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Vorbereitender Tlieil der Oryktognosie.
II. I n n e r e , K e n n z e i c h
1 0 ) E i s e n o x y d .
11) Flufs spath; vorzüglich fllr G y p s , mit dem er eia Email
bildet.
12) G y p s ; vorzüglich für Flufsspath.
Dz ein Mineral öfters.leichter mit diesem, eia anderes leichter mit
jenem Flufsmittel, in Verbindung vor dem Löthrohre tritt, so ist
es nbthig durch Versuche , auszumirteln, welches von vorstehenden
Flußmitteln das vorzüglichste Aajlösungsmittel für das jedesmalige
in Untersuchung stehende Fossil sei. v
b ) Reduktionsmittel; sie entziehen den Mineralkörpern den Sauerstoff
, oder schiizzen eie Vor dem Zutritts desselben. Schon die
Kohlen - Unterlage hat diese Wirkung; größere Wirkung aber:
1 ) Rohlenges tübbe (Kohlenpulver). Entweder vermischt man
e» geradezu mit dem Fossile, pder macht mit demselben
und Trsganthschleim eino kugelförmige Masse.
2) Oel ■; das fein zerriebene Fossil wird damit angerieben.
3) Reines Blei. Zur Darstall ung der Metalle aus ihren Erzen
(Siehe o ) die Reduktion , das Abtreiben).
Während des Versuchs mit Flufsmitteln ist zu beobachten:
2 ) Das Verhalten der Fossilien gegen die Zusätze. Hier kommt in
Betracht <
a) Die Auflöslichkeit oder Unauflöslichkeit des Minerals 'in den
Flufsmitteln. Bei Bar Auflösung ist zu bemerken:
ft) Die A rt derselben. Sie geht vor sich:
1) Ruhig (bei vielen -Fossilien aus der Kiesel - Ordnung).
2 ) M it Gasentbindung ohne Aufschäumen (Auflösung von
Grau-Braunsteinerz in Borax, hier an dem stärkeren Glühen
der Kohlen - Unterlage zu erkennen).
3 ) M it Gasensbindung und A u f schäumen (¡späthiger Kalkstein
und Borax).
P ) Die Z e it, in welcher sie erfolgt. In die.er Hinsicht
kann die Auflösung Vor sich gehen:
1) Heftig oder sehr schnell (reine Tälkerda, welche sich
sehr leicht in Borax auflöst)..
2 ) Leicht oder schnell.
3 ) Schwer oder langsam; (Thonerde, löst sich schwer in Borax
auf).
4) Sehr schwer oder- sehr langsam; (Bergkrystali, Quarz
lösen sich sehr schwer im Borax auf).
b) Die Färbung des Flufsmittels; hierbei ist zu bemerken :
et) Die A rt der Farbe, welche die geschmolzene Masse annimmt
(Borax wird durch Erdkobalt schmalteblau gefärbt;
durch Gruu - Braunsteinen violbläu and hyazinthroth, schwarz
bei längerem Zublasen).
¡3) Das Bleiben und Vvrgehen der Farbe; die Färbung ist in
dieser Hinsicht:
1) Bleibend (beständig) (das Blau der durch Kobalt gefärbten
Glaser).
2) Ver gän glich; Färbung des Flufsmittels durch den Mineralkörper
während des FJießens, bei dem Erkalten wieder verschwindend
(Borax-Glas erscheint durch Eisenoxyd während
des Schmelzen grün gefärbt und verliert ' die Farbe wieder
nach dem Erkalten)..
3 ) Veränderlich; wenn die Farbe, welche ein Glas be-
1 kommen hat, in den verschiedenen Theilen des Flammeitstrahls
sich veränderlich' zeigt.
2 .’B . 'B o r « x -G l a s wird durch wenig M a n g a n o x y d im
äußern ( o x y d i r e n d e n ) Theile des Flammenstrahl« V io 1 h 1 a u
gefärbt. Es verliert diese Farbe wieder ini innera ( r e d u z i r « n d e n)
Theile desselben.
