
A. Kennzeichen der Mineralien.
je nachdem . die Quadrate
wählt -tfrerden. So befinde)
■gedbe.
)n weifser oder schvya
sich bei e f Fig. 23 ■
otlien Streifen , eingefaßter Saun
Rand des Nebenbildes von der
Farbe
von einen,
> ist dieser
Hälfte
des weifsen Vierecks a b c d -Fig. 2 2 ; ihm gegenüber ist der
lett - blau gefärbte Saum g h des vorderen Randes des Nebenbildes
von der vorderen Hälfte des weifsen Quadrats. Bei 24 sind es
11111' die Bilder des weifsen Grundes, welche in Betracht kommen;
a b e f ist das Nebenbild des hinten angrenzenden weifsÄn Gruu.i
des, welches über das schwarze .lichtlose Quadrat geführt ist. £,j
stellt sich in a b darum kein rotli - gelber Saum ein, weil die bla
und violetten Strahlen der, von hintenher folgenden, Nebenbildet
der Punkte des weifsen Grundes mit den rothen und 'gelbes
Strahlen der vor ihnen liegenden Punkte, mithin auch des Randei
a b , Grau wieder herstellen« In e f derselben 'Fig. ist :
vorderen Rande dieses Nebcnbildcs ein violett - blauer Saum
hen, hervorgebracht von den am meisten abgelenkten blau<
violetten Strahlen Fig. 20 a v . Es können von den schwarze»
lichtlosen Punkten des Rechtecks c d e f Fig. 24» auf welclii
diese Strahlen treffen, keine rothen noch gelben Strählen zuglcicl
ins Auge gelangen um däs weifse Licht wieder herzustellen, tlahe
mufs dieser Saum violett - blau erscheinen. Umgekehrt zeigt siel
-der hintere, Rand des Nebenbildes von dem angrenzenden weifse
Grunde in gelben und röthen Streifen, weil von dem, liberal
kein Nebenbild abgebenden, schwarzen Quadrate weder blaue nod
violette Streifen mit ersteren sich vermischen können. Ander
~ Lagen des. Rhomboeders gegen dergleichen Quadrate bringen t
den Doppel - Bildern verschiedene Veränderungen hervor. So dir
jenige, wo der Hauptschnitt desselben parallel mit der Diagonal
b c Fig. 22. zu liegen kommt, und von dem Auge nach vor
sich neigt. Mit der Erscheinung eines kleinen weifsen Quadrates
welches durch das Übereinandergreifen zweier Winkel' 'der beult
übrigens grau gefärbten-viereckigen Bilder entstanden is t , sind zi
gleich alle Ränder des Nebenbildes mit farbigen Säumen umgeben,
und zwar der eine Winkel mit rothen und gelben neben einandi
liegenden, der andere Winkel mit blauen. Durch langsames Umdn
hen des Rhomboeders von der Rechten nach der Linken, uni
durch andere demselben gegebene Richtungen, kann die Lage dt
Bilder und der farbigen Säume, sowohl gegen einander, als ge.*
das Rhomboeder, vielfältig mödifizirt werden.
In Vorstehendem wurden die Veränderungen, welche das Licht im
■das Bild des Gegenstandes durch Mineralkörper von doppelter Si hlenb»
■chung erleidet, abgehandelt. Es bleibt nun noch übrig, einiges übe:
Verhalten zweier Fossilien der Art zu einander, und zu dem Gegens
zu erwähnen.
