
Auch der helle, die Wand (a) und den „Schatten“ (b) so oft trennende Streifen (c) is t seiner E n tstehung
nach ohne weiteres verständlich.
Textfigur 29 zeigt ebenfalls aufs deutlichste, wie unberechtigt hier die Vorstellung von der
Existenz eines Basalskelettes war: bei dicken Schliffen von echten Fusulinen, deren Septenfältelung
im wesentlichen sich auf den unteren Teil des Septums beschränkt, zeigt sich naturgemäß das gleiche
Bild! Diese Tatsache dürfte auch den letzten Zweifel beseitigen. —
Fig. 29.
Fusulina eo n tra cta, Axialschnitt zeigt in e twas dickem Schliff ein Pseudo*
Zur Vergleichung axialer und medialer Schliffe.
Eine der Hauptschwierigkeiten, die sich dem Heranziehen der Schliffe zur Speziesdiagnose
entgegenstellen, ist die Tatsache, daß sich a u s e i n e m I n d i v i d u u m stets nur j e e i n
z e n t r a l e r S c h l i f f anfertigen läßt. Da die äußere Erscheinung nur in den seltensten Fällen
es ermöglicht, zwei Exemplare als zu der gleichen Spezies gehörig mit vollster Bestimmtheit zu erkennen,
ist die unerläßliche Vorbedingung aller näheren Beschäftigung mit den Fusulinen ein genaues Eingehen
auf die Einzelheiten des Schliffbildes, um Anhaltspunkte zu gewinnen, die Speziesmerkmale
s o w o h l a n a x i a l e n a l s a n m e d i a l e n S c h n i t t e n zu erkennen.
Da die genannten zwei Orientierungen der Schliffe miteinander nur e i n e G e r a d e gemeinsam
haben, die senkrecht auf derAxe steh t (im Axialschliff daher einwandfrei fixierbar ist), und durch
die Mitte der Zentralkammer geht (im Medialschnitt also einen beliebigen Durchmesser darstellt),
ist es das Nächsthegende, diese Gerade i n b e i d e n S c h l i f f e n , den auf ihr sichtbaren Eigenschaften
nach, zu bestimmen. Wenn wir von zwei völlig normalen Individuen gleicher Spezies die
gleiche Größe etc. besitzen, einen absolut genauen,
gleich dicken Axial- und einen ebensolchen
Medialschliff uns hergestellt denken,
so sehen w ir, daß eine Reihe von Daten
von jedem der beiden Schliffe gleich gut
abgelesen werden kann (vgl. Textfigur 30).
Die Projektionen der scheinbaren
Wandstärke und der scheinbaren lichten
Weite der Z e n t r a l k a m m e r werden
sich entsprechen und ebenso ihr äußerer Soten|i iur VotgWchung aidalte nnd lnedi,to schoitio m rusuu,». c„. mo.
wahrer Durchmesser. Allerdings ist dies
leider nur in diesem gedachten Idealfalle zutreffend. Nach dem in dem Abschnitt über die
Zentralkammer (Seite 11) Gesagten ergibt sich, daß schon geringe Abweichungen der Schlifflage
von der mathematisch strengen Orientierung, sowie alle Schwankungen in der Dicke beider
Schliffe die genannten scheinbaren Werte wesentlich verändern, während der äußere Durchmesser
der Anfangskammer etwas konstanter ist. Aber auch dieser ist als Speziesmerkmal nicht recht brauchba
r; neben der individuellen Variabilität steh t u. a. auch der Einfluß des Dimorphismus (vgl.
Seite 150 157) dieser Verwendbarkeit des äußeren Zentralkammerdurchmessers entgegen.
Die W a n d u n g s s t ä r k e ist ebenfalls nur mit Vorsicht heranzuziehen. Zwar bietet der
Medialschliff ein sehr exaktes Bild, zeigt aber auch, daß die Stärke zwischen je zwei Septen oft recht
wechselnd ist. Am schwächsten pflegt sie etwa in der Mitte der Wölbung der einzelnen Kammer
zu sein (Fusulina tenuissima z. B. bildet eine Ausnahme!). Da der AxialschlifE nun aber nur eine
Gerade mit dem medialen Schnitt gemeinsam h a t, ergibt sich die W ichtigkeit der relativen Lage dieser
Geraden innerhalb des einzelnen Umganges, da je nachdem eine dickere oder eine dünnere Partie