
Elektrizität, welche sich stets positiv ttnd mit nicht geringer -Intensität ze*gt»
bis in weit entfernte Gegenden.
Möglich ist es dafs die starke Rauchsäule, welche Lava als ei-
.neu schlechten Leiter zur Basis hat, sich mit atmosphärischer Elektrizität
bis zum Ausbruche ladet.
Mit den Eruptionen ist meisten* eine brennende Hizze verbunden}
welohe zuweilen für eine kürzere oder längere Zeit foi tdailert.
Humboldt fand, die Wärme des Bodens am J o r u l l o tun sehr
Vieles beträchtlicher als j en e ' der Atmosphäre, und ungeachtet seit
45 Jahren die Hizze dieses Vulkans sich bedeutend vermindert batte,
*o stieg das Thermometer, Wenn man es in die Oeffnungen h ie lt ,
aus welchen die wässerigen ©Unsre sich en twick elten , bis z u ,9 5 ° . -
Aus den kleinen Kegeln und Spalten steigen noch jeden Morgen Raiich-
säulen empor. Die vordem kalten Bäche flihren gegenwärtig warmes,
mit geschwefeltem Wasserstoffe geschwängertes W a sse r , welches das
Thermometer bis zu 5 2 ° in die Höhe trieb. D ie Vegetation ’ ist auf
dem umwälzten Boden erst wiede r in ihren Anfängen bemerkbar.
Zu den, füv den Naturforscher sehr beachtungswerthen, Operationen der
Vulkane gehört ferner das A u s w e x f e n v o n S c h l a m m .
Was die Feuerberge Italiens und namentlich den V e s u v betrifft,
*o belehren uns Breislak’s Beobachtungen: dafs ‘häufig mehrere
Wolken in dem Umkreifse des Berges zusammentreten und, mitten
unter einem furchtbaren Getöse, bedeutende Mengen Wassers erzeugen.
Ihre Vermengung mit der Asche bildet große Ströme von
Schlamm, die sich, Verwüstung und Schrecken verbreitend, nach
dem Fuße des Feuerberges senken.
Humboldt’s B e r ic h te ü b e r d ie A m e r ik a n i s c h e n V u lk a n e a b e r lö s e n
a lle Z w e i f e l g e g e n d ie E x i s te n z je n e r E r s c h e in u n g u n d m a c h e n u n s
m i t w a h r e n E r u p t io n e n s c h lam m ig e r M a te r ie n b e k a n n t , d ie g e w ö h n l
i c h a u f e b e n e n , e tw a s f e u c h t e n , g r ü n b ew a c h s e n e n F l u r e n a u s b r e c
h e n .
Die Eingebornen nennen diese'breiartigen Massen M o y a , M u y a ,
oder auch D o dö> Sie darf nicht mit'dem vulkanischen Tuffe-verwech-
selt werden. Beim Hervordringen ist sie ein Wahrer sich fortwälzender
B r e i, der bald erhärtet und sodann e rd ig , von geringem Zusammenhalte
und braunlichschwarz v on Farbe ist. Das Ganze hat das Ansehn
-eines sehr veränderten Porphyrs. Man erkennt darin Spuren von glasigem
Feldspathe , Ferner bimssteihartige Einmengungen.
Bemerkenswerth ist hierbei noch besonders der Umstand, dafs
die Feuerberge des Königreichs Q u i t o kein Ausströmen fiiefsender
Laven gewahren lassen, wohl aber werfen sie nach außen verschlackte
, oder an den Seitenkanten erweichte, Stücke von ’ Grünstein,
Perlstein - Porphyr, Obsidian, Bimsstein, Basalt u. s. w.
aus und’, neben den Eruptionen schlammiger Materien, ungeheuere
teigartige Massen von gekohltem Letten.
Als vorzügliche Ursache dieser Anomalien , lassen sich die kolossale
Höhe jener Gebirge und ihre wenig, isolirte Lage betrachten,
indem sie an andere Berge angelehnt sind, so dafs eine Ergießung
aus den Abhängen fast unmöglich ist. Der Feuerheerd' befindet sich
in einer solchen Tie fe, dafs die geschmolzenen Laven, ungeachtet
der Intensität ihrer Kraft, weder bis zum Rande des Kraters 'erhoben
werden, noch die Seiten des Berges, durchbrechen können.