Werden zwei Rhomboeder aus . Isländischem Kalkspathe so
einander gelegt, dafs die Hauptschnitte der sich berührenden
tenfiächen gegen einander parallel sind, und man läfst in. diese
Lage einen Lichtstrahl durch sie gehen, so wird der gewöhuu
gebrochene Theil desselben, bei seinem Eintritte in das zwe
Rhomboeder, von diesem wieder gewöhnlich, hingegen der i
-gewöhnlich gebrochene T he il, > ungewöhnlich gebrochen,
zweiteil Rhomboeder wiederholt sich demnach die Wirkung i
ersteren. Werden hingegen die beiden Krystalle so gedrehet, chi
ihre Haiiptschnitts - Ebenen auf einander senkrecht zu stehen I
men, so bricht das untere Rhomboeder den, aus dem oberen
zugehenden, gewöhnlichen. Stralli auf ungewöhnliche und
ungewöhnlichen Strahl auf gewöhnliche Weise. Das Gesagte
auch für diè beiden Bilder eines Gegenstandes , jedoch so, dafs
gekehrt das obere Rhomboeder, durch welches;gesehen wird, d*
Funktionen des unteren ausübt. In den Zwischenlagen theil t sic
jeder der beiden Strahlen, sowie er in das Rhomboeder eintritf
aufs Neue in zwei Theile. Es gellet hieraus hervor : dafs die ?
gemiberstehenden Seitenflächen eines Kalkspatli - Rhomboeders g«*
einander sich entgegengesezt verhalten.
I I I . T h e o r i e n ü b e r d i e d o p p e l t e S t r a h l e n b r e c h u n g
Die Erklärung der merkwürdigen Eigenschaft, welche schon • frid
unter dem Namen der doppelten Strahlenbrechung an den Mineralkörp*1
beobachtet wurde, war stets ein Gegenstand des Studiumä der vorziigW
sten Physiker älterer und neuerer Zeit. Erasmus B a rth o linu s hniuW
zuerst von derselben in einem Werke, das 1669 unter dem Titel: Exf
f r a c t i o d e 'ie g i t ü r . Die Schwierigkeiten, welche sich diesen Forsche'
hierbei entgegenstellten, anstatt ihren Eifer zu schwächen, Veranlagten 5
im Gegentlieile um so mehr zu vielseitigen Befrachtungen über diese ä"
gäbe, je gröfser sie Anfangs erschienen. Wenn gleich
lieh bekannt gemachten Ansichten
weichen mufsten, so blieb ihnen
Männer und deren daraus abgeleiteten Folgerungen, welche sich an
i ¿er Anhänger dieser Theorie reiheten, noch weitere Begründung. —
lliamen eines A r r a o o , B e r n h a r d t , B i o t , H a u t , L ,\ p l a c e , M a l u s ,
f t R i t t e r , S e b b r c k , Wo l l a s to n sind hier besonders anzuführen.'
A . I IU Y G E N S 'S H y p o th e s e .
i cvfiillehdcn
e wellenförche
dieser önei|j
anderen naturgemäßeren in der ' Folg
dennoch das Verdienst' einer Bcfijr®
rung der Wissenschaft darin,. dafs sie die ungangbaren Wege bezeK
neteu. So kam es, dafs die vom Manchen als unfruchtbar verlassene Hyp0-
tliesc H u toen s’s , von’ denselben mit der Überzeugung wieder äüfgenoinn
Wurde, dafs'sie mit den Erfahrungen der jezzigen Zeit vorzügliche’' Ub<f
einstimm ung besizze. Sie erhielt durch die scharfsinnigen Beobachtung
Das Licht wird mittelst eines höchst elastischen ^ den Ri
is fortgepflanzt. Diese Fortpflanzung geschieht durch
Bewegung der, in sphärischer Gestalt diesen Äther durchdringenden,
Rttheilchen. Diese Bewegung der Liclittheilchen ist in den durclisichti-
| Mitteln von geringerer Geschwindigkeit als, im leeren Raume, nach
I Richtungen aber dieselbe. Der Ausdruck für diese geringere Geschwin-
|eit wird durch das Verhältnis des Sinus des Einfallswinkels zu dem-
des Brechungswinkels gefunden, die Geschwindigkeit des Lichtes
[eeren Raume als Einheit vorausgesezt. . In Mineralkörpern mit einfacher
■lnin" eintretend, behalten die Liclittheilchen ihre sphärische Form bei.
