
3. spf). SBagner, ü6er CETJerittoö=®djafjucfft-. SiwifgS6. 1828.
— — über ben gegenwärt. ©ternb b. QJJerinoö«@cf;afjucf)t. Serl. 1835.
». CrßrenfelS, gefcfjicßtl. Sarfled. meiner neuen ©cßaffultur. $>rag 1831.
Stoppe, tlnleit. gurStenntniß, Sueßt unbpflege berdRerinoS. 2te Slufl. SSerl. 1835.
Untee ben Spieren, welcße beS dRenfcßen $auSgettoffen geworben, nimmt
baS ©cßaf eine ber erfien Stegen ein. '3war läßt fjcß »on feinen Straften
faft fein ®ebraucß matßen, feine gange 9?u%barfeit ifi bei uns nur eitle ma=
tecieUe,- ober in biefer SSejtefjung ifi fie non einem aufferorbenfließen Um=
fange unb fteßt ber feines anbern fjauStßiereSan Sebeutfamfeit ndtß.
(Rirgenbs meßt wirb unfet $auSfcßaf im 'wilben ßujianbe gefunben,
unb in bewoßnten fionbern fdjeint eS an feinem Sitte -fieß »erwilbert gu
ßaben. ^>ferbe,-SRinber, ©cßweine,'(punbeunb anbete (Eßiete, welche in 2Cme=
rifa eingefüßrt würben, (eben jeßt bort in großen beerben im Sufianbe
»ödiger greißeit; non »ermilberten (Sodfdjafen ift jeb.oeß bafelbfl feine ©pur
gu finben. ©leicßwoßl würbe ,ba3 ©cßaf adentßalben ßinl.änglicße ©ubfijiengs
mittel finben, unb ba eS bie Ädlfe nießt fdjeut, fo würbe eS, gleicß feinetj
wilben ©fawntgenoffen, in ben großen ©ebirgen red;t gut fo.rtfommeri';
adein e,§ ifi an ben 4?auSfianb fo gang unb gar gewößnt,. unb beSßalb fo
ßülf* unb ratßloS geworben, baß man woßl beßaupfen fann, oßne beS
SRenfcßen ©cßuß unb pflege wäre eö feßon langfi- »om ©tbboben »cts
fdjwunben.
Sfl baS gaßme ©cßaf eine urfprünglicße, eigentßümticße 2Crt, bie jeßt
gang unter bie;@ewalt beS (SRenfcßen getatßen ift, ober ift eS nur ein ge*
gäßmter ©eßlag »on ben wilben ©cßafen, bem 2trg a li, (SRufion u. f. w.?
®ieß i(t eine grage, an beren (Beantwortung wir uns, ef>e in -;ber wei=
tern ®atfiedung .forfgefeßritten werben fann,. guerft »epfueßen müffen.
®aS fbauSfcßaf ßaf in »ielen SSegiefiungen aderbingS eine fo große (Ser*
wanbtfcßaft gu ben wilben ilrten, baß (Raturforfcßer wie C a lla s feinen
2Cnjianb genommen ßaben, jenes »on biefen abguleifen. SwarfcßeinfieS auf
ben erfien tfnblicf, als ob bie wilben ©cßafe »on ben gaßmen aujferorbents
lieb »erfeßieben wären, inbem jene mit paaren, biefe mit (Sode befle-ibet
finb, jene als feßnede, mutßige, gewanbte, intedigente-©ebirgStßiere ge*
priefen, biefe als unbeßütflicße, fureßtfame, weßrlofe, bumrne ©efeßöpfe »er*
rufen finb. ©leicßwoßl fönnen biefe pßpfifeßen unb pfpcßifcßen ®ifferengen
weiter nichts als- ein ©rgebniß beS meßt ober minber freien ober abßängi*
gen SufianbeS biefer J£l>icre, unb gunt (Eßeil aud) lofaler ©inflüjfe fepn.
SSaS guerft bie (Sodbefleibung anbelangt, fo ifi biefe feineSwegS eine fpe«
gififeße ©igentßümlicßfeit ber #auSfcßafe, inbem nidpt nur bie guineifeße
unb angolifeße (Jfaffe gleid) bem SRufion mit paaren fiatt ber (Sode be»
fleibet ift, fonbern umgefeßrt finbet fid) bei aden (Silbfdjafen unter ben
paaren eine Wodige Sccfe, wel^e naci) SR-aaßgabe ber Umftdnbe alfo red)t
woßl in einem fotdjen Umfange ftfy entwideln fonnte, baß ße bie eigene
lii) t Sefleibung auSmad;en würbe. ®iefe ^taare »erfdjwinben aud) feinest
wegS bei unfern jaljmen ©djafen, fonbern finb nur meßr ober minber ju*
rücfgebrdngt; fie finb 5. S. bei ber fettßeißigen (Raffe in folcßer SRenge
»orljanben, baß fie öfters bie (Sode überbieten; bei ben fljetldnbifdjen ©d;a-
fen wad)fen fie jugleid) mit lefcteren auf, unb felbft bei ben ebelfien (SRerU
noS finbet man einjelne fogenannte 3 iegen» ober ^tunbsßaare.
Saß bie jaßmen @d>afe ben wilben in pfpcfifdjer ^infid)t nacfjßeßen,
ifi woßl nur golge ißreS" beengten unb befcßrdnften 3ußanbeS, inbem tß=
nen burd) Wirten -unb ißte ^mnbe ade greißeit benommen wirb, unb ißre
.Strafte unb Anlagen, als für ben SRenfcßen nußloS, ju feiner ©ntwid«
lung gebraeßt werben. (So ißnen größere greißeit, wie in ben gebirgigen
(Eßeilen »on ©nglanb, gefiattet wirb, ba geigen fie fid) aud) gewanbter
unb mutßiger, unb eS ifi bort nießts ungewößnlicßeS, baß SBibbet unb
felbft Hammel bisweilen ^»unbe unb güd)fe angreifen unb fogar töbfen1).
Sie weiblicßen ©cßafe bagegen finb aud) bei ben wilben ilrten furd)tfam
unb unbeßülfitcß.
3 wifd)en wilben unb gaßmen ©cßafen fanben fiä) bemnad) feine fol=
ißen auffadenben SRerfmale, welcße uns gur ilnnaßme einer urfprünglicßen
fpegififd)en ®iffereng berfelben unumgdngltcß nötßigten. ©leicßwoßl fönnten
bie beßeßenben geringen SSerfcßiebenßetten eben fo gut als beim (Pferb unb
©fei ßinreicßenb fepn, um eine wirflid) fpegififeße ©efonbertßeit gu begeid)=
nen. Um ßierüber in’S (Reine gu fommen, bleibt, wie feßon erwdßnt, fein
anbeter iluSweg übrig, als bureß äSerfuiße gu ermitteln, ob SSilb» ober
^auSfcßafe eine fruchtbare SRacßfommenfßaft miteinanber ergeugen ober
1) G riffith anim. Kingd. IV. p. 315.