
ln dem neuen Kontinente! haben sich die Vulkane vielleicht darum
lä n g e r brennend e rhalten, weil die hohen Gebirgsrücken, auf denen
sie ausgebrochen sind-, "dein Meere näher lie g en , \vnd Weil diese NSlie
und der ewig e Schnee, der aie bedeckt, auf eine noch nicht genug
aufgeklärte W e is e , d ie En erg ie dos unterirdischen Feuers zu modifi-
• ziren scheinen , denn die'Verschiedenheit -der Ursachen m u li in den
entfernten•Klimaten verschiedenartige Wirkungen der Naturkrüfte ver*
I I . E r d b r ä n d e .
Sie cliarakterisiren sielt durch ein ruhiges Fortwirkeu von- langer Dauer
und sind bloß auf die' Gegend beschränkt, in welcher mau sie findet.
Bei den warmen Quellen in K'a r 1 s.b a d , dehnt sich der Ein flu ('s
des Erdbrandes nicht Über einige hundert' Schritte ans -
Ihre Entstehung kann durch Selbst-Entzündung, T>der durch, von außen
bewirkte, zufällige Entzündung eines zu Tage - gehenden Steinkohlenlagers,
in welchem-die Pseudo - Vulkane meist ihren Siz haben, vor sich gehen.
Sie-zeigeu an der Oberfläche mehr oder weniger Wärme» Zuweilen brechen
auch Flammen hervor. Es entwicklet! sich Schwefeldäinpie ; sublimimi- Schwefel
und Arsenik werden angesezt und im nachbarlichen Boden entstehen Ein-
senkungeii.
In der Nähe der Erdbi-Snde entspringen am häufigsten die Quellen
Warmer Mineralwasser..
Die Pseudo - Vulkane sind ein Eigenthum des festen , sferri vom Meere
gelegenen Landes.
Die '- zerstörenden -iind bildenden Einwirkungen der ■ V n 1 ‘k a n e
und der E r d b r ä n d e auf die Tèste Kinde unserer Erdkugel sind in.
dem Vorhergehenden bereits -im Allgemeinen angedeutet worden. Nachstehende
Bemerkungen werden das Weitere àngebon.
A. Z e r s t ö r e n d e W i r 1c, u fl g -e n.
Das Vulkanische Feuer äußert hierbei theils einen u n m i t t e 1 b ä v e n ,
theils .nur einen m i t t e l b a r e n Einflufs.
U n m i t t e l b a r wirkt dasselbe, indem es":
1) Das Brenn-Matérial- aufzehrt/ in welchem - die Ursache der Erup-
tions - Erscheinungen u. s. w. liegt.
2) Durch Austrocknung und Brennen. Manche Mineralien zeigen f ungeachtet
sie. die Eiitwirkurig des Feuers erfahren haben, keine wesentliche
Veränderung in ihren Formen- und Struktur- Verhältnissen, soiidern nur
eine Abnahme an Schwere, eine Zunahme au Festigkeit, Sprödigkeit und
Trockenheit.
3) Schmelzung. Da der Grad der Temperatur der Vulkane kaum s.o
hoch und so anhaltend iri der Dauer is t, dafs man demselben die vollendete
Scbmelznng strengflüssiger Fossilien zuschreiben könnte, -so müssen die Mineralien,
-welche den Stoff zu den Laven, Schlacken u; s. w. liergaben ,
nur leichtflüssige Substanzen gewesen seyn.
B a s a l t , W a c k e u . s. w. bei ’ den Wulkanen ; M e r g e l ,
k a l k h a l t i g e r T h o n u. s . w . bei den Erdbränden.
Die m i t t e l b a r e n zerstörenden Wirkungen des Feuers‘finden nur in
Gemeinschaft mit den Gasarten und mit den Wasser - Dämpfen statt. Nach
dem Grade der Expansivkraft und «acli der Schnelligkeit der Erttwicklung
ist die Stärke derselben verschieden,
. So tritt bald ein- Erheben der Lavamasse aus der Tiefe des Vulkans
bis zum Schlunde des Kraters und selbst über die Höhe desselben
ein , bald beschränkt sich die Wirkung auf die Erzeugung von
Borstungen und Öffnungen an den Seitenwinden des Kegels, durch
welche die geschmolzene Masse sich reinen Ausweg bahnt.
