
In der Leine W e r k e r ' s stófsen 'die Sippschaften nicht nnmittel*
- bar aneinander, sie gehen nicln durch die ganze Masse der Fossilien
hindurch,’ sondern Werden Mirfig von einzehiéh Gattungen
unterbrochen. Dies-rührt, «Utifel bei den Metallen v ó i i de r gegenseitigen
Stellung der einzelnen Gattungen h e r , -bei dènen gian
sicli keine Abänderung unter dem Joche der Ordnungs-Stufe erlaubte.
Auch wollte man durch die iSippscliàften keine Klassifikations-Stufe
des methodischen Mineral-Systems, sondern eine Abtheilung des natürlichen
Verwandtschaft» - Systems bezeichnen. Mohs -'hat. ¡sich
mit vielem Scharfsinne von jenem Zwange frei zu flachen gesucht..
Ihm gilt das. Sippschafts - Verhält,nifs als ein sehr wesentliches, ja
e rhä lt die Sippschaften für den ' einiigen ünttnglicheh' Leitfaden
zur Vervollkommnrfng des MincraK Systems. Darum sind eine
Menge ■Sippschaften von ihm neu aufgestellt worden. ^B^achrei-
bun^des von der Nvii'schen Mineralien - Kabinettes.)
II. Chemi s che Kla s s i f ik at ions-iMethode .
Die c h em i s c h e M e th o d e bertthet auf biofser Betrachtung der M ischung
, auf dem 'ProporÜonelVeh der Bestandteile der Mine^alkórppr. Man"
nahm die Mischungs-Verhältnisse für den Charakter der Gattung,, die vorwaltenden
Bestandtheile für d e n Charakter der-Ordnung. Men suolile diese
beiden Stufen in' d w ’Katu*»ittia.1 ^ r t t;'fq n # h die Gattirting riach dem Qualitativen
und Quantitativen der. Misch (ingstheil«» Einer Gattung aber zählte
'man alle .Fossilien bei1/ welche-ftn Qualitativen ihres chemischen- Gehaltes
volikompieri und ‘ im, Quantitativen bis auf einen gewissen, bald mehr bald weniger
modifizirten, Grad übereinstknmeft. Die Gradirung erfolgte nach dem
vorwaltenden Theile der Mischung»
III. Ma thema t i s che Kla s s i f ik at ions -Me-
i thode. *
Bei der m a t h e m a t i s c h e n M e th o d e gewinnt man das Anhalten
zur Gattirung aus der Form der integrirendenTheile, oder aus denPrimitiv-
Gestalten der Krystalle.
Die mechanische Zerlegung der Krystalle hat es möglich gemaci«,
die Gattungs-Charaktere mehrerer Mineralien nach mathématischea
Prinzipien zugleich dynamisch bestimmen und von der mathematischen
Bildung der entdeckten Kerngestalt des Krystalls auf die
chemischen Bestandtheile schliefsen zu können.
Die Gattungen sind Summen von Körpern, deren integrirende Theile e i n ander
ähnlich und die aus einerlei Bestandteilen, in gleicher Proportion
gemischt erscheinen. Bei der Gradirung aber nimmt man noch auf andere
Verhältnisse Rücksicht. v
Zur Abtheilung der K la s s e n nnd O r d n u n g e n bietet die
Scheidekunst die Hülfsmittel dar. Bevor .jedoch nach der Anleitung
der Zerlegungen die Bestimmung der Gattungen vorgenommen
w ird , ist eine sorgsame. Untersuchung'der, von der Analyse gelieferten,
Resultate erforderlich,, um die fest? Überzeugung zu gewinnen,
dafs keine Ungewißheit mehr obwaltet, denn selbst die Arbeiten
der bewährtesten -Chemiker -lassen in manchen Fällen /noch
Zweifel übrig.