Als der Vulkan K a r g u ä i i a z ö , der dem C h im b ö r a s s o am
nächsten h e g t, in der NacKt vom 4,9. Juli 4698 gänzlich zusammen-
stlir z te , überschwemmte er' die Gegend auf eine Weite von 45 48
Quadratmeilen mit solchem breiartigen Schlamme.
Die IVi o y a , welch e am 4. Februar 4797 das D o r f P e 1 i 1 e o zerstö
rte,'bra ch in 4250 Toisen Höhe am Fufse.eines Trapp - Porphyr -
Felsens aus.
Mit ’dem schlammigen Breie werfen jene Feuerberge, der Kotopaxi,
'der Tungurahua, der Intiaburu und andere, vorzüglich
nach starkem Regen , nicht selten eine unermeßliche Menge von
F i s c h e n aus. Ein Phänomen, welches sich besonders in den Zwischen
räumen;,grofser Eruptionen ereignet, die bei den Vulkanen
dieses Himmelsstriches nur periodisch und im Ganzen sehr selten sind.
Diese Fische ( P im e l o d e s c y c l o p u m ) , w o v o n , geschiizt
duich den sie. entwickelnden Schlämm, nur wenige so entstellt sin d,
dafs mau glauben kann, sie wären einer starken Hizze ausgesezt gewesen
, sind dieselben, welche die Bäche am Fufse der Berge beherbergen
und werden v on den Eingebornen mit dem Kamen P r e m -
d i 11 a s bezeichnet. Oft w ill man • noch Spuren des Lebens an den
Thieren gefunden haben, während sie längst dem Gebirge herab
, strömten.
Nicht immer werfen die Vulkane die Fische aus , ihrem obersten
Krater. Der Kotopaxi und der Tungurahua stießen sie zu Zeiten,
aus Seiten,spalten und Öffnungen hervor. Dennoch lagen diese stets
um i3Ö0 Toisen höher als die Umgegend. •
Wahrscheinlich -stehen unterirdische Seen, und Höhlen , die von
j.enen Fischen'gleichfalls b ew ohn t w e r d e n , mit den Bächen und mit
dem “Vulkane; in Verbindung. Vielleicht, dafs zu gewisseh Perioden
die L u ft, in den verschiedenen Abtheilungen des -Inneren dieser Feuerberge
, sich- kondensirte und so die Erhebung des Wassers und. der
Fische bewirkte.
Di* schlammigen Auswürfe sind übrigens kalt, ihr Wasser ist
. nicht gesalzen, aber mit geschwefeltem Hydrogen geschwängert.
, Alle diese Umstände deuten darauf hin, daß die FeuerlJerge in
jenem Zeiträume einer scheinbaren Ruhe zu sogenannten Gas-Vulkanen
werden.
F ü n fte P e r io d e . A u s s t r Ö in « n ,g e n v o’ n k o h ] e
s a u r em Gr a s.
Nach den Phänomenen der ersten vier Verioden scheint ein Zeitraum
der Ruhe zu f61gen. Aus dem Krater steigen nur leichte weiße Wolken Vn
Zeit zu Zeit empor und Säulen von Wassordampf. Kein Getöse in der Ru
des Berges. Die Seiten des eingesunkenen Kraters fallen durch eigene Schff(
re zusammen und erschüttern den Abhang bis a.uf sehr entlegene Stellen. jtl
erheben sich plözlicli, oft erst in einer Frist von Monaten nach.. dem
bruche, die Ausströmungen von kohlensaurem Gas (am Vesuv Mofett«J
genannt) , nicht bloß in der Nähe des Lavastromes, . sondern oft weit vo,
dem Mittelpunkte der Verwüstung. Auch ihre Wirkung ist furchtbar u„
zerstörend.
Die Dauer einer Eruption, .von dem Beginnen der ersten Periode bi
zu den Erscheinungen womit die lezte sich, zu endigen gewohnt is t, liin,
von den Ursachen ab , welche das Phänomen bedingen.
Bei dem Ausbruche des A e t n a im.Jahre 1 6 6 9 , welch er sichi|
Tage zuv o r durch Erschütterungen des Bodens u. s. w . verkündig
Und b e i dem am 11. März die 'ersten feurigen Explosionen bemal
w u r d e n , hielt d ie Eruption mit vollkommener Heftigkeit bis ^
Ausgange des Mai - Monates an. Dann erst fingen die Ausbrüchen
«lachzulassen und endigten mit dem Juni.
