
1 1 ) Dar Mineral-Name wird minder gefällig werden, wenn er gegen
«gewöhnliche gelbildet - Endung hat (Saualpit,
nd demselben Fossile beigelegt
1 uzstein nur diesem , nicht auch
die Euphonie
Rhodochrosit , Sideroklept, Lythrodes).
12) Unrichtig sind die Benennungen, welche aus zwei Sprachen zu-
sammengesezt sind, wie Lilalith (aus dem Französischen — Lilas — und
Griechischen — Xi&0? — ) oder Hyperstett (aus dem Griechischen 'und
Schwedischen).
13) Der Name darf nicht zu lang seyn , sonst wird er für den Gebrauch
unbehhlfiich (natürlicher mineralischer Mohr, kochsalzsaures Kupfererz,
problematisch-meteoristlies Gediegen-Eisen, faseriger^ stinkender Braunkalk) .
14) Die Mineral-Namen müssen keine falsche Neben-Begriffe geben,
mithin die Sache richtig bezeichnen. Beispiele vom Gegentheile sind: Rauchtopas
(der kein Topas i s t ) , Scherlenkobalt (für Gediegen - Arsenik), ,'weijser
Granat ( für Leuzit) , Glasschörl (für Axinit), Olivinblende (fü r Aiigit) ,
Graugold (für Blätter - Tellurerz), Hohlspath (weil die Krystalle nie h o h l ,
sondern immer mit cinor thonschieferartigen Masse aus'gefiiUt sind), Milchquarz
(besser Rosenqunrz, weil der Name von der Farbe genommen ist und
diese bei ihm, wie bei jenen, roth und weifs seyn kann), Kupfernickel, Dia-
mantspath , Spinellan etc.
15) Der Ausdruck: » g em e in « zur Unterscheidung der Arten (gemeiner
Chlorit, gemeiner Feldspath) ist nicht vorzüglich. G em e in drückt
nach dem Sprachgebrauchs das häufige Vorkommen aus, es miifste also die
Ar t, welche den Zusaz- g em e in hat, immer die am meisten sich zeigende
seyn , dies ist aber unter'den angenommenen systematischen Mineral-Namen
nicht immer der Fa ll, sondern die" Mineralogen brauchen oft diesen Ausdruck
hur um eine Art von der ändern zu unterscheiden. Oder es wurden
Arten entdeckt, die häufiger als die mit dem Beiworte g e in e i n gefunden
werden; dann verstöfst die Benennung gegen den allgemeinen Sprachgebrauch.
S6 ist-der gemeine Strahlstein seltner als die ändern Arten.
16) Grofse Ähnlichkeit besizzende Namen ganz verschiedener Mineralien
geben zu Mifs Verständnissen Anlafs und sind verwerflich, so Schmaragdit
(wegen Schmaragd), Granatit (wegen Granat), Allanit (Wegen Alalith),
schorlartiger Beryll (wegen Beryll) etc.
17) Die Benennung darf nur einem u
werden, nicht bald diesem, bald jenem (Kre
dem Staurolithe oder Cliiastolithe').
18) Die Mineral-Namen dürfen keinen Widerspruch im Beisazze (com--
tradictio in adjecto) enthalten, wie rotlies Rauschgelb, Grau-Braunsteinerz,
dichter Feldspath, fe ste r schwarzer Erdkobalt etc.
19) Der Name, welcher einen Pleonasmus enthält ( gelbes Rauschgelb»'
erdiger rother Erdkobalt) , ist nicht annehmbar.
Der Zusaz n a t ü r l i c h ( natürlicher mineralischer JVIohr, natürlicher
Salmiak) ist bei Mineral-Benennungen überflüssig, weil es
sich von selbst' versteht, dafs in -der Naturgeschichte keine Kunstprodukte
abgehandelt werden.
I I . V o n d e r G l e i c h b e d e u t u n g d e r M in e r a l -N a m e n .
Die m i n e r a l o g i s c h e S y n o n y m ik stellt alle Namen auf, welche
ein und dasselbe Fossil bezeichnen.