Zur genaueren Beobachtung dieser Veränderungen ist fei nöthig
den Versuch' von Zeit zu Zeit zu unterbrechen, und die Probe erkalten
zu lassen. Nur daun, wenn das Fossil in einem schwächen
Grade der Hizze keino. Veränderung der Farbe mehr ze igt, lasse
man eine höhere Temperatur darauf wirken,
c) Die Reduktion; sie kann seyn :
ft) Vollkommtn, wenn alle Theile des Fossils davon betroffen
werden (Kupferglanz durch Blei). -■
ß ) Unvollkommen, wenn nur einige Theile derselben unterliegen
(Roth - Bleierz mit Borax).
Hierher gehört:
Das Abtreiberi; das Fo'isil wird mit gleichviel reinem Blei auf
der Kohlen - Unterlage geschmolzen, und sodann dio Schlacke von,
dem Metallkorne abgesondert. Ist das Fossil arm an Metall, so
wiederhole man dieses Verfahren'mit neuem Fossile lind dem früher
erhaltenen Bleikorne mehrereraale. Bei *Gold- nnd Silber - Erzen
kann dieses 4 bis 5raal geschehen. Man bringe hierauf dak
Xorn auf die , Seite 103 7) angeführte Kolileu-Unterlage, «clu
dasselbe und vermehre die Hizze bis zum heftigen Glühen.
Gehalt an Blei wird hierdurch h i kurzer Zeit verschlackt und
der Asche, dio hier wie eine Kapelle wirkt, eingesogen,
darin enthaltenen heterogenen Metalle bleiben auf der Asche n
Auf diese Weise läßt sich; selbst ein geringer Gehalt ( J. ¿1
an Gold, Silber, Kupfer etc. in Mineralien entdecken. “ Um
edlen Metalle völlig roin zu erhalten, läßt man diese Könioe
etwas Salpeter vor dem Löthrohre verpuffen, und schmilzt l j t
don Rückstand mit Borax. Dieses Verpuffen und Schmelzen J
mit dem, durch Borax reduzirten, Metallkorn« so lange .wieder!
bis die Masse desselben durch diese Operationen nicht -mehr
ringert und das Borax-Glas, davon nicht mehr gefärbt wird d.
bis sich -kein unedles Metall wie Kupfer -etc. mehr ab«
Bei sehr geringen Mengen färbt man das Borax-Glas mit
¡Maas oder Kobalt -O x y d , um das Metall-Körnchen besser Unt
scheiden können.
•d) Das F rpuffen; ein schnelles Geräusch verbundenes
brennen. Es kai t seyn s
ft) Stark; (Gediegen - Spies glanz und Salpeter.)
ß ) Schwach;■ (Kohlenblende oder Steinkohle mit Salpeter).1,
Be» der ¿Untersuchung der Fossilien vor dem Löthrohre müssen j
berücksichtigt werden :
A l l ) D i e P ro d u k te d e s V e rsu ch s. Sie theilen sich in folgende An
A) G la s. Ein durchsichtiger, mindestens durchscheinender Körper-
glatter 'Oberfläche, musohlicliem Bruche und von dem eigenthunilit
Glasglarrze. An dem Glase ist zu beobachten :
4) Die Dichtigkeit desselben i
a) Ein dichtes Glas (der, mit dem Borax-Glase gosclrmoln
gröfsere Theil der Fossilien aus der Kieselordnun»■).
b) Ein blasiges Glas , mit einzelnen Blasen (faseriger Zeolith),
< ). Ein schaumiges Glas, mit. vielen kleinen Blasen (LepiJoli
Zeolith', Obsidian, Pechstein).
