
1462 SDaê jaljme ©rfjaf.
btSpontrf wirb. Eer »erlauf ber gdule ijl langfam unb fann ein Safjr
bauern, be»or fte fd)neïï unb tóbtïid) urn ftd) greift. ©s ijl letzter ifjr
»otjubeugen, als fte ju feiten, unb wenn einmal baS llebel urn ftd) ge»
-griffen hat, ijl fa|ï feine tpülfe. mefjr möglich; aud) ijl ber ®enuß be§-
gletfd)e§ »on ftarf fauligen ©d>afen ber ®efunbf)eif nachteilig. Sie ©gel»
franffjeit gehórt ju benjenigen, weldje ber ©d>afjud)t am »erberblichflen
ftnb. SDÏit ii)t »erbunben, ober aud) allein fommt eine ifjr »ermanbfe
■Sïï'anflicitf bie S u n g e n fa u le 2) »or, welche jumal ©äuglämmer unb
Säfjrlinge, aber aud) erwachfene Sf;iere befallt, wobei ftd) häufig in ben
SScrjweigungen ber Suftróhre gabenwürmer (Strongylus F ila ria , Stron-
gylus broncliialis) ergeugen.
Set S lu tfd )la g (Sluffeud)e, Slutfranfljeit)3) ifl bem SMitgbranb
beS 8ïinb»ief)§ afjnlïd), unb mit einem enfjunblidjen llßgemeinleiben »er«
bunben, woburd) ein pló|lid)er, fdjlagartiger £ob »eranlafjt wirb; in ei»
nem folgen gade ifl baS-gleifd) mit S5lut burdjlaufen. Sie Äranfljeit
ftijeint befonberS babutd) ergeugf Ju werben, wenn bie ©d;afe plè|lid) in
Ueberfluß nai)rf)afte8, gumal Äörnerfutter befommen, ober in engen unb
beêfjalb fef>r heißen ©tallen gehalten werben. Sa fte leid>t »erurfadjt wer»
ben fann, fo bringt fte nid>t feiten ben ©d>dfereien großen ©djaben.
Sie Älauenfeudje (Ärümnte, Slauenwei))4) ijl eine heftige ©ntgün»
bung unb ©iterung bér flauen, entWeber in ber ©palte ober aud) unter
bem ^orne, woburdj bie 5Sf)iere, wenn baS Uebel gorfgang gewinnt, »on
heftigen ©cfmterjen gequält, nicht mehr auf ben güßen gefjen bónnen, fon»
bern auf ben Änieen fortrutfd)en, unb bie ^mfe ftd) ablófen. 2Ce£enbe
SJlitfet ftnb f)ier am beften anjuwenben. 5(1 bie Äranfheit bösartig, fo
ifl fte aud) anflecfenb unb-richtet bann ófterê große Verheerungen an.
Sie fp oefen5) ftnb ben Slenfchenpocfen ähnlich unb befallen wie
biefe aud) nur einmal baS Snbioibuum in feiner gangen SeberiSgeit. - ©ie
ftnb halb gutartig, balb bösartig; im lottern (faßt gehören fte ju ben
färd)terlid)flen Uebeln, welche .eine beerbe betreffen fönnen unb fte beein»
2) S B e itf. ©. 709. — ä d t ä ja lf f p . @.333. 3) SBeitb. 456. — eiititr-
©.96. 4) S Jeitb. ©. 522. — e i g n e r . ©. 100. — P e t r i II. 2. ©. 119. 5) S e i t 6.
©.639. — S i n t e r . ©. 105, — ip e ffin o in Sfut»ré*s pfenom. Sleuigteiten l s n . S i r . 47.
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Aegoceros Ovis. 1463
trächtigen mehr als ein anbereS bie Vermehrung berfelben6 *). SBie bie
5Dtenfd)en=Stottern geigen aud) bie ©djafpoefen ihre beflimmten ©tabien,
unb in iljrer Verbreitung als ©eud)e finbet ftd) gleichfaßS bie fonberbare
©rfcheinung, baß manche ©egenben feit langen Seiten »erfdjont, anbere
»on bem beerbe ber Äranfheit weit abliegenbe, plö|lid) befaßen worben
ftnb. Unter aßen ©djuhmitteln hiegegen ifl feines wirffamer als bie 5 m«
pfung., unb wo biefe gut auSgedbt wirb, fönnen bie Stottern nid)f mehr
bie furchtbaren Verheerungen bewirten, wie ehemals. Sie Vaccination ifl
bagegen bei ben ©chafen »on feinem ©tfolg.
Sie Staube (glaube, dträfse)1) ifl ein befannter dDautauSfdjtog, wel«
eher fafl bei aßen dbauSthieren »orfommt, unb bei ben @d)afen in »erfchie»
benen, mehr ober minber bösartigen formen auftrift. 5n ihrer entfdjie«
benflen gform, ber naffen glaube, h<*t man, wie bei bem 9Renfd)cn, .Sräh«
milben, aber »on anberer llr t , gefunben; burd) Umf)etfriechen unb 3erna«
gen ber äbaut breiten biefe bie Sranfheit fdjneß über bie Sberflädje beS
£eibeS auS. (gehemmte KuSbünflung ber djaut, weldje burd) unreinliche
Haltung ber ©d)afe, aucf^burih fdrglicheS gutter »eranlaßt wirb, ifl bie
Urfadje biefeS »erfaßten unb langwierigen UebelS, weldjeS feiner fdjneflen
SlnflecfungSfraft wegen um fo fdjlimmer ifl, inbem eS nad) bem alten
©prichwort h^ißt: „©in rdubig ©d;af flecft bie gange beerbe an." ©eit»
bem man auf gefunbere, luftige ©taßungett, unb auf größere 9teinlid)feif
bei ben ©chafen bebad)t ifl, fommt bie glaube ungleich feltener »or als
ehemals, wo fte ftd) in ben fogenannten ©chmierfcbäfereien einheimifd) ge«
macht hatte, unb eS jum &heil auf bem Sanbe nod) immer ifl. ©olcheS
»on einem beflänbigen unb an^edenben HuSfdjlage gequälte Sieh, welchen
bie ©djäfer mit -einem - fogenannten ®uß (Sabaffaft) furnieren, h # l ba»
»on baS @d)mier»'ieh, baS eigentlich nirgenbS gebulbef werben foflte.
Sie 5Erommelfud)t8) hat @<^af mit bem SRinbe gemein, unb
fte entfielt, wenn baffelbe, jumal nad; »orhergehenbem ÜRangel, haflig in
übergroßer SRenge faftige pflanjen, wie Älee, fette ©räfer, üppige ©aa=
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6) S ie b 6 a l t nimmt on, baß Ungarn tum feinen 8 SKiilionen ©dutfen jdbrlicß »eit über
150,000©tuet bureß bie ßJocEen verliert. 7> SBe it& ©.717. — S ffiolj, Statur unb
©ebonblung bet ©cßofroube.' ©tuttfl-1808. 8) 58e itb . ©• 670. — S le n e r . ©. 1 1 1 .