
II. I n n.e r e È
Winde (Ost- und Nordwinde) begünstigen die Erscheinung der ¡Phosphoreszenz
, feuchte hingegen nicht.
Das, durch Bestrahlung erregte, pliosphorisclie .«Leuchten bestehet in
einem kürzeren oder längeren wogenden Ausströmen; von Lichtmaterie in
weifser Farbe. Es findet hierbei keine bemerkbare Wärme statt.
Durchsichtigkeit der Mineralkörper ist von Einflufs. -Im allgemeinen
phosphoresziren minder durchsichtige besser , als völlig durchsichtige Mine-
xalkörper.
So diejenigen mit spiegelnden glatten Flachen. Sie zeigen-nur
schwache Phosphoreszenz. Hat man ihnen durch Abreiben den
Glanz benommen , so besizzen sie stärkere Fähigkeit 'durch Bestrah-
lniig zu phosphoresziren.
■_ Viele Mineralkörpev, welche durch' 'Sonnenstrahlen nicht jnhosphores-
ziren , werden durch elektrische Schläge dafür* empfänglich gemacht.
Minevalkörper, welche von Metallöxyden gefärbt sind, zeigen durch
Bestrahlung häufigere -Phosphoreszenz, als die teilten.
Zur Beobachtung der phosphorischeri'Erscheinungen an Mineral-)
körpern im,, völlig dunkeleii Raume ist ein Verschlag von HoíSy
zu empfehlen, dessen Tiefe und Breite .jede -3 Futs, und ,die Höhe
b Fuß jaulst. Die ^innere. Oberfläche desselben. wird , durch einen
‘Überzug von schwarzem Papier, ' vor dem Zutritte des Dichtes ge-
- sichert. _ E in , nach Belieben stellbarer,- Schieber dient zur Einlassung'
dev Sonnenstrahlen, so wie zum Einreichen der Körper.
In der, diesem Schieber entgegen^esezten., -Seite des Kastens ist
die Eingangsthüre angebracht. In dem Verschlage selbst sind einige-
schwarz angestrichene Bretter übergelegt, als Unterlagen dienend $
weiter ein beweglicher Siz. Erst nach längerem Verweilen in
diesem Verschlage gewöhnt sich das Auge daran, auch die schwächeren
Grade der Phosphoreszenz zn unterscheiden.
I I . P h o s p h Qr e s z e u z d u r c h ICu ns<t.
%) A u f m e c h a n i s c h e -W e i s e .
a) Phosphoreszenz durch Stofs .oder Schlag (durch Kollision).
Die hierdurch statt findende Phosphoreszenz ist der Erscheinung gleich,,
welche beide Elektrizitäten, indem sie sich vereinigen,, zeigen.' Sie sezt
immer' eine äußere Veränderung des Miner ajkörpers voraus und unterschei-
;det sich von dem Funkengehen dadurch, dafs sieb während der Operation
niemals Funken in der Atmosphäre, wie dieses bei lezterem geschieht, verbreiten
, obsehon hier . wie dort sich Stückchen vom geschlagenen Mineralkörper
lostrennen. Auch von dem Verbrennen ist sie verschieden, denn sie
kann selbst, unter dem Wasser hervorgebracht werden.
Je mehr das zn prüfende Fossil von dem soblagen len Körper angegriffen
wird’, je stärker ist die Phosphoreszenz desselben. Fossilien von körnigem
Gefüge und rauher Oberfläche, phosphoresziren stärker als solche, deren
Oberfläche glatt ist. Eben so ist das Phänomen verschieden , je nachdem man
bei den. Versuchen Substanzen homogeuer oder - heterogener Art anwendet.
<x) IVIit homogenen Körpern. Zwei Stücke eines und desselben Fossils werden
stark aneinander geschlagen. Nur die géschlagenen Punkte phosphoresziren.
Bei durchsichtigen wird dadurch scheinbar die ganze Masse -des Körpers
erleuchtet.
ß ) Mit heterogenen Körpern. Mit härteren Mineralkörpern j auf dem Ambose .
unter dem Hammer; mit einer Feile; im Metallmörser; im Porzellanmörser-.