2) Das Durchscheinen des Lichts.
a) Ein klares Glas (Feldspath , die Kiesel - Gläser).
b) Ein wolkiges Glas, mit einzelnen, wenigen durch sicliti»
Stellen (Andlzim).
b) Ein trübes Glas, durchscheinend (Bitterspath mit Bora
Lcpidolith).
d) Veränderlich; während des Flusses h ell, bei dem Erkalten
trübend (W ith e r it, kohlensaurer Strontianit mit Borax).\
3 ) Die Farbe des Glases.
a) Farbenloses Glas (Skapolith),
b ) Gefärbtes Glas (P y ro p , Almandin).
B) E m a f l . Ein undurchsichtiger Körper, von muschlicham Bruch
glatter; Oberfläche und von Glasglanz der sich öfters dem Wachst
nähert. Es ist rücksichtlich :
X) Der Dichtigkeit i
a) Dicht (G yps). ,
■(Porzellanartig, von matter oder auch glänzender Oberfläc;
und stets von mattem Bruche; so schaatiger mit Nai
schmolzencr Baryt).
,b) Blasig; mit einzelnen Blasen (Chusit).
c) Schaumig; mit vielen Blasen (Mesotyp).
■ -2) Der1 Farbet
a) W e ifs (G y p s , M e so ty p , Stilbit).
b) Gefärbt (Nephrit — gibt ein Email von grtttrlishweijn
Farbe; Hornblende).
C) S c h'l a c k o. Ein undurchsichtiger , seltner durchscheinender Körp;
mit löchericher Oberfläche. Sie i s t :
1) der Dichtigkeit nach :
a) b la sig (Schaumerde mit Borax).
b) schaumig (faseriger Prehnit).
2) dem Glanze nach*
a) matt.;
*b) glasig (Grünerde).
c) metallisch; metallisch-gläuzend (Steinkohle).
3 ) der Fafbe nacht
a) schwarz; '(gemeiner Sohörl).
b) braun u. s. w.
4) dem Magnetismus nach t
a) dem Magnete folgsam (die Schlacke des Chlorits, die}«1#
. manches Glimmers).
b) dem Magnete nicht folgsam.
A. Kennzeichen der Mineralien. 107
C h e m i s c h e K e n n z e 1 c
D) F r i t t e . Ein Körper der auf dem Bruche verglaste und nicht verglaste
Stellen ze igt, deren Farbe zu bestimmen ist (strähliger Braunkalk).
E) K ö n i g ; Metallkügelohen.
a) einfarbiger König ;
b) mit buntem Farbenspiele (Wismuth - Blei).
F) O c k e r ; ein erdähnliches Metalloxyd, von welchem die Farbe zu
bestimmen ist.
G) K o a k ; dpr schwer einzuäschernde Rückstand, von der Steinkohle; eiu
meist schwarzer , schlackenähnlicher, kohliger Körper.
H) K o h lo . Ein schwarzer, leichter, schwach-schimmernder Körper,
welcher sich bald einäschern läßt (die Kohle des Bernsteins).
J) A s c h e . Ein aus Erden, Kalion, Metalloxyden zusammengesezter,
flocken - oder staubartiger Rückstand von der Verbrennung eines Fossils
, dessen Farbe zu beobachten, welche gewöhnlich is t: weifs , grau,
gelb' oder roth. ■
K) B e s c h la g . Ein feiner Staub, der sich bei dem Verflüchtigen eines
Mineralkörpers an die Unterlage oder an eine darüber gehaltene
Glas - oder Metallplatte anlegt. Er kann bestehen i i i :
1) Rufs; ein schwarzer oder brauner, lockrer, kohliger Körper
(der Rufs der Steinkohlt).
2) Schwefel.
2 ) Metalloxyde, bei welchen zu beobachten ist:
a) die Farbe ; sie kann seyn:
ft) weifs ; (Arsenik-Beschlag , Spies glanz - Beschlag).
ß ) grün , bläulich - weifs; (PVismuth-Beschlag).
b) die Beständigkeit der Farbe; die Farbe ist:
ft) gleich bleibend. (Spiesglanz-Reschlag, Wismuth - Beschlag).