1 Jedoch gehören nur w ahre Synonymen hierher. So w ird der g em"
e i n e S . t r a h l s t c i n auch S t r a h l s c h ö r 1» A e h r e n s t e i n ,
A s b e s t in i t , s c h 'ö r 1 a r t i g e r A k t i n o l i t h etc. genannt. Dies
sind Synonyme vom Strahlsteine; w en n aber einer den A m e t h y s t
v i o l e t t e n A c h a t nennt-, so is t dies eine falsche Bestimmung und
eine solche Benennung deswegen noch kein wahres Synonym vom
Amethyste.
Die Darstellung der zahlreichen Mineral - Synonymen ist der Gegenstand
eigner Schriften (S. Literatur).
I I I . V o n d e r Z e r g l i e d e r u n g u n d A b l e i t u n g d e r M i n
e r a l - N am e n .
Die E t y m o l o g i e d e r M in e r a l - N am e n erklärt den Ursprung
demselben. Die vorzüglichsten systematischen Mineral - Benennungen sind
nachstehend etymologisch angegeben *),
Die Mineral - Namen sind gebildet:
1) Nach der Farbe,
Anthophyllit. — Von der Farbe der Gewürznelken (anthophylli).
Blau - Bleierz.
Blaue Eisenerde.
Blauspath.
Braun - Bleierz.
Braun-Eisenstein.
Braune Blende.
*) Dies
sollen indefs hier nicht durchaus als Muster guter Rainen*
Bildung anzusehen seyn.
Brauner Eisenrahnn
Brauner Erdkobalt.
Braunkalk. — Von 'der Farbe 'des 'verwitterten 'oder -gebrannten.
Braunkohle.
Chlotit. — Von XXwpo? (grün).
■Chrom. — V-ovyXpwfs.ee ( i arbe), weil nicht nur die - Oxyde -dieses
‘Metalls selbst farbig sind-,^ sondern auch den Ifal:
und ändern Metalloxyden verschiedene Farben gebe«
'Chrysolith. '•— Von XputJOf (Gold) und , ( S t e i n ) .
Chrysopras. Von IXputJOf'(Gold) und xpdOiOf (lauchgrün).
■Eisenschwärze.
•Fahlerz.
Feueropal.
‘Gelb - Bleierz.
Gelb - Spiesglanzen.
■Gelbe Blende. , *
'Gelber B ernstein.
Gelber '■Erdkobalt.
'Gelberde.
Gelbes Rauschgelb.
Goldgelbes Gediegen - Gold.
Grau - Braunsteinerz.
Grau - Spiesglanzerz.
Grauer ■Speiskobalt.
Graugelbes ■Gediegen— Gold.
Grauvültigerz. — -V on der Farbe und dem Silbergehalte.
Grossular. — Von Ribes Grossularia (die Stachelbeere), wegen der
Ähnlichkeit in der Farbe und der Form der Krystalle
Grän - Bleierz. ’
Grüne Eisenerde.
Gränerde.
Honigstein. —— Von der honiggelben Farbe.
Indikolith, — Von IvSixOV (blaue Farbe) und Xtäo?.
Iolith. — Von *0V (Vro)e') u n i Xi$0?. .
Kaneelstein. —— Nach der Farbe des Zimmts oder Kaneels*
Kupferbraun.
Kupfergrün.
Kupferlasur. —— Wegen der blauen Farbe s. Lasursteiu.
Kupfersclimaragd. — Von der Ähnlichkeit in der Farbe.
Kupferschwärze.
Lasurstein. — Von azur oder azul (ist Arabisch und bedeutet de,
Himmel).
Lebirkies. — Von der Farbe auf den Bruchflächen. •
Leberopal.
Leuzit. — Von XeVKO? (weifs).
Malachit. ■—■ Von fxaXdXy (Malve), wegen der grünon Farbe.
Melanit. ':— Von fxeXc/.? (schwarz).