. 1 b) Phosphoreszenz durch Reihen■.
Durch Reiben mit homogenen und heterogenen Körpern. Als: mit
einer Stahlnadel; mit einem Griffel; mit einer spizgesclinittenen Feder; mit
,Holz, W o lle, Tuch, oder "'auch mit einer Bürste. Diese Art Phosphoreszenz
zeigt sich in einer Rcilic auf einander'folgender Funken und bei gut
phosphoreszi'renden / Miiieralkörpern in einem leuchtenden , der Uröße der,
durch den härteren reibenden Körper, hervorgebrachten , Fui che angemessenen
vergänglichen Streifen. Mit weicheren Körpern gerieben, mit einer Bürste
¡ oder TuCh, zeigen manche Fossilien einen mehr od& minder anhaltenden
•.Schein. ' .
2) A ü f e l e k t r o c h e m i s c h e m VVe g e. '
a) Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung.
Ci) Der Mineralkörper an und fü r sich.
Der gröfste Theil der Fossilien unterliegt .dieser Art Phosphoreszenz-,
und sie ist es eigentlich, welche vorzugsweise -den Mineralogen -interessirt.
Sie i s t :
aa) Abhängig vom-'Sa'üei's'loffe der Atmosphäre.
So diejenige der. Infiammabilicn.
bb) •Unabhängig von diesem.
Erstere beruht mit den pliosphorischen Erscheinungen der organischen
Natur auf gleicheh Gesezzen. Leztere ist öfters ein wogendes L icht, demjenigen
ähnlich., welches die Johanniswürmchen (Lampyris * noctiluca) um
e n n z e ì c li e 11.
sich verbreiten (seltener zeigt sie sich als Funken), und hat Ähnlichkeit ai;
dem durch Bestrahlung bewirkten phosphorisclieu Leuchten, von welclif,
sie sich aber durch ihre prismatischen Farben unterscheidet. Ihre -.Intensis
-steht mit dem Wärmegrade im gleichen Verhältnisse, und ihre Dauer im umJ
kehrten. ' . *"*
Die mittlere Temperatur, 'worin die meisten Mineralkörpev phosphor-
ziren, ist = 26 0 J des 100 theiligen Thermometers.
Wird ein durch Temperaturerhöhung phösphoreszirender MineralkörJ
■angeblasen, so erlöscht das Licht sögleich,' kommt.iaber,,so wie das ¡B]asJ
•aufhört., wieder.
Bei Versuchen der Art dient als.Unteiilage ein schalenförmiges Gefäfs T0
Kupfer, welches an eine, mit einem Handgriffe von-I-Iolz- versehene, EisJ
S tan g e geniethet ist. Mineralkötperi.in ¡ganzen Stücken werden, zugleich nj
■der Schale, bis zu dem-erforderlichen Grade erhizt und •'darauf liegend im Dir
kein beobachtet.. Fossilien in gröblich pulverförmigen Stückchen von 1 p
2 Linien Durchmesser streut man erst dann auf die Kupferschale, .wenn dis
‘'kein sichtbares Glühen im Dunkeln mehr -zeigt. Zur genauen BeobäclituJ
der Farbe und der Intensität des pliosphorischen Leuchtens ist es orforderlicil
•die Mineralkörper sowohl in ganzen Stücken, als in erwähnter kleinerer Jots
auf diese Erscheinung zri prüfen. Der Temperaturgrad ist nach den Körpeti
verschieden. Starkes Glühefeuer zerstöret die Phosphoreszenz. Auch djj
starke Hizze eines Brennglases vermag dieses zu bewirken, insofern die Fd
silien längere Zeit in dem Fokus desselben verweilen; Kurze Zeit'der Eii
•Wirkung desselben ausgesezt, erhalten Mineralkörper, die früher durch fc
Strahlung nicht phosplioreszirten, die Fälligkeit hierzu. Auf gleiche‘-W«
wirkt -Gliihefeucr.
Mineralkörper mit spiegelnden Flächen phosphoresziren später dura
Temperaturerhöhung als .andere, die von Natur aus rauh. sind. 'Werden «j
stere auf grobem’ Sande rauh geschliffen, so leuchten sie eben so, wie
Jezteren auf der -duukelheifsen Unterlage.