ß ) veränderlich bei verschiedenen Temperaturen (Beschlag von
Zink, so lange er heifs ist, zeigt er sich gelb, erkaltet weiß.
Beschlag von Blei).
\V. V erän d eru ng en , welchen d a s P r o d u k t n ach d em Versu ch e
vor dein L ö th ro h r e u n te r lie g t.
(Das Zerfallen des zum Email geschmolzenen Baryts einige Stunden
nach 4er Schmelzung).
r a k t e r i s t i k d e r O r d n u n g e n d e r M i n e r a l k ö r p e r
H in s i c h t ih 'r e s V e r h a l t e n s v o r d em L ö t h r o h r e .
1 -O r d n u n g . Reine Kieselerde erleidet weder Veränderung noch
melI:zung vor dem gewöhnlichen Löthrohre. Sie ist hingegen im schmelzeu-
Borax-Glase auflöslich. In Massen wie der Bergkrystali löst sie sich schwer
lorax -Glase auf. Das hieraus liervorgegaiigene Glas unterscheidet sich dadurch
ändern Gläsern, welche K a lk , B a ry t, Strontian oder Talkerde gelöst ent-
, daß es in der heftigsten GlUheliizze klar uitd durchsichtig bleibt.
Eigenschaft der Kieselerde ist so stark, dafs sie zu 4 den, e in e n
1 von ändern Erden enthaltenden, Boraxglas - Perlen zugefü^t, diesen
disichtigkeit nach dem Schmelzen crtheilt.
Alle Erd- und Steinarten,' in welchen die Kieselerde als Bestandthcil
paltet, liefern mit 4 “ 5 mal ihres Gewichts Natron zuäammengeschmol-
eiu wasserhelles Glas. Sie unterscheiden sich hierdurch von den Fossi-
welche, wie der Hyazinth und der Zirkon, Zirkonerde enthalten.
: liefern /mit dem Nation kein durchsichtiges Glas.
Mineralkörper, die neben der Kieselerde auch Kalk oder Thonerde oder
noxytl in ihrer Mischung enthalteu, schmelzen ohne Flufsmittel vor dem
'rohre. (So die Sippschaften des Granats, des Schörls, des 'Pechsteins,
'-‘uursteins , des Zeoliths, des Feldspaths- etc.). Es folgt hieraus, daß,
K' Fossilien aus der Kiesel - Ordnung ohne Flußmittel vor dem Löthrohre
nuzen, man auf einen Gehalt derselben an ändern Erden oder auf denje-
1 von Eisenoxyd zu schließen berechtigt sei.
T h o n -O r d n u n g . Reine Thonerd» sintert vor dent Löthrohre zu-
und wird sp f e s t , daß sie zerschlagen werden kann; allein sie
N « nicht. Im Borax -Glase löst sie sich langsam auf, jedoch weit
l°ller als der Bergkrystali und Quarz.* Sie macht gleich der Kieselerde
andere Erden aufgelöst enthaltenden , Borax - Gläser helle.
Wenigere fremdartige Theile die Fossilien aus dieser Ordnung enthal-
um mehr liefern sie die Erscheinungen, welche die reine Thonerde
dein Löthrohre bemerken läfst. Fossilien aus dieser Ordnung, welche
t stlsäure, Kalk oder Eisenoxyd enthalten , schmelzen schou an und für
vor dem Löthrohre. Mit Borax in dem Verhältnisse wie 3 Theile
kztern gegen 1 Theil Fossil zusammengeschmoizen, lassen sje zu An-
des Schmelzens ein Aufbrausen bemerken, das um so stärker is t, je
Uc Menge von diesen Stoffen sie enthalten.
