
Schlossers findet. Man um w ick e lt' das > S tü c k , d en abzusprengenden
T lie il ausg en om m en , m it W e rg u n d P a p ie r , sezt jen en T h e il in den
S chraubstock e in u n d b ew irk t sodann d u rc h a llmählige s Z udreheu
das Absprengen, desselben.
e ) Das A b s a g e n . E x em p la re , w e lch e k e in e d e r an ge führten W e is en
d e r V e rk le in e ru n g z u la s s e n , zuma l Kry sta lle , die au f einem ä u ß e r s t
festen G eb irg s -G e s te in e a u fs iz z e n , w ie dieses u. a. bei m a n c h e n -E r zeugnissen
des No rd en s u n d d e r Dau p h in e de r F a ll is t, müssen du rch
Absagen de r u n tau g lich en T h e ile in e in schickliches F o rm a t g ebra cht
w e rd en . D ie E x em p la re sin d w ä h re n d d e r O p e ra tio n am besten
in e in en Schraubstock z u ' Spannen.
f ) D ie V o r b e r e i t u n g d u r c h S ä u r e n . ' Bei M u tte r - G e ste inen,
w e lch e ve rm ö g e ih r e r B e s ta n d t e i le e ine E inw irk u n g d e r S äuren zulassen
u n d ' dadurch- m ü rb e gema cht u n d zum Ab sch lag en , od e r Ab?
b re c h e n , v o rb e re ite t w e rd en k ö n n en , ve rsäum e man ja .n ich t die Anw
e n d u n g dieser VorsichtsregCl.
g ) Das A n s c h l ä g e n f r i s c h e r B r u c h s t e l l e n . E x em p la re , die
zw a r die g ew ünschte F o rm h a b e n , ab e r oh n e a lle fris ch e Bruchflächen
u n d d a rum , b e i we item w e n ig e r cha rak te ristisch s in d , mufs man
behutsam an tau glichen Stellen anschlagen. M an bed ien t sich h ie rzu
am besten des k le insten dor oben beschriebenen Häm m e r m it dem eise
rn en Stiele.
B. R e i n i g e n .
E in e w e ite r e , dem E in raum en v o rh e rg e h e n d e , A rb e it is t das riöthiga
R e inigen de r Exempla re . E s m u ß Alles v o n d e r Obe rflä che derselben en tfe
rn t w e rd e n , w a s n ic h t z um W e s en d e r F o ssilien g e h ö r t , sonst k a n n v o n
k e in e r genauen W ü rd ig u n g de r Me rkma le d ie Rede s ey n . Be i manchen Min
e ra lien re ic h t das Ab b la sen , 'oder das Abb ü fsten m it e in e r z a rten B ü rste
h i n , die meisten a b e r w e rd en be i w e item re in e r u n d s c h ö n e r , w e n n sie
bgewaschen w e rd en .
Ge»en das Wä sch en de r F o s s ilien h a t m an v ie le V o ru rth e ile
u n d dennoch schadet es a llen denen , de ren Oberfläche b e i d e r Be-
n e z zung keine Z e rse z zu u g ' a u f irg e n d e ine W e ise e r le id e t, du rch aus
nichts.
Z um W a s c h e n , das m it B ü rsten u n d m i t H a a rp in se ln , je n a ch d e r v e r-
ch iedena rtigen Konsistenz d e r E xem p la re , g e s c h ie h t, n im m t m an am besten
Re*»enwasser, l ä ß t die S tücke einige A u g en b lick e zum A blaufen in de r Hand
uh en u n d tro ck n e t sie sodann a u f F lie ß p a p ie r.
Sie müssen vollkommen trocken s e y n , ehe man sie einraumt,
sonst leiden die Päppkasten und selbst die Schiebladen, in welchen
man sie aufbewahret.'
D ie Pe tre fakten müssen m it V o rs ich t und
d e n , d a ß ih r e F<
du rc h die W ah l d e r F a rben em p fe h le n , -zuma l um des unscheinbare
Aeufseven m anche r Fossilien w ille n . E in ig e Sammler n e hm e n , at
s ta tt de r Pap p k a sten , N äp fch en v o n Glas oder v o n Gyps.