■Vlineralkörpern mit doppelter .Strahlenbrechung hingegen erleidet das
[etende Licht eine besondere Veränderung. Es wird in zwei Tlieile geleit
» wovon jeder eine eigene wellenförmige Bewegung annimmt. Wäh-
I der eine Theil mit einer, nach allen Richtungen gleichen, Geschwindigkeit,
■ bei der einfachen Strahlenbrechung, sich zu äußern fortfährt, wird der
¡¿Ire, mit einer Geschwindigkeit, gleich dem Halbmesser eines abgeplatteten
ds, dessen Mittelpunkt der Einfalls - Punkt des Strahles auf der Sei-
, und dessen. Axe der Axe des Mineralkörpers gleich is t, abgelenkt.
■Geschwindigkeit der Schwingungen des nach gewöhnlichem Gesezze gc-
iieneii Strahles verglich H ujtoens mit der halben kleinen Axe des Spliäiids,
daher sie stets gröfser als die - Geschwindigkeit des ungewöhnlich gen
Strahles ist. Diese Annahme vereiniget auf eine sehr merkwür-
¡se die gewöhnliche Strahlenbrechung mit der ungewöhnlichen.
Nach M alus ist diese Geschwindigkeit gleich der Einheit divi-
diret durch die halbe Axe des Ümdreliungs - Ellipsoids. Den Unterschied
der Quadrate der Geschwindigkeiten beider Strahlen sezt
er als proportional dem Quadrate des Winkels, welchen die Axe
-öhnlich gebrochenen Strahle macht. Biot’s Beobi
mit dem
achtungen verdieifdii hier angeführt zu werden und s
mehr, da durch sie auch weiteres Licht über die Entstehung der gefärbten
Säume an den Rändern des Nebeubildes verbreitet wird.
I ällt nämlich • eini pölarisirter Strahl weifsen Lichtes senkrecht auf
Tafeln von Glimmer, Tälk, Bergkrystall, welche parallel mit der
Kryställisationsaxe geschnitten -sind, und dring't bis zu einer gewissen
Grenze, die für die yers.chieden gelarbten Lichttheilcben
verschieden i s t , so findet er Schwierigkeiten in seinem weiteren
Fortgange. Die Theilchen desselben fangen hier an, gleich der
Unruhe ’einer Uhr, sich insgesammt um ihren Schwerpunkt zu
schwingen. Diese Schwingungen sind in allen von gleichem
Durchmesser, aber ihre Geschwindigkeit ist verschieden. So os-
zilliren die violetten schneller als die blauen, diese schneller als
die grünen und so weiter, bis zu den am langsamsten schwingenden
rothen. Diese ungleiche - Geschwindigkeit ist die Ursache der verschiedenen
Farben an den beiden Schwingungsgrenzen, und der
farbigen Ränder an dem Nebenbilde eines Gegenstandes. Je nachdem
die Platten eines Fossils dicker oder dünner sind, erfolgen
diese Phänomene in stärkerem oder schwächerem , Grade; bis sie
bei- sehr -dünnen Platten mit der Erscheinung der doppelten Strah- *
lenbrechung -aufhören.,, Stucke Bergkrystalls in der Dicke eines
Zolles licfsen Bio t , mehrere Tausend Schwingungen bemerken,
welche die Lichttheilcben Bfei ihrem Durchgang! t machen mafsten.
