
II, I n n e r e K e n n z e i c h e
Diese sämmtlichen Annahmen stüzzen sich auf Tliatsachen und
wurden, durch die Beobachtungen seit -dem Jahre 1600 an der
Magnetnadel, erfunden lind berechnet. Sie' sind geeignet alle bis
jezt noch unerklärliche Eigenheiten der Magnetnadel in ein neues
Licht zu sezzen, namentlich die Deklinationen und Inklinationen
derselben.
Mit diesen Entdeckungen mufs der von H u m b o l d t in der Oberpfalz
aufgefundene Maguetberg in Verbindung gebracht /werden.
Die magnetische Polarität dieses, zur. Serpentin - Formation gehörigen,
Bergs wirkte iu einer Entfernung'von 20 Fufs von dessen
Kuppen auf die Magnetnadel; gröfsere abgeschlagene Stücke in 4
bis 5 zölliger Entfernung. Auch an den kleinsten Stückchen war
Polarität zu bemerken; allein weder an grofsen noch kleinen
das Vermögen Eisen anzielien zu können. Die Lagerung des Gesteins
war so, dafs an dem nördlichen Abhange des Felsens die
Südpole und an dem südlichen Abhange die Nordpole sich befanden
; demnach in gleicher Richtung mit jenen der Magnetnadel und
mit dem magnetischen; Meridiane. Die Ose- und Westseite der Kuppen
verhielten sich beinahe indifferent. In derselben Gegend, und
zwar bei Zelle ihi Fichtelgebirge an der Stelle des Heydebergs,
welche dem Teufelsbruimeii gegenüber liegt, fand. S t e iN i i a k u s e r
einen Serpentin - Felsen, der magnetische -'Polarität besaß und in
dessen Nähe er noch mehrere polarische Stellen, an Gebirgsarten,
die sich dem Hornblende schief er und dem Schneidesteine nähern,
bemerkte. So jene am westlichen Fufse des Heydebergs. Der
Nordpol' dieses Felsens ward an der Südseito, über Tage hervor-
sLebend, angetroffen; der, wahrscheinlich unter der Erde befindliche,
Südpol konnte v nicht aufgefunden werden. Die Westseite,
'welcher mit der Magnetnadel allein beizukommen -war, wirkte,
anziehend auf dieselbe, ohne -Polarität zu zeigen.
Der zulezt genannte Naturforscher^ beobachtete Granitfelsen auf
dem Harze, deren magnetische Polarität in denselben Lagen, wie
jene dev oben erwähnten, in Süden und Norden vorkamen. Die
Schwierigkeiten, welche zur Zeit dieser' Entdeckungen in den Erklärungen
der umgekehrten Lage dev Pole au diesen Steinmassen
obwalteten, sind jezt, durch die _geläutert‘ere Ansicht des Verhaltens
der Magnetnadel gegen die magnetischen Pole der Erde,
gehoben.
Es w ird hier a u f Coulomb’s Wunsch zurü ck g ewiesen , und derselbe
auch über die zu Tage ausstehenden Gebirgsniassen ausgedehnt.
Das ungetheilte Licht der Sonne wirkt schwächend auf ‘ die Oberfläche
der Erde und auf das, aus derselben strömende, magnetische Flüssige.
■ Daher die veränderte Lage * des magnetischen Äquators nach
Mft'fsgabe der Jahreszeiten. Von dem Frühlings - Äquinoktium an
sich über s den geographischen Äquator-weiter nach Norden hin
erhebend, zeigt derselbe eine rückgängige Bewegung zur Zeit des
Sommer-Äquinoktiums, welche er bis zum geographischen Äquator
fortsezt und nach dem Herbst-Äquinoktium von diesem ab nach
Süden zu tritt, nach dem Winter - Äquinoktium zurückzukehren
anfängt , und im folgenden Frühlings - Äquinoktium da wieder zu
treffen is t, von - wo aus er seinen Gang früher genommen hatte.
- Daher der veränderte Stand der Magnetnadel in den verschiedenen
Zeiten des Tages, w i e K a n t o n beobachtete.