L o s e K rysta lle kan n man en tw ed e r au ch in Pappkästchen aufbewalnei
o d e r man lä fst s ie a u f einem Un tersazze v o n schwa rz em Ilolz e ruhen: und fj
s eh r kle ine fü g t man no ch e in S ta tiv v o n Elfen b e in be i. Es g ew ä h rt dies,
A r t de r A u fb ew ah ru n g z u r U n te rsuchung ä e r rege lm äß ig en G e sta lten manchi
V o rth e ile .
L e g t man e inzelne Krystalle , od e r K ö rn e r U. dgl. in Pappklst
N e b e n , so is t es fü r das Auge . an g en ehm , w e n n die Kästeltet
g a r n i r t , d . h . m i t e ine r h in re ich en d en Anz ahl E x em p la re 1 vei.
sehen sind.
S a l z e w e rd e n gegen ih r e V e rw itte rb a rk e it in w o h l v e r j ä h r t e n Gläser,
am besten -geschüzt»
G e s c h l i f f e n e E d e l s t e i n e w e rd en i n z ie rlic h gearbeiteten Fu
te ra len v o n M a ro k in a u f bew ah rt.
In manchen grofsen, Kabinetten 'sind für die Edelsteine vergo
dete Schalen einer metallischen Komposition bestimmt. Allein Solei'
metallische Unterlagen sollte man gänzlich verbannen, sie stören ui
gemein in der Beurtheilung der Farben und des Glanzes.
Man kann die Edelsteine auch' in einen einfachen Goldreif fasst
lassen und sie so, vermittelst eines, P rathes von demselben Metall
auf einem Untersazze befestigen. Beiche Bingfassungen sind kostspi
liger Luxus und bieten keinen Nuzzen dar.
S p i n e l l ; M ittelfa rb e zwisch en karn^R.« u n d kosclicnillrothfc
re in und. d u rch s ich tig ; absolutes Gewich t = s 2 7f8 K a r a t; Eigensc
hw e re = = 3 ,3 2 3 ; brillantirt ru n d .
D ie G e b i rg s a r t e u - E t i k e t te il m ü s s e n a lle d i e , im p r ä p a r a tiv e n T h e i l e ' d e r
g n o tie e n tw i c k e l t e n , in te r e s s a n te n V e r h ä l tn is s e b e r ü h r e n , in s o f e r n d ie -
J e r b e s c h r ä n k te R a um g e s ta t te t. S ie k ö n n e n n i c h t m i t z u g r o f s e r A u s -
tlic lik e it g e lie f e r t w e r d e n , d e n n s ie s o ll e n g le ic h s am d ie g e o lo g is c h e Geeilte
d e r S tü c k e e n th a lt e n .
Beispiele :
D u r k u g e n in der Grafschaft G 1 a z .
G r a n i t aus milch w e iß em Feldspathe, 'gelblichgrauem Quarze und
braunlichscüvy arzem Glimmer.
0 e i >e rg bei H e i d e l b e r g .
G r a n i t mit vorwaltendem /leftchrotliem Feldspathe , enthält zufällig
edle Gr naten eingemengt.
Gegend zwischen S c h e m n i z und S z 1 i n t a 1.
T h o n - P o r p h y r von schmuzzig lavendelblauer Gruí dmasse, mit
Ohne- Pappkasten oder d g l. is t e in im m e rwährende s Berühre
V o Ve rhä ltnisse rsch e in k om m e n , oh n e
dafs de r fossile C h a rak te r le ide t.
i. S c h rä n k e 'zum A u fb ew ah re rn
Z um A u fb ew ah ren d e r F o ssilien sin d g u t g e a rbe ite te S ch rän k e v o n
festem Holze am dienlichsten. D ie E x em p la re kommen in Schiebladen .we lche ,
um das E in d rin g e n des Staubes m ö g lich st zu h in d e rn , au ih rem V o rd e rth e ile ,
wen ig s ten s n a ch oben und n a ch d en Seiten h i n , m it übergehenden L e isten
v e rs eh en s in d . Zudem e rha lten die Sch rän k e noch genau schliefsende T liü reu .