B . M A L U S 'S Ansich t.
ie der merkwürdigsten Entdeckungen über das/ Verhalten des Lichtes
[¡■jene der eigenen Reflexion, welche dasselbe erleidet, wenn es auf
Besichtige Körper unter gewissen- Winkeln fällt.. Es wird .dabei auf
H i e Wejse bleibend verändert, als wegn es du*ch - MineraUpörper mit
Beiter Strahlenbrechung gehet. M a l u s , der Hypothese Huxostis’s huldi-
Tjftl, nennt- Polarisirung, des Lichtes, diejenige Modifikation -eines Licht-
ttrlhles, welche derselbe, in ge wissen-Winkeln von einem .unbelegten Spie-
elgl.. sc ,-mf ein Gleiches der Art in senkrechterRiclitting theil weise reflek-
nwerdend., durch, den, ,Stand, der- aufwärts nach Norden-oder Süden., und
sten oder Westen, gekehrten Flüche desselben, erleidet. In der Lage
^weiten Glases nach Norden oder nach Süd^n , e^Tplgt die gleiche Re-
B °n des . Strahles wie - b^i'.dem,oberen Glase; ein- ¡Theil,desselben gebet
(|cli das, Glas , während dpr andere Theil , reflektirt wird. In den Lagert.
lel Gläser nach .Qsien <^er'nacK Westeji hingegen , wird auch n ic h t ein,
B » des auffallenden , Lichtes reflektiret, und zwar weder vpn der oberen
B unteren Fläche. Werden ,die Gläser;, in die, Lagen nach Nprden oder
§ Süden; zurückgebracht, so., .tritt wiederReflexion ein. In allen dieseii
:n mufs der, senkrecht yön\/dem -ersten auf das zweite-Glas fallende,.,
Strahl, mit diesem leztereu einen Winkel von 3 5 ° 25 bilden. Wird der
andere Theil des Lichtstrahles, welchen das erste Spiegelglas, ohne ihn zu
reflektireu, durchgehen läfst, mittelst eines Glasspiegols, senkrecht auf ein
unbclegtes Spiegelglas, so zuxückgeworfen, dafs es einen Winkel von 35°
257 mit demselben wie oben bildet, dann zeigen sieh die Erscheinungen in
umgekehrter Folge. In den Lagen nach Siidcn oder Norden wird weit
mehr Licht reflektiret, als in, den beiden ändern Lagen. Da nun in denjenigen
nach Norden oder Süden das Licht auch in dem ersteren. Versuche
nur zurückgewörfen wird und in den ändern nicht, so folgert M alus, dafs
die Seiten des vertikalen Lichtstrahles verschiedene Tendenz besäfsen, und
dafs e s,gerade die Ost- und Westseiten seien, -welche sich hierin ,von der
Nord« und Südseite unterscheiden und ein polarisches Verliältnifs unter
rechten Winkeln gegen einander beobachteten. M alus belegt daher die
übereinstimmenden Seiten des Lichtstrahles mit dem Namen der Pole.
Flau<jher(¿ues’s scharfsinnige Vermuthuiigen: dafs jedes der sphärischen
Liclittheilchen des H u x o en s zwei Pole besäfse, wovon der !
eine die. Körper anzieht und von ihnen angezogen wird , während .
der andere sie zurückstöfst und .von ihnen zu-riiekgestofsen wird,,
begünstiget sehr die Annahme einer Polarität des Lichtes.
Zur weiteren Begründung dieser Annahme und um die Übereinstimmung
in dem Verhalten des, durch ein verdoppelndes Fossil modifizirten,
Lichtes mit den Resultaten vorstehender: Versuche , als auch die Umwandlung
des nach gewöhnlichem Gesezze gebrochenen Strahles in den ungewöhnlich
gebrochenen und umgekehrt darzuthun, führt M a l u s weiter folgende
interessante Versuche au f:
Betrachtet ■ man das, in einem Winkel von 5 3 ° von einer
Wasserfläche reflektirt werdende, Bild der Sohne oder dasjenige
.einer Lichtflamme durch ein Kalkspatli-Rhomboeder, so zeigen sich
Anfangs zwei Bilder, die, während des Umdrehens des. Fossils bis
zu einer gewissen Grenze, sich gleich bleiben. Weiter hinaus
wird das eine merklich schwächer, iuid verschwindet endlich ganz,
wenn der'vom Wasser zurück geworfene Strahl sich in der Ebene
des Hauptschnittes der Fläche des Fossils, auf welche cr>, einfällt,
beflndet. Der Zuriickwerfungswinkel, unter welchem hier das
eine Bild verschwindet, ist nach der Natur der MineralkÖrpcr verschieden.
