
Durch seine Substanz, durch die verschiedene Intensität der Farbe sei«
her Grundmasse, durch Natur und Häufigkeit der Gemengtheile, läfst sich
jeder Strom erkennen, denn die Bedingungen, unter welchen sich die Lava
▼or der Eruption im Feuerberge fand, sind zu mannichfaltig, als dafs man
.sie zu zwei verschiedenen Zeiten gleich erwarten könnte, darum muh auch
das von ihnen abhängige Produkt nothwendig sehr verschieden seyn.
■ Die Lava wird schnell fest« Nur am Rande des Kraters kann sie , ungeachtet
sie vom Heerde entfernt is t, nicht leicht erkalten, denn das Hydrogen
dringt in einzelnen Säulen herauf, entzündet sich und bringt die festwerdende
Masse aufs Neue in Hufs. Aber sobald diese den Rand des Feuerschlundes
überstiegen hat, ist sie nur von figenen Kräften abhängig. An
allen Pünkten , wo die Lava die Oberfläche berührt, sieht man sie bald mit
einer mehr oder weniger dicken und harten Binde bekleidet , welche der
noch flüssigen Hälfte des Stromes zur Decke dient. Durch den, während der
Eruption stets erneuerten, Zuflufs wird die Rinde nicht selten emporgehoben,
so dafs sie zusammenstürzt und in das Fluide hinabsinkt, allein unter dem
Einflüsse der Atmosphärilien bildet sich .bald eine frischo Kruste. Die tiefer
gelegene Lava bleibt längere Zeit fliofsend und erhärtet oft erst nach einigen
Jahren.
In dem Schoofse jenes feurigen Fluidums entwicklen sich, nach
B r e is l a k ’s Ansicht, die Kräfte der Anziehung. Die Elemente
der Substanzen, welche durch die Schmelzung getrenut wurden,
vereinigen sich von neuem zu krystallinischen Gebilden, ähnlich
denen, welche ihr. Ur- Zustand bemerken liefs. So erklärt jener
Naturforscher die Entstehung der, Fossilien — A u g i t , G l im m
e r , F e l d s p a t h , L e u z i t , Z e o l i t h u. s. w.|i§i- .die wir in
gröfserer oder geringerer Häufigkeit als Einschlüsse der Laven finden
und leitet die Erscheinungen, welche man in dem Relativen
ihrer Lage bemerkt, von eigeuthümlichen, bei jener Operation ein-
trcten könnenden Verbindungen her.
Dahin gehören die L e u z i t * K r y s t a l l e » w e lch e Fragmente v on
A u g i t oder F e l d s p a t h — und umgekehrt die A u g i t - K rystalle,
w elch e L e u . z i t -Bruchstücke einschliefsen u . s. w .
Jener hypothetischen Annahme stehen allerdings sehr gewichtige
Gründe entgegen. So namentlich, dafs wir das Vcrwandtschafts-
Verhältnifs. nur alsdann als wirksam zu betrachten vermögen,- wenn,
wie dies ausschliefslich bei einem vollkommen flüssigen Medium'
geschehen kann, die Massentheilchen Freiheit haben sich einander
zu nähern und so ztl regelmäfsigen Gestalten sich zu verbinden.
Indessen ist es von der anderen Seite auch nicht zu verkennen,
dafs die Infiltrations - Theorie gar manche Einwurfe ungelöst läfst.
Bei einem llizzegrade von geringerer Intensität ist es endlich gar
wohl denkbar, dafs jene Einschlüsse, ohne eine Schmelzung erlitten
za ' haben, sich mit dem Teige der Laven vermengten. Am
wahrscheinlichsten ist e s , dafs die Natur zur Bildung dieser Substanzen
nicht immer die nämlichen Wege einschlägt und man
darum keiu allgemeines Gesez zu fixiren vermag.
Aus der Verwitterung und aus dem zur Vegetation geschickten Zustande
mancher Laven lassen sich Schlüsse für das Alter der Erde gewinnen.