Nach S c h u e b l e r stehen -die Oszillationen und täglichen Variationen
der Magnetnadel in Verbindung; mit den, von dem Sonnenstände.
abhängigen, elektrischen Perm den der Erdatmosphäre. '
Daher die zunehmende Kraft ‘ des magnetischen Flüssigen nach
. den Polen der Erde z u , bis sie in den Polen selbst ihre gröfste
Intensität erreicht, nach Mafsgabe der, nach den Polen zu abnehmenden,
repulsiven Kraft" der Sonnenstrahlen, welchs bekanntlich
in der Nähe" der Pole allen Einfluß auf die dortigen Eismassen
verlieren.
magnetischer Hinsicht im Grofsen ist, das ist die
er MaguetJ im Kleinen. Si* unterscheidet sich
Erdmagnete dadurch, dafs ihre Pole wegen
! Richtung gegen je« der Erde beobachte
Was der Erdkörper ii
Magnetnadel ^überhaupt j
einzig von dem großen
Schwäche eine entgegenges
gezwungen sind. • '
Die Magnetnadel ist daher sehr geschickt zu Versuchen, die eine
nähere KenntniCs der Natur des Magnetismus bezwecken.
Mit ihrer Hülfe, oder mit jener einer magnetisirten, 6y/ langen und
breiten* Stahlplane läfst sich der Gang, welchen das magnetische Flüssige
in und aufserhalb. derselben verfolgt, sehr genau beobachten. Sie
werden zu dem Ende, auf einem Tische liegend, mit einem Blatte
weifsen feinen Papier bedeckt, welches man hierauf;mittelst eines
feinen. Florsiebchens mit schwarzem Eisenoxydul '{Actliiops" martia-
lis) oder mit feiner- Eisenfeile bestreut. , Sowie diese Stoffe das
Papier berühren ordnen sie sich, nach Mafsgabe der Form des
unter demselben liegenden Magnets und fies• Ganges des magnetischen
Flüssigen, zu Zeichnungen, die in der Mitte gewöhnlich einen,
an der zu beiden Enden spizzig auslaufenden Magnetnadel öfters
zwei Wirbel besitzen, und von diesen Wirbeln aus das wachsende
Ausströmen des magnetischen Flüssigen an beiden Seiten Bis zu den
Polen hin bemerkbar machen. Diese Figuren können durch eine,
der ersteren hinzugefügte magnetisirte Stahlplatte und durch die-
■verschiedenen, derselben gegen die andere zu gebenden, Lägen sehr
vervielfältigt werden. So zeigt die Eisenfeile einen Wirbel, wenn
Nord- und Südpol der Platten einander in kleinen' Entfernungen
gegenüber stehen, in welchem sich das magnetische Flüssige, gleich
in,, jenen der Mittelpunkte, zu neutralisiren strebt. Ferner
Feindschaft der gleichnamigen - magnetischen Flüssigkeiten tlI1.
einander, wenn gleichnamige Pole aufeinander wirken. Es
dann kein Wirbel in der Zeichnung, sondern deutlich daraus
ersehen, dafs beide magnetische Flüssigkeiten sich abstofseu
eine der ändern auszuweichen strebt.
Das magnetische Flüssige ist in dem unmagnetischen Eisen so ]Ja
neutralisirt anzusehen, als dasselbe kein Zeichen von Polarität äufsert.
wie diese aber eintritt, sei es nun, dafs die Nähe eines Magnets - oder ;
Maguetisiren selbst hierzu Veranlassung gebe, wird jener neutrale Zusa
aufgehoben. Es entstehen ein qder mehrere Punkte in der'Mitte öder
dabei, um welche sich die entgegengesezten magnetischen Flüssigkeiten vri
belnd und nach Vereinigung strebend, im Kreise drehen. Diese Vertu
gung wird aber durch den, auf beide Enden des EiSejis ein wirkend!,
Magnetismus -der Erdpole gestört; indem der Nordpol der Erde siöhj
dem Südpole und der Südpol der Erde sich mit dem Nordpole des Ei*
in Rapport sezt.
Werden die Erscheinungen an der Magnetnadel als Wirkung ztva
entgegengesezten Kräfte betrachtet, gleich den anziehenden und abstofsendj
dann müssen die beiden Hälften diesbr Kräfte im Mittelpunkte und die 1
deren-au den beiden Polen des Magnets wirkend auftreten.
