
32 Vorbereitender Theil der Orjktognosie. A. Kennzeichen der Mineralien.
L A è û f s e r e K e n n z e i c h e n .
A. D i e K r y s t a l l e . — H A 'i i iy ’ s M e t h o d '
; is c i ti g.e D o p p e l-P y r am id e : Quarr, umschlichet Hornstein, (über einem
KalKspaihkerne gebildet), splitteriger Hornstein, Feuerstein, späthiger Braunkalk;
die Seitenflächen der einen Huf die Seiteilkanten der ändern aufgesezt und die Ecken
der gemeinschaftlichen Grundfläche stark abgestumpft (über spüthigem Kalksteine),
dichter Malachit.
i r s e i t ig c D o p p e l-P y r am id e : splitteriger Hornstein, Quarz; 'die Endspizze
abgestumpft > dioliter Braun »• Eisenstein.
fa c h e s e c h s s e i t ig e P y ram id e : späthiger Braunkalk, Speckstein., muscli- •
lieber Hornstein, späthiger Kalkstein, gemeiner ' Eisenglanz.
h ss ei l ige D'opp, e 1 - P y r a m i d e : Galmei (über Kalkspath, dichter Both- Eisenstein
(ebenso), Speckstein, splitteriger Hornstein (bei,diesem zuweilen die Ecken
der gemeinschaftlichen Grundfläche abgestumpft) ; dieselbe Pyramide, die Seitenflächen
der einen auf die Seiten kamen der ändern aufgeselst (dichter gemeiner Eisenglanz),
r f e l: Kalzedon, splitteriger Hornstein , dichter Braun-.Eisenstein, Quarz (von spüthigem
Flusse) ; mit abgestumpften Ecken,.dichter Malachit.
o in b ii s : dichter Braun -Eisenstein , späthiger Braunkalk, Kalzedon , Speckstein
(von Brauhspath). ,
l itw in k i i c f y e v i e r s e i t i g e S ä u le : Kalzedon. k
c lio b cn e v i e r s e i t i g e S ä u le : Kalzedon (von Baryt).
l i s s e i t ig e S äule : vollkommen; Kalzedon , splitteriger Hornstein, musclilichcr
Hornstein (von Kalkspath), Verhärtetes Steinmark; mit dreiflächiger Zuspitzung:
muschliclier Hornstein (über Kalkspath), Feuerstein und Kalzedon (ebenso);'mit
sechsflächiger Zuspizziuig: Speckstein (von Quarz).
ih tw in k l i c l i c v i e r s e i t i g e T a f e l: etwas länglich Und die längeren End-
flächt k zugescliilrft, die Ecken aber abgestumpft, faseriger Braun -Eisenstein
(übei
ierz),.
c h ssi
splitteriger Hornstein , Quarz (von Baryt)".
A c h t s e i.t i g e T a,f,e 1: Quarz (iiber Baryt). .
D o d e k a e d e r : dichter Braun-'Eisenstein (aus einer natürlichen Entmischung des gc-
' meinen Schwefelkieses entstanden).
L in s e : dichter Braun - Eisenstein scliwefelsaüfer Strontian.
18.' 11 A Ü V ’ S k r y s t a 1 1 o t o in i a c h e u u d k r y s t a 1-
1 o m e t r i s c h e 31 e t h o d e .
I . T h e o r i e d e r k r y s t a l l i n i s c h a i S t r u k t u r,
Alle regelmäßig geformten Mineralkörper von blätterigem Gefüge und
mehrfachem Blätter-Durchgänge lassen 'sich, nach der Richtung jener Durchgänge,
mechanisch ¿erlegen. Die 'Richtungen, nach • welchen' sich Krystalle
spalten lassen, sind nicht bei allen regulären Körpern gleich. Man findet sie
thcils den Flächen derselben parallel laufend, theils schneiden sie diese. Im
ersteren Falle bestimmen entweder1 alle Flächen des Krystalles oder nur einige
derselben die Richtung der Spaltung'slinie. Bei der mechanischen Zerlegung
erhält man neue regelmäßige Körper, Kerne ( noyaiix) , welche', was ihre
Gestalt betrifft, der des getheiiten Krystalles entweder durchaus ähnlich sind,
oder sich mehr oder weniger verschieden geformt dars teilen. Die Gestalt' des
Kernes zeigt sich im ganzen Umfange einer Gattung konstant, wie sehr sie
auch unter anderen Gestalten verborgen se.yn möge.