Es mufs jedoch hierbei ein sehr verschiedener Mafsstab angenommen
Werden, denn wir haben Laven, die über 2000 JAlire zählen (von dem
Ausfluss» des A e tn a , der zur Zeit Thuktdides die Stadt N a x o s zerstörte),
Welche noch immer eine feste, vegetationslose Oberfläche zeigen, dahingegen
andere zur schnellsten Verwitterung geneigt sind und oft nach wenigen
Menschenaltern schon einen fruchtbaren gedeihlichen Boden darbieten.
So findet sicli' an der Westseite des P i k s anf T e n e r i f f a .eine
Lava, v on der man' w eifS , dafs sie einem sehr alten Ausbrache angehört
und die demungeach'tet nicht im Geringsten v e rwittert is t .
sondern sich in einem Zustande vollkommener Verglasung erhalten ha t
Ferner kann es als Regel gelten, dafs, je mehr man sich von den neuen
Vulkanen entfernt, die Lavagiisse, indem sie' zugleich an Masse und Ausdehnung
gewinnen, desto mehr den Charakter wahrer Felsen annelimen,
sowohl was die Regelmäfsigkeit, ihrer Lagerung, als was ihre Theilung in
parallele Schichten und ihre Unabhängigkeit von der. jezzigen Form des Bodens
betrifft. Die Valkane, welche ein höheres Alter haben als die Sandsteine
und die. Kalkfelsen, sind seit Jahrhunderten erloschen; die noch brennenden
zeigen sich in der Regel mit Brekziea und neuen Taffarten umgeben.
Auch zwischen der Physiognomik der Vulkane und dem Alter ihrer
j,Gebirgsarten walten, nach Humboldt , merkwürdige Beziehungen.
Die Gipfel, welche jezt noch mit gröfster Gewalt und in den
kürzesten Zwischenräumen Feuer 6peien, sind s c h l a n k e - P ik s
v o n k o n i s c h e r F o rm .
Hierher der K o t o p a x i , der P i k v o n T e n e r i f f a und der
von O r i z a v a i n 'M e x i k o . '
B e r g e m i t v e r l ä n g e r t e m R ü c k e n und durch kleine
Steinmassen uneben gemacht sind sehr alte, dem Erlöschen nahe
Vulkane.
- So der K a r g u a i r a z o und der P i c h i n c h a in Q u i t o , der
Vulkan v on P u r a i j bei P o p a y a » und vielleicht auch der
H e k l a auf I s l a n d .
H 8 h t n in d e r F o rm v o n H u p p e l n "o3 e r » w g e s t iir ,,
1 « n G l o c k e n zeigeni jene problematische Porphyre an, y 0|)
denen man vermüthet 'dafs sie , an 'Ort uiid Stelle erhizt, Vo
Dämpfen durchdrungen und iu einem erweichten Zustande in j-
Höhe gehoben worden seien-, ohne je , wie die-eigentlichen stein
artigen Laven, geflossen zu haben, j
Der C h im b o r ä s s o , ‘der 'G r -a n d -'S -a v c o u y in A u y e r g j ,
5. E r u p t io n s -T h e o r i e .
„Gar v ie le Versuche die Probleme der Natur z u löaen ti„)
' eigentlich nur Konflikte der Denkkraft mit dem Anschauen. d„
Anschauen gibt uns. auf einmal den vollkommenen Begriff v on etwu
Geleistetem ; die. D en kk ra ft, die sich doch auch etwas auf,'sich ein.
bildet, möchte nicht Zurückbleiben, sondern auf- ihre \y e ise
und auslegen, w ie es geleistet w erden könnte und mufste. Da sje
■sich selbst nicht ganz zuliinglich füh lt, so ruft sie die Einbildungskraft
zu Hülfe und so entstehen nach, und nach solche Gedankenwesen, denn
das grofse Verdienst b leib t, uns auf das Anschauen zunUckzufUhrm
und uns. z u gröfserer Aufmerksamkeit, z u vollkommenerer Einsicht
hinzudräugen.“ (Go e t h e .)
