
II. I n n è r e K e n n z e i u h e n.
dafs er demjenigen von kleineren, mit Sancrstoffgas gefüllten, Apparaten bei-
I nahe gleich kömmt.
K ö h l e r ’s Apparat *). Die Struktur dieses Werkzeugs beruht völlig
auf den Orunds'ázzen und der Einrichtung des Zylinder - Gebläses von Baa*
. der. Es ist sehr zu empfehlen; ! auch dic-nt dasselbe sowie die Ehrmawi'-
sclie Maschine zu'Versuchen mit Sauerstoffgas.
Naez^n **) beschreibt folgende sehr wohlfeile Vorrichtung. An eine
starke weichgeriebene Ochsenblase wird ein langes., bewegliches' Rohr befe-x
stiget. Das obere Ende dieses Rohrs geht in ein Mundstuck aus, welches
.durch einen Korkstöpsel verschlossen werden kaum1 Oben auf der Blase,
■ nähern dem ändern Ende, befindet sich eine Öffnung, aiis welcher ein
Rohr'Von Messing herVörgelit, an dessen Spizze die Löthröhrchen, von gekrümmter
Form, angeschraubt w e r d e n .Z u r Anstellung des Versuches steckt
man das Aüsströmerohr durch ein, an der Seite eines Tisches angebrachtes
".Loch, bläst’ durch das 'Mundstück d ie , Unter dem Tische befindliche, Blase
¡(auf, schliefst dieses mit dem Stöpsel und bringt, vor dem Tische sizzend,
< durch Druck mit den'Kniee gegen die Blase in der, der Ausströme - Spizze
genäherten , Lampenflamme den Strahl hervor, welcher durch stärkeres oder
; minderes Drücken der Blase vermehrt oder vermindert werden kann. Die
.Blase w ifd , wenn es erforderlich is t, durch das Mundstück wieder mit Luft
■gefüllt. Bei lange dauernden. Versuchen läßt man den Stöpsel w e g , hält das
¿Mundstück im Munde, und ersezt die Luft in der Blase von Z eit• z<\ Zeit
durch Zublaseu'. Dieses Löthrohr hat folgende Vortheile:
• 1 ) 1 Es gibt einen gleichförmi ;en, beliebig - starken Luftstrom , welcher
,vom Drucke des Knies abhängig is t; 2 ) die Lungen werden nicht dävoii
.angegriffen; 3) der Körper hat dabei keine gezwungene Stellung; 4 ) beide
• Hände sind frei; 5) die Feuchtigkeit sammelt sich in der Blase; 6 ) jeder Ungeübte
selbst kann sich desselben bedienen.
ß ß ) F ü r S a u e r s t o f f g a s t
Ehrmann s Schmelzmasckine. Der von Fourcro* ***) verbesserte Lavoi-
8ie r - Meusmter sehe Apparat ****), Köhle r’s Apparat v..Götti.iwo. Achard’s
Apparat **'**). Die Naezen’jcA« Vorrichtung mit der Blase.
y y ) F ü r h ö c h s t r e k t i f i z i r t e n W e i n g e i s t . '
Marquard s Schmelzlampe ******). - K. IIooke's Schmelzlampe *******).
A n m e r k u n g . Vorstehende. Apparate fui- Sauerstoffgas und
höchstrektifizirten Weingeist sind für gewöhnliche Prüfungen
entbehrlich, und stehen hier blos der Vollständigkeit wegen.
Der durch diese Apparate darstellbare höchste Hizgrad wird erlangt
, wenn man den Strom des Sauerstoffgases durch eine Weingeistflamme
streichen läfst.' Auf solche Weise gelang es Dr. Marcet
D iamanten in dieser Fiammenspizze zum Verbrennen, zu bringen, und
nach wenigen Miiiutöu zu verflüchtigen,’ ferner Platin Eisen,; unter
Entzündung zu verbrennen, • Quarz za schmelzen e tc .’ Ein Platin-
drath schmolz augenblicklich zu Körnern von 3 bis 4 Gran
Schwere. —r Die Schmelzmaschine Ehrmarn’s kann hierbei sehr
gut angewandt werden; es ist hierzu nur erforderlich, dafs der
Gasbeliälten mit Sauerstoffgas gefüllt s e i, und die Ausströme-Spizze
dieses Gas durch die Flamme' einer Weingeistlampe aushauche.
y ) Anwendung' des gewöhnlichen Löthrohrs.