Nimmt man ein regelmäßiges sechsseitiges Prisma des kohlensauren
Kalkes (Tafel II. 1 ig. 1.) und sucht es parallel mit dem Rande
des Umrisses der Basis zu theilen, so‘'findet man, daß drei ' dieser
Ränder, l . f , c, d. und b m jene Theilung gestalten, die anderen drei
hingegen, f d , b c und in 1, solche nicht zulassen. Am unteren
Ende des Prismas nehme maii nicht dieselben, mit den ubercu kor-
i'eäpon dir eh den Ränder J sondern die-'zwischen ihnen liegenden d/ iy ,
,.b/ .c/ , 1' m/ . Die sechs Abschnitte entblößen eben so viele Tra-
pez.cn, welche durch Politur und Glanz, zeigen, dafs sie in eine
der natürlichen- lugen fallen , die miteinander verbunden das Prisma
bilden. Jeder Versuch, den Krystall in einer anderen Richtung
theilen zu wollen, würde vergebens, seyn. .Sezt man die Theilung
auf die-angegebene Weise for t, so nehmen die Oberflächen • der Basis
stets ab , die Seiieuwände vermindern sich und Wenn zulczt die
Basis gaiiz Verschwindet, so ist das Prisma in einen Körper von
zwölf iiächen (nicht reguläres Dodekaeder) verwandelt. ( Fig. 2 .).
.Bei noch weiterer Zerlegung, bleibt die Basis dieselbe, aber aus
den Fünfecken an den Seiten werden Dreiecke ( Fig. 3 . ) , und',
wenn ‘ endlich 'auch diese, verschwunden sind und keine Spur des
Prismas mehr vorhanden ist, so erhält man den/Kern (F ig . 4 -)»
welcher ein stumpfes Rhombo'dder, d. h. ein. Parallelepipedon ist$ welches
gleiche Rhomben als Flächen hat, deren größter Winkel 101^*
32 '. l3 / / ist.
Um bei der Spaltung eines Krystalles Theile von regelmäßiger Gestalt
und glatter Oberfläche zu gewinnen , mufs man der Schärfe des
trennenden Instrumentes eine bestimmte Richtung gehen. Wird diese
verfehlt, so ist nicht nur der Widerstand bei weitem gröfser., sondern
man erhält auch Theile von unbestimmter Form und rauher Oberfläche.
Auf diesen Umstand der Kern - Verschiedenheit und seiner Analogien oder
Anomalien mit der von der Natur gegebenen Form des regelmäßigen Körpers,
welchen» er angaliBrt, ist die wesentliche Abtheilung der -Krystalle in Primitiv
und Sekundär-Gestalten begründet.
J L D i e P r i m i t i v - G e s t a l t en .
P r i m i t i v - Ge s t a l te n sind feste Körper von bestimmter Form, de-
ron Flächen der Richtung der Blättchen folgen, aus welchen sie gebildet sind ,
uud die folglich nach ihren, sämmtlichen Flächen sich parallel theilen las
In allen Krystallen von gleicher Gattung, sind unter sich ähnliche Primi
Gestalten enthalten, dahingegen Gattungen verschiedener Art sich stets dur
eine größere oder geringere Hetejogeneität derselben cliarakterisirer.. Die, J
ihren Blätter - Durchgängen bei der mechanischen Zerlegung gen» ach teil, ,Tt
hingen vermindern bloß-den Umfang, ohne die Form zu verändern.
Streng genommen gilt dies nur für den Fall, wenn die priniit
Form irgend eine Art von Parallelepiped "ist. Spaltet man z.
einen Bleiglanz- W ü rfe l nach, den ; Richtungen seiner Haiipt-Bi'.i«
Durchgänge, so laufen sämmtliclie Tlieiluugeii mit- deri-vKiystnll-f
chen parallel und der Würfel wird, durch furigeseztesAgleichn.äl
ges Lostrennen ,- nach allen Seiten kleiner im Umfange, behält a!
seine anfängliche Form stets bei Weicht d agegen die primitive Fo
von der eines Para] 1 ele.pipeds ab, wie beim Tetraeder, Oktaeder u
w . so führen die Durchgänge der Blätter, außer der verklebter
primitiven Gestalt, zugleich noch auf andere Formen.
Man hat sechs verschiedene Primitiv - Gestalten aufgefmiden, welche j
verschiedenen Fossilien, je nach der Differenz ihrer Dirnensions.-.Verhältni
und der Vcrbindungs - Winkel -der Flächen variiren: .
- 1. Das P a r a l l e l e p i p e d o n (der W iltfe l und die vierseitige Säule).
2. Das' O k t a e d e r (die vierseitige Doppel-Pyramide).'
3. Das T e t r a e d e r (die einfache dreiseitige Pyramide).- " .
4* Das s e c h s s e i t i g e r e g e l m ä f s i g e P r i s m a (die vollkommene set
seitige Säule) . '
5. Das D o d e k a e d e r m i t r h o m b o i d a l e n , g l , e i c h e n , und ähn
ch en F lä c h e n (Rhomboidal- Dodekaeder,. Granat -Dodekaeder) . '
6. Das B ip y r a m i d a l - D ö d e k a e d e r ( 1 'riangulär - Dodekaeder,
Dodekaeder mit dreieckigen Flächen, welches aus zwei Pyramiden besti
die an der Basis vereinigt sind; die sechsseitige Doppel - Pyramide
Quarzes).