Só findet man z. B. dafs die Analyse d e i e r d i g e n F o s s i l i e n ,
Wolche nach Haüy's Methode die zw e ite Klasse ausmachen , bei Weitem
nicht mit der ün itä td er integmenden Massentheilchen Übereinkommen,
welch e bei den Individuen einer jeden, durch-die Krystjallograpliie
' bestimmten, Gattung statt findet» ■
Ferner würde man, — die nicht seltnen Widersprüche in den An_
.gaben über die verschiedene» Zerlegungen eines ttnd desselben Minerals
; ! .abgerechnet,— wo llte man sich ausschlflffslich ,an die Resultate der
Analyse ha lten , gar oft gcnötlrigt se y n 4 Substanzen zu v ereinigen, deren
Trennung die Krystailform und die ^Verschiedenheit de r physikalischen
Merkmale vorschrcibt, und im Gegentheile müfste man Fossilien
trennen, deren Verbindung die Gesezze der Struktur und die
physikalischen Kennzeichen g ebie ten, während nur das Mischung»-
Verhä ltn is auf eine Differenz hindeutet. ‘
-Dieser Mangel an Uebereinstimmung zwischen den Resultaten der
Analyse und de r Geometrie der Krystalle , der bei manchen Mineralien
. .eintritt, dürfte der Beschränktheit der M itte l, welch e unsesn Sclieideitìn
stler » ?bis jezt bei ihren Arbeiten zu Gebot standen, zuzusebreiben
/ seyn , Während die-Natur bei ihren Bildungen und Zersezzungen jede
Schwierigkeit z u besiegen vermag-'
Dio. Grundform, oder was gleichbedeutend is t, die Form des
irttegrirenden Moleküls, wird nach den Resultaten der mechanischen
Theilung, verbunden mit dem theoretischen Kalkül bestimmt, und
diese.bieten den Charakter dar, dessen man sich , in allen Fällen,
\ -wo eine genaue -Fixirung möglich -ist , - zur Unterscheidung der
Gattungen bedient. Zwei Mineralien, welche eine Differenz der
Grund - Gestalt zeigen, mithin auch nicht dasselbe integrirende Massentheilchen
haben, können nicht einer Gattung angehören. Eine
Gattung aber ist eine -Zusammenstellung von Substanzen, deren integrirende
Massentheilclien in Form und Gehalt einander ähnlich sind.
Hieraus ergibt sich.,'dafs die Mineralkörper einegeometrische fund
eine chemische Grenze haben. Jene besteht in der unveränderlichen.
Form des hvtegrirenden Moleküls, diese in dem Gehalte des Fossils.
Stellten die Resultale ¡dar Zerlegung-¿Ke chemische Grenzlinie stets
•in ih rer ganzen Vollkommenheit dar, so .wiirde sie meistens zur Bestim-,
mung der Gattungen liinreichen , da aber bei weitem in den meisten
Fällen* die Mineralien mit 'fremdartigen Substanzen gemengt sin d, w e lche
jin den fluiden Massen verbreitet w a r e n , in der. sich d ie Verbindung
der Massentheilchen ' bildfetft, *so thifs -dadurch jene sich
sehen diese ". in gar verschiedenartigen VerhlMfnisien drängen, s„ ^
¿¡die Analyse-in den meisten .Fällen^ der Art .njeht genjigend.IDie Tl,co.
rie der Struktur.dei- Krystalle mufs ins Mittel treten , um nach
mathematischen"Mathocfe -die wahre Grenze ‘der ’Gattungen züfixirfn
D a , ' Wo w eg en Mangel an -Deutlichkeit 'der krystallinischtj
. F o rm k e in« genaue B estimmung m öglich - i s t , n immt m a n / zur vot.
läufigen C h a r a k te r is iru n g , nebst den chemischen Merkmalen auck t die physikalischen z u Hülfe.
Die A F t en zerfallen in der Regel in zwei Reihen, wovon di«
©ine auf die krystallinische Gestalt Beziehung,,hat, während die aa.
dove die Formen aufnimmt, welche Haux unbestimmte nennt.
3H VVürdiguiag die ser Me thoden.