Die Abweichungen in den bisherigen Beobachtungen über £
Phosphoreszenz der Mineralköi'per durch Temperaturerhöhung und nit!
die Farbe des dabei statt findenden Lichtes* sind von dem versclä
denen, dabei beobachteten Verfahren abzuleiteu. Ferner von dem Tti
peratur grade; von der Zeit (ob bei Nacht öder bei T a g e ); to
dem Zustande des Mineralkörpers (ob derselbe in Masse oder:
gröblichem Pulver erhizt wurde)';' von dem Streuen desselben j!
glühende Kohlen (wobei mehrere Farben des Lichts, zumal die gelbn
dem Ange entgehen,. und, die reduzireude Kraft .der Kohlen and«
Resultate'‘lierbeiführt, wie bei dem Apatite, der in Phosphorkalk w.
wandelt wird.1; endlich von dem Vorkommen des Mineralkörpers.
Es ist zu wünschen, dafs bei künftigen Prüfungen der Art e
bestimmtes Verfahren beobachtet werden möchte, oder dafs die U#
stände genau angegeben würden, unteg, welchen die Beobachtm*
statt fand.
.’ 1 ,ß ) Der Mineralkörper mit reagirenden Stoffen,
Diese Art :der Behandlung bewirkt nicht unmittelbar Phosphoreszenz i
•den Fossilien; sie werden durch sie nur geschickter gemacht die Erseht
-nungen der Phosphoreszenz durch Reizmittel her vorz ab ringen. So diira
Einwirkung des Sonnenlichts, des Lichts einer Argand’schen Lampe auf i
/ so behandelten Mineralkörper; >durcli diejenige des Wassers, bei dem Löse1
des gebrannten Kalks. Zu den vorzüglicheren, durch Kunst bereitet»
Leuchtsteiueu (künstlichen Phosphöre) gehören: die na'cli dem Namen il®
Erfinders,, oder nach demjenigen des Ortes ihrer Erfindung benannten,
Bologneser Leuchtstein; Kanton’s Lichtträger; jene von K unkel ; von MaM
•obAr ; v on , Hombeko etc.
b) Phosphoreszenz durch elektrischen Schlag.
Man läßt zu dem Ende die Ladung einer Leiduer Flasche, mittelst ®
allgemeinen Ausladers, dicht an der Oberfläche dgs Mineralkörpers sich t«
•einigen. Die hierdurch bewirkte Phosphoreszenz äußert sich durch Streife
aüf der Oberfläche des Mineraljtörpers und zwar -leuchten nur die von d**
elektrischen Strahle getroffenen Stellen. Die Umstände, unter welchen cid
tfisirte Mineralkörper phosphoresziren, sind gleich denjenigen bei der PK
phoreszenz, durch Bestrahlung. Qfters aber ist in. den ersten, Sekunden i,
Licht von verschiedener Farbe. Mineralkörper, welche ihre Empfänglich!®!
für Phosphoreszenz durch Temperaturerhöhung eingebiißt haben, erlid10
sie wieder durch Einwirkung der Elektrizitäten', und öfters dauernder, *
sie solche friiherhin bcsafsen; zn dieser Wiederherstellung bedarf es u1"
rerer elektrischer Schläge.
I I I . Gr a d e de r P h o s p h o r e s z e n z .
Die Phosphoreszenz der Mineralkörper kann seyn; sehr stark;
mittelmäfsig; schwach; sehr schwach.
B. Di e - P h o ' s p h o r e s z e n z .
. ' 1 I V . F 'd r h e d e s p h o s p h o r i s c h e n L i c h t e s.
Die prismatischen .Farben , / i n welche-das Sonnenlicht zerlegt werden
kann, wiederholen, sich im pliosphorischen Leuchten. Die Verschiedenheit
derselben . scheint in. dem Gehalte der Fossilien an chemisch - gebundenen
Metallöxyden begründet szn ieyn.