Das Holz zu Stuffen - Schränken mufs, da sie mit einer grofsen
Last beschwert- werden , vorzüglich trocken seyn.
D ie Gröfse d e r Schiebkasten r ic h te t s ich n a ch dem Fo rm a te d e r
Stücke. Schiebkasten, die 4 0 — 6 0 E xem p la re aufnehmen können^
h a b e n 'd ie meisten V o r z ü g e , in d em man in ih n e n s c h o n -G a ttu n g e n
v o n z iem liche r M an nichfa ltigke it d e r Kennzeiehen behe rbe rgen kam t,
u n d sie dabei n ic h t zu s chw e r u n d un b eb ü lflich w e rd e n . Z u r Bequem
lich k e it des Herausnehmens e inzelner Stücke u n d damit das
Ganze n ic h t z u g ed rän g t i s t , dienen schmale L e is ten v o n i Z o ll
H ö h e , d u rc h w e lch e m an d ie S chiebladen, ih r e r B re ite n a c h , th e i-
le n lä ß t . . .
Man kann die ySchiebkasten auch durch Stäbchen in parallelepipem-
sche Fächer theilen.
Be i ö ffen tlich en S ammlungen mag m an die obe re Hälfte de r S ch rän k e d u rc h
G la srahm en sch ließ en u n d Stücke v o n a u ß e ro rd e n tlic h e r Größ,e u n d Sch ö n h e it
au f Konsolen (am- besten a u f solchen v o n w e iß e r Fa rb e ) ru h en d d a ru n te r, od e r
auch au f eigenen kle in en Tisch en u n d m it Glasstürzen b ed e ck t, a u f bew ah ren .
F ü r d en Ge lehrten is t eine solche E in ric h tu n g oh n e Zw e c k .
S tu f f e n , die n ic h t in S chränken gegen Staub u n d den m e h r
o d e r w e n ig e r na chthe iligen E in f lu ß de r Atmosphä re g e schüz t w e r den
, b ü ß e n in k u rz e r Z e it ih r Cha rakte ristische s e in und v e rlie ren
somit a llen W e r th .
D ie einzelnen Exempla re kom m en in Kästehen z u l ie g e n , die , je na ch
d e r Gröfse des Formats u n d d e r d av o n abhängenden S c hw e r e , aus Kartenpapier
o d e r aus Pappe g e fe rtig t w e rd en .
Man g ib t ih n e n e in en h a lb e n ' bis höchstens d r e iv ie rth e il
Z o ll H ö b e , d am it das S tü c k , w e lch e s e in Kasten u m f a ß t ,
b e tra ch te t w e rd en könne / oh u e d a ß m a n solches • h e rauszunehm en,
u n d d u rc h das öftere Be rü h ren m eh r od e r w e n ig e r z u v e rd e rb en
g e n ö th ig e t se i. Das In n e re dieser Kasten m u ß sich ü b rigens auch
Fossilien n ö th ig , w o d u rc h sie na ch u n d na ch v e rd o rb en w e rd en mi
seit. Z u d em dienen jene kleine B eh ä lte r a u c h , um das gegen»
tig e Reiben de r Stucke z u - h in d e r n , w o d u r c h die Scharfkantig!»
un d andere w e sentliche Merkmale e in g eb ü ß t w e rd en .
H in und w ied e r is t es ü b l ic h , d en S tu ffen e ine U n te rlag e v;
ro th e r B aumwolle zu g e b e n , a lle in e in solches P o lste r is t nid
zwe ckm äß ig . D ie B aum w o lle h ä n g t sich zu le icht a n Krystallii
tio n e h u n d an besondere äu ß e re Gestalten. Au ch le ide t de r Effti
d e r Fa rb en s eh r d u rc h das R o th e dev U nte rlagen. W i l l mi
E x em p la re n v o n be sonde re r Z a r th e it no ch .ein eigenes Pol»
geben , so w ä h le men d a zu we ifse W a tten .