Die o r y k t o g n o s t i g ch e M e tJ io d e , auf Welohe 'Werner'* Mint,
r i i -System gegründet is t, löset' die Aufgaben der Systematolögie am1 génij.
gendsten durch «in, wenigstens gröfsern Théiìcs, naturgemäßes Aneinander,
reihen der Gattungen. Manche Sprünge und -Unterbrechungen, manche Un.
gewifslleiten walten zwar ' o b , allein dies rührt 'theils von -unserem Man^
an Kennuiifs vieler Mittelglieder, theils von dem "Umstande her., dafs dn
NatUr sich -bei der Bildung der Körper iiicht auf gewisse, einfache Fol;a
'von Reihen Beschränkt, sondorn, 'nach den verschiedensten Seiten h in , Veri
■hältnisse des /Vorwaudtseyus -zwischen ihnen -zugegeben hat. .Mit dg
-fortschreitenden Entwicklung unseres^ Wissens, géstiizt "auf Beobachtung
und -Erfahrungen, mufs auch diese Methode uothwendig an Vollsiändigkti
gewinnen.
Die ä l t e r e c h em i s c h e M e th o d e entspricht 3en Förderung
nicht, za welchen eine naturgemäße 'Klassifikation berechtigt! Die V*
li'iltnisse der Mineralien - Mischungen gestatten keine Beobachtung im naiS
liehen Zhstande ; ihre Kenritnifs sezt eine Zerlegung voraus und diese'bietet cä
keine nàltìrliclie Körper, sondern andere Stoffe dar, von denen es nur tlun
weise erwiesen ist, dafs ' sie Hem' ¿erlegten Fossil ahgehörien und den
kleinere Hälfte vielleicht als'Produkte,'Erzeugnisse des chemischen Prozess
gelten mufs. Diese Resultate der Zerleguug können daher , nie als Gattung:
Begriffe, oder als Merkmale derselben angesehen weiden. Feiner ist it
Umfang unserer KemttnHs von den Stoffen.*, aus welchen das Viesen A
Fossilien’gebildet 'erscheint, Jioch zu - unvollkommen-; die angenommene Eii
fachheit mancher Stoffe leidet ' Zweifel-; in den Resultaten der - neuereu ui
der älteren Analysen Walten gar oft bedeutsame Differenzen -ob ; man länsd
sich-, weiin man- durch -jene -Resultate -die Erkenntnifs des inneren Zustand
der Fossilien, odqr der Verbindungsweise ihrer. Bestandtheile zu erlang!
glaubt, denn mit der Zerlegung ist gar häufig eine Zerstörung dessen vt
bunden, worauf alles ankommt' und was nur an dem Natur - Produkte b
kannt. werden kann, wènn es erkennbar ist. Zudem lassen nur, rein cliea
sehe Mischungen analytische Untersuchungen zu. Bei allen innigen meefc
nischen Gemengen sind sie nicht anwendbar, denn sie gewähren selbst kc
scheinbar sicheres Resultat. Manche Mineralkärper zeigen in dem Verbi
nisse ihrer ¡Bestandtheile wenige oder .keine Anomalien, während sie in alk
Übrigen so .bedeutend von einander Ab weichen, dafs sie Gattungen.verse!
dener Art bilden müssen. Andere lassen eine ungemeine' Übereinstimm«
in-ihrem Äeiifseren bemerken und. differir»n. dagegen sehr in der JVüschiuj
so dafs sich das Band, zwischen dieser und jenem durchaus nicht erkeuß
läßt. Darum .vermag mau nioht auf chemischem >Wege allein., dem, Zw»
d(?r Gattirung gemäis, ; die Verschiedenheit des Fbss^?en ••'Vesßhs . zu .■.erSI®
•den, denn es wird dasselbe nicht durch die Identität der Bestandteil
sondern durch den J)esondcrn Zustand .ihrer chemischen .Verbindung
motiviti. •• . i ; t
Mit denselben Schwierigkeiten hat man bei der 'Gradirung zu kämp»'
Man sieht sich genöthiget, naturwidrige Zusammenstellungen -und fEßieniii
gen vouzunehmen. -Bei den niedrigen Stufen- der Klassifikation: endlich1
diese Methode gar -nicht anwendbar, daher mufs -man -bei Bestimmung •
Arten pud Abänderungen die ‘Norm von einem anderen Kiassifikations - tii“
de entlehnen.