Nach den Hypothesen der Physiker 'älterer Zeit nahm man e i n , ia
^ M i t t e lp u n k t e d e r E r d e u n u n t e r b r o c h e n f o r t b t en n en d tj
F e u e r an. Die-Krater .galten für die -Zugöffnungen jenes •unermefslichei
Feuermeeres.
Diese -abentheuerliclie Ansicht wurde -durch die Meinung L is t e r ’s tr.
drängt, welcher in den e n t z ü n d e t e n D ä m p f e n d e r S c h w e f e lk i e s ;
•die gemeinsame Ursache der Vulkane., Erdbeben und Gewitter suchte.
Allein wir kennen kein Beispiel eines Schwefelkies-Lagers, das sidi
selbst entzündet und gebrannt hätte , oder noch brennte. Die Feu-
erberge miifsten geschmolzene Schwefelkies^ -als Rohstein auswerfen,
die Laven sehr eisenhaltig seyn --die Schwefeldämpfe sich wtit
stärker und konzentrirter zeigen u. s. w ., welches Alles nicht da
Fall ist. Auch kommen die Schwefelkiese nicht in solchen niedrigen
Gebirgen vor , -als die sind , in welchen die Vulkane nicht selten
ihren Siz haben.
B r e tsla k , -dieser- scharfsinnige Beobachter des Vesuvs , - glaubt die Ursachen
der vulkanischen Ausbrüche,., und namentlich jene, welche bei den
-genannten Feuerberga wirken, von der Z e r s e z z u n g d e r S c h w e f e lk i .-
\ e u n d iy o .n -.d e r E i n w i r k u n g d e s d a b e i s i c h e n tw ic k e ln d e n
W U rm e s t o f f s a u f d i e S t e i n k o h l e n - F l ö z z e u n d a<if d i e Lag er
V o n b i t u m in ö s e m L e t - t e n herleiten zu müssen. Er sagt: der. The!
der Apenninen - Kette im Osten des Vesuv s enthalte eine gtofse Menge bituminöser
Fossilien und Schwefelkiese,, d ie , wenn nicht. zusammengelagert)
doch nicht weit von einander entfernt seien. Die eindringende Feuchtigkeit
bewirke eine- langsame Zer sezz ung der Schwefelkiese, u n i der dabei frei wer-
dende Wärmestoff veranlasse die bituminösen Fossilien zur Erzeugung vm
Erdöl. Dieses Erdöl fände bei seiner- Entstehung Gelegenheit sich mit des
Ammoniak und dem Schwefel der Steinkohlen , und- während seines weiten
Laufes mit Phosphor - Stoff (welchen B r e is l a k in manchen kohlensaurer
Kalkarten' von Kastellamare eben so enthalten glaubt als in den phosplior-
sauren von Estremadura) zu vereinigen. In diesem Zustande trete es mit
der , in diesem Theile der Apenninen häufigen, Salzsoole in die unterinfi-
selten Behälter des Vesuvs. Hier auf dieser Soole - schwimmend könne 8
sehr leicht durch einen, iu den Höhlungen dieses Bctgs nicht .seltnen , elektrischen
Finken entzündet werden. Als Produkte dieser Entzündung, und
der davon abhättgenden Zersezzung der Salzsoole, entstiegen dann dem Krater
die gasförmigen Säuren wie die Schwefelsäure, die schwefelige Säure, die
Salzsäure, die Kohlensäure, ferner das salzsaure Ammoniak und das salzsaurc
Natron ( ? ) . , Das, zu allen diesen Zersezzungen erforderliche, Sauerstoff^
dringe mit dem Stickstoffe in der atmosphärischen Luft durch die Spalte»)
welche früher das Erdöl und die Salzsoole zu dem Innern des Bei'gs. geleitet
hätten, und fülle allda die leeren Räume. Diese Spalten wären gleichsam
als Zuglöcher des vulkanischen Ofens zu betrachten. Wollte man dies«*
nicht zugeben- so wurde man doch der Ansicht seinen Beifall nicht versag«»
können , dafs durch die Zersezzung der' feuchten, die ungeheuren Höhlung«11,
stets erfüllenden, Dünste der Sauerstoff den brennbaren Substanzen zug«fül>[(
wurde.
