
I. A e u f s e r .e K e n n z e i c h e n . fc. D i e F a r b e n .
bezeichnendes Merkmal unter den Farben abgeben, stets einen Tlieil
jener Reihe einnehmen.
E i/ weißliches Grün ist •/. B. die Hauptfarbe des edlen B e ry lls,
a b e /e s geh t,'v om Lasurblauen ans und durch das Grüne, bis ins
Hbnig- und Wachsgelbe über. Das Gelbe, und zwar namentlich
aas Weingelbe, ist die wesentliche Farbe des Topases aber die
Farbensuite dieses Minerals theilt sich in zwei Brauchen, deren
eine aus dem Gelben ins Blaue übergeht, während die andere ins
Grüne zieht.
Wir haben bei den Miner alkörper n zu betrachten:
,. i ) D i e F a r b e d e r ä u f s e r n O b e r f l ä c h e u n d z w a r
a) die eiganthümliche Farbe derselben und
b) die der angelaufenen Oberfläche;
2) d i e 'F a r b e d e r B r u c h - , A b s o n d e r u n g s - ,u n d T e x t u r -
f l ä c l i e n oder die in n e r e F a r b e ;
3 ) d ie F a r b e d e r M a s s e d. h. diejenige, welche die durchsichtigen
Körper beim Hindurebseben zeigen , und
4 ) d i e F a r b e d e s S t r i c h e s , oder des Pulvers, welches die Mineralien
geben, wenn sie mit einem harten Körper gerizt werden;
insofern dieses Pulver, was häufig der Fall ist, nicht mit dem un-
gerizten Fossile eine gleiche Farbe hat.
Ferner haben wir die Verwandtschaft des Lichtes ‘ zu den Mineralien zu
berücksichtigen. Manche, so namentlich die schwarzen, saugen das Licht
gänzlich ein. Andere werfen es ganz unzerlegt zurück, wie z. B. alle
weifsen Mineralien. Noch andere gestatten ihm einen Durchgang
und erscheinen sodann farbenlos oder richtiger wasserhell. Man hat
auch diese, durch keine eigentliche Farbe bezeichnten Fossilien, z. B.
den ganz reinen durchsichtigen Bergkrystall, weifs genannt, dieses scheint
nicht passend und die, von Hxiir vorgeschlagene, Benennung wasserhell, oder
klar, bei weitem zweckmäfsiger.
Bei manchen Fossilien wird das Licht auf der Oberfläche derselben
zerlegt und es findet eine Zuriickwerfung desselben statt, womit ein Verlust •
eines oder mehrerer seiner Bestandtheile verbunden ist. Alles dieses wird
demnächst ausführlicher erklärt und durch anzuführende Beispiele versinnlicht
werden.
Bei der weitern Bestimmung der Farben > sind ferner folgende Verhältnisse
zu beachtpn:
A . d i e A r t e n d e r F a r b e n ,
B. d i e H ö h e d e r s e l b e n ,
C. d i e F a r b e n z e i c h n u n g ,
D . d a s F a r b e n s p i e l
E . d i e F a r b e n w a n d i u n g ,
F .' d a s I r i s i r e n ,
G. d a s A n i a u f e ft , und
H. d i e g i i n z l i c h e V e r ä n d e r u n g
F a r b e i i .
d e r F a r b e
A . D i e A r t e n
Im gemeinen Leben nimmt man , ohne an die einfachen Farben sich zu
binden; welche die Brechung der Lichtstrahlen im Prisma zeigt, acht Hauptfarben
an:
w e if s ,. i
grau ,
■ .schw a r z ,
b la u ,
gri'“ ,
g e lb ,
r o t h ,
braun.
Obgleich das Weifse und das Schwarze nur uneigentlich zu den
Farben gerechnet werden können, da ersteres durch einen Über-
fliifs, 'lezteres durch einen Mangel an Licht entstehet, mithin beide
!' bilden, zwische
| Farben, aus Mischuugei
, welchen die grünen, grauen und bis
der übrigen bestehend, einzureihen sind.
Indessen finden wir diese Hanptfarben selten in ihrer völligen Reinheit.