Melilitli. —s Von fxeXl (Honig) und Xi&O?.
Messinggelbes Gediegen - Gold.
Mineralischer Mohr..
Molybdän. — Von fSoXvßSaivcc (Bleifarbe).
Nickelschwärze.
Nigrin. ¡es Von niger (schwarz).
Olivenerz. — Nach der olivengrünen Farbe.
Olivin. Ebenfalls.
Fistazit. —— Nach der pistaziengrünen Farbe.
Trasem. — Von xpc/.GiO? (lauchgiün).
Vyrop. — Von xüp (Feuer) und OKTOfiC/ü (ich sehe).
Pyrrhosiderit. — Von 1rvppOf (roth) und GtSqpO? (Eisen).
Quecksilber - Leb'ererz•
Rauschgelb. — Nach der Farbe der einen Art und weil sich di*si
in dünne Blättchen wie Rauschgold spalten l^st<
R ö t h e l .
Rosenquarz.
Roth - Bleierz. ‘
Roth - Braunsteinerz.
Roth - Eisenstein.
Roth - Kupfererz-
Rotli - Spies glanzerz»
Rother Eisenrahm.
Rother Erdkobqlt.
Rothes Quecksifberoxyd.
Rothes Rauschgelb.
Rotligültigerz. — Wegen ’Farbe ((Strich) tund ^Gehalt .(Gültigkeit) an
•Silber.
Rubin. — 'Von rubeus (roth).
Rutil. — Von rutilus (roth).
Sarkolith. — - Von oap% (Fleisch) und ,Xi3o?.
Schmaragdit.
.Schwarz - Bleierz.
Schwarz - Brauns teinerz.
Schwarz- Eisenstein. .
■ Schwarz - Spiesglanzerz.
Schwarbe Blende.
Schwarzer Erdkobalt.
.Serpentin. Von serpens (Schlange)., wegen der Farbe und der
.Zeichnung, die sich .zuweilen .auf ihm findet.
Silberschwärze.
Spargelstein.
Telesin. — Von teXsw /(ich vollende), soll einen vollkommenen Körper
anzeigen.
Thallit. '— Von So.XXo? (grünende Pflanze).
W e ifs-B le ie rz.
W v ifs - Spies glanzerz.
W e ifs - Tellurerz.
W e ifs er Bernstein.
Weifser Speiskobalt.
Weifserz.*
WeifsgUltigerz. r.
We'ifs - Kupfererz.
Ziegelerz,
Zölestin. — Von coelestis, wegen der h im m e lb la u en Farbe mancher
Abänderungen.
Z yan it (_Kyan.it). —— Von xueevo? (himmelblaue Farbe, blaue Korn*
blume).
2) Nach der Hölie der Farben,
Dunkelrotlier Zinnober. »
Dunkles Rotligültigerz.
Hoclirother Zinnober.
Liclites Rotligültigerz.
5) Nach der Farbehzeichnung. •
Bandjaspis.
Bunter Thon.
Chiastolitli. - - Von Xtd^w (ich bezeichne mit der Figur eines Griechischen
X ) und XiS-Oy.
Grammatit. — Von 'jpa.y.fif) (L in ie ), wegen der ' Linie auf dem
Querbruchfe der Säule'n. *
4 ) Nach dem Farbenspiele, Irisiren.
Opalisirender Feldspath.
Zymoplian (Kymophan). — Von xüfXOi (Welle, Woge) und (pa.ivw
(ich leuchte).
5.) Nach dem" Anlaufen.
Bunt - Kupfererz.
6 ) Nach der Krystnllisation.
Anatas. —-^Von dva.Ta.Gts (Ausdehnung, Ausstreckung).
Aplom. — Vori 'a.'/rXoij (Einfachheit).
Axinit. ——'Von d.£iv}) (Beil).
Byssolith. — Von ßuGOOf (eine Art feiner Flachs) und Xi&0$.
Diopsid. — Von St; (zweifach) und 0\J/<y (Ansicht). '
Epidot. -— Von ¿TcidWGtf (Zusaz).