Auf diese Ansiehten sich stüzzend, und darin durch das häufige Vorkom-
men bitaminöser .Fossilien in der Nähe vieler Feuerberge bestärkt , glaubt
B ue islak sieb zu dem Schlüsse berechtigt: dafs, sowie bei dem V«*uV
alle Ausbrüche der ändern Vulkan« a u f d e r E n t z ü n d u n g d e s E r d ö l *
beruhten.
Er "beweist die Gegenwart dos Erdöls im V e s u v selbst au* den
Beobachtungen D o lom iso ’s : dafs die Schlacken der /rischen La''«"
v on diesem Berge sehr oft unzweideutige Spuren v on Erdöl zeigte" \
ferner aus jenen v on H um b o ld t, Büch und G a r - Lirisxc welche
Während der Ersteigung des V e s u v s , zu einer Zeit, w o derselbe
In p>ätigk«lt w a r , einen starken Geruch nach Erdöl verspürten.
(Obgleich B r e i s t . a k an Ort uhd Stelle ¡beobachtete mnd
•daher den Vörgarig bei. vulkanischen Eruptionen genauer zu
durchschauen vermochte als Andere, so läfst dennoch seine Theorie
dieser' Erscheinungen dem vorurtheilsfreien .Physiker manche
Seite bemerken, wo sie von naturgemäfsen Ansichten .abweicht.
Denn können -dem -brennenden Erdöle mit Recht die ungeheuren
Wirkungen allein zugeschriebeit werden, welche ein arbeitender Vulkan
darbietet? Ist der Grad der Hizze, welchen .es während dem
Brennen liefert, so stark, dafs durch ihn -die iür -eine solche
Kraft stets schwer schmelzbaren Fossilien der Umgebungen in Laven
verändert werden ? Wie ist es nach der Erfahrung denkbar, dafs ein,
auf der Oberfläche einer Salzsoole brennendes , Flüssige im Stande
sei das Wasser der Salzsoole zu zersezzen ? Wäre man nicht eher
berechtigt dieses Wasser und seine Dämpfe als Hindernisse des
Brands des Erdöls anzunehmen? Wollte man auch die Gegenwart
des Schwefels in dem Erdöle und . die Zersezzung des Kochsalzes
durch die, vom Verbrennen des Schwefels resultirende, Schwefel-
säurezugeben; welche Menge vdn Schwefel 'müfste dann nicht das
Erdöl- während seinem Laufe aufgenommen- haben um die,. , zu der
Erzeugung der unermefslichen salzsauren Dämpfe erforderliche,
Schwefelsäure darzustellen ? > Wurde je eine, Schwefel enthaltende,
Quelle von Bergöl in der Nähe des Vesuvs gefunden? Dieselbe
Frage trifft den Phosphor im Erdöle. Die Phosphoreszenz der kohlensauren
Kalkarten von Kastellamare ist keineswegs Beweis für
die Anwesenheit des Phosphors in denselben. Alle kolilensauren
Kalksteine phosphoresziren ohne Phosphor zu enthalten. Hingegen
enthalten die Apatite von Estremadura Phosphorsäure. Hat mau
dergleichen schoü in dir Umgegönd des Vesuvs entdeckt? Und wäre
dieses wirklich der Fall so fragt es sich noch immer, ob die gelindere,
von der -Zersezzung der Schwefelkiese herrührend*, Hizze
mit dem Erdöle vereinigt hinreichend wäre d ie , Glühefeuer erfordernde,
Zersezzung dieser Mineralkörper einzuleiten? Wo bliebe
aber denn 'dabei das nach dem Vesuv dringende Erdöl?
