
Von Linsen - Gröfse bis zu 1 Zoll Länge und 2 f Zoll .Breite,
Bisweilen auch .größer»
Am häufigsten unvollständig. .
Oft mit natürlicher Schaale. Mehr im 'Gesteine als einzeln,
zuweilen in Begleitung von Ammoniten , Chamiten , Turbiniten.
Häufig. In der Grauwacke. Im Kohlen- Sandsteine. Suhl»
Rothenburg. Im Höhlen - Kalksteine. Glücksbrunn, Liebenstein. )
Im Mnschelkalke.' Tonna. Hildesheini. Sachsenburg. Mainz. Bergen
bei Hanau. — Piacenza. Piemont (Andona - Thal).
3. T e l l i n i t e n . Mit einem zugespizten Schlösse .gegen das Ende
der einen breiten Seite. Die Telliniten sind indefs nicht so kurz
- als die -Muskuliten und Mytuliten, aber auch nicht so laug als
die Ghnmiten. D,abei sind sie dünuschaalig, etwas flaoh und nie
so kolivex und dickscliaalig wie die Chamiten.
Glatt. Gestreift. ,
Meist nur zur Hälfte vorkdmmend.
Ziemlich häufig. Tm Sandsteine. St. Gallen. Mecklenburg.
Im, Muschelkalke.-' Sachsenburg. Weinheim bei Alzei. In d e r
Kreide. Mecklenburg. In dem neuesten Gypse und Flözkalke.
.. Grignon. Parnes. —- Andona-Thal.
' Sie machen den Uebergang -von den Chamiten zu den Musku«
liten.
111.. Einschaalige Konchylien.
d) Einschaalige Konchylien m it W in d u n g en . ( Versteinerte
Schnecken, Koclilitcn.)
a. Regelmäßig gewundene. - . , «
Hechts gewunden, mit wenigen Ausnahmen.
aa. Um den Mittelpunkt .geioinidene. .
a . Mit einfacher hohler Röhre. (Ohn e K a n k am e ra tio n .)
1. U m b i l i z i t e n . (Nabelschheckeri, Tellerschnecken, un-
ächte Ammoniten, Planorbiten.) Mit allmählig abneh«
mender Schaale. •
Auf beideu Seifen vertieft im Mittelpunkte
, und mit sichtbaren .Windungen. Etwas konvex
auf der einen Seite. . Alle Windungen nur auf
der einen Seite sichtbar, auf der ändern nicht
oder nur unvollständig. Glatt (meist). Mit
Knötchen (selten). Mit rundem Rucken. Mit
scharfem Rücken.,
flicht häufig. In neueren Flözschichten, bituminösen
Erdlagern. Gingen. Thangelstädt. Busweiler.
Schweiz. Paris. Grignon. Turin. Lacher See bei
Andernach (in der Erdschlacke).
ß . Mit vielkamraexiger Röhre. (Poly t halamien.)
1. A r nm o a it e n . ( Animo nshörner.) Die Windungen
nöhmen bald a llm ä h lig b a ld merklich an Stärke ab
und liegen alle in einer. Ebene, so dafs sie sich auf
beiden Seiten bis zur Spizze zeigen. Durch die ge-
Behlängciten, weitern oder engern Zellen (Kammern)
erstreckt sich am Rücken eine b?ld sichtbare, bald verborgene
Röhre {Nervenröhre, Verbindungsröhre, S i -
p 1 io ), Da, Wo die Kammern endigen, ist ein freier
hohler , außen gewöhnlich' glatter, aber an den meisten
Exemplaren abgebrochener Theil; Die Mündung
ist rund oder, länglich rund. Bis 'zu zwölf und mehr
Windungen.
Glatt. Mit Näthen, diese gerade, halbmondförmig.,.
wellenförmig oder blätterig. Gefurcht,
die Furchen gerade, gebogen, gespalten, tief,
fläch, dicht oder weit^ über den Rücken weg
laufend oder sich da vereinigend. Gestreift,
die Streifen einfach oder zwei - , drei - , vier -
und mehrfach’, gespalten, "rund , schaff, gerade,
gebogen, zart öder stark. Gerizt. Knotig.
-Der Rücken rund, scharf, gewölbt, flach, breit,
schmal, glatt, gezähnt, gerippt, zackig , gefurcht.
