
Die häufigste Art dürfte Ac. rubrolineatus (Lischke) sein, der auch in der Sagamibai vorkommt
und darüber hinaus, es ist schwierig, die nördliche Grenze zu ziehen. Von Nagasaki sind im Berliner
Museum einige Tiere vorhanden, deren Schale nur etwa so breit is t wie der Rand an den Seiten
(4—6 mm); die Farbe ist meistens ziemlich dunkel schwarzgrün, mehr oder weniger ausgedehnte
weißliche Stellen zeigend, die gewöhnlich in der hintern Hälfte des Tieres überwiegen, und in der
Regel mit 2 nach hinten konvergierenden hellen Streifen an den Grenzen der Mittelfelder, wozu hin
und wieder ein heller Mittelstreifen kommt. Diese hellen Teile können mehr oder weniger deutlich
ro t sein; die Mitte der Innenseite ist meist dunkel gefärbt. Die Schale ist ziemlich flach gewölbt,
das Mittelfeld deutlich längsgestreift, nicht scharf gegen die mit ziemlich verschieden geformten
Wärzchen besetzten Seitenfelder begrenzt. Die Mittelstücke (Taf. VI. Fig. 13) haben ziemlich stark
vorgezogenen Apex, gerundete Seitenränder, das Tegmentum ist merklich breiter als lang, die
Apophysen sind ziemlich stark nach vorn gewendet, so daß die Bucht zwischen ihnen schmal und tief
ist. Das Tegmentum des hintersten Stückes (Fig. 14) h a t einen schwach gebogenen Vorderrand
und stärker gebogenen Hinterrand, der Apex liegt etwas hinter der Mitte, der hintere Abfall ist
schwach konvex, der Hinterrand vom Articulamentum von oben gesehen fast gerade.
Der Gürtel ist von grünen, zum Teil hellen Nadeln bekleidet, deren Form ziemlich variabel
ist, bald finde ich die größeren dicker, kürzer, längsgestreift, bald dünner, länger und glatt, und auch
die kleinen Nadeln variieren in ihrer Form; die Pinsel bestehen aus kräftigen, meist dunkelgrünen
Nadeln.
Im wesentlichen dieselben Merkmale zeigen die Exemplare von Enoshima; ich bilde in Fig. 15
einen der kleinen Kalkstacheln und die distale Hälfte eines der großem ab ; diese sind kurz zugespitzt
und fein längsgestreift. Früher habe ich die Gebisse von einem Exemplar von Nagasaki (unter dem
falschen Namen Acanthochiton zealandicus) und von einem von Enoshima beschrieben (Gebiß Schneck.,
v. 2 p. 399 t. 32 f. 32, 33); daran fällt die verschiedene Form der Mittelplatten auf, indessen finde
ich bei ändern Exemplaren diesen Unterschied nicht so ausgeprägt, daß man darum beide für verschiedene
Formen halten müßte.
Merkwürdig is t bei einem einzigen Tier von Hakodate, das im übrigen dem Acanthochites
rubrolineatus recht ähnlich ist, die bedeutend breitere Schale (Fig. 16), deren Vorderrand an den
Mittelstücken gerade is t; die Gürtelstacheln sind auch ähnlich, nur finde ich die größeren relativ Idein
(Fig. 17) und die Mittelplatte der Radula ist vorn ein wenig schmaler als in der hinteren Hälfte;
tro tz der merkbaren Unterschiede möchte ich diese Form doch noch zu Ac. rubrolineatus stellen.
F ü r verschieden halte ich indessen ein andres Exemplar von demselben Fundort und eins
aus dem Senckenbergischen Museum, das leider keine bestimmte Fundortsangabe ha t. Bei diesen
is t die Farbe der Schale schfaarzbraun, auf den mittleren Stücken meist m it 1 oder 3 weißlichen Längsstreifen,
zuweilen noch mit kleinen weißen Flecken auf den Seitenteilen; die mittleren Teile vom
Articulamentum sind ro t oder braun gefärbt. Die Skulptur ist sehr fein, in der Mitte längsgestreift,
seitlich mit mehr oder weniger verlängerten, sehr kleinen und dichtstehenden Wärzchen, ohne
scharfe Grenze gegen das Mittelfeld. Der Apex der Mittelstücke (Taf. VI, Fig. 18) tr i t t s tark vor, während
die Apophysen weit nach vorn vortreten, so daß zwischen ihnen eine tiefe Bucht entsteht, und
sie sind ziemlich schmal, am Ende abgerundet. Das Tegmentum des hintersten Stückes (Fig. 19—21)
ist bedeutend breiter als lang, vorn fast gerade, mit weit nach hinten gerücktem Apex und steilem
hintern Abfall. Das Articulamentum is t hinten in der Ansicht von oben ziemlich gerade, die Apophysen
groß, rundlich, etwas abgestutzt.