Man sieht, dafs erst diese Fragen gehörig zu erörtern und zu
beantworten sind , um B r e is l a k ’s Theorie Gültigkeit zu verschaffen.
Dem ungeachtet enthält sie manches Eigentümliche und ist
deshalb , .sowie das an Beobachtungen reiche Werk B r e is l a k s, in
den ferneren Verhandlungen über diesen Gegenstand, stets zu berücksichtigen.
P a t r in trat gegen. B r e is ’l a k auf, anstatt aber Rin zu widerlegen
gab derselbe eine neue chemische Theorie der Feuerberge, in
welcher schon in den Vordersäzzen so manche Verstöfse gegen chemische
Erfahrung sich vorfinden, die so Vieles ohne Prinzip Vor-
ausgeseztes enthält, dafs solche hier füglich unberührt bleiben
kann. G a e r t n e r . )
W e r n e r ’« Theorie zu Folge haben die Vulkane mit den Erdbränden
gleiche Entstehung. Zwischen diesen und den'ruhigen Vulkanen herrscht
gemein viel Analoges. Beide haben ihr Daseyn und ihre Fortdauer den
hündeten - Steinkohlenlagern zu danken. Nur dafs bei den Feuerbergeu eine
Bfsere Mächtigkeit der Stein - -und Braunkohlenflözze, eine höhere und feile
Bedeckung als. bei jenem sttftt findet, dafs diese Bedeckung aus solchen
ibirgslagern bestehen mufs, welche einen schicklichen Stoff,zur Bildung der
Iva liefern. — Basalt, Wacko rnii uhd dafs zugleich der Hinzutritt des
'assers $ als Eruption« - Ursache , eine Hauptbedingung ist.
Das häufigri VorhahdenSeyn ungeheuerer Stein- und Braunkohlenla
g er , und namentlich ihr Vorkommen in solchen Gegenden, wo
die Vulkane,sich finden — ungeachtet wir das leztere nicht überall
mit Gewifsheit nachzuweisen vermögen; ■— der Umstand, dafs bren- .
nende Flözze der Art nichts Seltnes sind,; — dafs die Verbreitung
mancher Vulkane durch ganze Gegenden melir auf ein weit gedehntes als
auf ein tief niedersezzendes Lager schliefsen läfst; die geognostische Verwandtschaft
der Braunkohle mit dem Basalte, — indem man über jener
diesen, als''leicht inFlufs zu bringenden Decke gelagert findet,und das so
gewöhnliche Vorkommen des Basaltes und anderer Glieder der Trapp-
Formation in der Nälie der Feuerberge (in Süd-Amerika sind die
Porphyrberge der Siz des vulkanischen Feuers) ; die scheinbare Ver-
wahJtscliait, in vyelcher, in geoghöstischer und oryktogiiostischer
Beziehung’, Basalte und Laven stehen; die.. Möglichkeit der Selbst-
Entzündung feachter zusammengedrückter Braunkohlen, zumal solcher
die Alailn Enthalten; endlich "der Ümstaud, dafs bei Erdbränden
gleichfalls Schwefel und salzsaures Ammonium erzeugt werden, und
andere wichtige Gründe sprechen von dieser Seite sehr Für W e r -
r e r ’s Ansicht der Sache; allein diese Ansicht hat sich bis jezt nicht
' völlig voh dem gründlichen Einwurfe frei machen können, dafs die
Steinkohlenlager hur so lange Stoff zur Unterhaltung des vulkanischen
Feuers zu liefern im Stande seien als Vorrath von Brennmaterial
vorhanden ist. Mit dessen Abnahme mufs nothwendig jene
der Wirkungen des Vulkan« im genauen Verhältnisse stehn. Und
welcher Vorrath von Steinkohlen oder anderer brennbaren Fossilien
hätte \yohl ausgereicht, den Vesuv 17 Jahrhunderte hindurch
und den Aetna seit H o m e r ’s Zeiten zu so unzähligen Ausbrüchen
zu -veranlassen.