Sie erscheinen"’ in der Regel, durch die Verschiedenheit des Grades ihrer
Mischung, auf die marinnhfaltigste Weise nuanzixt, so dafs Übergänge der
einen Farbe in die andere statt haben, wodurch die Arten der Hauptfarben
entstehen., Die ausgezeichneteste dieser Arten macht man, wenn sie ■ blos
durch eine Erhöhung der Hauptfarbe bewirkt worden, dadurch kenntlich, dafs die
Gattungsfalbe >( welche die Hauptfarbe abgeändert hat, dieser mit der Endigung
l i e h beziehungsweise, vorgesezt w ird , oder man wählt für sie , aus
dem gemeinen Leben entlehnte Benennungen und bindet sieh am sichersten,
da wo es möglich is t, an solche Körper, welche in der Natur unverändert
gefunden werden.
So entsteht aus der Mischung von der reinsten schwarzen Farbe
mit etwas Blau und einer geringen Spur von Roth, eine Art der
schwarzen Farbe, welche man blaulichschwarz nennt. Mischt man
der]
hingegen mit Berlinerblau viel Schwarz und etwas weniges Roth,
so wird daraus schwärzlichblau.' Jene findet ihre Stelle unter det
■scliwarzen, diese unter den blauen Farben und beide gehei
nachdem in dev Mischung das Quantitative des Blauen oder d«
Schwarzen gegen einander vorwaltet, in einander über.
Die angeführten Beispiele sind zugleich erklärend für die NoJ
menklatur der Farbenai;ten. Man sezt sie aus dem Namen der vot-l
waltenden Hauptfarbe und aus einem Beiworte zusammen, welche!
die Art bezeichnet. Jener, welcher für die Stelle •entscheidend is il
folgt stets ‘ zulezt. Das Beiwort wird von der zweiten FärbeJ
welche die Mischung enthält (blaulichschwarz'), oder von eineniB
Körper, welcher die zu bezeichnende Nuänze am treffendsten dar-|j|
stellt (himmelblau) , entlehnt.
1 Farben finden sodann ihre Stellen unten
der Mischung' vorwaltend erscheint. Unt«H
Uejenige als Charakterfarbe auf, welche dit|
t den als' Hauptarten festgesezten Abänderungen vornehmen, mit welchen
am meisten Übereinkommen und sodann angeben, welchen anderen Arten
am nächsten stehen. Zur Bestimmung des Grades der Annäherung , hat
t folgende Kunstausdrücke eingeführt:
a) Die Farbe .geht über, wenn die eine Farbe sich der anderen,
durch Beimischung derselben, so sehr nähert, dafs«
; ihr fast ähnd
lieh wird.
So gellt beim Steinheimcr Halbopal da* Hon
der re inen Thon er de nähert sich
i. Das Gc Iblichbr aune de* ockrigen
lähcrc sich dem O ck e r g e lb en .
oder zieht sich, oder verlauft sich.
rung, wenn man unschlüssig wird,
) Die Färbe fä l l t ein v
Der geringste Grad der Annäherung
wohin man «ine solche zweidcutii
neu soll.
Beim Diop.sid füllt das Gi
Farben-Verschiedenheit, rcch-
. Ku
bla
• über. Aus dem
: findet ein Uebergang i dem B e r g j r i
fällt mehr oder
ch w e i fs
Das S i ! z k o b a l t
s H ö t h 1 i c h c
Die verschiedenen Arten di
•jenfgen Hauptfarbe, welch«
diesen Arten tritt nun wieder di
Hauptfarbe am reinsten darstellt, folglich von allen, der lezten zugehöi
Arten, die geringste Spur fremder Beimischungen enthält, wenn sie
gleichsam als einfacher Stoff sich betrachten läfst.
als Zusammensezzuugen aus der Charakterfarbe
verschiedenen quantitativen Verhältnisse-
Alle übrigen gelten danti
lit deu ändern : in eine«
Diese Charakcerfarbe.n sind :
s c h n e ew e iß ,
a sch grau ,
sam m e tschw a r z ,
1 h e r lin erb laU,
schmaragdgrün ,
z itronenge lb ,
liarmin roth ,
kastanienbraun.
Die Charakterfarbe findet "ihre Stelle in der Mitte der Reihe der,
einer Hauptfarbe gehörigen Arten (nur die weifse macht von dieser RegJ
eine Ausnahme, hier steht das Schneeweifse an der Spizze). Zu beide
Seiten folgen diejenigen Arten, welche dpx Charakterfarbe am nächsten v<
wandt sind, so dafs jede derselben an die vorhergehende und folgen
sich anreiht.
