
tiaben. Bei beneinen ftnb bie £aare feb» lang, bei ben anbern fürs; bie Jg)Sr=
ncr ftnb halb gerabe unb getreust, balb cmäeincmber weidjenb unb ricfmärtg
gefrimmf, einigen festen fte fogat gans; bie Si)ven ftnb tijeifö breit unb
bängenb, tfjeilä fdjmäier unb meijr aufgericijtet. Sie garbe n>ecf>felt »out
fünften SBeip big sunt'Braunen unb ©eflecften.
3tl§ ber befie unb beSijatb mobl auch alg bet Sttginal » ©ci)tag gelten
bte 3 iegen mit fursem unb ramaffirfem Mpfe, mit geraten unb getreusten
,§6rnern unb mit bängenben Sijren; menigfteng tjaben biefe in ber Stegei
ben beflen glaum. Uebrigenä ift bet SSud)g ber @d)alsiegen ofjngefäfjr mie
bei unferer gemeinen Staffe, bie £aate ftnb fd)lid)t, feinegroegg mie bei ben
angorifdjen Siegen gelodt, unb gemobnlid) lang. Unter benfetben ftnbet fid)
ber glaunt, meiner bag SRaterial su ben foftbaren ©cpalg liefert; »oh ber
beflen ©ite ift er, wenn er reichlich »orbanben, fd)ön meip, lang unb be=
fonbetg elafitfd) unb feibenartig ift.
®on bem Bode, »eldjer in bent Tiergarten be§ englifdjen ®ou»er»
neurS in Sjtinbien »on fafdjmirf^en ©Item geboren unb burd) S ia rb unb
Suoaucet ber patifer Stenagerie eingefdhdf mürbe, gi'ebt g r. günier
folgenbe Betreibung: „©eine ©ejtalt ift mittelmäpig; am SBibertifi bat
er 2' #6f)e, unb feine Sänge »on ber ©d)nau|e big ^ur ©djroansmursel ift
2' 10"; berMpf »om ©d)nau|enenbe big s*»ifd>en bie £>bten bat 9", unb
ber ©cbmans 5 ". Sie Körner ftnb gerabe unb fpiral, fte meidjen augein»
anber unb haben ihr SSacbgtpum nod) nicf>t »ottenbet. ©eine fpaare ftnb
lang, glatt unb fein, aber feinegmegg mie bie ber angotifdjen Siegen getodf.
Äm Äopf unb $alfe finb fte fcbmars, unb am übrigen Körper roeip; ber
glaum ift aUentbalben graulicbmeip."
Sie auf 3td>alm in SBirtemberg gesitteten Mfcbntirgiegen, meld>e »on
10 ©tuet bei Sernaur unb »on 6 ©tuet in SSien angetauften berftammen,
unb auf einen ©tanb »on 40 big 50 Snbioibuen gebalten merben, betreibt
SBcdEbcrlin folgenberntaffen: Sb« Mrperfornt bat gefälligere Berbält»
niffe alg bie ber gemeinen 3 iegen, auch finb fte meifieng großer, ihre ^aare
ftnb feiner unb meiner, häufig lang, bod> ftnb auch fursbaarige barunfer.
Sbregarbe ift febr »erfdjieben: balb meip, fdjmars, bläulich, gelblich, balb
gefledt. Bei ben meipen Siegen ift ber glaum meip, bei ben gefärbten mehr
ober meniger grau. Sie Sreusung mit gemeinen 3 iegen entfpridjt ben ©r»
martungen infofern, afg bie babureb erseugten Kb^te »emtebrfen glauth»
anfa| unb eine beffere Mrperfornt erlangen. ©old>e Tiere, melcbe big in bie
»ierte ©eneration immer mieber »on einem Mfdjmitbod erseugt mürben,
tonnen, »on reinen Mfcbmitgiegen nid)t unterfebieben merben 12).
Sa bie 2(ed)tbeit ber »on Säubert unb Sernaup in granfteicb
eingefibrten Siegen, alg mabre Äafcbmirsiegen, bejtriften morben ift, fo
mup je|t »or tltlem nadjgemiefen merben, bap fte eg mirflid) ftnb, »on
beren glaum bie Mfcbmirer ihre ©cfalg bereiten, um fo ntebt, ba eine an»
bere, aug &ibet ingranfreid) eingefäbrte Unb in 2£lfort gehaltene- Staffe alg
bie ächte ihnen entgegen gefiellt morben ift.
1) Sie ©ad>e mirbe am fdjneUfien entfebieben fepn, menn bie Steifen»
ben, melcbe in neuerer Seit Mfd)mit unb Sibet befuebt haben, eine betail»
Urte Betreibung berjenigen Staffe, beren glaum in Mfd)tnit »erarbeitet
mirb , ung binterlaffen hätten. 2£Uetn bie meifien Angaben ftnb in biefer
Besiebung nicht fo eoibent, bap fte sut befinitioen ©htfebeibung beg »orlte»
genben ©treitpunffeg »ollEommen binreicbenb mären. © e r ar b *3), melcber im
ipocblanbe »on ©äbtibet bie ächten ©cbalsiegengu ©efiebte befam, fagf»on
ihnen blog, bap fte ftd> faum »on ben gemöbnlidten unterfebieben unb feine
eigne Staffe ju fepn fd)ienen. SKoorcroff’ g unb Sacquemont’ g hinter»
laffene Rapiere enthalten fjfevöber nidjtg ©ntfebeibenbeg. B u rn e g 14), ber
iteuerbingg auf feinen Steifen in ber Bucbarei bie Siegenraffe ber ätirgifen;
alfo biefelbe, melcbe burd) Säubert eingefibrtmürbe, su®eftd)tbefam, mill
fie smar »on ber äd)t tibetanifeben unterfdjeiben, inbem er fagt, bap jene
»on gembpnlidjer ©rope, febmars unb »on ber tibetanifeben »erfcbicben fep,
melcbe ein fleineg unb febäneg T ie t märe; allein abgefeben »on ber Unbe»
fiimmtbeit biefer Angabe läpt ftd) mobl bie geringere ©räpe ber tibetanifcfje»'
Stege aug ber Mite ibteg SBSobnorteg, unb ihre grogere ©d;änbeit aug ber
forgfältigeren Bebanblung ableiten, ohne bap man an eineStaffenoerfcbiebenbeit
gu benfen hätte. Unter alten Angaben ift alfo noch immer bie »onSEurner, bem-
in SEibet äd)te ©tä>alsiegen geseigtmürben, bie»oHflänbigfte. (Srfab ihrer bafelbß
eine Stenge, bie bei fjeftiger ätälte bag burre ©tag, melcbeg auf ben fahlen
12) p f i f l l bet DauStbieoiSoifett. ©tuttg. 1834. 6te 0cf. @.24. 13) Brewstbk
Edinb. Joarn. of Scienc. 1824. I. p. 42. 14) Travels into Bokhara. II. p. 176.