T a lk O rd n u n g . Reine Talkerde phosphoreszirt mit blendend - weifsem
R i ,venn sie vor dem Löthrohre bis Zum Glühen erhizt wird ; allein
[ c ^üzt nicht. In dem Borax-Glase löst sie sich schnell auf, wobei,
die Erde Kohlensäure enthält, einzelne Blasen sich entwickeln. War
hierbei nur schwache Glühehizzr wirksam , so zeigt das erkaltete Glas sich
durchsichtig und blafs - weingelb gefärbt. In stärkerer GJiihohizzo wird die
Glasperle wasserhell. Ist das Verhältniß des Borax zu der Erde wie
3 : 1 . dann zeigt sich die, in der GlUheliizze durchsichtige, Perle erkaltet
undurchsichtig und wr.ifs gleic/i einem Fett - Tropfen. Bei dem Verhältnisse
wie 5 : L wird hingegen eine stets durchsichtig-bleibende Perle erhalton.
Die Gegenwart der Kalkerde in den Fossilien der Talk-Ordnung kann
nur durch chemische Reagentien aUsgemittelt werden, da beide Erden vor
d^ni Löthrohre mit Auf brausen in dem Borax - Glase sich lösen.
K a lk -O r d n u
: blendend - weifse
i g. Reine Kalkerde phosphoreszirt voi
. Lichte, schmilzt aber selbst in der
dem Löthrohre
WeißglUhehizze
dem Borax - Glase
den Verhältnissen
eben wurden, wie
So die weingelb»
nicht. Sie verbindet sich im kohlensauren Zustande
unter heftigem Aujbrause.n und Schäumen, und läßt in de
zu demselben, welche oben bei der reinen Talkerde angegebei
diese bei dem Schmelzen gleiche Erscheinungen bemerken. S
Farbe, die Durchsichtigkeit; ferner das weifse Anlaufen (wenn sie in <dem Glasflüsse
prädominirt). Beträgt die Menge derselben die Hälfte des Borax- Glases,
dann bleibt die Perle selbst während des Schmelzen« undurchsichtig.
Die kohlensauren Kalk - Gattungen verlieren vor dem Löthrohre die
Kohlensäure und werden zerreiblich. Mit Borax - Glas zusammengeschmoizen
lassen sie die eben angeführten Erscheinungen bemerken. Jene mit Gehalt
an Kieselerde, Thonerde oder Eisenoxyd schmelzen ohne Flußmittel in der
WeißglUhehizze (der Mergel und manche Kalksteine). Je größere Menge
sie von Kie sel- oder Tltonerde enthalten, um so ' kürzer ist das Auf brausen
bei ihrem Schmelzen im Borax - Glase, um so längere Zeit erfordern sie zu
ihrer Auflösung in demselben und uni so gröfsere Mengen vermag das Borax
Glas ohne anzulaufeu. davon aiifzunchmen, so dafs dieses Quantum
sieh oft bis za gleichen Theilen von beiden belaufen kann. Der Gehalt an Braunsteinoxyd
in diesen Fossilien wird an der schwärzlich - braunen und bräunlich
und dunkel - schwarzen, durchaus sich erstreckenden Färbung erkannt^
weiche nach lebhaftem Glühen des Minerals erscheint und bleibend ist (an
dem Braunkalke, an manchen Bitter’spathen). • Eisenoxyd verursacht ein*
gelbe oder lichte - gelblichbraune Färbung. So weifs er , späthiger Kalkstein,
er läßt nach dem Glühen eine gelblichgraue und au manchen Stellen eine
'blut - oder ziegelrothe Farbe bemerken , welche nach dem Weißglühen ine
Gelblichgraue ubergeht.
Die schwefelsauren Kalk-Gattungen werden vor dem Löthrohre undurchsichtig
und zerreiblich. Si©^schmelzen bei dem Weifsglühen zu einem
weifsen Email. Alle entwickeln- auf der Kohlen - Unterlage den Geruch nach
Schwefelleber. Sie lösen sich unter Aufschäuinen im Borax-Glase auf.
Die starke Phosphoreszenz der flufssauren Kalk-Gattungen geht durch
heftiges Glühen verloren.'/ Sie schmelzen fü r sich zu runden Perlen.