In neuérer Zeit ist man bemühet .gewesen, die chemisclie ^
■-tliode-dadurch zu vei-vollkommncu, dafs mau gewisse Gesezze *
mathematischen Methode ihr beigesellte. Man begann Riick»(
•auf .das integiirende Massentheilclien zu nehmen und solches,1
Resultat der--Textur, für höchst wesentlich zu betrachten. D"
wurde von dem Sazze ausgegangen, dafs, sobald in zwei lossu1;
die iutegrircuden Massentheilchen verschieden seien, diese i|U1
zwei verschiedene Gattungen konstituiren müfsten ; dafs aber, ^
man auch glaubt wöllig ähnliche -Massemheilchen in zwei Subst*
zeu gefunden zu haben, und ihre óhemisóhen1 Bestandtheile»
alle Übrigen äüfsern Merkmale verschieden sind, keine Ver«i
gung gestattet seie, sondern inan solche als zwei getrennte **
-benachbarte Gattungen bestehen lassen müsse -endlich daß, "
■ auch di« Zerlegung in zwei Fossilien ganz einerlei BestainlW
ergäbe, aber das integrirende Massentheilchen verschieden wäre,
oder (in Ermanglung deutlicher Textur) alle übrigen wesentlichen
Kennzeichen, man beide nicht unter einerlei, sondern unter zwei
verschiedenen Gattungen begreifen müsse.
Nach Berzelius’s, auf die e 1 c k t r o - c h e m i s c h e Theorie begründe-
Methode müssen die Körper des Mineralreiches in zwei Klassen getheilt
tden.
I. K l a s s e . - Unorganische Körper. Hierher gehören alle Mine-
lörpsr, in welchen die Urstpffe und Oxyde als binäre chemische Vereinigen
, in Bezug auf den zwischen ihnen herrschenden elektro - chemischen
rensaz oder riicksichllich ihres verschiedenen Gehalts an Sauerstoff, auf-
teti., Ferner gehören hierher alle chemische Verbindungen binärer ohemi-
er Vereinigungen. .
II.. K l a s s e , Ueberreste organischer Körper. Welche dem Ge-
te der binären chemischen Verbindung der Urstoffe auch in ihrer Desor-
isation nicht unterliegen, sondern demjenigen der organisirten Körper,
jauf ternär« und «juaternäre chemische Vereinigung ausgehet, (s. VII. S.,8 9.)
;]i immer folgen. So alle I n f ia m m a b i l io n .
Da zur Zeit die richtigste Anordnung der, zur ersten Klasse gehörenden
, Mineralkörper nach ihrem elektro - chemischen Weiche
noch nicht ausgeführt werden kann, so mufs eine, diesem Zwecke
- eich annähernde, Einreihung inzwischen suppliren , bis die, jezt
noch unvollständige, Kenntnifs der wechselseitigen elektro - chemischen
Verhältnisse zwischen Urstoffen und Oxyden erweitert werden
wird.
Die Einreibung der Mineralkörper erster Klasse geschieht durch Fami.
L welche von folgenden Urstoffen gebildet werden.
U r s t o f f e :
Sauerstoff. . ~ " ; ' Rhodium»
Metalloide. , Palladium.
Grundlage der Schwefelsäure. Quecksilber.
— — der Salpetersäare. Silber.
— —jf! der Salzsäure. Blei.
—1 —* der Pliosphorsäure* Zinn.
— der Boraxsäure. Nickel.
— — der Kohlensäure. Kupfer.
— -T-, des Wasserstoffs. w • Kobalt. '
Metalle. Uranium»
Arsenik. Zink.
Chromium. Eisen.
Molybdän. Mangan.
Wolfram. . Zererium.
Spiesglanz, Yttrium.
Sjlicium Beryllium.
Taiitalum. Aluminium.
Titanium. • Magnesium.
Zirkonium. . Kalzium.
* Osmium. Strontium.
Wismuth. Barytium.
Iridium. Natronium.
Platinum. Kalium.
Gold. Ammönium.
In der vorstehenden Reihe sind die Urstoffe nach B e r z e l iu s so
geordnet, divfs sie mit dem , nach seiner jezzigen Ansicht, elektro -
negativsten Sauerstoffe anfaugen, und bei dem elektro - positivsten
Ammonium aufhören.