B. B i l d e.n d é W i r k u n g e n.
Sie offenbaren sich durch die Auswürfe der Vulkane. -Ihre Erzeugnisse
sind nach der Verschiedenheit dev Formen - Verhältnisse :
1) L a v e n . Durch die vulkanischen Operationen geschmolzene Massen
welche> in einem mehr oder weniger flüssigen Zustande, aus dem Schlunde
des Kraters, oder aus den Seitenwändeu des Kegels sich ergießen, und durch
die, auf sie , bei ihrer Verbreitung auf der Erdoberfläche einwirkenden und
ihren Lauf hemmenden, Umstände langsamer oder schneller zum Gestehen
gebracht wird.
Nach dem Erkalten" zeigt die Lava, wie "'im Großen so im Kleinen,
Aushöhlungen und Blasenräume, welche leztere häufig fremdartige-, selbst
krystailinische Substanzen — , Leuzit, Olivin, Augit u. s. w . —: umschlie-
fsen und d ie , wie, späterhin gezeigt‘werden w ird , entweder nur als zufällige
Einwicklungen-zil betrachten sind, oder auch in der flüssigen Lava,
dm^ch eine Ausscheidung ihrer Mischungstheile aus dem geschmolzenen Teige,
sich erzeugt haben. können.
2) V u l k a n i s c h e A s c h e u n d A u s w ü r f l i n g e v e r s c h i e d e n
e r Ar t. Staubartige Tlieilchen, welche von zerriebenen Laven, von den
Überbleibseln des aufgezehrteu Brenn - Materials u. s. w . herrühren und mit
-dem. Strome des Rauches und der Dampfe emporsteigen, . Bruchstücke ?0n
-Laven und Schlacken-, Steine, die vou den Wänden des Kraters getrenn,
worden, . oder in denselben hineinfielen-, Gebiigsarton -, welche die Deck,
oder die Sohle der Feaerkainriiern aasmachen, und die vom Feuer mehr od«r
weniger umgeändert worden sind. ' ' •
Das benachbarte Meer und das, aus der umgebenden Atm-ospl',|ro
zustrümende, Wasser nehmen zuweilen die leichteren Theile dieiet
Auswürflinge, zumal die Asche in sich auf und sezzen sie auf <le„
nalien Gegenden des Landes in breiartiger Konsistenz ab.
Hierher die ’Bildung dör ' v u 1 k a n i s c h e i» K o n g l o m e r a t »
die v u I k a n i.s c h - a u f g e s c h W e in m t e~n G e b ir g e u . s. vr I
3 ) S uh 1 i m a* e. Sie sind die unbeträchtlichsten Erzeugnisse und be.
staben meist aus Schwefel und Salmiak, die dioils als. krystalünischer •’Übtr.'
zu g , theils als krustenartige Rinde um die Mün d rin gen der Feuerberge, »„4
hin und wieder in und auf den LnyastrÖmen sich., finden. Thr Men^e-Vet.
häkuifc differirt nach der verschiedenartigen Natur der Vulkane.
4, Wi r k u n g e n der Schwer«.
Sie beweist ilire Tliätigkeit durch mechanische Zef Störungen, oder
durch Veränderungen 'in der Lage der Gebirgsmassen.
U n m i t t e l b a r wirkt sie durch Spaltungeny Trennungen, und {.oj.
reissuugen größerer, Gebirgssiücke, oder durch Einsenkungen .und Umstür.
ziingen ganzer Stücke-Gebirge*.
Daher die senkrechten Einschiefsungen vormals horizontal gelt,
gerter Schichten, die Flözriicken u. s. w.
-Ihr m i t t e l b a r e r Einflufs-hat in Gemeinschaft mit Wasser und Feu«
state.