Die Flamme, auf welche das Löthrohr wirkt, mufs stets im Verhältnisse
mit dem sie treffenden Luftströme stehn. Ist-sie «zu stark, so gibt sie
nicht hinreichend nach, zu schwach äußert sie nur geringe Wirkung auf
das zu prüfende Fossil. Das Blasen mit dem Munde mufs- so geschehen, dafs
ein unausgesezter^Luftstiom die Flamme dürfchstreiche. Um diesen zu bewirken
ist es erforderlich, dafs man sich durch Übung die Fertigkeit erwerbe
durch die Nase athmeu zu. können, während man d ie , in der Mund-
kplde enthaltene, aus. den Lungen stets zu erneuernde, Luft durch das Zu-
sämmendrücken der Backenmuskeln in das Mundstück des Werkzeuges prefst.
Barometermacher können hierzu die beste Anleitung geben. Hat man eine Zeit
*) G ö t t l i x g ’s Taschenbuch-für Scheidekünstler etc. flir 1 8 0 0 .p . 149 £ £ . m. 1
Kupfer. •
**) Vetensk;. Acad- nya Handlingar ar. 1804, 1. Quartal.
Memoir- .?* 0 bfervatloM_.de ChAnie p. Fo vn cn o r . T/ais 4784..
Ubersezt v on He b en s t r e it . Leipzig 1795. 8 N o . XV.
*»**) Grell’s chemische Annalen. 1788.
***»*) Sammlung physikalisch - chemischer Abhandlungen. ' Bd 1 S 154
Berlin 1784. ■ n •
******1799A ' MAR?VAM> BeschreibunK einer neuen Schmelzlampe. Berlin
♦*#»***^ sCher er’s Journal der Chemie 2. Bd. S- 610.
so gearbeitet, dann ist es dienlich d ie , in dem unteren hohlen Theile «
gesammelt habende, Feuchtigkeit durch Umlegen des Instruments, nach i
genommener Auströrae - Spizze, ausfließen zu lassen. Unterläfst man dj-
V orsichtsmafsregel, so wird dadurch öfters der Versuch vereitelt, dnfs i
übergrofse Menge' von angesammelter Feuchtigkeit, von dem Luftstrome dutl
die Ausströme-Spizze forrgerissen, auf die zu prüfenden Gegenstände geschh
dert wird.
Ein oder der andere mit demselben Mineralkö.rper vor dem Lötluol
angestellte Versuch ist noch nicht hinreichend die dabei beobachteten Eiot,
heiten als Norm aufzustellen. Es sind deren mehrere hierzu erforderli;,
um sich sowtöhl’ vor dem Irrthume beim Beobachten, als vor einer 'zufa'lf
gen , durch einen Fehler des Apparats bewirkten, Abweichung zu sichen
Man unternehme deshalb die Schmelzversuche’ bei Tage und wo möglich
Sonnenscheine. Das Auge vermag hier besser die Farbenveränderuügen, i
vollkommene Schmelzung etc. zu unterscheiden, als bei nächtlichen Ven
clien dieser Art.
Wer schwache Augen hat, kann,- um sie vor deiv blendend
Helle der Flamme zu schiizzen, eine Brille mit dunkelgrünen Gi
sern gebrauchen. Es ist anzurathan die Produkte des Versuche
im F alle sie nicht gleich naeji dem Schmelzen von der Atmosphi;
verändert werden , erst einige' Stünden nach der Prüfung genau \
■ untersuchen,■ um den Nachtheilder Blendung zu vermeiden,• weit
■• Y0*’s*çkt bei der Farbenbestimmung eines geschmolzenen Miuei
körpers nicht aiifser Acht zu lassen ist.
