
1444 Sftö jfttjme ©cfjaf.
gebcncn fortpflanjen, fo fdjwet ftnb ft'c in ben Reißen Spülern unb
ebenen ju etjietjen «nb finben ftef) begwegen fetten auf ifjnen, obfetjon if;t
gett feljt gefugt ift.
Stoutin führt einen befonberen tlmjianb bei biefen Sdjafen an. Benn
nämtid) ben Sämmern nidjt jut gehörigen Seit it>r wolliges Stieg abge,:
fdjoten wirb, fo »etftljt eS ftd) unb lofl fid) in ©tüden ab, unter benen
nicht e‘ne neue SBoHe aufwadjjl, ober eine naefte $auf im franfbaften
Suftanbe jurwcCbteibf, fonbetn es entfielt ein furjeS, gtänjenbeS unb- glatt
angelegtes #aar, baS bem ber 3 iege in bemfelben Slima fegt ähnlich ifi;
auf ben ©teilen, wo biefeS £aar b«»°ogetrieben l;at, wadjfi niemals
SBoHe nad).
Sn S3rafitien gebeiben ©djafe unb Siegen red)t gutn ). Sn faraguap,
wo bie ©djafe fpanifdjen UrfptungS ftnb, »ielleid)t aber nur »on 6burroS
abflammen, ftnb ftc «ein, tragen futje unb äugerft raube Bolle, unb
haben ein mageres, weigeS, fabfcbmedenbeS gleifdj. Sa jeboeb ibr gelt
bauftg ju gteitbeden unb SRanteln benfigt wirb, fo werben nun beinahe in
allen SReiereien ©djafbeerben »on 1 00 bis 1 00 0 ©tüd gehalten, bie ftd)
ftbnell »ermebren. SaS Stehen unb guggefdjwülfie geboren bort gleichfalls
ju ben »erberbtid)fien Sranfbeiten15).
SBäbtenb ftd) in ben meijlen fübamerifanifdjen Sdnbern bie aus (Su,
ropa eingefübofen £auStbiere »erfdjlecbtert haben, haben fte ftd) bagegen
in ebdt burebgangig im befien ©tanbe erhalten. Sie ©cfjafe, fagt 3Ro=
lin a 16), welche aus Spanien betübergebradjt worben ftnb, unb »on ben,
jenigen. berflammen, welche ber Äarbinal IbimeneS im SRutterladbe einge»
führt batte, haben in Gbiti Weber an ©rüge, noch an Bolle. »etloren,
welche lang, fein unb »on augerorbentlidjer Beijfe bleibt, SebeS @d)af
giebt jährlich 1 0 bis 15 fffunb. SaS gleifcb ber Rammet ift »on febr
gutem ®ef(bmad. Sie Bibber haben gewöhnlich 4 , oft 5 bis 6, auch
7 ^0»ne», bie ©djafe aber finb ungebörnt ” ) . Siejenigen, wetdje
14) fPrtnj #. sjleutuieb’s Seite- i«e Shatutsefch. ®rafi(. il. 575. 15) stetig,
flet'e SHatursefcb. bet ©äugtb. »ott <pataguqtj. @.366. 16) ©etfueb einer Staturgefdj. een
ebtli. © 293. 17) SRacb biefen Angaben feilte ntan fdjtiefen, bat nicht SRetine«, fenbetn
bie »ielhfom'gen hethcrifeben ©ebafe, seit betten früher bie 3tebe geloefeit i(i, in Gfjiii ginge,
fühlt tuotben finb.
Aegoceros Ovis. 1445
man nad) ben Sorbitteten gebradjf bat, geben feinere unb langere
Bo lle 1S) . .
3 m fünften Betttbeit, wo fegt fajl allenthalben bie ©djafe eingefübrf
finb, fdjeint bie ©djafju^jt-befonberS itt 5Reu,©übwatliS im tafdjen 2Cuf=
blühen jn fepn, inbetn bie ©nglänber, beren feuchtes Slima mehr ben lang,
wolligen ©djafen jufagt, borten SRerinoS angeftebelt haben, um mit ihnen
atlmalig ihren 33ebatf an Sartatfdjwolle jn beden, unb ftcfj fo »om IfuS,
lanbe unabhängig ju mathen.
ïtuf hie naturbiftorifebe Sefdjreibung beS ©djafS móge je|t eine furje
©djilberung ber Bartung unb Sudjt beffetben folgen.
S ie ©rnabrung ber ©djafe gefebiebt in wärmeren Sanbetn bloS
burdj ben Beibegang, inbem ftcb bie $b>cre jn allen SabroSjeifen ihr
gutter felbft im greten fueben müffen. Siefe. ÊrnabrungSweife ifi jwar
fogar nodj in einigen gebirgigen Stgrilfen gnglanbs, auf S^lanb, ben
garóer Snfeln u. f. w. üblidj; allein bie SEbicvc leiben im Binfer gar febr
SSRangei an gebótigen SlabrungSmitteln, unb eble ©orten würben auf foldje
Beife in ihrer Snalttat halb .berunterïommen. Sn unferem -Klima ifi im
Binter bie ©taUfütterung unumgüngtiibeS S3ebürfnig; bagegen bat ftd) feit
©nbe beS »ergangenen Sabrbunberts ein ©tr-eit unter ben Sanbwirtben er,
hoben, ob nidjt- ber feit 5llterS her übliche Beibegang ber ©djafe im ©om,
mer ganj abgefdjafft unb bafür ja biefer SabreSjeit nidjt ebenfalls bie
©tallfütterung eingefübrt werben follte, fo bag alfo bie Sbiere Sab» aus
Sabr ein im ©falle gehalten unb gefüttert würben.
3£llerbtngS bietet bie © taU fü tte ru n g t9) im ©ommgr mehrere be,
beutenbe SSörtbeite bar. 5lRan bat erjlenS nidjt nötbig gelber brach liegen
ju taffen, um fte für bie Beibe ju benügen. SRan famt jweitenS mehr
©djafe halten, weit man auf bemfelben Staume »tel mehr gutter an,
bauen fann, als felcbeS ber Beibegang gewübrt. (Sin britter ffiorfbeil
ifi, bag bie &biere jlets gleicbmagige Portionen erhalten, fo bag fte Weber 18
18) ©ehe mtwa&cfcbeiitlidj i(l SKoltna’ä fernere StnsaBe, Saf hie Sefoohnet bet Sottib
lern hutch JPaatuus het 3ie8«nh8cfe mit ©chafe« eine mittlece ©attuns hettetsehtadjt hahen
feHen. SSal- hietähet bie Semetfuusen auf ©. 1233. 19) © tt e h e r t spteiefchtift. @ .54. —
S t e u e r t Jöattbb- ©.49.
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