VIII. Innere Struktur des Erdkörpers.
Der Umfang Unseres Wissens von der in n e r e n B e s c h a f f e n li e it
d'es E r d k ö r p e r s ist im GäHzen Von geringem Belange. Es beschränkt
sich derselbe fast auf die änfsei-e Rinde und eine Vielzahl gewichtiger Erfor-;
schungeu bleibt der Folgezeit, voibehalten. Deniuugeachtet aber berechtiget
uns seihst jene geringe Bekanntschaft zu manchen Schlüssen auf die Verhältnisse
des, 'für uns unzugangbaren, Inneren. Wir vermögen aus dem GeJ
gebenen Gesezze zu folgern, deren Allgemeinheit wir mit Sicherheit ausspcJ
eben können, da sie , ohne Rücksicht auf örtliche oder klimatische Verschiedenheit,'
überall dieselben sind.
Die .Umstände, welche hierbei zu statten kommen, sind:
a) die L a g e r u n g d «er "G e b ir-g s ™ a s s e 11. Alle Gebirgsjäger;
verflachen sich von ihrer Höhe nach den tiefsten Punkten w
und haben, hier wie dort, eine gleiche Beschaffenheit.
b) N a t ü r l i c h e H ö h l e n .
^ E i n s c h n i t t e von beträchtlicher Tiefe, durch Wasserfluthu!
bewirkt,
•d) Dar B e r g b a u . So bedeutungslos auch, im Verhältnissen
dem Ungeheuern der Masse., die Erfahrungen sind.* welch
der Bergbau gestattete,'Tiber das Innere der Erde zu machen,
“so erfreulich ist es dennodli, in 'der Sumiiie jener Erfahrungen,!
die Begriffe bestätigt gefunden zu haben, zu welchen "il«
Aufsere der Erdei berechtigte.
Auch hier hat das Auge des Forschers die Regelmäfsigkeii, <lie
Ordnung bewundern g e le r n t ,' w elch e auf eine so höchst merkwiir-
•dige We.se in der Allheit der Schöpfung w a ltet, und so wahr-es ist, dafs
die Summe unserer Beobachtungen z u dem. grofsen Ganzen unser«
Erdballs sicli w ie das Mafs der Rinde zu dem 'Dur.ohmesser verhält,;
so unläugbar ist demimgtfachret d e r G ew in n , welchen d ie , vcrmii-i
^telst des Bergbaues erforschten , "Tliatsachen der Geognosie dargebot«|
tob en .
Die Struktur der Erdoberfläche läfst einen dreifachen Gesichtspunkt zu: 1
1) Der Erzkörper stellt ln der 'Gesarhmtlieit mehrerer 'Gebirgsmassen g<*j
geri andere, gleichfalls zusammengehörige, Gebirgsmassen,‘Ganze dar, welch*
den Charakter einer wesentlichen Varsdliiedenheit tragen, so däfs die Struk-j
tur für verschiedene Gebirgsmassen sich durchaus verscliieden zeigt.
2) Alle Gebirgsmassen ,ohne irgend eine Ausnahme werden, nach te|
allgemein geltenden Regel des Niederschlags, als ein Einziges betrachtet.
3.) Der Erdkörper erscheint aus Gebirgsmassen, nach den maunichfaclicnj
Verhältnissen des Niederschlags, bei welchem eine-sreto Abänderung obwaltet, |
und ohne Rücksichf auf die verschiedenen Gebirgs -Formationen zusa-mmcn-i
.gesezt.
IX. Die Gebirgs-Gesteine.
G o b i r g s -G e s t e ih e — G e b ir g s ar t e n , B e r g a r t e n — *inii
diejenigen Erzeugnisse des unorganischen Reiches, welche die feste Mas«*
unseres Erdkörpers bilden.
Die-verschiedenartige Natur jener 'Substanzen führt ¡für -diesen
Begriff keine Änderung herbei. .Steine und Metalle, Inflammabi-
lien und-Salze werden <mit dem .Namen tGebirgsarten belegt., insofern
sie Theilganze <der -Struktur «des -.von -uns bewolmten Planeten
ausmachen.