Der Sipho glatt, -gekerbt, knotig , gewunden
, paternosterförmig, gedoppelt ('höchst
selten). ‘ Mjt vielen, mit wenigen Windungen.
-Mit beweglichen" Gliedern, so dafs man d
• Ammomt auseinander legeü kann (höchst seltoi
Meist: Sieinkerne odor imu- zum Theile mit der Schaa
Eine Gattung von großem -Umfange, von 200 J
inehr Arten.
.Von 'Sehr verschiedener Gröfse, von 6 Fufj \
•Durchmesser-bis-zu einer Linie und noch kleiner; T
wenigen Granen bis1 zu mehreren Zentnern schwer.
^ Oft metailisirt. . *
Sehr häufig. Iii der Grauwacke. Harz. Nasd
' Im Uebergangs - Thohschiefer. Harz, Schweiz. \
■Grauwaekenschitfer. Harz• Im Uebergangs - Kalksijji
■“• Das Bayreuihisohe. Schweiz. -Im Alpen - Kalkstein
'■Schweiz (Gupperiberg). Lago Maggiore. Im Ji
Kalksteine. Basel. Lägerberg. Neufcliatel. -Im ä|;
-schelkalke. Thüringen. ■ Koburg•' Hildesheins, l/rf
ie rg . In der Kreide. Champagne. Rouen.
.. Manche. Arten sind nur einer Formation yorzügli
eigenthümlich. So sind-die Ammoniten des Musd
kalks im Allgemeinen spezifisch voii denen descAlJ
Kalksteins verschieden.
Das Origioal der Ammoniten ist his jezt noch ui
mit Bestimmtheit entdeckt.' • .
C u v iü r hält die Belemniten , sowie einen Theil
Orthozeratiten, Lituiten , Näutiliten, Lentikuliten i
.den gröfsten Theil der Amm.oniteu für Knochen ■
Mollusken, welche sich im Innern derselben j
Schuzze edler Eingeweide, wie ddr Lungen , -befani
gleich dem os Sepiae in der Sepia officinalis.
L a m a r c k aber sagtj die Ammoniten, Lentikuli1
Orthozeratiten , Belemniten sind keine Knochen,
die, Schulpe des Dintcnfisches, sondern Koncliyli
«her solche, welche am hintern Theile von Molliu
•(Sepien) so eingewachsen waren, dafs , sie der Kö
des Thieres gleichsam einfafste, zugleich aber vom 1
«per selbst etwas » in die lezte Kammer und in
-Sipho eindrang. Ein Theil der Muschel, War bei c
gen, wie bei den Näutiliten, unbedeckt, bei am
weniger h e i , bei ändern, wie bei den Phaziten,
-Körper ganz eingeschlossen. -— L am a r c k . gründet ii
'sdhi-wahrscheinliche Behauptung auf 'die Beobacht
'über den no.cll in der gegenwärtigen Schöpfung v
Jiändenen Nautilus Spirula L. P e r o n brachte die
Thier mit seiner Muschel von seiner Reise nach Ni
Holland zurück. Auch 'hier trägt, das Thier —
•Sepien - Art — die vielkammerig« Muschel in 'der
•iern Seite seines. Körpers; sie ist hier eingew<
•und zunv Theile unbedeckt. Wie dieser Nautilus
rulu -als "Original vieler Näutiliten anzusehen is
■lebten ähnliche Originale von- Ammoniten ü. s.
der Vorwelt. Wie kolossal mufsten aber ihre M
■ken gewesen seyn , den wir noch als Reste
-ungeheuer großen Ammoniten finden ? ■—■ ».
Die Ammonitep. gehen- zuweilen in ihrer Form
•die -Näutiliten über.,
Aufser den Ammoniten haben noch die Limiten , Kt
liten, Belemniten und 'Orthozeratiten eine Nerven-
Verbindungsröhre (Sipho).