Wurde der Versuch dahin abgeändert, dafs der Hauptschnitt
des Rhomboeders in die senkrechte „Einfalls.-Ebene eines
Lichtstrahles so zu stehen kam, dafs die beiden Strahlen, in welche
der. leztere dadurch zerlegt wurde, auf eine ebene Wasserfläche
unter ‘ einem' Wilikel von 52° 45 / auffielen, so erfolgte , eine
theilweise Reflexion des gewöhnlich gebrochenen Strahles,
während der ungewöhnlich gebrochene völlig in das Wasser drang
und von demselben verschluckt wurde. Erhielt weiter das Fossil
eine solche Lage, dafs dessen Hauptschnitt senkrecht auf der»Einfalls
Ebene stand., so wurde entgegengesezt ein Theil des ungewöhnlich
gebrochenen Strahles reflektiret, der gewöhnlich gebrochene
Strahf hingegen vom Wasser absorbiret.
H a u t führt nach M o n g e einen Versuch, an, der hiev eine Erwähnung
verdient. Man bringe über ein Kaflcspath - Rhomboeder,
das auf einem schwarzen Gegenstände-liegt, ein anderes der Art
so, dafs es das erstere durchkreuzt. \In dieser Lage w ird . man
finden, dafs stets nur das gewöhnliche und abweichende Bild zusammen
ein wahres Bild des Gegenstandes" geben; decken sich die
zwei gewöhnlichen oder die zwei abweichenden’Bilder, so >wicd
man kaum bemerken, dafs das entsprechende,, blasse Bild, nur etwas
an Intensität gewinne. In Arraoo s Beobachtungen ist Ähnliches
zu finden. Als derselbe einen polarisirten Lichtstrahl durch dünne
Blätter von Glimmer öder Bergkrystall fallen lief», so verlor derselbe
dadurch seine Polavisirung, zeigte. aber, wenn er in diesem
Zustande von einem Mineralkörper mit doppelter Stralilenbrechung
- aufgefangen wurde die ‘sonderbare Eigenheit', dadurch in zwei
I verschieden gefärbte Strahlen getheilt werden zu können.
C. ■ Folgerungen.
1) Alle natürlichen durchsichtigen Körper- ohne Ausnahme polarisiren
vollkommen dasjenige L icht, welches sie unter einem bestimmten Winkel
reflektiren. Über oder untcr rÖiesem Winkel tritt riur unvbllkommene Reflexion
ein. _ . \ . 1 • . . . •.*(,
Metalle, die mehr Licht als .die durchsichtigen Körper reflekti-
J! ' ren, ’ polarisiren davon auch mehr.
2 ) Alles Licht, welches der reflektirenden Wirk ung eines Körpers unterliegt
, enthält polarisirte Strahlen, deren Pole durch die Brechungs- und Zu-
rückwerfungs -Ebeneii bestimmt werden.
3) So oft ein pölarisirter Lichtstrahl entstehet, erzeuget sich sogleich
ein zweiter pölarisirter Strahl, der in seinem Verhalten dem ersteren entgegenstehet
, und .eine andere Richtung als dieser verfolgt»
, 4) Die beiden polarisirten Strahlen zeigen in ihrem Verhalten dieselben
Eigenschaftenals jene beiden, welche durch Mineralkörper 'von doppelter
Strahlenbrechung erhnlten werden. . Die Polarisirung des Lichtes kann
daher sowohl durch reflektirende als brechende Medien bewirkt werden.
Vorbereitender Theil der Oryktognosie.