V U e h e r s i c h t d e r p h o s p h o r e s z i r e n d en M i n e r a l k o r -
p e r , n a c h ' d e i t OJr d n u n g e n d e s M- i n e r a l - iS y s b cm s u n d
n a c h i h r e m V e r h a l t e n g e g e n / R e i z m i t t e l .
l ) P h o s p h o r e s z e n z d u r eh B e s t r a h i u n g.
Diamant - Ordnung. Kein Diamant ist von Natur unempfänglich für
Phosphoreszenz. Alle können durch schickliche Behandlung diese Erscheinung
zeigen. So phosphoresziren rohe Diamanten an und für sich nicht,
zumiti diejenigen ohne Bruclifiächen von regelmäßiger Gestalt. So unter
den geschliffenen • diejenigen nicht ; welche nach der Richtung ihres kryscal-
linischen Gefüges geschliffen wurden. Beide erhalten aber Empfänglichkeit
.für den pliosphorischen Reiz der Sonnenstrahlen, wenn sie durch Schlagen
imit. einem ändern Diamanten etwas ari den Kanten absplittern, oder weiter
¡zerkleinert werden, wodurch^ die Schneide der Gruridlamellen der Einwirkung
des Sonnenlichts dargeboten-wird..
D e s s a io n e s prüfte 6 0 .geschliffene Diamanten in dieser Hinsicht;
kaum 2 0 zeigten Phosphoreszenz. Rohe Diamanten in vollkomme-
nen Krystallen, als • vier Oktaeder , ein Dodekaeder mit flachen
Rhomben und zwei Tetraeder widerstanden aller Bestrahlung, nur
ein sphärpidischer leuchtete nach allen Ansichten. Ein natürliches
Oktaeder und zwei geschliffene, keine Empfänglichkeit für Be-
srahlung besizzend, leuchteten mit Lebhaftigkeit, nachdem s ie . ipi
Porzellanmörser zerstiiekt worden, zumal diejenigen Bruchstücke,
deren Gi'iindschichteii nach ■ den künstlichen Bruchflächeu ausliefen.
Alle farbige. Diamanten sollen leuchten.
Die'Phosphoreszenz der Diamariten ist von langer Dauer., manche plios-
jpboresziren über eihe Stunde lang. Tn der1 torrizellischen Leere, in Gasarten,
(unter Wasser, fahren die Diamanten zu leuchten fort. Die Farbe ihrer Phosphoreszenz
ist weifs.
Nach D a v y ’s neuesten Versuchen ist der Diamant reiner Kohlenstoff,
und- sein Unterschied von der Kohle bestehet in der Kry.-talli-
satioji und in der Abwesenheit von etwas Wasserstoff, welchen
die Kohle enthält. - /
Kiesel - Ordnung. Sie zeigt im Allgemeinen nur geringe Phosphoreszenz
durch Bestrahlung, und selbst diese ist nur in einigen Arten zu erwecken*
Durch Kalziuädon aber erhalten: opalisirender Felds patii, Tcpas und Hya-
lith, wenn sie noch'glühend’in Wasser abgelöscht werden, Empfänglichkeit
'für 'diese Erscheinung.
Thon -Ordnung; Nur mittelmäfsige und schwache Phosphoreszenz ist
ei den hierher gehörigen Mineralkörpern anzutreffen, und dann ist es nicht
Inwahrscheinlich, dafs sie durch den Gehalt derselben ari Kalkerde bewirkt
’virfl. •' J • ' ‘ 1 • ' ' " » / r
Talk - Ordnung. Audi diese Ordnung hat nur wenige Individuen auf-
uwéisèri, die durch Bestrahlung gut phosphoresziren. Die Phosphoreszenz
.er übrigen ist meistens schwach..
Kälk- Ordnung. In dieser Ordnung zeigt sich häufig Phosphoreszenz-
'.urcli Bestrahlung.' Die, Säuren , an welche die Kalkerde in den hierher gc-
.öiigen Mineralkörpern gebunden is t, modifiziren die Intensität und- die
jarbe' des phospliorischen Lerichtens. Eben' so die chemisch damit verbun-
feuen 'Metalloxyde, hier als Leiter des pliosphorischen Flüssigen wirkend.