Die -Französische 'Schule weicht theilweise -noch sehr -von -dieser
Bestimmung ab und frülierhin war dieses in höherem Grade 'der
Fall. Iln-e Geognosten wollten unter der Benennung Gebiigsarten
ausschließlich die grofsen uranfängliclien .Steinmassen verstanden
wissen, deren Bildung in die älteste .Z,eitfrist -fällt.
Dolomieu beschränkte die Bedeutung noch m eh r , indem er nur
■diejenigen Gemenge Gebirgs -^e ste in e ijannte, welch e durch eine sichtbare
-Vereinigung mehrerer Gattungen hervorgebracht und die Resultate
einer ’nicht regelmäfsigen Krystallisation sind.
Die Gebirgsarten werden entweder nur in einer oder in einigen weni-
en Gegenden, oder auf mehreren, oft sehr weit von einander entlegenen,
„nkten stets m einerlei erkennbaren und bestimmbaren Verhältnissen, in
Heiniger oder in geringer Verbreitung getroffen.
Die G r a n i t e {ler Kordilleren w ie die der Gebirge Europa’s zeigen
nicht selten Zusammenhäufungen in Gestalt abgeplatteter und in konzentrische
Lagen gesonderter Sphäroiden. Der Schillerstein ist in den
S e r p e n t i n e n von K u b a w ie in denen v on D e u t sc-h la h d .zu
- Hause und die M a nd. e 1 s t e in e und P e r l s t e i n e stellen sich
identisch mit jenen da r , die am Fufse der K a r p a t h e n Vorkommen.
Und so grofs auch, für den ersten Anblick, die Mannichfaltigkcit derlben
zu seyn scheint, so ergibt dennoch dier nähere Untersuchung, dafs die
eisten Gebirgs - Gesteine, was ihre Natur betrifft, sehr ausgezeichnet und
estimmbar sind.
Mau kann annehmen, dafs wir mit dem gröfsten Theile der Ge-
birgsarten -bereits seit längerer Z e it bekannt sind. Allein Wekner’s
Verdiensten war es Vorbehalten, aus der Bestimmung der Gcbirgs-
' Gesteine das Schwankende zu verbannen und den vielfachen Ver-
. wirvungea, welche der unrichtige Gebrauch ihrer Benennungen
herbeigeführt hatte, durch eine bestimmte sachgemäfse Nomenklatur
zu steuern.
G e b ir g s -G e s t e i n e und G e b i r g s -M a s s e n sind wesentlich von
jnander verschieden, obgleich in beiden das Material identisch is t, denn aus
ebirgj - Gesteinen werden Gebirgsmassen , wenn ihre Erstreckung nicht mehr
jbersehbar is t, d. h. wenn man von einem Standpunkte den Anfang und
as Ende ihrer Ausdehnung nach Länge und Breite nicht zugleich zu überschauen
vermag.
Das Ende eines GebirgS - Gesteines ist d a, wo es von einer ändern
Gebirgsait abgesclinitteii wird, wo; es allrqälilig in diese übergeht,
oder wo es ius Freie ausgehend, .aufhört.
Blofse Versteckungen nach Länge und Breite durch andere Gesteine,
oder ein Verbergen in der Tiefe des B od en s, bieten keine richtige Bestimmung
des Endes dar.
Ebenso ist der Anfang einer Gebirgsart da zu suchen, wo sich
dieselbe an oder neben einem ändern Gebirgs - Gesteine, ihm zur
Seite liegend oder stehend darstellt, w o beide Gesteine, bei gänzlicher'
Verschiedenheit, einander gleichsam abschneiden, oder wo
ein allmähliges Verlaufen derselben statt hat, endlich wo aus einem
Mittelglied« beide deutlich entwickelt und vollkommen charakteristisch
ausgeschieden werden.
Das blofso Hervortreton einer Gebirgsart aus der Tiefe des Bodens
oder unter einem puderen Gesteine kann nicht fü r den Anfang derselben
gelten.