Nimmt man nach C o u l o m b die Pole der Atome eines Ma°nr
vom Südpole ab bis in die Mitte . desselben, al$o gereihet ;
dafs deren Nordpole, nach Innen gerichtet, stets an den Südpo
der folgenden anliegen; und vom -Nordpole des Magnets ab d
Lage der Pole in umgekehrter Reihe, s,p dafs die Südpole
Atome nach Janen, die Nordpole derselben nach Aufsen zu stelle
so w ird , wenn beide entgegengesezte Reihen den Mittelpunkt i
Magne-ts erreicht haben, darin nothwendig eine gleiche wirbelt
Kreisbewegung zwischen den entgegengesezten magnetischen Bea
bungen entstehen, wie solche sich an entgegenst,ehenden Süd- 0
Nordpölen offenbart. Das Bestreben beider sich ’ wechselseitig:
säctigei^ und außuheben, würde diesen Punkt vollständig z:
magnetischen Indifferenzpunkte' machen, stünden demselben nit
die beiden Pole' des Magnets, und ihr Bezug auf die Aufsenn
entgegen; - der Vertheilung der Elektrizitäten im .Eiektrop]«
gleich, wo der Rapport fier ungleichnamigen d ie ,5 einer SH]
derselben, entgegengesezte Elektrizität zur Entfernung zwingt.
Durch künstliche Magnetisirung eines Eisenstabs mittelst eines n|
liehen > Magnets Wird in demselben ein dauernder magnetischer Prozefs
regt, welcher, durch die Einwirkung der Erdpole unterhalten, dann
Sich weiter zu bestehen vermag.
Aufser dem Eisen besizt auch das reine Nickel-- und. Kol
metall die Fähigkeit,' durch Magnetisiren zu starken Magnetei
werden. Die anderen Metalle scheinen für Magnetismus r
empfänglich zu _seyn.
ehr durch mechanische Einwirki
C. D e r M n e t i s m u s . — D. D i e E l e k t r i z i t ä t .
na l e n ’ übergofs, so schlug
R u h l an m gelang dieser
Je mehr Einwirkung die Masse solcher Metalle
dichtet wird, um so, hartnäckiger ^halten sie den nachher mitgctheilten Maj
tismus zurück. Die hierdurch-veränderte Form der Krystalle, aus welck
diese Körper bei dem Übergange, na’clx dem Schmelzen, in den festen Zusi
zusammengesezt wurden , die durch Hämmern ’ gleichsam mit einander ai
gamirten Pole derselben sind als Ursachen dieser Erscheinung anzusehen.
Stahl hält den ihm ertheilten Magnetismus stärker zurück
weiches Eisen , dieses wieder stärker als Gufseisen. Selbst Mcu
und. ihre Legirungen, die .nicht vom Magneto. angezo°-en werA
erhalten diese Fähigkeit, wenn sie durch Hämmern' Verdicl
werden, und verlieren sie wieder durch Erweichen im Feuer,
nach C a v a l l o - die- meisten Messingproben. Diese Eigenschaft
um so merkwürdiger bei diesen Legirungen des Kupfers' mit' Zit
da beide Metalle zugleich auch entgegengesezte Erreger der. gah
nischen Elektrizität' sind.
S c h l u f s .
Es ist sehr wahrscheinlich, dafs Magnetismus „und Elektrizität in ent
rer Beziehung’ stehen, als früher'angenommen wurde; denn G a t - Lvü
fand in einer Höhe von 700Q/ Meter noch Magnetismus in der Atmosplir
woraus fo lg t, dafs das magnetische Flüssige, ebenso w ie , das- elektrisch
im Raume, verbreitet sei, und dafs namentlich das Verhalten der, d
Wärme elektrisirt weidenden, krystallisirtea Mineralkörper, sich in die*
i eines Magnets vorzüglich 'nähere.
elektrische Schörl; in die kleinsten Stückchen
derselben^noch elektrische Polarität, gleich
“"i 1 einer Magnetnadel,1 w'äk
II. E i n t h e i l u n g d e r e l e k t r i s c h e n M i n e r a l k ö r p e r .
■ Die positive Elektrizität findet sich hauptsächlich bei den • erdigen und
Kehaltigen -Fossilien, während die negative Elektrizität bei den nicht-
Bnllischen, brennbaren mineralischen Substanzen — den eigentlichen Iu-
labilien —- angetroffen wird. Eine dritte Abtheilung umfafst die Foss
i l aus der Klasse der Metalle als Leiter der Elektrizitäten..