Die Reihe der grünen Farben-Arten z. B. zerfällt in eine bla
und in eine gelbe Hälfte, in deren Mitte das Schmaragdgrüne i
■ die Charakterfarbe steht. Zur blauen Hälfte, gehören spangrü
seladongriln, berggrün und lauchgrüh. Die gelbe Hälfte mache
apfelgrün, grasgrün, pistaziengrün, sp a r g e lg rü n o liv en g ,
ö l grün und zeisiggrün aus.' Manche dieser Arten, olivengt
lauchgrün und selaäongrün, haben etwas Grau in der Mischuii;
Andere enthalten Weifs, wie z. B. das Spargel- und Apfelgrü
noch andere Braun z. B. das Olivengrüne. Die Reihe der- grün«
Farben bildet sich; den aufgestellten Grundsätzen gemäß, auf h
geude Weise :
, spangrün,
'v . se lad on g rü n ,
b e r g g rü n ,
lau ch g rü n ,
s chm a ra g d g rü n , s
a p fe lg rü n ,
grasgrün ,
p istazien grü n ,
sp a rg e lg rü n ,
sch wär zlicbgrün ,
o livengrün ,
Ölgrün ,
ze isiggrüu .
Es giebt allgemeine Farbenreihen, an welchen mehrere Gattungen Tk<
nehmen, und wiederum Gattungs - Reihen in den Farben, welche gewk
einzelne Glieder gemein haben, .als Ganze aber von einander abweiche«
Verschiedene einzelne Farben - Abänderungen kommen in mehreren Gattung«
vor; allein in- jeder derselben befinden sie sich in einer • ändern Verbind«1
und man unterscheidet die gleichfarbigen Fossilien leicht, wenn man
noch ein Kennzeichen zu Hülfe nimmt.
- Die Hanptfarben' gehen mit ihren verschiedenen Arten auf vielfad
Weise in einander über. So bilden sich mehrere kleinere un.d größere Si
teil, welche theils gerade fortlaufen, tlieils im Kreise sich drehen, je .iw«
dem zwischen den einzelnen Gliedern fortwährend eine progressive geg«
seitige Entfernung , oder eine Annäherung derselben statt findet und so »
beiden äußersten Glieder der Reihe wieder an einander anschlicfsen. Es :
nicht wohl möglich, in einem Farben-Systeme alle jene Übergänge, zu«
die. im Kreise sich drehenden, genau anzudeuten, da ein solches System W
zur Aufstellung einer einfachen Reihenfolge sich eignet.
Um die verschiedenen Übergänge einer Farbenart in die andere, und *
Stufenweise dieser Annäherungen zu bezeichnen, muß man eine Vergleicht
b) Sie hält das M itt e l, wenn die zu bestimmende Abänderung eine
Nuanze darstellt, in deren Mischung zwei Farben einander das
Gleichgewicht halten, so .dafs sie gleichsam in der Mitte zwischen
beiden steht.
Der S id er i t hält das Mittel zwischen b e r lin e r - und ind ig-
b la u . Die Farbe des d un klen R o th -G iilt ig e r z .e s hält
• 'meist das Mittel zwischen k o s c l i e n i l l r o t h . und d u n k e l- 1
c) Sie
Art \
(b l e i grau-
ähert sich, wem
L einer ändern stat
eine ‘bedeutendere Annäherung
hat.
der
Einen besondern Einfluß auf die Farbe i der Mineralkörper hat ferner
der Metallglanz. Durch ihn gewinnen alle Farben, denen er eigen ist ein
besonderes Ansehen, welches mit demselben so innig verbunden sich zti"t
dafs man diese, ohne jenen, sich nicht zu denken vermag. Aus diesem
Grunde hat man alle Farben der Art, nach Werner. , metallische Farben
genannt. Sie gelten als eigene Arten, selh'st wenn sie init ändern in ihrer
Mischung durchaus identisch sind, so z. B, das Silbcnoeifse, welches mit
dem Gelblichweifsen, was die Mischung betrifft, ganz übereinstimmt und
nur durch den Metailglanz davon verschieden ist.
Nähere Betrachtung der H a u p tfa rb en , ihrer A r te n und Verhältnisse.