Nach der früher geäufserten Ueberzeng'uig des Verfassers dieser
Klassifikation hingegen müßte umgekehrt der S a u e r s t o f f als der
e 1 e k t r o - po-s i t i v s t e das K a l i u m als e l a k t r o - n e g a t i -
i v e r und das A m m o n iu m als der e l « k t r o - ' n e g a t i V ste -
Drstoff betrachtet werden , und zwa r Iczteres um so m eh r , da es
nach BEnzEi/ivs mit dem Sauerstoffe sow o h l eine vollkommene Säure
als Base zu bilden v ermag; mithin als Mittelglied zwisch en siiureCilii-,
gen und basefähigen Urstoffen angesehen werden mufs.
Jeder in Mineralkörpern vorkommende Urstoff kann eine mineralogische
F a m i 1 i e begründen. - Diese Familie besteht aus ihm
selbst und seinen Verbindungen mit den,.in vorstehender Reihe' über ihm
befindlichen Urstoffen, welche zugleich die Ordnungen bezeichnen. Z.
B . l ) Sulphureta (Schwefel-Verbindungen), Arsenieta (Arsenik-Verbindungen),
Tellurela (Tellur- Verbindungen), Oxyda (Sauerstoff-
Verbindungen). 2) Sulphdtes (schwefelsaure Verbindungen), Arseniates
(arsehiksAure Verbindungen), Siliciates (kieselsaure Verbindungen),
Die Ordnungen zerfallen wieder in Species, wenn sie1 nur 3 — 6
unterschiedene Mineralkörper enthalten. Bei größeren Mengen von
20 bis 100 werden die Mineralkörper erst in Abtheilungen als:
1) einfache chemische Verbindungen; 2) mehrfache chemische Verbindungen
(Doppelsalto etc.) eingetheilt. — Diese Abtheilungen
zerfallen wieder nach Mafjgabe der Uebereinstimmung in den näheren
Bestandteilen in Genera, welche durch die Abweichungen
in den relativen Mengen jener konstituirenden Theile bestimmt
- werden.
Für die Einreihung der brennbaren und oxydirten Minttralkörper
in die Familien der entsprechenden Ordnungen weicht BEP./.Ei.nj8 etwas
von den , erwähnten Prinzipien ab. Ist es ein B i- oder
Tri - Sulphuretum, Arsnnietum, so wird dasselbe nach der Stelle
des elektro - positiven Bestandteils in der vorstehenden Reihe, von
welchem es die meisten Theile enthält, eingeschaltet; oder wenn
_ die Mengen d'ej» Bestandtheile gleich sind, nach dem elektro-positivsten
Bestandtheile. 1 Enthält ein zu- ordnender Mhieralkörper
zwei oder mehrere Oxyde als Bestandteile, dann bestimmt das elektro-
positivere Oxyd 'das Einschalten, ohne dafs die’ Quantität desselben
in Anschlag kommt. Dur oli' diese Modifikationen wird . die Vereinigung
der Mineralkötper von verwandter Zusammensetzung in den
Familien bezweckt.
D adu rch diese, in theoretischer Hinsicht vorzüglichere, Anordnung
dennoch manche Trennungen unvermeidlich sind, so schlägt Bejive-
n i'S w eite r v o r , die p o s i t i v e n Urstoffe.. als Repräsentanten der
Ordnungen aufzustellen, und die Familien nach den - e l e k t r o - n e g
a t i v o n Urstoffen , w e lch e , mit den p o s i t i v e n Urstoffen v e r bunden
, in den Mineralkörpern Vorkommen, z u bestimmen. In diesem
Falle würde die lange Reihe der S i l i c a t e ununterbrochen beisammen
bleiben.
Es gehet aus diesem Allem hervor, dafs die Idee einer Klassifikation der
Mineralkörper nach chemischen Grundsätzen in der Natur begründet^sei,
aber eben -so augenfällig ist cs, dafs ohne die genauesten Analysen einer gro-
fsen Zahl von. Fossilien diese Idee noch so lange Projekt, bleiben mufs, bis
die analytische Chemie weitere Data zu diesem Zwecke geliefert haben wird.