- _ Die positiv- und negativ - elektrischen Mineralkörper werden
idioelektrische , die Leiter aus denselben symperielektrische genannt. .
Hinsicht 'demjenige
So ,dei
eben zeigt, jedes d<
magnetischen Polaritäten der Tlicilgan:
ilu-e Mittelpunkte wie diese sich indifferent verhalten.
Sowie. Glühefeuer die Elektrizität -der Mineralkörper vernichi«
ebenso wirkt dasselbe auf Magnetismus in diesdn. Di ”
elektrischen Sclihq
ird neutrales Eisen ignetisch * n
rischem.
Die magnetischen Metalle
_ amalgamirbar.
der galvanischen hcp
Krystall - Elektrizität als Grund aller Elektrizitäcsr Erregung, mithin
als .Ursache des Elektro-Chemismus angesehen wird, so müßten Tliatsachen
L dieser Seite aus die Ansicht, dafs Elektrizität und Magnetismus inein-
0er greifen , um so mehr unterstüzzen. Und wirklich fehlt es auch nicht
[einigen von Werth.
Denn als C a v a l l o eine Magnetnadel' der , in einem Bbrglase
befindlichen Eisenfeile so näherte, • dafs -Zwischen beiden j9Hur geringe
Anziehung statt fand uud hierauf die' Eisenfeile mit verdünnter
Schwefelsäure zu wiederholten:
die Magnetnadel jedesmal an das Glas an
Versuch in einem enghalsigen Gläschen.
Eisendräthe werden nach R u h l a n d ungleich besser magnetisirt,
wenn sie , an einem Magnete hängend, von Zeit zu Zeit mit ver-
I düiinter Schwefelsäure befeuchtet werden, als wenn dieses Befeuchten
unterbleibt. —■ Auch das Rosten derselben unterstüzt
kräftig die Erregung des magnetischen Prozesses.
■ Die natürlichen Magnete lassen in ihrer Mischung stets Eisqnoxydul
benu-i ken, welches gleichsam den Träger des Magnetismus . in ihnen abgibt,
■lies Eisenoxyd ist weder dem Magnete folgsam noch, zeigt es Pola-
titii; allein ein geringer Gehalt von Eisenoxydul, so unbedeutend, .dafs die
B e Farbe des Oxyds dadurch nicht im Mindesten verändert w ird , ver-
Kiag demselben Attraktionsfähigkeit und Polarität zu ertheilen.
So die Eisenoxyd mit Eisenoxydul enthaltenden Whignet-Eisensteine,
in welchen das Zusammentreffen zweier Oxydations - Stufen
des Eisens mehr von elektrisch - chemischer als von mechanischer
Seite genommen werden mufs; d. h. als eine Verbindung gleich
jener einer Säure mit einer Base.
D. D i e E l e k t r i z i t ä t .
Mineralkörper besizzen Elektrizität, wenn sie unter gewissen Umständen!
andere leichte-Körper, als Stückchen P ap ie rS troh etc. wechselseitig an?
[eii und 'abstöfsen. Man unterscheidet hierbei vermittelst des Strohhalm-
tiömeters die positive und die negative Elektrizität. Die Beob-
ung der elektrischen Erscheinungen an Mineralkörpern hat in' den-
■cn drei ofse, der
l bemerken lassen,
«endet worden sind.
systematischen Reihefolge beinahe gleiche, Abthei-
welche im Allgemeinen bei der Klassifikation an-
■2. P r ü f u n g d e r M i n e r a l k ö r p e r a u f E l e k t r i z i t ä t .
der Elektrizität in Mineralkörpern sind: das Er-
Die Leiter werden dtirch Mittheilung der Elekleichtes
Reiben eine starke
ährend der A u a l z im dadurch nur
en Zustandes.
- C h r y s o l i t h bleiben mehrere Stunden
Mittel zur Erregun
Mman und das Reiben.