- Nach dem Ausbruche des H e k l a am 6, April 1 7 6 6 , der inner!»'.!
acht Stunden einen unermeßlichen Schaden anrichtete, brannte dt
Berg den 9 . , 1 2 ., 15. bis 21. A p r il, den .1. bis 8 . M a i, den 23. bis S1
M a i, hierauf den 1 - , 8 . , 1 4 . , 20. und 22. Jun i, endlich erfolgte de
5. Juli die lezte heftige Explosion.
Vom V c s u v kennt man Eruptionen , deren furchtbare Periodei
ih rer Dauer auf die kurze Zeit weniger Stunden beschränkt war.
Manche Fetierberge haben eine beinahe immerwährende Thätigkeit.
D er S t r o m b o l i , der kleinste unter allen bekannten Vulkana.
Auch weiß die Geschichte Beispiele von Vulkanon aufzuzählen, die m
e in e n Ausbruch zeigten.
So namentlich der A i s o auf I s c h i a. Seine Eruption vom hhi
4302 ist die einzige geblieben.
Die Zwischenräume der Ruhe von einem Ausbruche bis zum'-näohsc fol
genden lassen durchaus keine Norm bemerken. Sehr häufig sind sie fen
von, einander und solche lange Intervallen scheinen sehr hohe Vulkane zu cb
rakterisiren,-
E s gibt Feuerberge, d ie wiede r . ausgebrochen- sind , nachdem ti
währ en d eines ganzen oder halben Jahrhunderts untliätig gewex
■waren. —D e r H e k l a hatte, v o r dem .furchtbaren Ausbruche' rj
1 7 6 6 , über 7 0 Jahre geruhet. Die . kolossalsten Gipfel der A n d ti
der K e t o p ä x i und der T u n g u r a h u a w e r fe n , während iä
•Dauer eines Jahrhunderts. kaum einmal Feuer.
Ebenso merkwürdig is t, dafs manche "Feuerberge, nach einer grofse
Eruption eine neue Thätigkeit zu g ew in n e n s ic h v mit verjüngter Kraft t
entzünden scheinen.
Bei dem V e s u v w a r seit dem furchtbaren Ausbruche vn
1 633 nur wenige Jabre. Stillstand und von 1760 haben die vulki*
. "sehen Erscheinungen fast - nie aufgehört, bis zu der tiefen Bub
w elch e nach' der Eruption v on 1794 eintrat und bis zum Herbst
1804 -dauerte.
Zuweilen kündigen einzelne Erscheinungen aus-den ersten Perio
den eineir' Ausbruch an, ohne daß es darum zur förmlichen Expw
sion kommt.
So erwartete man im Juni '1811 eirfe Eruption" des Vesuvs
•Der Krater war unaufhörlich-, in 'dichte Rauchwolken gehüllt, ut
das Wasser der Schöpfbrunnen um .-den Berg hatte merklich ab|f
-nömmen. Allein mit dem- Anfänge des Augusts hörte d e rB e r i «
•zu rauchen. Am 11. Oktober w urde der Vulkan wieder uflniB
"und licfs dieselben Phänomene bemerken, dazu Auswtürfe.von Asd
und Ste inen, während eines heftigen Getöses in seinem Innern, k
dessen kam der -Berg bald wieder zur Ruhe und es erfolgte ke
-Lävafluß.
Eine Geschichte der Eruptionen eines jeden der bekannten 'Petierberg*)
mit sorgfältiger Auffassung aller Erscheinungen , der vorangehenden, <“*
gleichzeitigen und der nachfolgenden, wurde für.,die Theorie der -Vulk^
von der höchsten Bedeutung seyn. Allein wir reichen mit den historisch**
Zeugnissen nicht weit genüg, und selbst unter den Vorhandenen Nachricht*1
finden wir nur selten Alles zusammengefafst. Wir vermissen die wiederhol"
ten Betrachtungen der Natur, die genauen - Bestimmungen der Beschaffenh*11
einzelner Theile, die scharfen Angaben der Bedingungen der Umstände, «|{
entschiedene Bezeichnung der Massen. Die Anwendung der Traditionen heif*'11
eine besondere Vorsicht, nur aus wenigen könuen wir wissenschaftliche Be*
Häuptlingen entwicklen; Dazu gesellt'’sich noch manches andere Bedenklich*)
worauf bereits (S. l 5 l . ) hingedeutet worden , so . daß w ir nur zu häuM
uns dahin .-beschränken müssen, aus den Folgen allein die Gröfse der Kata'
Strophe ganz im Allgemeinen beurtheilen zu lernen.
