
Ü b e r s i c h t ü b e r d i e Z e n t r a l k a m m e r n d e r F u s u l i n e n d e s r u s s i s c h a
r k t i s e b e n B e z i r k e s .
Spezies:
Fusulina
Durchmesser der
Anfangskammer.
jUnregelmäßige
Form.
Abbildungen (R, Tafel)
mikrosphärisch makrosphärisch abnorm groß
cylindrica 0,15 0,23 XIII 5 XIII 1—4,6,7,13
longissima
o
n
Pt
©
ui
große Zentralkammern
selten. XIII 14 X III 16, 19 XViII 15, 20
minima 0,05 — 0,08 XIII 23
Tscher nyschew i 0,15 0,2 XIV 1 - -3, 7—11
vetusta
alpina var.
rossica
ca. 0,25
XVI 1
XV 8, 9
XVI 2
arctica meist
recht — 0,31
klein
nicht selten. XVI 6—8 XVI 5, 9
Verneaili ? — 0,27 XVII 4, 6 XX 11, 13, 14
X V I11, XVI I1
Lutugini ? — 0,32 XVII 2, 3 XVII 7
subtilis 0,17 Q 0,25 XVIII 2, 3 XVIII 1
simplex ? — 0,2 0,37 XVIII 4, 5
’ gr."sser. zuweilen. XVIII 7, 9—11
prisca ? ^ wesentlich
XIX 1, 2
XVIII 8
XIX 4
obsoleta f — 0,1 0,17 XIX 5, 7
Krotowi 0,15 0,25 0.45 zuweilen. XX 1, 4, 5, 10 XX 7 '
Anderssoni 0,17 H 0,23
Die Tabelle lä ß t erkennen, daß bei einer ganzen Anzahl von russischen Spezies die Differenzen
der Zentralkammergröße so stark sind und andererseits sich meist so deutlich um je zwei verschiedene
Werte gruppieren, daß ein Zweifel an dem hier vorliegenden Dimorphismus nicht wohl möglich ist;
Die Zahlenangaben habe ich nach S c h e 11 w i e n eingesetzt, um möglichst objektiv zu bleiben,
obwohl S c h e l l w i e n s Bestreben, D u r c h s c h n i t t s m a ß e zu geben, ihn vielleicht manchmal
veranlaßt hat, auf die Schliffe, die infolge ihrer Orientierung hinter dem makrosphärischen
Größenbetrag merklich Zurückbleiben, mehr Wert zu legen, als ich es getan haben würde. —
Als ein Beispiel, wie schwer es ist, zahlenmäßig bei einer Spezies d en Dimorphismus zu erweisen,
will ich die relativen Maßzahlen oder Durchmesser anführen, die acht willkürlich herausgegriffeen
Schliffe von Fus. secalis, die einen deutlichen Dimorphismus zeigt, ergaben. Die Maße sind innen
und außen genommen, um aus dem Betrage der scheinbaren Wanddicke auf die Schlifflage schließen
zu können.
Die Zahlen ergeben folgendes Bild:
Aeusserer
Durchmesser
Innerer
0,35
0,35
0,38
0,38
0,5 ,
0,5
0,66
0,7
0,2
0,25
0,3
0,3
0,3
0,4
0,5
0,55
Da im allgemeinen der W ert des äußeren Durchmessers ziemlich exakt meßbar ist (vgl. Seite 11),
wäre man zunächst versucht, aus der ersten Reihe einen Dimorphismus zu folgern, indem man als
Mikrosphären die ersten v i e r Individuen mit einem wahren Werte von er. 0,38 mm setzte, und als
Makrosphären die letzten vier betrachtete, denen man eine größere individuelle Variationsbreite
zugestehen müßte, die etwa zwischen 0,6 und 0,7 läge.
Die Betrachtung der zweiten Reihe zeigt zwar im ganzen, daß der erste Eindruck berechtigt
war, würde aber für sich allein zu dem Schluß verleiten müssen, daß die ersten f ü n f Exemplare
mikrosphärisch seien.
Der Vergleich beider Zahlreihen beweist wieder den größeren Wert der Messungen des äußeren
Durchmessers und stellt sich als ein ziemlich scharfes diagnostisches Hilfswerkzeug dar. Die sehr
ansehnliche scheinbare Wandstärke von 5. beweist, daß dieser Schliff so weit exzentrisch liegt, daß
der äußere Durchmesser zu klein angezeigt is t; auch 7. und 8. legen diesen V erdacht nahe. Von den
Werten 1—4. gilt das gleiche, während 6. relativ korrekt erscheint. Demnach ergeben sich drei
Möglichkeiten:
a) 1.—4. sind mikrosphärisch. Der äußere Durchmesserwert liegt etwa bei 0,4. 5 . - 8 . sind
makrosphärisch, mit dem Werte von ca. 0,55—0,75.
b) 1.—=-4. sowie 6. sind mikrosphärisch mit dem Werte von ca; 0,5. 5., 7. und 8. sind makrosphärisch
und H l da 5. stark exzentrisch ist 3 haben den Wert von ca. 0,75.
c) Schliff 6. ist seiner Lage oder seiner Art nach zu Vergleichen nicht geeignet. Die beiden
Werte Hegen etwa bei 0,4 und 0,75.
So wenig es mithin in jedem Einzelfalle mögheh ist, eine völlig befriedigende Aussage zu
machen, so wenig wird evtl. durch abnorme, sich nicht ohne weiteres als ungeeignet verratende
Schliffe das Gesamtergebnis beeinflußt.
Als entwicklungsgeschichthche Folgerung is t aus dem Gesagten der Satz abzuleiten:
D i e F u s u l i n e n z e i g e n h i n s i c h t l i c h d e r F o r t p f l a n z u n g k e i n e s w
e g s e i n e n p r i m i t i v e n T y p u s g e g e n ü b e r d e n g e o l o g i s c h j ü n g e r e n
F o r a m i n i f e r e n , wie ja überhaupt die Untersuchung dieser paläozoischen Gruppe in keiner
Weise prinzipielle Abweichungen von jüngeren (oder sogar rezenten) Formen ergeben hat. — Von