D ie -nach d e r L e h r e H a ü y ’s aufge ste llten Sammlungen enthalt
a lle E xem pla re auf. Unteijsäzzen m it schwarzem Wachse v o n eie
eignen Zusammeusezzung befestigt. D ie .Größe d e r ‘ U ntersazze
na ch der. d e r Stücke ve rsch ied en , jedoclx oh u e das Norma lma fs v
4 Z o ll zu übersteigen. In. den Schiebkasten s in d dieselben reiht
we ise geordne t^ so dafs die Untersazze e in e r R e ih e g.enau ami
a n d e r an schließen. D a es bei dieser Methode vorzu g sw e ise auf I
K ry s ta llis a tio n s -V e rh ä ltn is s e ' abgesehen i s t , so l ä ß t s ich das V«
th e ilh a fte jen e r E in r ic h tu n g n ic h t in Abrede stellen.
, -3. B e z e ic h n u n g d e r Stücke.
W a s die B e z e ichnung d e r e inz e lnen E xem p la re b e t r i f f t , so gescliii
solche e n tw e d e r d u r c h E t i k e t t i r e n , o d e r d u rc h N u nt
r i r e n u n d K a t a 1 o g i r e n .
A. E t i k e t t i r e n .
E t i k e t t e n s in d gedrängte Be schre ibungen des jedesmaligen f
a ils a u f einem P apie rblä ttchen , welches genau in d en Pappkasten pafst.
W e sentliche T h e ile des Iuhaltes- e in e r E tik e tte s in d :
a. die s y s t e m a t i s c h e B e n e n n u n g und
b . die A n g a b e d e s F;u ,n d o r t e s. S ehr nü z lich is t e s , wenn
c. au ch d ie v o r z u g s w e i s e w i c h t i g e n M e r k m a l e , b e ib n
c h e n d e F o s s i l i e n ü. s. w . , w e lch e das b efragte Stück auf]
we isen h a t , n am h a ft'g em a c h t we rden.
M an beg in n t am sichersten die E tik e tte m it d e r Verzeichnt
des F u n d o rte s u n d lä fst au f diese die B en ennung fo lg e n , so b«
mau Raum , um andere in te re ssante Bem e rk u n g en , welche >
z uw e ilen e rst be i fortg e se z te r B e tra ch tu n g u n d Untersuchung “
s te lle n , n a ch trag en z u k ö n n en .
Beispiele:
K o n i ! bei K a d i z.
G e m e i n e r S c h w e f e l ) in vierseitigen Doppel - Pyramiden *
stallisirt, mit mehr und weniger starken Abstumpfungen der K-mien
t der Grundfläche. Auf dichtem, mit Schwefel gemengtem Gypse-
L i b e t h e n bei N e u s o h l .
P h o s p h o r s a u r e s K u p f e r , in vierseitigen Doppel - Pyrami'
auf Quarz.
E tik e tte n f ü r die E xemplare de r Kennzeichen - S ammlung drücken da
ih r e n Namen schon den In h a lt aus. D ie B e ifügung des Geburtsortes ist i
ab e r n ic h t un um g än g lich n o thw en d ig .
E tik e tte n fü r angescliliffene Edelsteine müssen a u ß e r d e r Gattung* •
n en n u n g die Angabe d e r F a rb e , d e r v o rz ü g lic h - b emerkenswerthen Eig
schäften , des Gewichtes, u n d d e r A r t de r Sch le ifu n g en tha lten.
Beispiele:
T o p a s ; sehr hohes Weingelb; vollkommen rein und durchii*
absolutes Gewicht s s 18 Karat. Eigenschwere = 3,333; brillan
Viereck.
Feldspath-, Glimmer- und Hornblende-Krystallen und Quarzkörnchen
Auf d en ', den Petrefakten be izu leg en d en , E tik e tte n fü g t m a n , a u ß e r de r
timmung de r Gattung u n d A r t , die Angabe de r F o rm a tio n des Gesteines
den Fundor£ bei.
E x em p la re , w e lch e ih r e r G rö ß e wegen n ic h t in einem Pappka-
steu a u fb ew äh re t w e rd en kö n n en , P rachtstücke und Schaustuffen, erlä
u te r t man d u rch E tik e tte n , die a u f e i n , ah de r Hinte rse ite m it
■ e in e r Stüzze versehenes B re ttch en ge le imt s in d , so d a ß sie z u r
Seite d e r I ossilieu au ig e ste llt w e rd en k önnen.