Hieraus ergibt sich, dafs man Gebirgsarten haben müsse, welche
nur nach ihrer Mächtigkeit begrenzt sind, dagegen ihrer Erstrek-
kung in die Länge und Breite nach keinen Anfang und keih
Ende haben, und gleich einer kugelförmigen Schicht das Ganze
des Erzkörpers umziehen und sein Inneres umhüllen. Diese Gebirgs
- Gesteine sezzen daun ‘zugleich die herrschendsten Massen unseres
Planeten zusammen.
Hierher gehört zumal das älteste G r a n i t - G e b i l d e , als die
Unterlage aller Übrigen Gebirgsmassen, deren Ende der Tiefe nach
bis jez t hoch. "Unerreicht geblieben ist.
Die Haupt-Formationen des G j\ e i f s e s und des G l im m e r s c h i e f
e r s zeigen-, mit Ausnahme der T ie f e , e in ähnliches Verhalten, hur
w erden ihre Kugelschichten nach der Höhe, w en n auch nicht durchaus
ur sprünglich, doch gegenwärtig v o n älteren , durch sie hindurch
von unten auf Hervorragenden , G r a n i t e n durchbrochen.
Das U r tJi.p 11 s c h i e f e r - und U r p o r p h y r - H a u p t g e b i l d e
se z z en , aller, Wahrscheinlichkeit na ch, nur regellose Gürtelkreise zu-
'. sammen , deren jeder sich wieder in sich selbst verlauft.
* . . Die herrschendsten . Gebirgsarten aus der Uebergangszeit scheinen
dieses Verhalten z u tneilen. Dahingegen selbst die am meisten' verbreiteten
F l ö z t r a p p - G e s t e i n e und die mechanisch k o n g l u -
t i n i r t e n G e b ir g s a r t e n , ohne Ausnahme keine Bildung. ..von-
Gürtölkreisen mehr bemerken lassen. Eben das gilt von den häufigsten
Gliedern der F l ö z - P e r i o d e , w elch e nicht hoch genug mehr
ansteigen und deren - Erstreckungen nach Länge nnd Breite gar häufig
und selbst ursprünglich v on höher ansteigenden Gebirgs -.Gesteinen
• älterer Entstehung . njeht allein durchbrochen, sondern auch durchgeschnitten
und abgeschnitten werden.' y '
Die 11'älieve Betrachtung der Gebirgs - Gesteine hinsichtlich ihrer Struk- ,
Ur> der wahrnehmbaren Zusammensezzung ihrer gröfsereu oder - kleineren
an?en aus Theilon von gewissen Formen und Verhältnissen, fujirt auf die'
ln ‘ a c h h e i t , oder auf das Z u s a m m a n g’es e z t s e,y n derselben. Jene,
priclit sich durch die Gleichartigkeit ihrer Massen aus und dahin gehöret^,
tdio «ei n .fa c h en (G e b i r g s a r t e n ( körniger Kalkste in, G y p s , Steinsalz).
Diese gibt sic(i .durch Ungleichartigkeit, durch eine konstante Verbindung
verschiedenartiger Mineralkörpcr zu einem Ganzen zu erkennen und ihr werden
die g e .m e n g t e n G e b i r g s a r t e n beigezählt ( Öranit, Porphyr,
Mandtlstein). .
Da , wo das unbewaffnete Auge die zusammensezzenden Theil-
chen nicht mehr zu erkennen vermag, Schliefst sich die Reihe der
gemengten Gebirgs - Gesteine und_ es beginnt die der einfachen.
Mit der S t r u k t u r im K l e i n e n ist die S t r u k t u r im G r o f
s e n nicht zu verwechseln. Diese umfafst die Gesammtheit der
Verhältnisse der wahrnehmbaren Zusammensezzung der Gebirgsarten,
welche man nur bei Massen von bedeutender Gröfse zu beobachten
vermag , während sich jene auf diejenigen der erwähnten
Verhältnisse beschränkt, deren Erkennung schon bei einzelnen Hand-
stucken möglich ist.