Bak-it geprüft.
Bei Versuchen der Art ist zu berücksichtigen ;
ty-'Die Natur der aufgeregten Elektrizität.
2) Der Grad ihrer Spannurig.
So beim Q u a r z e ; in welchem ei
elektrische Spannung
■ _ schwach elektrisch w
S)aDie Dauer des elektrische
/ Der T o p »
elektrisch aufgeregt, während der D i a m a n t , der Q u a r z u . a.
dieses nur auf kurze Zeit sind.
,4) .Der Zustand der Atmosphäre. Ist dieselbe feucht, so verlieren
die elektrisch aufgeregten Mineralkö'rper weit schneller diese Eigenschaft
als bei trockner und wärmerer Atmosphäre,
a) Prüfung durch Temperaturerhöhung.
Höheres Temperatur erregt elektrische Erscheinungen in dem Topase
J Brasilien, in dem elektrischen Schorle, in dem A p a tite, Wieso t y p e ,
■ «zite, ferner in dem in Würfeln krystallisirten Galmei .von Rezbauin,
V'Hi die Erscheinung sich 12 Stunden laaig zeigt. Eine kurze Erwärmung,
schon blofses Eintauchen in siedendes Wasser ist hierzu Hinreichend.
Zu hohe Temperatur vernichtet die Elektrizität in diesen Fossilien.
Sie verhalten sich hier genau s o , wie die durch Temperaturerhöhung
phosphoreszirenden1 Mineralkörper, in welchen die
Fälligkeit zu phosphoresziren durch allzu starkes Erhizzen ebenfalls
zerstört wird.
I Die Mineralkörper erhalten durch- Erwärmung gewöhnlich an dem
einen Ende die positiv e, an dem ändern, ihrei
entgegengesezten , Ende die negative Elektrizität
Die hierher gehörenden krystallisirt
Formen bemerken
zeigen Abnahmen
Ende oft fehlen; oder v
sie eine, von den ersten
Mineralkörper lassen eigene
;he den gewöhnlichen' entgegenstehen. Sie
einem Ende, welche au dem entgegengesezten
rr wenn deren vorhanden sind, so besizzen
.b weichende, Struktur. Diese Unterschiede
iu den Enden eines und desselben Krystalls sind oft
ausgezeichnet, dafs. der Geübte beim ersten Anblicke im Staude
die Seite zu bestimmen, welche- positive und jene welche negal
Elektrizität zeigen wird.
Dies beobachten w ir hei dem, in neunteitigen Säulen krystallisirt
e l e k t r i s c h e n S c h ö r Je. Die dreiAächige Py ramid e, well
auf diese Säule an dem einen Ende aufgesezt is t , zeigt die n e g a t i v
und die andere sechsflächige Pyramide ' am entgegengesezten Ende die
' p o s i t i v e Elektrizität. — Ferner bei dem B o r a z i t e ; die abgestumpften
Ecken der Krystalle desselben lassen die positive Elektrizität
bemerken, während d ie , diesen Ecken entgegenstehenden, vollkommeneren'
Ecken die negative Elektrizität ausströmen,
b) Prüfung durch Reibung.
Durch Reiben erhalten die erdigen, salzigen und einige wenige metallische
Fossilien die p o sitiv e , die Inßammabilien hingegen die negative Elektrizität
in stärkerem oder schwächerem Gradfe. Die meisten Fossilien aus
der Klasse der Metalle zeigen, wenn sie isolirt mit idioelektrischen Körpern
gerieben werden, auch Elektrizität; allein es entsteht dieselbe nur zum geringsten
Theile in den Metallen selbst, sie wird ihnen meist von dem
Reiber zugeführt. Es, sind hierbei bedeutende Unterschiede bemerkbar.
So erhalten auf die erwähnte Weise S p i e s g l a n z und Zil
n e g a t i v e Elektrizität, während Z i n k und W i s m u t l i ui
gleichen Umstünden p ö s i t i.v e (Elektrizität gewahren lassen. Daher
kann die Elektrizität nicht als Kennzeichen für sie gelten.