Bei d e r l lA u r ’sclien Me thode sin d die Vorde rse iten d e r Unte r-
säzze, a u f w e lc h e n die E x em p la re ru h e n und v o n denen w i r oben .
be re its ge sprochen h a b e n , .zur Aufnahme d e r E tike tten -bestimmt;
Sie ein ha lten den N am en de r V a r ie tä t, w e lch e r das E xempla r a n -
g e h ö r t u n d die Angabe d e r Geburtsstä tten.
Das Aufkleben d e r E tik e tten a u f die ¡Exemplare, w ie solches, z u ma
l bei den Geb irg sa rten , in F ran k re ich üb lich is t , ta u g t durchaus
n i c h t s , w e il d adurch im m e r e in T h e il des Stückes de r B eo ba chtung
en tzogen w ird .
N u m e r i r e n u n d K a t a l o g i r e n .
Die zw e ite A r t d e r Bezeichnung d e r , das Ganze eineAS Sammlung ' aus-
id e n , E x em p la re is t die du rch N um m e rn , we lche a u f d ie Stücke ge-
ve rd en u n d m it einem d a rü b e r zu verfassenden systematischen Kataloge
Bsinstimmen. Bei dem steten F o rts ch re iten unsere?; Wissens, be i d en E n t-
kpngen, w om it d ie Mine ra logie tä g lic h be re ich e rt w i r d , be i d en Modi«
■ ionen, w e lch e die Systeme noch, im m e r erle iden, h a t diese W e is e v ie l Un-
jhenics. .-Könnte man e in K ab in e tt als e in geschlossenes Ganze b e tra c h te n ,’
■tiitde s i e , d u rc h das Allgemeine d e r Übe rsich t, d ie sie g ew ä h rt, V o rth e ile
Rieten, a lle in dieses is t be i k e in e r S ammlung d e r Fa ll. Man findet sich
z u Umände rungen in d e r A u f s te llu n g , zu N a ch träg en u n d Einschal-
> im Kataloge v e r a n la ß t und aus diesen Gründen is t die dargelegte Me*
mit den E tik e tte n bei w e item v o rzü g lich e r.
F ü r die Kbnservatoren ö ffentliche r Sammlungen is t indessen die
Ve rfa ssung eines Katalogs o ft aus ändern G ründen u n e rläß lich e Bed
in g u n g . Diese fluden die nöthige V o r s c h r if t. in den h ie rh e r geh
ö rig e n We rk en von W e r n e r , T r e b r a , K a r s t e n , M o h s , d e D r e g
u . a. (Siehe L ite ra tu r).
Das Befestigen de r N um m e rn ge schieht am besten m it e in e r Auflö
su n g i . G u m m i - T r a g a n t h in W a s s e r ; L e im u n d W a c h s ,
m an sich w o h l auch dazu b e d ie n t, sin d den Stücken n a chthe ilig.
4. D ie A u f s te llu n g se lb st.
Es, ve rsteh t sich , d a ß e ine rich tig e Bestimmung d e r E x em p la re geschehen
*, ehe v o n dem Ein raum en derselben d ie 'R e d e s eyn kann. D a riu n lieg t
mineralogische W e r th e in e r S ammlung. U n rich tig e Bestimmungen fü h ren
licjenigeu, w e lch e da« Kabine tt s tu d ire n w o l le n , schwankende Begriffe
F ü r noch n ic h t u n te rsu c h te , n ic h t g enau bestimmte Fossilien
h a lte m au sich e inige besondere Schiebkasten. Desgleichen fü r die
n euen E n td e c k u n g e n , denen no ch keine Stolle im Systeme angewie
sen is t. Sie d ürfen e rst dann ih r e n Plaz im me thodischen Ganzen
e iiin e hm e n , w en n Uber sie ke in Zw e ife l m eh r o bw a lte t.
Ebenso n o th wendig ist e s , d a ß m a n , b e v o r z u r A u fste llung ge sch rit-
vird , sich z u r Annähme irg en d eine s d e r in dem Abschnitte ü b e r die
Station entwick e lten Systeme entscheide.