Weiter ist zu starkes Blasen zu vermeiden. Das der Prüfung; unter^
gende Fossil ni ufs vorher alle Grade Her Hizze durcllgehu, ehe dasselbe J-
stärksten der Weifsgliihehizze — ausgesezt wird. Zwischen dem Ü!
gange von einem schwächeren zu einem stärkeren Wärmegrade ist es v
Vortheil das ~Fossil erkalten zu Jassen, um zuzuselieu ob keine Veiändcr
desselben yorgegaiigêû sei. Eben dadurch, dafs mau früher die Beobachts
während der verschiedenen Stadien des Versuchs unterließ, entstanden ’
so sehr von einander abweichenden Angaben über das Verhalten eines J
desselben Mineralkörpers vor dem Löthrohre. Der eine Beobachter wau*
nämlich nur einen schwachen, der andere einen stärkeren, defc dritte eiidli
den stärksten Grad des Schmelzfeuers auf dasselbe Fossil an. So niufsi
sich drei verschiedene Resultate ergeben , die alle ' iibereinstimmend liât
ausfallen müssen, weiin die erwähnte Vorsiclusmafsregel allgemein beobac1'
worden wäre.
Eine weitere unabläfsige Bedingung bei diesen Untersuchungen ist dies
dafs man sich vor Allem mit dem Verhalten der chemisch einfachem Mi=
Talkörper vor dem Löthrohre bekannt mache, ehe man 'zu den feiiieren Pn
fuugen mit zusammengesezteren Fossilien übergeht. Ein vortreffliches Ilii»
mittel hierzu ist eine Sammlung der versöhiedeneii Produkte von diesen 0;
rationen. Dahin gehören d ie , mit und ohne Flufsmittel geschmolzena
Glasperlen der chemisch-einfachsten Fossilien ., als Quaîz , Witherit/ kolifc
saurer Strontianit, späthiger Kalkstein, Thonscliiefér, die Oxyde und E.
aus der Klasse der"'Metalle; die mittelst eines Hammers platt geschlag«
Metallkönige , a\\e mit dem Namen dès jedesmaligen; Fossils, woraus sie ei
standen sind , ’bezeichnet. Durcli ’feigléichung wirÜ‘ es dann n ic h f sclit
fallen, die Natur jedes geprüften Mineralkörpers auszumitteln.
Alles hier Gesagte gilt auch für die, mit zusammengeseztern Apparaten r«
zunehmenden, Prüfungen der Mineralien.
Bei Versuchen nach Sa u s s u r e , überhaupt bei feineren, ist eine, mité
nem Mikrometer versehene, Luppe oder ein Mikroskop zur Beobachtung
geschmolzenen Mineralkfcrpers erforderlich'. "
8) Darstellung der, vor dem Löthrohre an Mineralkörpern y
folgenden , Erscheinungen.
Bei dèr Untersuchung der Fossilien vor dem Löthrohre kommen
Betrachtung :
. I ) D i e U m stä n d e , u n te r welchen d e r V ersu ch v o r genommen
A) D i e B e s c h a f f e n h e i t d o s M in e r a lk ö r p e r s u n d zwarM
a) Die Reinheit desselben. Nur vollkommene, von fremdem Geste»
gereinigte, Mineralkörper können der Prüfung unterliegen. Ä
- i . . Erreichung dieses Zweckes bediene matt sich bei detri Absorfde
des Fremdartigen einer guten Luppe.
b) Die Grôfsé des Mineralkörpers. Sie mufs .im.Verhältnisse^■’■'mit
.....Stärke des auf das Fossil eiltwickendon Flammenstrahles stehen;
»er mufs den Körper umhüllen. Die Gröfse des achten Thèiles *3
Zolls bis zu derjenigen-'einer Linse ist die •zweckmäfsigste-
vielen Fällen müssen die Stückchen kleiner seyu, zumal bei V
suchen nach S au s su a b ' s Angaben.