Die augereihte Zusammenstellung liefert eii^e Übersicht der Erup-
. tions -Gesohieilten des Vesuvs — yon den frühesten durch histori-
,sch,e Urkunden bekannt gewordenen Ausbrüchen bis zum Jahre
1 8 0 4 — und des Hekla,, -— vom neunten, Jahrhunderte bis 1 7 6 6 .
Sie gewährt um der Abstände willen , die zwischen den'einzelnen
Ausbrüchen bemerkt werden, und in anderer Hinsicht, nicht.uuwich-
, tige Momente.
E r u p t i o n e_n_ d e s V e s u . v s.
24. August 79 (v on den früheren Eruptionen zeugen nur »ehr entfernte Traditionen)
. . . . : 205. — 6. November 472. r- . . . . . 512. — . . März 685. — ............................
5. _ . .. Februar 1056. — . . . . . . 1049____ 29. Mai 1158. — . . . . 1159. —
. . . 1506. — . . . . 1500. — 16. Dezember 1651. — . . Juli 1660. — 12. Au-
«t 1682. — 42! März'16*14: - 1. Juli 1701. — 20. Mai 1704. — 14. August 1708; — 15'
ia-aar''171:2. — 6. Juni 1717; - 27. Februar 17Ä0. — 15. Mai 1755. —' .25. Oktober 1751.
2. Dezember11754. — 29. März 1759. — 25. Dezember 1760.-' —. 28. März 1766. — 10.
-[ober 1767. — 1. Mai 1771. — 8 . August 1779. •— \ • . - 1785. — ■ • September
90. - 22. März 1792. — 15: Juni 1794. — . . September 1804.
E r u p .t i o n o n . d e s H e k 1
- ‘ ' -
(Der erste Feuerauswurf, dessen .die alten Nachrichten gedenken, ist der I l d b o r g a r
j u n , gleich nach der Ank un ft. der Norweger au f'd e r Westseite der Insel im IX.
irhunderte. Auch im J, 1000 soll noch eine Eruption statt gefunden haben,.) , 1004. —
¡9. _ 1105. - 111-5, - 1 1 6 7 .— 1206. 1222. - 1294. —.13,00. — 1340. - 1374. — 1590.
¡456. ,1510. - 1554. - 1585. - 1619. - /i6 2 5 . - 165R- - 1683. — 1728'. - 1754. -
4. Vulkani s che Erz eugni s se.
Alles, Was in Vulkanen fließt, und vermöge dieses flüssigen Zustandes
ie Lagerstätten' cinnirhmt“, ist L a v a . Auf diese Bestimmung haben
der einzelne Differenzen der Masse., noch ein Unterschied in Häufigkeit,
iifse oder Natur der Gemengtheile Einfluß. Ihre Modifikationen müssen
rcli ihve Lagerstätte, ihre Form und ihr Verkältnifs zu dem Umgebenden
tiramt werden.
In, Hinsicht der Form hat man Ströme , Schichten und Stücke. Die
Lenden Massen , welche sich von der Höhe des Vulkans herunterwälzen,
i nach seinem I ufse hin ausdehtien, sind L a v e n -s t r ö rii -e ; die,,
Iche sich im- Innern des Berges zu mehr oder minder mächtigen Ganzen
häufen, L a v e n s ' c h i c h t e n ; die abgerissenen Fragmente der'-
ös^'e und die äusgeworfeneu der Schichten, L a v e n s t ü c k e . Auch
tere'behaupten, durch ihre neue Lagerstätte, einen geognostisclien' Charak-
, daher dürfen wir ihnen nur solche Substanzen beizählen, welche durch
'enieiriey über -den ganzen Vulkan wirkende, Kräfte auf den Abbang geilen
sind, nidlit die zufällig von bekannten Strömen und Schichten ab°e-
;enen Massen von größerem oder geringerem Umfange,
-. Seaa-ao schäzt aie Lava bei dem Vesuvischeri Ausbruche vom
Jahre 1753 (17S7()auf 1,479,898 Kubtk-Toisen; B aeislak . schlägt' die,
welche bei der. Eruption v on 1794 aus ’• demselben Feuerberge an
zw e i verschiedenen Stellen hervordrang, z u 2,^04,440 K. T. an. Aber
diese Massen, verlieren ih r Imposantes, wen n man sie-' mit denen des
A e t n a oder der Vulkane Amerika? ve rg le ich t.— Am A e t n a betrug
die Breite des Lavenstromes bei dem furchtbaren Ausbruche von
• 1669' an manchen Stellen, zumal -da; w o die Oertlichkeit eine 'Ausdehnung
gestattete, mehr als eine Italienische Meile. Bei dem Ausbruche
auf dem, den Kanarischen Inseln zug ehö r ig en, Eilande P a lm a
- (1568) hatte der Strom der Lava 100 Toisen Breite.