Hftuptfarben. Näh er e Angabe.
'ergleicii«
Ï. Weifs.
D i e 1
h t e s t «
I-Iaupi
u n t e r de:
fä r b e n , ;
d ab e r a u ch
Be
eh r n g
b e s o l e i c h t b e-
m e r k b a r .M i t A u s n
a h m e d e s S i l -
b e r w e i f s e n u n d
d e s Z in n w e i f s e n
t b e i d e n er-
n u n d s a l z i
' S u b s t a n z e :
d j e n e w ü r d e n
d ig e
o h n e d i e liä u f i-
n B .e im i's c liuai-
n v o n K o h 1 e
d M e t a l l o x y -
n , s i e n o c li bei
w e i t em m e h r u n d
R e in h e i t z e ig «
Arten d e r e in z e ln
en d a zu gehörigen
Farben.
1 . Schneeweifs.
2 . R ö thlichweifs.
3. Gelblich we ifs.
4. Silb erweifs.
5 . Graulichweifs.
6. Grüalichweifs.
7 . M ilchw e ifs.
8. Zinnweifs.
We ite r e Bestimmung. Beispie le .
Das hellste blendendste
W e if s , die Gliarakcerfarbe
der Gattung." Nur eine kai
merkliche Beimischung v
blau, findet zuweilen statt.
Schneeweifs mit etwas ICai
'.nroth und einer unbedeu
tenden Spur von grau.
Mischung aus schnee
mit sehr wenigem Zitn
g elb, etwas Aschgrau
einer kaum merklichen
von braun.
Gelblichweifs
glanz•
Aus schneeweifs mit etwas
schgrau. I
Schneeweifs mit etwas Schma-
agdgrün und wenigem Asch•
.Schneeweifs i
linerblau und
Aschgrau.
lit etwas Ber
¡efir wenigen
Vie das Milchweifse, :
mit Metallglanz.
Ins Fleischroth«
und durch dieses in:
Rosenrothc,
Von der einen
Seite ins Gelblichgraue
, von der
dem ins Strohgelbe.
Ins Apfel- und ins
Berggrüne.
Zuweilen in
Schmalteblaue.
Ins Bleigvaue.
NeusoliD ; k ¡1
" A V i l Ä
I cli th y o p h t h alir
then)'; S t a n g <j
Ze0o’l i t ‘h “(VFas'
• auf Island)
Itere in Karn
c i n -( Alten
der Obe
(Santa F.
dissero)
mmêm i Irai Co -
und Dei
Kreide (Mecklenburg) ;
(; FSrapsakathti u-nEdi B s oetnh wstc il i'm
i Salzburgischen); W«
z (Müssen).
Sch_n eedebieergge, nW -Sitirlibcheern (Furnedi beJroga
•cliimstbal, meist nur auf dem frischer
(LandsbCrg bei Moschel) : G eil i e
g e n - W i s m u t h (Biebe- Tr-
fnraiusc heunn dB rJuocahceJ)i n; nGst lh ia ml, : nif __ dei
v_.
Gotthard und Hraaisko in Mähren)
~ -i a um er de (Gera).
(Dilleirbiirgf Harz u
ti t (St.; Gotthard).
Schulenburg
ein .(Meck-' MiÄp"
...Canh ta ( bBarassiilcie n)( O; Cbehrsrtyemso);b eDryisl
(Brasilien) ; S p o d u m e n (ütö)
: p o.l i t ii (Arendal); Wa
l i t (Barnstaple); --------:
ehn : (Boui)r.;g b dl'’äO cr
■■ aerlo nOgp a(Fle r(rPüee.
; Halbo
Inseln);
’ rlieim)!
„ i . ( Gurhof ) ; ___ (Kaschau); Topas (Ebrei
rsdorf) ; B o t r y o i 11 li (Arei
Allgeme ine
Bemerkungen.
Die Farbe des
reinen frisch gefallenen
Schnees;
Findet sich t
;emein häufig.
G c d i ,
(Idria und Ï.
cks
rg bei Moschel);
_ r jk o b a lt (Bie-
Wm Mechelsdorf, Schneeberg.,
Witticben) ; G e d i e g e n - S p i e s-
(Glialanclier Gebirge).
Die Farbe ist
,deA- der abgerahmten
Milch am ähnlichsten.