwertern, §irf<hfüngerrt
unb gafChmenmeffern ift nicht h ^ f° fräftig, weit bei ihnen ber Sthwerpunft weiter nach
hmten, nach bem®rijfe zu liegt.. 2ln einzelnen Orten, B. in ber fräheren hannöoerifchen
Irmee, hot «tan, um ben beregten Uebelftanb zu oermeiben, gafchtnenmeffer mit fehr
ftarlem, hohle« fRüden eingeführt, in welchem fich etwas Ouedfilber befinbet; biefeS oermehrt,
burd bie SChwungfraft nach 00m getrieben, bie ©u<ht beS §iebeS nicht unbeträchtlich c— ben
®fChogg«fChtoertern lommen aber auCh biefe SChtfeibewer^euge m ihrer ©irfung nicht gleich.
Bon ähnlicher'©eftatt wie bie Schwerter fertigt man auch Heine, ein bös anberthotb
S p o r n t e n lange Söleffer, gleichfoHS mit . furzer Scheibe; fie... werben gewöhnlich in einer gälte
ober einem Snoten beS SletbungSftädeS getragen. ©n SChwert mit Scheibe. !ann man, wenn
eS überhaupt gelingt, Semanb zum Berfaufe zu bewegen, für fechS Slrmlängen Boumwolten»
Zeug unb fünfzehn Stränge feine, rothe Samf amperlen laufen. Schwerter Wie äReffer finb'im
ganzen Sanbe hoch gefchäfet urtb werben oon bett Sarawanen häufig nach ber Säfte gebracht.
33tefe .©fettinbuftrie beweift, baß. bie Oftafrifaner..feitteSWegS auf fo.niebri^r .Stufe
ftehen, wie manche IReifenbe uns glauben machen wollen. ®8 ift unnöthig, barauf, hinzu*
weifen, Was 8eute, weiche ohne Slnweifung unb mit ben roheften Hilfsmitteln fo gefChidt
arbeiten, erft leiften müßten, wenn fie mit ftäternen ©erfjeugen berfehen wären.