Dabei* mufs die* graue-Farbe1 der Bilder -von Weifsen Gegenständen
auf schwarzem, und umgekehrt von .'s.chwarzöu auk wei/sem Grund
e , als von einem Lichtmangel-, .welchen der Strahl in a Fig. 20
durch seine Theilung in zwei ¿erlitten hat, herrührend, betrachtet
werden. Demnach ist die graue Farbe des RoChteckes a b e f Fig.
2,3 ,-daraus zu erklären , dafs solches, statt ditrcli; ungetlieiltes weis-
se«. Licht gesehen zu werden, nur durch die -’eine -Hälfte des
weifsen Lichtes, d. h. ' durch den, nach dem -gewöhnlichen
Gesezze gebrochenen, Strahl zum Äiige gelangt» Da von
dem hinten angrenzenden' 1 scliWarzen Grunde kein "weiteres , den
.Abgang des ungewöhnlich gebrochenen Strahles ersezzendes, Licht
dem Bilde des Gegenstandes sich zugescllt, so mufs nöthwendig
dasselbe in grauer Färbe erscheinen. Ein gleiches gilt für das
Recliteck c d g h derselben Fig. Als, von dein ungewöhnlich gö-
S brochenen" Strahle herriilirendes, Bild der vordem Hälfte des
weifsen Quadrats »‘. 'kann ihm kern Licht von dem unter ihm liegenden
schwarzen Grunde zukommen, daher wird der Verlust des
* gewöhnlich gebrochenen Strahles diesem Bilde des Gegenstandes
nicht Crsezt,Und deshalb erscheint solches aiicli grau von Farbe.
Gleiche Erklärung ist auf Fig. 6 anwendbar, wo der Gegenstand
ein schwarzes Quadrat auf weifsem Felde ist. Das graue Rechteck
a b e f ist das , voii dem ungewöhnlich gebrochenen Strahle herrührende,
Bild des angrenzenden weifsen Grundes; es besizt eine
.graue Färbe, we il -das unter demselben befindliche Schwarz des
Gegenstandes, den Zutritt anderen Lichtes verhindert. Das zweite
graue Rechteck c d g h ist das von dem gewöhnlich gebrochenen
Strahle abhängige Bild des an das schwarze Quadrat angrenzenden
weifsen Grundes, das, wegen des Abganges des ungewöhnlich gebrochenen
Strahles, nicht in weilser sondern nur in grauer Farbe
' .erscheinen kaiin. Der ’ Unterschied in der Intensität der grauen
Färbe beider Bilder kann nur ans der, dem eineil oder anderen
Strahle folgenden, Lichtmenge Erklärung erhalten.
Das von dem ungcwöhnUcli gebrochenen Strahle herrührende Bild des
Gegenstandes unterscheidet sich von ’demjenigen y welches der gewöhnlich
gebrochene Strahl hervorbringt, durch die farbigen Säume seiner Pfänder.
Die 'farbigen Säume, welche ehemals auch dem Hauptbilde *)
zugeschriebeu wurden, zeigen sich nur darin an demselben, wenn
solches in einer gewissen .Richtung des Auges durch ungewöhnlich
gebrochene Strahlen, des Rhomboeders gesehen w ird , mithin vom
Hauptbilde zum Nebenbilde überzugeheu anfangt, während dieses
zum Hauptbilde wird. Wie bei allen cinfachen, Bi;echungen ist mit
dem Eintritte des gewöhnlichen Strahles in das Kalkspath-Rhomboe-
der eine- Farberizerstreuung verbunden, welche -durch die Brechung
' in'entgegengesezter-Richtung, bei dessen Ausgange, wieder aufgehoben
w ird , daher solcher wieder woifs erscheint. .Audi der un-
1 gewöhnlich 'gebrochene Strahl--wird -bei 'seinem Eintritte in das
Rhomboeder in farbige Strahlen zertheilt: allein diese vereinigen
sifcli' b e i' seinfem Austritte nicht wieder zu einem weifsen Strahle.