C h e m i s e h*e IC e n
Ein bestimmtes Mafs läfst sich/ überhaupt nicht festsezzen. Die
Stärke und Gewandtheit des jedesmaligen Experimentators entschei-
den über dasselbe; jé größer diese, um so größer können die
Fossilsiückchen seyn und umgekehrt,. Diejenigen, welche Mühe
haben die VVeißglühehizze hervorzubringen, müssen die Stückchen
sehr klein nehmen. (Siche 3 3 ) das Schmelzen, Anmerkung).
°) Die Gestalt des Fossils, Dünne Ecken pnd scharfe Kanten erleichtern
sehr das Schmelzen. An sehr schwer schmelzbaren Fossilien
zeigen öfters nur diese .Ecken und Kanten einen Anfang von
Schmelzung.
B) D i e U n t e r la g*e o d e r d e r B e f e s t ig u n g sp un k t fü r - d e n
M i n e r a 1 k ö v p e r.. Hierunter, werden begriffen ;
а ) Nicht leicht oxydirbare Unterlagen :
l ) Eine Zange aus Platin oder aus Silber mit einer Platinspizze.
Die zwischen den, beiden Schenkeln des Griffes angebrachte
Feder.dient den Körper in der Zangonspizze festzuhalten.
' 2) Dine, in eine dinne Spizze aus gezogene., Glasröhre. Das
Mineral wird daran festgeschmolzen. (Für leicht schmelzbare
Fossilien brauchbar.)
. 3) Ein ^kleiner runder Löffel aus Platin, Gold oder Silber ; dessen
Handhabe aus einem irdenen Pfeifenstiele bestellt. Zu
Versuchen brauchbar, wobei salpetersaures oder kohlengesäuertes
Kali als Flußmittel dienern
4) Der Z ya n it (Sappare). S a u s s u r e war der erste, welcher auf
' den Zyanit als Unterlage aufmerksam machte. (Er bewies
durch Versuche, dafs ' dieses . Fossil vor der Flamme des'gewöhnlichen
Löthrohrs 'Unschmelzbar sei.) Zu dem Ende wird
derselbe in feinen Fäden, in welche, er sich leicht' theilcn
läßt, an die Spizze einer dünnen Glasröhre angeschmolzen,
welche in ' den Tragarm- der, zum genaueren Beobachten des
Mineralkörpers nach dem. Versuche bestimmten, Luppe oder
des Mikroskops paßt. Die kleineren, etwa f f " im Durchmesser
haltenden Theilchen. eines Minerals hängen sich sehr
leicht an die. mit etwas Gummi- oder destillirtem Wasser befeuchteten
, Spiz.ten dieser Zyanit-Fäden. So vorbereitet schnell
der Flamm? ausgesezt, werden diese Faden nur_ insofern von
dem daran hängenden Mineralkörper angegriffen’, als zur Befestigung
, desselben • unumgänglich erforderlich ist. Auf diese
Weise gelang es S a u s s u r e den Bergkrystall zu schmelzen ;
daher sie sich besonders eignet die Fossilien auf ihre Schmelzfähigkeit'
zu prüfen. Die Apparate mit Sauerstoffgas siud
durch sie entbehrlicher gemacht worden. Einige Mineralien
z. B. K a lk , G y p s, Flufs, Talk greifen jedoch diese Zyanit-
Unterlage, unter' Auf brausen, au. S a u s s u r e schlug daher
v o r , sie auf einem, zu demselben Gescli'lechte gehörigen,
Fossile zu befestigen und so , an eine Glasröhre gelötlict, dem
, 'f’lammenstrahle auszusezzen.
5) Unterlagen von Kreide, reinem Thorie, Speckstein. Für Mineralkörperanwendbar,
auf welche die Kohle keine Wirkung
äiifsern soll.
ß ) . Unterlagen , welche „sich, leicht oxydireh.