Die Gebirgsarten der Trappformation sind übrigens stets geschieden von
Strömen neuer Laven.
S o scheiden auf T e n e r i f f a Lager Von T u f f , v on Puzzolan' und
Thon das System der Basalthügel von den neuen steinartigen Laven
und von den Auswü rfen des gegenwärtigen Vulkans.
Auch der scharfsinnige D a v v hat seine Doktrin zur Erklärung der
“flftnUchea Ercsheinuhgeu angewendet. Die Metalle, 'welche die Basen
vder Erden .-aus machen., können zwar nicht im reinen Zustande auf der Erdoberfläche
vorhanden seyn, allein es scheint .dem Englischen Scheidekiinstler
möglich, dafs solche -einen Tlieil des Inneren unseres Planeten zusammensezzen.
Diese Annahme .würde die Phänomene der Feuerberge, die Bildung der Laven, die
Entwicklung unterirdischer Wärme erklären, indem man zu den Schichten,
welche jene Materien enthalten, Wasser und Luft treten %lie£se. Unter
jenen -Umständen wäre eine aufserordenüiche Entwicklung von Wärme möglich
und zugleich, vermittelst der Oxydation der metallischen Basen, die Erzeugung
vieler steiniger und erdiger Substanzen.
(So sehr diese'Hypothese von der einen Seite sich der natur^e-
mäfseren Ansicht des Vorganges im Innern der Vulkane nähert,
.. so läfst sie doch von der ändern Seite die Frage unbeantwortet:
auf welche Weise die Schichten dieser Erden - Metalle entstanden
seien,? Räumt man aber auch ihre Existenz e in , so ist darum
noch, nicht begreiflich: durch welches Mittel ihre desoxydirende
Wirkung auf die, über oder unter ihnen befindlichen Schichten
heterogener Fossilien verhindert1 werde ? Man müfste denn annehmen
,. dafs j'enes Mittel Erdöl sei, unter welchem diese Körper auch
auf der Erdoberfläche ihre metallische Natur beibehalten! Allein
eine solche Voraussetzung ist durchaus unverträglich mit den
Grundsätzen einer geläuterten Geognosie. Betrachtet man hingegen
den Erdkörper und die wechselseitigen Schichtungen seiner Theil-
ganzen, im Einklänge, .mit der Mehrzahl der Physiker neuerer
Z eit, gleich einer galvanischen Batterie- von ungeheurer Gröfse,
als eine Verbindung mehrerer grofsen elektrischen Säulen und aezt
die heterogenen Endpole von zwei oder mehreren dieser Säulen
in den Feuerraum eines jeden Vulkans, so ist dadurch die Entwick-
•- lung des; Sauerstoffs, des Wasserstoffs, des Schwefels, der Metalle,
der Alkalien und Erden und vieler anderer, heftiger Explosionen
fähiger, Stoffe aus den flüssigen (Wasser, Erdöl) und festen Theil-
ganzon der Umgebungen dargethan. Mithin das Schmelzen fester
Substanzen zu Laven, das explodirende Entweichen des geschwefelten
uud gekohlten Wasserstoffgases, die Entwickelung von
Säuren u. s. w.
Das 1755 für L i s s a b o n so zerstörende Erdbeben, die oben b e i..
den Eruptionen des A e t n a angeführten Beispiele liefern Beweise für
den unterirdischen Zusammenhang der Vulkane- Während des ersteren
wurden die Erschütterungen innerhalb eines gewissen Strichs gleichz
eitig a u f Schiffen und in einem Theile v on Amerika beobachtet. Ein
an d er e r, diesen Bewegungen zu der nämlichen .Zeit ausgesezter, Strich
w urde in den Gewässern zwischen Grönland und Afrika erkannt.