2 . L i t u i t e n . Gleich den Ammoniten gekrümmt,
schliefst die äufserste Windung nicht' an die ändern
sondern endigt sich in eine lange Linie in. gcr
Richtung. Die Windungen stehen bei den meisten
•tuiten etwas von einander ab. Es sind der Wind*
..gen gemeiniglich zwei, selten drei. Die Eiplspizt®
gerundet. An dem äußersten Ende des geraden Tlj
keine Kammern and je mehr die Kammern nach 1
gekrümmten zu sich erstrecken , desto enger :
-sie. Die Scheidewände,' welche’ die Kammern
den, sind nach; dem geraden Theile zu konkav, r
'dem gekrümmten konvex. Durch die Kammern 1
, sich mitten oder an der Seite eine Röhre (Sipho)•
»Zylindrisch. 'Konisch. Die Windungen ’
v abstehend oder anschließend. Mit gczäly11
Rande auf der einen Seite.
Bis zu 8> Zoll und mehr Länge.
Die Schaale bis jezt immer verlest,
. -Zuweilen metailisirt.
F. W ü r m e r . — AA. K o n c h y l i o l i t h
Aeufserst selten. Im Uebergangs - Kalksteine. Schweden
(Gothland, Oeland). Namur. Mecklenburg (Star-
gard, Neustrelitz).
Die Lituiten gehen in die Orthozeratiten (in deren
Gesellschaft sie sich auch finden) tiber. Sie unterscheiden
sich nur durch die Windungen voji ihnen.
3. N ä u t i l i t e n . Die äußerste Windung ist gegen die
übrigen Windungen so weit und groß, dafs meist diese
davon bedeckt sind und von ihnen außen nichts, seltener
sehr wenig und nicht im Mittelpunkte, sondern
mehrentlieils in der Nähe der -Oeffnung zu bemerken
ist. Die erste Windung hat keine Kammern. Diese
sind konzentrisch halbmondförmig, wenn der NautilitJ
die Schaale hat, außen nicht sichtbar , zuweilen, wie
bei den Ammoniten, geschlängelt. Durch die Mitte
der Kammern zieht eine gleiche und ebene öder knotige
Röhre (Sipho). Die Mündung halbmondförmig
oder fast oval ausgeschnitten.
Glatt. Gestreift. Mit Einschnitten. Der
Rücken rund, gewölbt, breit, gefurcht ( in die
Länge, in die Quere), knotig.
Von der Größe einer Erbse bis 11 Fufs im Durchmesser
und bis zu 100 Pfund schwer.
Zuweilen mit iiatürlicher Schaale, meist aber Steinkern.
Manchmal verkiest.
Nicht so häufig als die Ammoniten. Im Uebergangs«
Kalksteine. Das Bayreuthische. Namur. Im Jura -
Kalksteine. Altdorf. Basel. Neufcliatel. Im Muschelkalke.
Heiniberg. Weimar. In der Kreide. Mastricht
(Petersberg). Siena.
Amn^nitenähnliche Näutiliten sind solche, bei denen _
außen mehrere, bei manchen alle Gewinde sichtbar
sind. Die erste Windung ist überdies nicht so grofs
und bauchig als bei den wahren Näutiliten.
4 . P h a z i t e n . (L inien-, P f e n n i g Z i r k e l - , Kümmel
Frucht -,Steine , Heliziten , Lentikuliten , Nummularien,
Nummuliten, Diskolithen.) Alle Windungen versteckt,
so dafs eine bikonvexe oder Linsen-Form da ist.
Der von'aufsen nicht sichtbaren, auf beiden Seiten mit
' einer Schaale bedeckten, eng zusammenschließenden, an
Stärke ganz unmerklich abnehmenden, Windungen sind
. mehr (von 8 bis 20) als bei den. Ammoniten. Die
Scheidewände “"sind gerade oder halbmondförmig, die
Kammern eng und es sind ihrer sehr viele.
Die Schaale glatt, rauh, punktirt, gestreift
i . oder knotig. Die Windungen konzentrisch oder
spiralförmig. Bei jenen liegen die Kammern
in konzentrischen Kreisen, bei diesen sind sie
in einer, um den Mittelpunkt sich ziehenden,
Windung, in einer Spirale vertheilt.
' Von der Größe eines Hirsenkorns bis zu 2. Zoll im
Durchmesser. Die kleinen Phaziten sind gewöhnlich
▼erhältnifsmäfsig dicker als die größeren.
Ziemlich häufig. — Im Uebergang? - Kalksteine. Nd-
mur. Boulogne. Im 'Alpen - Kalksteine. Siebenbürgen.,
Im Jura- Kalksteine. Basel. Baustein der Pyramiden
zu Dfijce. Im Muschelkalke. Quedlinburg. Arensburg.