Die m a s liem ak is ch e M e th o d e beschäftigt sich vorzugswei-e mit
der Betrachtung räumlicher Verhältnisse. Ih r scheint es an Allgemeinheit,
an Vollständigkeit und an zureichender Begründung zn fehlen. Sie ist nicht
für das ganze System in allen seinen Theilen anwendbar.. Zwar führt sie
durch höchst genaue und mühevolle Untersuchungen über Krystallisation und
krystaliinisclie Struktur, sowie duych die Würdigung des innigen Verhältnisses
zwischen der Mischung und dem Äußern, zu dem Sazze : dafs mit einem
gewissen Verhältnisse der Bestandtheile, zugleich eine gewisse, bestimmten
und unwandelbaren mathematischen Gesezzeu unterworfene, Beschaffenheit
der Krystallisation und der Struktur verbunden seyn müsse, • Allein bei den
obersten Stufen der Klassifikation, h.at man niclit das ganze Wesen der Fossilien
beachtet, sondern nur den einen oder den ändern Theil derselben. Da-
rum*ist zumal die Gattirung weder allgemein noci/ vollständig. Die, innerhalb
den Grenzen einer Gattung liegenden, Arten und Abänderungen erscheinen
nicht sorgsam genug unterschieden. Man hat die zahlreiche Menge der
unkrystallisirt aus dem Schoose der Erde hervortretenden Mineralkörper auf
-Kosten der minder häufigen krystallisirten vernachläfsigt. Diese gelten als
die alleinigen Normen und jene werden ihnen, selbst hei wesentlichen Verschiedenheiten,
als blofse Abänderungen beigezählt. So kann man das Mineralreich
nicht als ein Ganzes überschauen und folglich auch den mannich-
faltigen Übergang der Bildungen von der vollendeten Krystallisation bis zur
gestaltlosen Masse nicht verfolgen.
’ Unter der Gattung des A u g i t s z. B. sind aufser den bekannten
Arten desselben, der D i o p s id (AIjiUt und Mussit), der K o k k o -
l i t h und der S a h l . i t vereinigt. Die' Gattung des Q u a r z e s um-
fafst nicht blos den A m e t h y s t , B e r g k r y s t a l l , g e m e i n e n
Q u a r z , B o s e n q u a r z und P r a s e m , als dazu gehörige, in dem
I Wesentlichen ihrer 'Merkmale mit dem Gattungs - Charakter harmonirende,
Arten , sondèrn aufser diesen ferner den E i s e n k i e s e 1,
' den H o r n s t e i n , . den F e n e r s t e i n, . den K a l z e d o n , den
O p a l i den J a s p i s u. m. a. Mineralkörper, von der Gattung des
Quarzes'und ihren Arten wesentlich verschieden.
Eine Vielzahl der, auf jene "Weise im Systeme nicht, unterzubringenden,
Mineralkörper werden durch diese Methode, ohne zureichenden Grund,
in das Gebiet der Geognosie verwiesen. Allein "selbst für die krystallisirten,
Fossilien ist der, von der Primitiv - Gestalt der Krystalle entlehnte, Kiassifikations
- Gi'und nicht immer tauglich. Er ist zu unzuverlässig, zu unsicher.
Die primitive Form, welche bei der Gattirung zum.Grunde gelegt wird,
kann nur bei Mineralien von mehrfachem Blätter - Durchgänge mit Bestimmtheit
nachgewissen werden. Sie ist bei allen- übrigen hypothetisch und wird
bei diesen aus den für sekundär geltenden Krystallisationeu hergeleitet. Die
mathematisch« Methode sezt voraus, dafs die Primitiv - Gestalt wesentlich
verschiedener Mineralien stets verschieden seyn müsse. Allein dié Erfahrung
Jelirt, dafs mehreren verschiedenartigen Fossilien dieselbe primitive Form
eigen ist. Man w ill dieses zwar auf die regelmäßigen Primitiv - Gestalten ’
beschränken und bei den unregelmäfsigen nicht einräunien, allein es ist nicht
erwiesen und so werden die verschiedenartigsten Mineralkörper zu einer
Gattung . verbunden. Endlich gewähren die iiufsereu Beschreibungen , nach
der mathematischen Methode entworfen, bei weitem nicht die Vortheile,
welche die oryktognostische in ihren Beschreibungen darbietet.
Bei . allen diesen, der Methode geltenden, Einwurfen aber soll
den hoben Verdiensten des tiefdenkendepi Krystallotomen keiueswe-
ges zu nahe getreten seyn. Mit seinem Wirken beginnt für die