Die Wechselwirkung, welche zwischen dem elektrischen Flüssigen
des Erdkörpers und demjenigen in der Atmosphäre statt findet, berechtigt
Man bekenne sich nun zu der einen oder zu der anderen der aufgeführten
Eruption« - Theorien, so scheint es, dafs man eine allen Vulkanen
gemeinsame .Ursache annelimen müsse, welche nur durch örtliche und
andere Umstände mehr oder weniger modifizirt wird, denn eine Vergleichung
der vulkanischen Erzeugnisse und der in verschiedenen Gegenden
beobachteten Erscheinungen, von dem Zeitpunkte an , wo uns Traditionen
und geschichtliche Urkunden mit-den Veränderungen der Oberfläche des von
uns bewohnten Planeten bekannt gemacht haben, bieten eine, wenn auch -nicht
in den einzelnen Momenten vollkommene, doch im Allgemeinen höchst bewunderungswürdige
Übereinstimmung zwischen den Operationen und den
Produkten dar.
zu der Annahme, dafs leztere bei einem vulkanischen Prozesse
nicht uuthätig bleiben kann. Im Gegeutheile mufs sie Vieles
zur Erhöhung desselben beitragen. Die vulkanischen Erscheinungen
werden daher bald schwächer bald stärker auf dem Erdkörper
sich äufsern, je nachdem demselben gröfsere oder geringere Gelegenheit
von der atmosphärischen Elektrizität und von den, mit
dieser in genauerem Zusammenhänge stehenden, Witterungs - Beschaffenheit
eines jeden Jahrs dargeboten wird , sich seines Über-
mafses von elektrischem Flüssigen auf anderm Wege als durch jenen
der Vulkane entledigen zu können oder nicht. (Das Ruhen
und die erneute Thätigkeit der Feuerberge fänden sich in dieser
Erklärung vulkanischer Phänomene mit einbegriffen.)
Hierher der eigene drückend - heifse Zustand der Atmosphäre, w e lcher
vo r den Ausbrüchen der Vulkane beobachtet w u r d e , .und durch
w elch en das Licht der Sonne in röthlicher Farbe sich darstellte. Die
starke Einwirkung der Atmosphäre auf das Elektrometer. Die B lizz e,
w elch e z u dieser Zeit aus dem Vulkane in den g ewöhnlich dicht bewö
lkten Himmel, und andere die aus den Wolken zum Vulkane fahren
w ob e i derselbe gleich einer elektrischen Spizze zu wirken sch e in t;
die bei vulkanischen Ausbrüchen häufigen Feuerkugeln u. s.;w .
Dem Erdbeben bei A l b u g n o l in . S p a n i e n (1804) ging ein
y starker, sich bald in eine dichte W o lk e vereinigender, Nebel voraus.
Sow ie die Wölke gebildet w a r, erfolgten, innerhalb 10 Minuten , aus
derselben 5 starke Feueraüsbriicke, deren jeder von einem ungeheuren
Erdstofse begleitet war.
Von welch er Seite der Einfiufs des Mondes auf die Feuerberge der
Erde zu betrachten s e i, müssen uns noch fernere Beobachtungen lehren.
So v iel ist offenbar, dafs die verschiedenen Stäfcde desselben,
w ie die Erdnähe, die Erdferne, seine Phasen (Eintritt desselben in
die Erdbahn) in nicht zu bezweifelndem .Zusammenhänge mit den vu lkanischen
Erscheinungen auf der Erde stehe. Die Meinung mehrerer
Astronomen von Gewicht' spricht fiir die Gegenwart bedeutender Vulkane
in diesem Himmelskörper, deren Wirkungen jene der Feuerberge
unseres Planeten noch übertreffen sollen. Gaxrtnxr.)