Pisa. In der Kreide Mastricht. Im jüngsten Gypse
und Flözkalke. Paris. Soissons. Laon u. s. w.
Wo die Phaziten Vorkommen zuweilen in ganz ungeheurer,
auffallender Menge, in höchst mächtigen Lagert,
wie auf dem 'Mont perdu, in Nieder - Aegypten.
Nach- Covier sind die konzentrischen Nummularien
innere Knochen, von Medusen, die spiralförmigen '
aber -von Sepien.
Die-Phaziten sind unter ihrer Schaale oft scheinbar
konzentrisch, bei genauerer Prüfung aber doch
spiralförmig gewunden.
bl. Nicht um den Mittelpunkt, sondern in die Höhe
gewundene.
Die erste äufserste Windung .
it, rund und röhrenförmig.
f f f Mit a llm ä h lig ab
lu n g e r te Spi:
gen. Die äu.
ü br ig en n'icl
sch ied en .
> die Mündung der Schnecke
ch en d ig en d en W in d u n -
i W in d u n g is t von den
L T u r b i n i t e n . (.Schrauben-Schnecken.") Einem
länglichen Kegel ähnlich, da der Durchmesser
des Bodens oft kaum | so grofs ist
als die Höhe der Schnecke. Die Schaale
~ meist rundlich gewölbt in allen Windungen.
Mit kleiner runder oder auch, ovaler Oeffnun»
und breitem, fast flachem, Boden. Die Zahl
der, um eine Axe liegenden, Windungen steigt
von 5 bis zu 25.
Glatt. Gestreift — in die Quere,
in die Länge der Windungen , eng,
weit , wellenförmig. —- Gegittert. Gerippt.
Gekörnt. Knotig. Zackig.
Von A Linie und noch kleiner bis 10 Zoll
lang.
Meist als Steinkern. ,
Sehr häufig. Im Grauwackenschiefer. Ram-
melsberg. Im Übergang!-Kalksteine. Schweden.
Im Sandsteine. Wallersleben. Neuf-
cliatel. St; Gallen. Regenberg bei Blankenburg.
Im Muschelkalke. Heimberg. Mainz.
Wiesbaden. In der Kreide. Siena. Im
• neuesten Gypse und Flözkalke. Paris. Grignon.
— Piacenza. Piemont. Volterra.
Viele der Form nach richtig als Turbiniten
bestimmte Konchyliolithen sind Steinkerne von
Strombiten , Bukziniten , Muriziten und Tro-
ch¡liten. . :
2. S t r o m b i t e n . Ebenfalls von einem Durchmesser
des Bodens, der oft nur von der
Höhe ist, also, lang und schmal. D ie , den
Turbiniten ähnlich gerichteten, Windungen
$ sind gedrückt, platt und flach. Die untere
Windung lauft spiz (gerade oder geschweift,
gedrückt, gebogen) zu ,- wodurch ¿ie Öffnung
länglich wird. Bis zu 24 Windungen.
Manche Strombiten zeigen aufsen keine deutliche
Gewinde.
Glatt. Gestreift — in die Länge,
in die Quere, wellenförmig, mit
körnigen oder glatten Streifen. —
Gegittert. Gerippt. Eckig. Mit Erhöhungen.
Knotig. Stachlig. Links
gewunden.
Von 1 Linie bis 10 Zoll Länge.
Sehr häufig. Im Jura • Kalksteine, ’im Muschelkalke.
Jena. Heimberg. Mainz. VVein-,
heii/t bei Alzei. In der Kreid«. Mastricht.
Essex. Siena. Im neuesten Gypse und Flözkalke.
Grignon Im Thonmergel. W^allersieben.
In Kalk - Brekzien. Venezuela.
Courtagnon. Chaumönt. Beauchamp. Payne.
H Mainville. Avignon. Piemont. Verona.
Val d’Elsa in Toskana. ’ Pisa. Kalabrien.
Sizilien (Monte di Militello). St.
Gallen.
Die Turbiniten und Strombiten sind sich
sehr verwandt und werden deshalb oft unter
einer Gattung begriffen.
Da die Turbiniten gewölbte, die Strombiten
flache 5 in einander übergehende, Windungen
haben , so zeigen die ersteren deutliche
, die lezteren keine oder nur schwache
Vertiefungen zwischen den Windungen.