So die auf heißer Unterlage'nur schwach dekrepitirenden späthigen .
Kalksteine. Farbenlose, von Metalloxyden freie, kalkige Fossilien
werden durch Bestrahlung nicht phosphoreszirend. Die durch Gehalt
an Eisenoxyd gelb gefärbten hingegen besizzen Empfänglichkeit
für diese Erscheinung. Alle in der Hizze stark dekrepitireriden
kohleiisauven Kalkavtèn erhalten, rein oder vön Metalloxyden ge-
färbt, durch Bestrahlung sehr leicht Phosphoreszenz. S o . leuchtet
.die Kreide von Meudoit und der dichte nierenförmi'ge' Kalksinter
schob', nachdem sie dem Tageslichte ausgesezt wurden. Stalaktiten ;
fUulenföriniger Arragon (viölblauer besser v als der weiße). An
dichten ‘kohleiisauren Kalksteinéu phosphoreszir'bn\ die gefärbteren
Stellen stärker, als die minder gefärbten. An weifs geflecktem
schwarzen dichten Kalksteine (Marmor) leuchten nur die weifsen
Stellen. Viele Kalkavto* mit spiegelnden glatten Flächen zeigen stärkere
Phosphoreszenz, wenn ihnen durch Abreiben ihre Politur benommen
worden ist. Sd spfithige Kalksteine, an welchen die schiefen
Winkel der abgenuzten Grundfläche leuchten; so vollständige Prismen
des Arragons, wenn sie .abgerieben werden. — Die Farbe
des pliosphorischen Leuchtens bei den kohlensauren Kalkgattungen
ist weifs und glänzend ; zumal beim Kalksinter, Karlsbader Spru- ’
del- und Erbsenstein, .Stalaktiten ; bei vielen Petvefakten , als: Be-
lemniten ; Glossopetren, ist sie von besonderer Intensität.
Die schwefelsauren Kalkgattungen •^phosphoresziren nicht so gut
durch Bestrahlung, als die kohlensauren. Es zeichnen sich aus:
weifser dichter und späthiger Gyps,
Die flujssauren Kalkgattungen besizzen große Empfänglichkeit
für Phosphoreszenz durch Insolation; die gefät%eren mehr -als die
minder gefärbten. So- grüner späthiger Flufs; derselbe von. gelber
Farbe; der violblaue ain schwächsten.
' Die phosphorsauren. Kalkgattungen phosphoresziren unc schwach
durch Bestrahlung, Und zwar zeigen nur die, Phosphorsäure ent-
hakenden, PetrefaUe.i (fossile Knochen und Zähne), diese Erichei-
nnng. Die Apatite phosphoresziren nicht durch Bestrahlung, wohl
aber künstlicher pliosphorsa^tr Kalk: Manche Varietäten der Mi-
neralkörper aus der Kalkordnnng phosphoresziren dann erst durch
Bestrahlung , nachdem sic ausgcgiiihet worden sind. So vcrscliie-
' dene Kalkspäthe 'etc.
| Baryt - Ordnung: Durch Metalloxyde gefärbte, kohlen- und scbwefelsnüre
Barytarten besizzen Empfänglichkeit-, für Phosphoreszenz durch Bestrah-
liiig. Rücksiclitlich' der Intensität hält sie das Mittel zwischen derjenigen
in den kohlen- und flufssauren Kalk - Gattungen, stehet aber in der Dauer den
kohlensauren näher. Weifse, reine Fossilien dieser Ordnung phosphoresziren
-.nifht durch Bestrahlung. Die Farbe des Leuchtens ist gelb. '
Sirontianb Ordnung. Die Phosphoreszenz der Glieder dieser Ordnung
düicli Bestrahlung ist noch durch Versuche aüsztimitteln.
| Salze. Die fossilen Salze zeigen durch Bestrahlung Phosphoreszenz.
Mi| dem Verluste ihres Krystallwässers ist zugieicly derjenige der Phosphoreszenz
verknüpft. Auch dadurch, dafs sie noch mehr Wasser ans der
Atnospliäre anziehen, vermindert sich ihre Phosphoreszenz.