Die reihen Arien unter denselben lösen sich schnell im Borax-Glase
ohne aufzubrauscu. Sie werden unter beiden Behandlungen nicht zersezt-.
. Die phosphorsauren Kalk - Gattungen sind an und für aieh unschmelzbar.
’Sie werden, auf der Kohlen-Unterlage erhizt, zersezt und entwickeln
dabei Phosphor. Ih»-e Auflösung im Borax - Glase erfolgt ohne ■ Aufbrausen,
wodurch sie sich von den kolilettsauren Kalk - Gattungen unterscheiden.
B a r y t -O r d n u n g . Reine Baryterde sehmilfet für sich vor dem Löthrohre
zur weifsen . Pexie. Sie verbindet sich mit 2 Theilen Borax-Glas zu
einer durchsichtigen, röthlichbraunen Perle, welche sich nach dem Erkalten
nicht verändert. In der WeißglUhehizze wird diese Perle nach und nach
entfärbt und wasserhell. Erst, wenn gleichviel reiner' Baryt und, Borax-
Glas zusammengeschmoizen werden, erscheint die Perle nach dem Erkalten
undurchsichtig und weifs oder gelblichgrau nach Maßgabe des Hizgrads. Das
Schmelzen des With erits erfolgt im Borax -¡Glase mit Aufschäumen. Er verhält
sich übrigens dabei wie der reine Baryt, mit Ausnahme der . Veränderungen
, welche das , demselben oft beigemischte, Eisenoxyd herbeifahrt.
Die Arten des .schwefelsauren Baryts knistern und zerspringen vor dem
Löthrohre. Sie zeigen übrigens dieselben Erscheinungen , wie der W ith erit,
wenn sie mit Borax-Glas behandelt werden. De r, Kieselerde enthaltende,
körnige Baryt liefert mit gleichviel Borax-Glas geschmolzen ein e , auch erkaltet
, durchsichtig - bleibende, braune Glasperle, in welcher Kieselerde in
Körnchen zu bemerken ist. 'Was oben vom Eisenoxyde gesagt wurde gilt
auch hier.
Auf der Kohlen-Unterlage geschmolzen, entwickeln alle Schwefelsäuren
Baryte den Geruch nach Schwefelleber.
S t r o n t i a n - O r d n un g. Der reine Strontian sowohl als die Fossilien
aus der Strontian-Ordnung zeigen vor dem Löthrohre fü r sich und mit
dem Borax-Glase behandelt dieselben Erscheinungen wie der Baryt und dio
Fossilien aus der Baryt —Ordnung, daher müssen zur Unterscheidung beider
die äußern Kennzeichen zu Hülfe, genommen werden. Da d ie , von vielen
als chemisches . Kennzeichen für den schwefelsauren S.trontianit angeführte,
Färbung der weißen Spizze der Lampcnflamnie in Roth schwer und selten ausgezeichnet
zu bewirken is t, so muß sie als Nebensache betrachtet werden.,
G o ld -O r d n u n g . Reines G o ld .
Weise eine Veränderung, Di« Legirun
crthcilen dem Borax - Glase eine Farbe ,
trleidet vor dem Lö
gen desselben mit unedlen
wovpu unten das Nähere.
auf kein«
Metallen
Q u e c k s i l b e r - O r d n u n g . Das reine Quecksilber — seine Erze
und Oxyde werden vor dem Löthrolir-e verflüchtigt, ,und vereinigen sich
nicht' mit dem Borax - Glase. Das .aufsteigende Quecksilber legt sich dabei
an eine, über das Fossil gehaltene, Messing-Platte metallisch an. War dasselbe
mit Schwefel vererzt so entweicht diese Verbindung, zugleich, unter
Erscheinung einer blauen Flamme. Fremde, in die Mischung dieser Fossilien
eingehende, Metalle, Oxyde und Erden bleiben im Rückstände, dessen Nad
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