Die Gürtelspicula sind braun, die Pinsel weiß. Die braunen Kalkkörperchen (Fig. 22, 23)
sind sämtlich keulenförmig, größer oder kleiner — bis etwa 450 p lang und 110 jx dick — in der
distalen Hälfte mit wohl ausgeprägten Längsleisten; die weißen Nadeln sind glatt, allmählich scharf
zugespitzt.
So scheint mir die Verschiedenheit von Ac. rubrolineatus recht augenfällig zu sein, und da
die Farbe mit der von Ac. achates (Gould) von demselben Fundort übereinstimmt, will ich diesen
Namen dafür annehmen. Pilsbry h a t Original-Exemplare vor sich gehabt, die stark erodiert waren,
aber leider keine Angabe über die Form der Gürtelspicula gemacht.
Während ich einige Exemplare von Tsingtau und Tschifu trotz kleiner Unterschiede noch
zu Acanthochites rubrolineatus stelle, is t Ac. seidiger (Rv.), wovon ich einige Exemplare der Pätel-
schen Sammlung von Yorks Halbinsel vor mir habe, als verschieden anzuerkennen. Schon die Farbe
ist anders, bald weißlich mit braunen Flecken, bald olivengrün (nach Reeve burnt-red), doch nicht
gestreift, wie bei der ändern Art. Die Schale ist verhältnismäßig breiter (Taf. VI. Fig. 24), das Mittelfeld
längsgefurcht, die Seitenfelder mit kleinen, rundlichen Wärzchen besetzt; die Apophysen stark
seitwärts gerichtet, breit gerundet. Das Tegmentum des hintersten Stückes (Fig. 25, 26) ist etwas
breiter als lang, vorn schwach gebogen, mit etwas hinter der Mitte gelegenem, deutlich abgesetztem
Apex; den Hinterrand vom Articulamentum finde ich bei 2 Exemplaren eigentümlich zackig. In
Fig. 27 stelle ich die mit einander verwachsenen beiden hintersten Schalenstücke eines Exemplars dar.
Der Gürtel is t mit grünen Kalknadeln bekleidet, die ziemlich dünn und allmählich scharf
zugespitzt sind, die kleineren sind etwa 200 p lang und 15 p dick, die großem 0,5 mm lang und
25—30 p dick (Fig. 28); die Pinsel bestehen aus langen und dünnen weißen Nadeln.
Die Radula eines untersuchten Tieres h a t eine ziemlich lange und schmale, in der Mitte ein-
geschniirte Mittelplatte und die Zwischenplatten zeichnen sich durch einen eigentümlich beilförmigen
Anhang an der vordem Außenecke aus (Fig. 29).
Von Acanthochites defilippii (Tapparone Canefri) habe ich außer einem trocknen Exemplar
des Berliner Museums ohne Fundort ein konserviertes Tier des Petersburger Museums von Nagasaki
vor mir, das g u t zu den Originalabbildungen p aß t (vgl. Man. Conch., v. 15 t. 2 f. 45—48); ich will
daher nur erwähnen, daß ich die Mittelfelder ungefurcht, die Seitenfelder mit ziemlich großen, flachen,
mehr oder weniger länglichen Wärzchen besetzt finde. Das beträchtlich größere trockene Exemplar
h a t in der Form der Tegmenta der Mittelstücke Ähnlichkeit mit Pilsbrys Fig. 42 d. Täf. I I , doch sind
die Apophysen bedeutend weiter seitlich ausgebreitet. Der Gürtel trä g t größere und kleinere Spicula
(Taf. VI, Fig. 30), deren erstere etwa 500 p lang und 50 p dick, distalwärts allmählich verdünnt, am Ende
aber abgerundet sind, ebenso sind die kleinen, die nur etwa 100 p lang sind, distal abgerundet; die
Randnadeln sind den größeren Nadeln der Oberseite ähnlich, nur länger, während die Pinselnadeln
scharf zugespitzt sind.
Unlängst erhielt ich von Hirase 6 Exemplare, von denen 3 als Acanthochites dephilippi, 3 als
Ac. suhachates Pilsbry bezeichnet waren, alle von Fukura, Awaji. Mir scheinen 5 Exemplare zu einer
Art zu gehören, nur eins ist etwas verschieden, mit Ac. defilippii dürften aber beide Formen nicht
zusammenfallen, während Ac. subachates meines Wissens bisher nicht beschrieben ist. Die Form
der Mittelstücke der einen ist sehr ähnlich mit Fig. 37 d. Taf. I I von Pilsbry, die als Ac. porrectus Carp.
= defilippii bezeichnet ist, aber beträchtlich verschieden von Fig. 42; es ist mir nicht möglich, festzustellen,
ob Carpenters Art mit der meinigen identisch ist, denn es gibt keine Angabe über die
Beschaffenheit der Körnchen, die bei den mir vorliegenden Schalen wesentlich anders als bei Ac. defilippii