! inflähmtflilliedp. '■> Unter diesen Miiieralkörpern kann der Bernstein durch
Bestrahlung phosphorisch werden. Der vrilkanische Schwefel vom Vesuv
soll) da, wo er weiße Stellen zeigt, phosphoresziren, wenn er der Sonne
anssesezt wird.
1 . ■
■Metalle. Meine Metalle phosphoresziren nicht durch Bestrahlung, auch
die gediegenen nicht. Unter den oxydirten und vererzlen mehrere. So
Eis&iocker, schwäch; derber Blei glanz ; weifses ’ Arsenikoxyd ; Schwefelkies|
r 'Er\dkobält; iii verschieden gefärbtem Lichte.
Vulkanische Produkte. Mehrere Laven; Bimsstein; phosphoresziren
durih. Bestrahlung.
2) P h o s p h o r e s z e n z d ü rö h m e c H a itis ch e E in w i r k u n g a l s :
I S c h l a g , R e ib e n e tei
' Diamant -Ordnung: Diamanten, welche durch Bestrahlung phosphores«
zirm, zeigen auch Phosphoreszenz durch Schlag mit harten Körpern. Solche,
welche keine Empfänglichkeit dafür- besizzen, erhalten sie durch Znsammen-
schagen mit audern Diamanten, so bald sich ihre Kanten dadurch abnuzzen.
Durch Reiben mit weichen Stoffen, mit einer Bürste, mit Wollenzeug,
soilW nur diejenigen Phosphoreszenz äußern, auf welche Bestrahlung nicht
oluiL Wirkung bleibt,
j Kiesel - Ordnung. Durch Stofs und Schlag ’ wird in vielen Edelsteinen
und an den Fossilien von glasähnlicher Masse Phosphoreszenz bewirkt. Entweder
ist der schlagende Körper homogen, oder ein harter heterogener (eine
Feilenspizze/. Die Intensität des Leuchtens ist dabei sehr verschieden; so
zeigt es sich sehr stark am Rosenquarze ; am opalisirenden Feldspalhk; ün-
meijtlich an den Jaspisarten. Es ist ein starker Schlag erforderlich, um an
denI härteren Mineralkörpern, dieser Ordnung Phosphoreszenz zu erregen.
Gestliliffene erhalten dann erst Phosphoreszenz, wenn ihre Kanten durch
Schlagen sich • abnuzzen.
Weiden die Krystalle des opalisirenden Feldspatlies im Porzel-
lanmöiser zerstofsen, so erzeugt jeder Stofs eben so viel leuchtende
Punkte,, als Stücke von'dem Fossile, abspringen, bis die ganze Masse
feingerieben phosplioreszirt.
Durch Reiben mit weicheren Körpern wird n ui\ an einigen Gliedern
dieser Ordnung Phosphoreszenz erregt. So zeigt Rosenquarz mit Holz gerieben
nur vorübergehendes Licht.- —• Die Farbe des, dnrcli beide Opera-
’ tionsweiseii bewirkten, Leuchtens ist gelb. So dasjenige an Ouarz, Kal-
zedön .-(Achaten). .Gehalt an Eisenoxyd in den* Fossilien dieser Ordnung
verrath sich durch die stärkere oder geringere Rothe dieses Leuchtens.
Thon - Ordnung. Mechanische Einwirkung vermag nui bei wenigen
Arten der Tlion-Ordnung Phosphoreszenz hervorzubringen. So an der gemeinen
Hornblende, an dem verhärteten Steinmarke vom Harze etc.
Talk-Ordnung; Srich oder-Reiben erregen Phosphoreszenz im gemeinen
Serpentine, gemeinen Talke, Zyanite, gemeinen Tremolite (sehr wahrscheinlich
durch den Gehalt an Kalkerde des Tremolits verursacht).
- Kalk- Ordnung.- Mehrere Gattungen des kohlensaueren Kalkes phospho- j
resziren durch Stofs und Schlag. So \ der Dolomit; Arragon; einige primi- j
tive Kalksteine der Alpen Tyrols, und nach D e Luc auch mehrere' von
s