Flockenerz.
Haarförmiges Grau - Spies glanzerz.
Haarförmiges Roth - Kupfererz.
Haar kies.
Haar salz.
Hohlspath.
Idokras. — Von el8o$ (Gestalt) und Kgdoif (Mischung).
Kreuzstein.
K u b iz it. .
Linsenerz.
Me'ionit. (Mejonit.) — Von fXEiov (niedriger).
Meso ty p . — Von fxeOOf (in .der Mitte sich befindend) und TUTTOy
(Gestalt), wegen der Kerngestalt.
Nadelerz.
Nadelförmiges Olivenerz.
Pleonast. — Von t Xeoi/a.go^ (einen Über Hufs besizzend).
Prismatisches Olivenerz.
Mapidolitli,. — r Von §a.irl; (Stab) und Xi$Of.
.Säuliger Baryt.
.Schrifterz. — Wegen 'der Lage der Krystalle.
.Semep.il. — Wegen .der Ähnlichkeit der Krystalle mit dem Leinsamen
(semen lini).
Skapolitli. — Von 0x1 x 0? (Stängel) und XiSo?.
. Sphäre idiscJics Olivenerz,
Sphen. — Von a<pY)V (Keil).
.Stauglicher Baryt.
Staurolith. — , Von $c/.vg6? (Kreuz) und Xi&O?.
Tafelspath.
Würfelerz.
7 ) Nach ändern Uufsern Gestalten.
Aphrit. — Von d(ppi<£w (ich bin schaumig).
. Bohnerz.
Botryolith. — Von ßorgu? (Traube) und Xi9o;.
Braunsteinschaum.
Eisenniere.
Erbsenstein.
Granat. — Von Granum (Korn)—-oder nach der Farbe der Blüthe des
Granatbaums.
Kammkies.
Sandiger Magnet - Eisenstein.
Schaumerde.
Schlackiges eisenschüssiges Kupfergrün.
Schlackiges Erdpecli.
Sphärosiderit. —- Von oCpaipcc (Kugel) und di$'/)po? (Eisen, als dem
vorzüglichsten Bestandteile).
Traubenerz.
Zellkies.
Zundererz.
8) Nach dem Glanze.
Augit. — Von au-yj) (Glanz).
Bleiglanz•
Blende. — Von blendeji, weil man das, was man nach ihrem
Äufsern in ihr suchte, nicht fand.
Eisenglanz.
Eläolitli. — Von eXoxov (Ool) und Xi3o?.
Fettstein.
Glänzender Alaunschiefer.
Glanz - Eisenstein•
Glanzerz.
Glanzkobglt.
Glanzkohle.
Glasartiger Skapolitli.
Glasartiger Strahlstein.
Glasartiger Tremolit.
Glasiger Feldspatli.
Glimmer,
Ichthyopjithalmit. — Von iXBv? (Fisch) und ¿(pS-ct.XfXO? (Auge).
Kohlenblende.
Kupferglanz.
Paranthin. — Von XC/.pCJ.vShw (ich verblühe), weil er seinen Glanz
verliert.
Perlsinter. — Vom Glanze und der Perlen ähnlichen Gestalt.
Schillers tein.
Spinther. — Von GXivBvjp (Funke).
Stilbit. — Von GTiXßw (ich glänze).
Stilpnosiderit. — Von GTiXxvo? (glänzend) und GiSypO? (Eisen).
Wismuthglanz.
Zinkglanzerz.
9 ) Nach dem Bruche.
Aktinot. — Von dxTlV (Strahl).
Blättererz,
Blätteriger Chlorit.
Blätteriger Kupferglanz.
Blätteriger schwefelsaurer Strontianit.
Blätteriger Zeolith.
Blätteriges gemeines Grau - Spies glanzerz.
Blätteriges Grau - Braunsteinerz.
Blätteriges Olivenerz.
Blätteriges Roth - Kupfererz•
Blätteriges Steinsalz.
Blätterkohle.
L 1 2