A u f jene methodische Basis gvüudet s ich d e r N u z z en de r Sammlu
n g u n d dieser gestattet w iede rum e inen gedoppelten Ge sich tsp u n k t:
e inmal b ie te t sich dem Auge n ich t ein buntes Gemenge d a r , so u - '
deru es tre ten v ie lm e h r w o h l begrenzte Gruppirungen v e rs ch ied e -,
ne r Gegenstände a u f ; und sodann e rh ä lt man auch den V o rth e il,
d a ß in jede r dieser G ruppirungen die ähnlichen Substanzen einander
nähe r g ebra cht und so das 'ü b e re in s tim m e n d e ih r e r V e rhä ltnisse ,
besser herausgehbben w e rd en kann.
Die systematische Sonde rung de r mannichfachen Erzeugnisse des
unorganischen Reiches na ch de r Allgemeinheit ih r e r Ga ttungs- und
Arten - V e rhä ltnisse r e ic h t indessen b e i we item n ic h t h in , um die
Ansprüche eine* wissenschaftlichen Aufste llung genügend zu b e frie dig
en . Es sind dabei no ch e igene, nach Verschiedenheit d e r Sammlu
n g en modiflz irte , Rücksichten zu beachten , welche w i r , ih rem
Hau p t - In h a lte n a c h , . in Folgendem anzudenten bemühet seyn
w e rd en .
Ein’ Umstand, welcher, als bei dem Aufstellen aller Arten von j
Sammlungen gleich wichtig, nicht aufser Acht gelassen werden darf,
ist d e r , dafs man durch eine richtige Stellung der Schränke gutes
i '‘Licht zu gewinnen bemüht seyn mufs.
A. A u f s t e 1 1 u n g m e t h o d i s c h - o r y k-
t o g n o s t i s c , h e r S a m m l u n g e n ,
M it de r Abtlioilung de r Gattungen u n d Arten w ird b e i den
schiedenen Klassen d e r G ru n d gelegt. E in e jede de r e inz e lnen Suiten
dieser Gattungen und Ayten v e rla n g t e ine O rd n u n g nach den Abänderungen ih re
r äu ß e ren Kennzeichen', we lch e sodann nach de r generischen Verschiedenh
e it de r wich tig sten ä u ß e rn M e rkm a le , n äm lic h : F a r b e , r e g e lm ä f s i -
g e , g e m e i n e u n d b e s o n d e r e ä u ß e r e G e s t a l t e n , B r u c h , A b -
s o n d e r u n g u. s. w . .aufeinander folgen. Das h e i ß t , die A n o rdnung h a t
im Allgemeinen na ch dem Systeme de r ä u ß e rn Kennzeichen s t a t t , im E in z
e lnen abe r müssen die Exempla re so an e inande r g e re ih e t w e id e n , w ie sic
sich ine in an d e r verlaufen. Diesen S uiten fügt man, in sow e it solches m ö g lic
h , die Übe rgänge in and e re Gattungen bei.
D en Be schluß de r Repräsentanten e in e r jeden G a ttu n g u n d A r t machen
die Exempla re f ü r die geognostischen Merkmale. Bei de ren Aufstellung m u ß
die g rö ß te Manniohfpltigke it de r ve rschiedena rtigen , beibrechenden Fossilien
das leitende P rin z ip seyn.
Bei den K r y s t a u e n , als e inem d e r inte ressan tem änfsem
M e rkm ale , macht man w ie d e r besondere Eintheili
v e rsch ied en en G ru n d - Gestalten , nach d e r A rt ih r e r Veränderungen
d u r c h Z u sp iz zu n g , Z u schärfung u . s. w . , n a ch dem Zusamm
n a ch d e r Gröfse u . s. w-
A u f d ie s e W e i s e i s t e s a lle in m ö g l i c h v o n d e r e in e n S e ite m i t a l le n v o r k
o m m e n d e n A b ä n d e ru n g e n e in e s FossiJS b e k a n n t z u w e r d e n u n d v o n d e r a n d
e r e n m i t e in em B l ic k e z u s e h e n , w e i c h e r G r u n d e in em je d em S tü c k e s e in e
S te lle i n d e r . S am m lu n g v e r s c h a f f t h a t u n d w e l c h e V a r ie tä t e n h in u n d w i e d
e r n o c h a b g e h e n .