- Es ist erforderlich-, dafs d ie , durch Reiben auf Elektrizität zu prüfen-,
den, Fossilien, wc-nn ’ sie nicht vou Natur* aus Politur besizzen, diese durch
Kunst erhalten; denn rauhe Oberflächen, z. B. an Mineralkörpern aus der Kic
selordnung, verhalten sich wie mattgeschliffenes Glas; sie zeigen gleich
diesem negative Elektrizität.
Das Reiben selbst geschieht entweder mit der Hand oder mit einem
Stücke Tuch, Es ist hierbei die Differenz zu beobachten, welche durch
verschiedene Reiber in den elektrischen Äufserungen der Fossilien, zumal
bei denen der Metall - Klasse", bewirkt wird. Manche Mineralien erregen
dem mit ihnen geriebenen Siegellacke bald die positiv e, bald- die negat
Elektrizität. . *,
• So ertheilt das W a s s e r b l e i dem Siegellacke die p o s i t i
Elektrizität; desgleichen der A - g a lm a t o l i t h , während der S p e i
s t e i n die n e g a t i v e Elektrizität darin hervorbringt.
D ie , durch Reiben in den Mineralkörpern aufgeregte , Elektrizität k 1
oft datm noch ein Unterscheidungszeichen abgeben, wenn die äufsi
Kennzeichen keine Verschiedenheit mehr bemerken lassen.
Ein Beispiel der. Art. liefern der geschliffene C h r y s o b c r y 11 und
der o p a l i s ' i r e n d e F e l d s p a t h . In manchen Farbenabänderungen
zeigen beide v iele A ehnlichkeit im Aeufsern. Werden sie hingegen gerie- ’
ben, so weichen sie sehr in der Erscheinung elektrischer Intensität v on einander
ab. D er C h r y s o b e r y l l w ird dadurch stark elektrisch, während
der o p a l i s i r e n d c F ' e l d s p a t h nur mit vieler Schwierigkeit zu
inlafst werden kann. Ebeuso der
S c h m a r a g d , der S p i n e l l ,
1 Aeufserungen der- Art v
de r B r a s i l i a n i s c h e T o p a s ; sie zeigen nach 6 bis 52 Stunden
noch d ie, in ihnen durch Reiben e rr eg te, elektrische Kraft, ohne
dafs ferneres Reiben erforderlich ist und unterscheiden sich dadurch
v on d e n , ihnen oft bis zur Täuschung ähnlichen, Glasflüssen, welch e
schon nach 40 bis 60 Minuten alle Elektrizität verloren haben.
Der einfachste Apparat zur Ausmittclüng der Elektrizität in den Fossilien
besteht in einer kleinen Nadel von Kupfer, welche, in zwei Kugeln
sich endigend, isolirt auf einer Stahlspizze schwebt. Das, mehrercmale
mit Tuch geriebene, Fossil wird einer dieser Kugelu genähert und die
Entfernung, in welcher dasselbe auf die Kugel zu wirken beginnt, dient
: der Elektrizität des* Mineralkörpers.
zur Bestimmung der ungefähren Stär
Eine vollkommen ei s Vorrichtung der Art ii t beschriebe]
A h n a l e s d u M u s e u m d ’h i . s t o i r e n a t u r e l l e , Tome XV.
p. 1. ff. (Oehersezt von L e o n h a r d s. Literatur.)
Der elektrische Schörl dient hierbei als Norm (zumal für Fossilien,
w e lch e dtirch Temperaturerhöhung Elektrizität zu zeigen im Stände
sind) und als Mittel zur Auffindung der entgegengesezten elektrischen
Pole an denselben.
Die elektrischen Pole eines elektrisch - aufgeregten Mineralkörpers können
auch mittelst eines, 2 bis 3 -Linien langen, seidenen Fadens,
der an eine Stange Siegellack geknüpft ist, aufgefunden werden. Man nähert
zu dem Ende die Spizze des, von der Lackstange herabhängenden, Fadens
zuerst der einen und sodaun der anderen Seite des Minerals und
schliefst, von der anziehenden Kraft, welche die eine', und yon der abstoßenden,
welche die andere darauf ausübt, dafs in ersterer der positiv-
u n i in lezterer der negativ - elektrische Pol wirksam sei. Ist das Fossil zu
klein, oder nur von geringer elektrischer Kraft, so wird die oben erwähnte :