Alle L a v e n s t r ö m e zeigen eine schlackenföfmig^ poröse Ober-
•w“ sic nehmen nach der Mitte' hin an1 Dichtigkeit zu und werden in dem
teren Tlieilü vollkommen dicht. Dar uni liegt in dem Blasigen allein nicht
; Bezeichnende der Lava.
Das Abnahmen der Porosität in der Mitte, das Dichte der unteren
Hälfte, ist dtirch den Druck der ganzen aufliegenden Masse erklärbar.
Indessen erleidet jene Regel nicht selten Ausnahmen, denn gar
häufig' findet -man die obere und die untere -Lava blasig , während
die dichte die mittlere Stelle einnimmt. Andere Laven- sind- durch
den größten ,Theil ihrer Masse hindurch dicht und gleichartig, und
noch andere, Bei welchen die Gas-Entwickelung stärker vor sich
gegangen, haben- das Poröse selbst in den inneren Lagen beibehalten.
Die Blasen äume sind fast ohne Ausnahme in die Länge gezogen. Eiu
b'eis für das. Ungleiche der Geschwindigkeit, mit welcher sich der Strom
Bemerkenswert!! ist hierbei noch besonders die Beobachtung, dafs
bei den, meist elliptisch geformten, Poren die größte Axe nach
der. Richtung zu finden i s t , in welcher die Lava geflossen war.
Jeder Lavastrom, jede Lavaschicht ist sich gleich durch die ganze Aus-
hnung ihrer Zusammensezziing. Dieselbe Natur macht die Ströme an ih-
1 Ausbruchsöffnungen , wie unten am Vorgebirge, das sie ins Meer hinein
Weteu, kenntlich. Zwischen den Strömen ist kein festes Gestein.
Die Lagerung der Lava ist sehr verschieden von derjenigen einer Ge-
r§*»rt, welch* durch Niederschlag auf nassem Wege Sich bildete. Si* fällt
ab vom Punkte ihres Ausströmens an1 und wird Übrigens durch 'die Hindernisse
bedingt , welche sich ih rem- Laufe «ntgegensezzen.
Auf deii Fluß der Lavaströme und seine größere oder geringere Schnelligkeit
wirken drei Ursachen ein. Die Fluidität des Ganzen, das Abhängige
des Bodens, über welchen «[ich die Ströme ergießen und der Stöfs , den’ sie
durch die ihnen nachfolgende Masse erhalten.
Bei manchen Strömen sezt ihre Natur, selbst bei’ dem mehr
' oder weniger Geneigten der Abhänge, über weiche sie fließen, der
Geschwindigkeit des Laufs Hindernisse entgegen.
;. . P " grofse LavastrOm, (welcher 1798 atu dem P i k auf T e n e r
i f f a flöfs, brauchte, ungeachtet de» «teilen Abhanges, über welchen
e r 1 sich .ergojs , dennoch mehrere Tage, um einen Raum von ' drei
Englischen Me.len Zuriiokzulegen.
Man w ill durch Erfahrung gefunden haben, d aß , nach einer
Mittelzahl, die stärkste Geschwindigkeit eines Lavastromes kaum
einen 'Fuß in einer Sekunde beträg t.
Die drei Ströme , w elch e bei der ErJptio des A e t n a (11. März
J' 1 6 6 9 ) aus den Hügeln M o n tp e i e r i , Ma p a s s o und F o s s e r a
sicli ergossen u n d , in einiger Entfernung zu' einem . mächtigen Strome
zusammentraten , rückten , w ährend der ers en 24 Stunden drei Ilalienische
-Meilen v or. 'Nach und nach ha tm die Geschwindigkeit
a b , so. d aß ', gegen den ö.i April h in , der Strc m nur um 1 8 0 , 160 bis
420 F u ß täglich voranschritte, nach welche Zeit eine noch bedeutendere
Abnahme der Geschwindigkeit bemerk t wurde.
z u n e hm e n d en E n tf e rn u n g v om O r te des Ausflu sse s w i r d di*
strömende Lava weniger flüssig, sie kondensirt sich durch die sie umgebende
kühlere Atmosphäre und vermag so dem Impulse der auf sie durch den Druck
einwirkenden folgenden' Massen einen kräftigem Widerstand zu leisten.