Die systematische Reihefolge darf durch .die Abtheilung der Schränke
in Glas- und Schiebladen - Behälter nicht un te rb ro ch en werden. Man
bewahrt am besten in jenen die Schaustuffen und Prachtstücke, nach
der methodischen Ordnung aufgestellt, und läfst diese ausschließlich
fü r das Ganze des Systems bestimmt seijn.
D ie E d e l g e s t e i n e fo lg e n , w en n man besondere S u iten der-
se ben und zuma l in geschliffenen E x em p la ren zu sa ram en ste llt, in
d e r O rd n u n g a u f e in a n d e r , w ie solchen ih r Rant
Systeme
' beschieden is t.
Bei Aufste llung d e r K e n n z e i c h e n - S a m m 1 u n g e n g ib t das
System de r ä u ß e rn Merkmale d ie No rm .
D a b e i de r A u fste llung nach d e r HAÜy’schen. Methode manfche
Verschiedenheiten o bw a lte n , so bemerken w i r Folgendes d a rü b e r:
zu e rs t tre ten be i e in e r jed en G a ttu n g diejenigen Exempla re a u f ,
we lch e die Re su k a te de r mechanischen T lie ilb a rk e it e rgeben und
na ch denen man e in e V o rste llung de r P rim itiv -G e s ta lt u n d de r in -
tegrirenden T h e ilchen g ew in n en kann. a lsd a n n folgen die Stücke
fü r die B eo ba chtung d e r doppe lten od e r de r einfachen S trahlenbre ch
u n g zu g e s c h n itte n , im F a lle das Mineral m it d e r Eigenschaft de r
D u rch sich tig k e it begabt ist. An der Spizze de r V a rie tä ten -R e ih e
atehen die bestimmbaren G e s ta lte n , na ch den Abnahme - Gesezzen
g e o rd u e t, denen sie u n te rw o rfen s in d . N u n kommen die unbes
tim m ba ren A b än d e ru n g en , d a , w o es n ö th ig , in m ehrere U n -
te iä b th e ilu n g e n g e so n d e rt, sodann diejenigen E x em p la r e , welche
a u f D u rc h s c h e iiie u h e it, Fa rbe u. s. w^ Bezug h aben. Hie r finden
sich auch bei den A r te n , we lch e des Schleifens u n d de r P o litu r
fällig s in d , geschliffene Stücke. Den Be sch lu ß d e r , einer Ga ttung
bc ig c s e llten , Repräsentanten machen diejenigen E x em p la re , welche
die R o lle andeuten , die das Fossil bei de r S tru k tu r des Erd k ö rp e rs
sp ie lt. Hierbei is t au f nachstehende fü n f Verschiedenheiten Rücks
ic h t g en om m en :
a. ob die Mineralien fü r sich allein Gebirgs - Gesteine zusammensez-
z en ( s o d e r Q u a r z den Q u a r z f e l s ) ;
b. ob sie n u r als G em eugthe ile einem zusammengesezten Gesteine
be itre ten ^ F ' e J d s p a t h z u G r a n i t ) ;
c. o b ih re A nw e senhe it in irgend e in e r einfachen o d e r gemengten
Gebirgsart bios zu fä llig ist ^ G r a n a t , im S e rp e n tin e );
d. o b sie m it ä n d e rn Fossilien zu G ebilden sich v e r e in ig e n , die
se lbst /lich ts w e ite r a ls z u fä llig sind (so die The ilganz en eines •
Ganges) ; endlich
c. o b .s ie kleine parasitische Niederlagen b i ld e n , denen n ich ts Bestim
m te s' eigen ist.
F ü r e in jedes dieser Verhältnisse müssen S te llv e rtre te r vorhanden
seyn. Auße rdem fü g t mau auch Stücke h in z u , w e lch e d ie gew ö h n lic
h beibrechenden Fossilien andeuten *),
I Aus einem Briefe des Herrn Prof. Haüy, welchen ich im nächsten Bande des Taschenbuches
für die gesammte Mineralogie aufnelunea werde.
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