X. Struktur der Gebirgs-Gesteine.
Die nähere Betrachtung aus welchen Fossilien eine Gebirgsart besteht
und die Untersuchung ihres Gefüges im Kleinen ist ein wesentliches Hülfs-
mittel bei der Vergleichung der Gebirgsarten unter- einander und führt zur
genaueren Kenntnifs der Struktur - Verhältnisse der Erdoberfläche selbst, weil
durch die Struktur im Kleinen die Bildung der verschiedenen bestehenden
grofsen Formationen bestimmt wird.
1. Ein f a c h e St ruktur .
Sie ist die kleinste, welche wir walirnehmen und man verbindet damit
ganz denselben Begriff, wie wir ihn oben in der oryktognostischen Abtheilung
fest gesezt haben, d. li. dafs bei der mechanischen Theilting ein jedes
Partikelchen, den Unterschied des Umfanges abgerechnet* alle Eigenschaften des
Ganzen besizt., Es finden drei wesentliche Verschiedenheiten statt :
a. schieferige , \
' b. köfniire u n d ( Das N!lhere geht aus der oryktognostischen Kenntnifs der-
•/ selben hervor.
. c. dielte S tr u k tu r .)
In allen dreien Verschiedenheiten sind zuweilen, und mitunter selbst
nach einer bestimmten Struktur, fremdartige Theile ein beschlossen»
So nimmt der G y p s den B o r ä z i t , der B a s a l t d e n .L e u z i t ,
den A u g i t u. s. w. im porphyrartige'n Gefüge auf.
Nur dürfen solche Einmengungen nie anders als zufällig erscheinen.
Es darf nichts Beständiges, nichts Regelmäßiges zu bemerken
seyn, sonst, gehören die Gebirgsarten, in welchen sie sich finden,
nicht mehr den einfachen an.
3,, Z u s ammen g e s e z t e St ruktur .
Die Gebirgsarten bestehen aus mehreren, mit einander verbundenen
Fossilien, Gemengthellen. Diejenigen Gemengtheile, aus welchen eine Gebirgsart
zusammengesezt ist nnd durfcli die sie die Eigentümlichkeit ihres Charakters
erhält, lieifsen wesentliche Gemengtheile. Ihnen stehen die zufällig
gen d. h. diejenigen entgegen, welche aufserwcsentlich sind.
F e l d s p a t h , Q u a r z und G l im m e r bilden ab wesentliche
Gemengtheile den G r a n i t , zufällig treten S c h ö r l u . a. Fossilien
> n ich t selten hinzu.
A. V e, r e i n i g u n - g d e r G e m e n. g t h e i-
1 e o h n e b.e s o n. d - e r e s ' B i n d e m
i t t e l .
E n tw e d e r s in d d i e G em e n g t h e i l e in u n d m i t - e in a n d e r
V e r w a c h s e n , o d e r e s e n t h ä l t g l e i c h s a m e in G em e n g t h e i l
d en ä n d e r n , so d a fs e i n e H a u p tm a s s e b em e r k b a r i s t , o d e r
es k om m e n d i e s e b e id e n G e fü g e m i t e i n a n d e r v o r , d e r g e s
t a l t , d a f s e i n e H a u p tm a s s e s i c h t b a r i s t , i n d i e s e r a b e r
d e n n o c h w i e d e r e in I n e in a r id e r -G e w a c h s e n s .e y n d e r G e -
m e n g t h - e i le s i c h b em e r k e n lä f s t .
a. K ö r n ig e s G e fü g e .
Die Gemengtheile, theils vollkommen krystallinisch, theils von solchen
Fossilien hermhrend, welche regelmäßig abgesonderte Stücke haben, und
in den Verhältnissen der Länge, Breite und Dicke so ziemlich gleich sind,
erscheinen miteinander verwachsen und gegenseitig ineinander eingreifend.
In ihrer absoluten Größe zeigen sie bedeutende Verschiedenheiten, vom äußerst
Feinkörnigen bis zum- Großkörnigen von außerordentlicher Größe wechselnd.
Ebendas gilt von ihrem quantitativen Verhältnisse, indem bald der eine,
bald der andere der Gemengtheile vorwaltet.
G r a n i t , S y e n i t , G r U n s t e i n der ältern und jüngem T r a p p -