б) Die wohldusgeglilhete Holzkohle. Vorzüglich j ene von Ellern’
oder Linden. Sie dient als Unterlage für alle nicht mit ihr
verpuffenden Körper. Man schneidet hierzu in der geebneten;
Seite derselben eine halbkugelförmige Grube, zur Aufnahme
des Fossils, aus. Entweder bleibt diese Grube, wenn kein
Wegspringen des Fossils zu befürchten is t, unbedeckt, oder sie
wird mit einem deckelförmigen Kohlenstücke, welches ein Eisendrath
niederhält, versehen., Die Grube erhält dann eine
kommunizirendo Rinne,v durch, welche der Flammenstrakl das,
in der Vertiefung befindliche, Mineral treffen kann. Statt
dieser Ririne kann anch e in , zu gleicher Absicht in den Koli-
lenJeckel geschnittenes, Loch dienen. Bei Fossilien, die dem ■
^.^.Zerspringen..unterworfen, sind., ist.^es. ö&ei&.jaöchig, ..das zu
; . prüfende Stück, durch Einsteckeu einer seiner scharfen Kanten
in die Kohle, vor diesem Nachtheile zu sichern. Eine gleicli-
1 förmigero Kohlenmnsse ohne Risse wird durch Anstößen von
feinem .Kohl.enpulver mit Traganthschieim ..erhalten. Man,gibt
derselben eine paralellepipedis.che Gestalt und trocknet ’ sie
1 langsam. • - - .
1") Kohlen-Unterlage zum Abtreiben• Die bei 6) beschriebene Un-
; terlagé mit'der Veränderung; dafs die in derselben befindliche
Höhlung mit feuchter ausgelaugter Holzasche, feuchtem feinem
Sande, \ wejclie nachher mit der Unterlage, getrocknet werden ,
oder auch mit getrocknetem Tlione ausgefüllt ist. Sie dient "zur
Darstellung; des Gehalts eines Fossils an Gold, Silber, Kupfer etc.
(S., Reduktionsmittel.)
p) D ie L a g e , in w - e lc h e r man d en M in e r a lk ö r p e r w ä h -
r e nd d e ,s,.V e r su ch s h ä l t.
1) Aujserhalb der Flamme. . In. größerem oder geringerem Ab.»
! S ta n d e , * ;
2 ) In dèm auf seren (oxydirenden) Theile der Flamme.
,3) In dem inneren (reduzirendon) Theile der Flamme.
P e r IWinernlkörper sow ie die-Unterlage müssen beide stufenweise
an der Iiiclnflanime erwärmt werden, ehe man sie dem, durch das
Löthrohr bewirkten, Flammenstrahle aussezt. • Bei Desoxydations-
Ji z e i c H e n.
Versuchen der metallischen Mineralien bringt man diese zuerst in den
Hufsern Flammenstrahl. Die geringere Intensität desselben läfst deutlicher
die Folge von Farben - Veränderungen 'bemerken. E rs t1 dann ,
Wenn djeso Veränderungen alle vorüber sin d, bediene man 'sich der
inneren blauen Fiammenspizze zur Reduktion des Metallkorns.
D) D i e Z e i t , während welcher das Fossil in einer steten oder verschiedenen
Lage, einer und derselben odter verschiedenen Stärke des
Flammenstrahls ausgesezt w ird . Zur genaueren Bestimmung dieser
Zeit1 sowie derjenigen, in welcher ein Mineralkörper schmilzt, ist
ein zweiter Beobachter mit einer Sekundenuhr erforderlich.
E) D i e S tä r k e d e s F l am m en s t r ah-ls. Sie hängt ab :
a) Von der verschiedenen Dichtigkeit der L u ft, welche in einer gesehenen
Zeit aus dem Löthrohre strömt.