Die Trennung der farbigen Strahlen -• sezt sich aufserlialb des verdoppelnden
Mineralkörpers fo r t, und erscheint in Gestalt der far-
bierin' Säume an dem ihnen zugehörenden Nebenbjlde. Fig. 20
Täf. II. wird- das Gesagte anschaulich machen. Es werde durch
das Rhomboeder ein weifser Gegenstand von, geringem Durchmesser
■auf schwarzem Gründe’ gesehen. A b ist der gewöhnlich gebro- >
cherie Strahl, das Hauptbild des Gegenstandes dem Auge bei I ,
in imverändertcr, hier 'perpendikulärer , Richtung darbringend.
De r , mit der' ungewöhnlichen Brechung' zugleich in Farben zer-
• streuet werdende , Strahl gellet- als rother nach a r,‘ und weiter
, .. ;'»,]s violerter riach a v. Beide kehren-bei ihrem Austritte in die
’ ursprünglich 'senkrechte Richtung zurück', -der rotlie von r nach
t der violette von v nach s. Hiermit stimmt die Ordnung der
'> ¿1 1 farbigen ■ 'Säume überein. Fig. 21 wird dieses weiter erläutern.
1 ,l'Es ist hier ein schwarzes" Quadrat au f'weifsem-Gru n dedas durch
das Rhomboeder gesehen wird. ' Vöii v bis'r seien sieben weifse
< ' 'Linien , wövon die'hinterste bei v in'sieben farbigen Linien, nach
1 der prismatischen'Reilie^ vöri roth-nacli viölett hin erscheint. Da
' 1 hiet das weifse Nebenbild unmittelbar an das schwarze Nebenbild
- ‘¡guerifet1,’ So kann-dieses leztere- auf^ die rotlie Lin ie, als der ersten
'"l ' id^r 'sieben, nicdit verunieinigend -wirken. Das rothe Bild der
zweiten Linie trifft mit dem pomeranzenfarbenen der ersten, das-
1 jeiii°-e der dritten--Linie, mit dem pomeranzenfarbenen der zweiten
und9 dem gelben der ersteh u. s. %;• hisämmen’, gleich dem Vor-
' gange in ähnlichen ^ersuchen mit dem Prisma. Deshalb erscheint
' die'siebente Linie wieder in weifser Fkrbe." Es belangen nämlich
• mit dem rötlich Strahle derselben';- zugleich arieli die das Weifs
• ergänzenden Strahlen, w ie der pomeranzenfarbene,■ der gelbe,
' erlirfe , ’ der hell- uild dtnikelblaite-der violette Von den sechs hin-
tereiuan'der' liegenden Strahlen in das Auge. 1—• Auf ähnliche Weise
e n ts te h e t’ ‘da eih -Mäher Säunv; wo d a s-weiß e’Nobe'ribild,, mit seinem
vorderri -Rande, an- dert schwarzen 'Grand grenzt. - Der am
stärksten gebrochene violette Strahl‘.der vordersten Linie mufs
am weitesten Sbefgreifen, ohne von dein angrenzenden - schwarzen
Grande verunreiniget worden zu können; so entstehen eiri violetter';
indigblain-violetter , 'hellindigblari-violetter, ein grün-, hellblau,
indigbjäti - vidletter Streifen eto. die zusammen den blauen Saum
bilden. Fig. 23' hg.'1 -D ie fa rb ig en Säuhre ’sind' in vorliegenden
Fällen stets einander eritgegehgeie2t ; und Vertauschen ihre Stellen,
•*} Hnuptbild heifst b ic r ,der Kürze .wegen, das vom gewiJluilich .gebrochenen Strahle
herrührende Bild des. Gegenstandes.; Nebenbild das abweichende ungewöhnlich
gebrochene Bild. Beide Benennungen gelten nur in diesem Sinne.