Man sieht die Lavfenströme, je nach der Verschiedenheit des Bodens,
bis zu einer Tiefe van 3 — 4 Fufs eindringeh. Sie wirken zerstörend auf
Alles, was sie herühren und selbst die nahen Umgebungen leiden unter ihrem
Einflüsse.
Bei dem eben erwähnten Ausbruche des A e t n a w u r d e n , bis
auf eine gewisse Entfernung voin Lavastrome, alle Bäume entwu r z
elt und verbrannt-, die Gebäude stürzten ein u . s. w .
Die Flüsse und Bäche , denen ein Strom glühender Lava be°r<met, vertrocknen
, ihr Wasser tritt, zu den Quellen zurück, nachdem'es, durch die
Hizze des unterirdischen Feuers bis zum Siedgrade getrieben worden.
Sehr häufig sieht man auf der Oberfläche solcher Lavenströme die Auswürflinge
der Feuerberge von vorzüglicher spezifischer Leichtigkeit > poröse
Schlacken, Bimssteine u. s. w. in großer Menge schwimmen.
^ D ie ses ist zumal bei der Eruption des A e tn a , der Fall g ewe sen ,
w o jene Substanzen in einer unermeßlichen Zahl theils die umliegenden
Felder bedeckten, ’ theils v on dem Meere, nacli dessen Küsten
der Strom seinen Lauf richtete, aufgenommen wurden und sich zu
einem Damme zusaminenthiirmten, der nach und hach z u einem
neuen Ufer heranwuchs..
Auch das äußere Ansehen längst erkälteter Ströme von Laven muß beachtet
werden. In den Formen desselben liegen die Denkmäler de* Stärkegrades
der Katastrophen. , ■
, '• So ist das Ansehn des Lavastromes vom A r s o auf I s c h - ia von
einer W ild h e it, von einem furchtbaren Wüsten, die Alles iibertref-
fen. Blöcke v on 20 — 50 Fufs Höhe stehen überall 'schwarz un dV'
. drohend aus der rauben Fläche-hervor..
. Mit dieser Physiognomik, der Lavenströme kontrastii-en auf das
. Seltsamste die Lagen pseudo, - vulkanischer Erzeugnisse. Hier gewahrt
man mehr Regelmäßiges. Die einzelnen Schichten fallen unter
einer geringen Neigung sanft ab; sie scheinen ohne eine Art von
Bewegung . oder. Unordnung ganz ruhig aufeinander gefolgt zu seyn.
Ihre Höhe ist nur gering und das Zusammenhängende der Masse
läßt wenig Kompaktes 1 bemerken y die Theile Sind mehr lose und
yon einander'gesondert,.-
Am K a m m e r b . e r g e bei E g e r kann man auf 50 F u f s , •
Welche das Ganze beträgt, ohne genau auf Schattirung zu sehen,,
bequem v ierzig Lagen zählen. Sie sind an Farbe verschieden, unten
schwarz und braunlichroth, nach der Oberfläche z u mehr
gelblichgrau.
Di* Mächtigkeit der aus den Strömen sich bildenden Lavenlager ist
sehr verschieden und beträgt oft 24 —: 30 Fufs.
Es mufs die Höhe und die Dicke des Stromes nothwendig beträchtlich
seyn, um den zum Fließen nöthigen Grad der Hizze zu
behalten.4
In den erkalteten Lavamassen des H e k l a sieht man so geräumige '
' H öh len, dafs ganze 'Schäafheerden darin Schuz und Obdach finden.
Die S n r t h e 11 i f - H ö lile , die größte unter den I s l ä n d i s c h e n
mißt 34 bis 86 F u ß Höhe, 50 — 54 F u ß Breite und über '5034 Fufs
| Länge-
Schichten und Ströme dei Lava müssen nach ihren Alters - Verhältnissen
goreihet werden. Die Schichten nach der Folge ihres Anfeinanderliegens, die
Ströme nach der Zeit ihres Erscheinens, oder, wo diese sich nicht ausmit-
teln läfst, nach ihrer geographischen Ordnung , wo no diwendig die Erzeugnisse
eines jeden Vulkans eine besondere Aufzählung fordern.