Diese Dichtigkeit des Luftstroms wird bestimmt
Durch dip A rt des angewandten Lö th ro h re s. So gibt das Blasebalg
Löthrohr von H a s s e n f r a t z einen weit stärkeren Luftstrom
als das Mund - Löthrohr von V otot. . Lezteres hat aber den Vorzug
einer leichteren Behanalungsweise. "'
b) Von dem grbfseren oder geringeren Gehalte der, aus dem Löthrohre
strömenden, Luft an Sauerstoff;
Hier stehen die Blasebalg-Löthrohre vor den übrigen. D ie , von
dem Munde, in- das Instrument gepreßte , Luft ist stets von geringerem
Gehalte an Sauerstoff als jene der Atmosphäre ; allein die Mund-
Löthrolire Jassen der Willkühr des Beobachters, rücksiehtlich des
Grads der Hizze, freieren Spielraum.''
c) Von der Beschaffenheit des Lichtes, nach Mafs gäbe des dasselbe
unterhaltenden Brennmaterials. Man kann hiörzü anwenden : ein
PVachslecht,- eine Talglampe; eine Oellampe; ein Talglicht. Die
Meinungen Uber den Werth des einen vor dem ändern sind getheilt;
den Talglampen uud Wachslichtern gibt man den Vorzug. Zu Dochten
für die Talglampen dienen nicht zu breite Streifen von alter
feiner Leinwand. Die Wachslichter müssen eine platte Gestalt haben
, und jedes erhält drei gewebte platte Dochte. Dem Luftstromo
gibt man die Richtung gegen die eine scharfe Kante-der breiten
Flamme und zwar so , dafs diese dadurch unter einem Winkel von
ungefähr 45? nach unten'' gebogen Wird. Zu Versuchen, bei welchen
man gezwungen ist sich eines Lichtes mit zylindrischem I
Dochte zu bedienen, biege man diesen Docht etwas um, halte die
Ausströme-Spizze des Löthrohrs unmittelbar über den Bogen, welchen
derselbe bildet, und erzeuge durch Blasen den Flammenstrahl. '
d) Von den verschiedenen Theilen des Flammenstrahls selbst. Die
größte Intensität desselben findet sich in dem äußeren dunkelbraunen
(oxydirenden) Theile, dicht vor der Spizze des inneren
blauen. Zur Auffindung dieses Punkts fühlt man das zu untersuchende
Stück von der äußersten > Fiammenspizze gegen diejenige des
blauen Tkeils, bis man die Stelle trifft, in welcher, das Fossil am
hellsten glüht.
Bei Versuchen mit Sauerstoffgas statt gemeiner L u f t, mittelst ei- I
gener zu dieser Operation eingerichteter Apparate, findet das Gesagte
mit einiger .Ausnahme seine Anwendung. Als Unterlage dient dann
der Platinlöffel.
I I ) D a s . Verhalten der Mineralkörper hei dem Versuche se lb s t:
A) B e h a n d lu n g fü r s i c h p h n e Z u s ä z z e .
l ) Art der. Erscheinungen.
a) Erscheinungen ohne bleibende Veränderung des Fossils.
Ct) Das Glühen ,* ein heller einfarbiger Schein. -
Das Rothgliihen; von rotlier Farbe.
Dqs Weifsglühen ; von weißer Farbe.
ß ) Das Phosphoresziren; , ein sehr heller Schein in den verschie-
densten Farben , von welchen zuweilen mehrere mit einander
abwechseln; bei Fossilien von weifser Farbe und deren Nu-
anzen, als : Phosphorit, Pyrophysalit, späthiger Flufs, spä-
tlviger Kalkstein, Dipyr (welcher phösphoreszirt und schmilzt).
Diese Erscheinung darf nicht mit- dem Weißglühen verwechselt
werden; auch nicht mit dem gebrochenen, von der Köhlen-
Unterlage an "die Probe zurückgeworfenen, Feuerstrahle.
y ) Das Färben des Flammenstrahls.
(Beispiel: S,c h w e f e-1 s a u r e r S r r o n t i a n i r. k o h l e n s a u r e r
S t r o n t i a n i t , . s a l z s a u r e s K u p f e r , färben den blauen Theil
des Flanunenstrahk b i a f s r o f h . W a v s l l i t . )
b) Erscheinungen, mit bleibenden Veränderungen des Mineralkörpers.
Ci>) Veränderungen ohne Formenwechsel.
l ) Der Farbe; wobei zu 1 unterscheiden : ' ■
a) Das .Anlaufen, Farbenveränderung der Oberfläche.
Es wird getheilt in :