Zum P a r a l l e l e p i p e d o n gehören der W ü if e l, das Rliombo'<
(Ha.üy’s Rhombu’ld , W erne r’« Rhombus) , das vierseitige Prisma ('die v
Seitige Säule und Tafel) und zwar- das gerade v. P. mit quadratischer Gn.
fläche, mit rechfwinklich parallelogrammatisclier, mit -schiefloinklich parall
grammatischer und mit rhomboidaler Grundfläche., und das schräge Prist
mit rechtwinklicher, mit rhomboidaler und mit schiefwinklich paraillelogti
, malischer Grundfläche.
Das O.k t a e d e r theil t sich in- das reguläre (gleichseitiges) und
Oktaeder mit quadratischer Grundfläche ( O. mit lauter gleichen und
chen gleich«chenklichen Dreiecken), in das Oktaeder mit rechtwinklich
lelogrammatischer Grundfläche (O. mit zweierlei gleichsclienklichen Dreieck
und in das Oktaeder mit rhomboidaler Grundfläche (O . mit ungleichseit.
Dreiecken).
Z u sam m e n s te llu n g d e r .verschiedenen eitle r K e rn - G e s ta lt
zu g eh ö rig en M in e ra lien .
2. D i e ä u f s e r e n Ge s t a 1 t e n.
A. D i e K r y s t a l l e . — H a it t s M e t h o d e.
R e
P a r a l l e l e p i p e -!
d o n , <
(P a r a llé lé p ip è d e ) . I
W ü r f e l
' (Cube)*
li tio in k I ic he s
(rectangle).
S c h i e fio
(obliqu
n k l i c h t
angle). | Feldspath ; Kupfer - Vitriol.
Borazit ; Steinsalz ; Leuzit ; Analzim ; Bleisia
Schwwefeeilfksieers ;S pfeaisskeroibgaelrt ; BGrlaaunnzk-Eobisaeltn.stein; YViir
R h o m b u s
(Rh omboïde ).
u m p f e n E nd - i Späthiger
p ,.i zrzJe n ISiQanu-a; rzR;o tSlcighil
iGriin
W - (obtus).
s p i z z e n
s p i z z e n
B H
„— Kalkstein ; With1
Schürf; Cbabasie ; Sp Botligiiltigerz ; Bra un-
n'*— ■ ■ Kupfer - Sci
' Mit quadratischer I
Grundfläche 1
■ F i e r s e i t i (
ä bases carrees). , II
g e s P r i s - G e r a d e s V
rn a P r i s m a Mit schiefwinkliclier /
(P r ism e h " ■ '(Pr. droit). parallelogrammatisclier |
q u a tr e p a n s). 'Grundfläche <
(a bases parallelogram-!
mes obliqu angles). \
W i e r s e i t i m
e s P r i s -
ind.
Prisme ~a
atre p a n s ).
P r
(Vr.
S c h r ä g e
P r i sm a
(Pr. obliqui
Mit rechtwinklicher i
paralielogrammatiscber |i clSyopht
Grundfläche . . |ISlietfli.) U; ),Kür 'y 'süoälitttJecr.i g (a bases rectangles). \
* '■ . Staurolith ;
jGIimnier ; gemeiner Talk Arsenikkies ;
in i .. Prehnit ;
Mit rhoniboidaler
-Grundfläche - /Iteineiz ■ r th s }7-..... ]
abases r h om b oïdales).|gell>; pfiosphqisaùres Ku-
»pfe r; - scliaaliger Biirvt ;
Ischwefelsaurer Strontian ;
VDatolith.
Mit recbtwinklicher
Grundfläche
(a bases rectangulaires).!
Mit rhomboidaler
Grundfläche
(a bases i'lioni.
f Tini
dm t a e d e r
Imìctaèdre).
I Bittersalz ; Idokras ; 'i
Init ; Skapofith ; fasen
|_Zeolith ; Uranglinnt“
M i t q u a d r a t i s c
- G r u n d f l ä c h e
(a bases carrées et afc
triangulaires isocèles
les et semblables).
M
.. Kryolith ; Zirkon ;
; .Ge lb*B le ier z; Zinn-
Anatase ; Scheelerz.
VI i t r e c h t w in k l i- (
h e r p a r a l l e l o - \ Arragt
r a- m, m 1 a, 't i s c ,1i -e v\m11g-cs ’t e■m *'
G r \ in d f l ä ch « ■ Itriol ; Gi
(:rectangulaire) . . ; ^
l i t ’r h o m b o id a le r (
G r u n d f lä c h e
à bases rhomboidales). .1
Arragon ; Topas ; Salpeter ; Je-
1 aiunqnit ; Giiiastpiit-ii ; Ho-
- Bleierz ; Bleiv i-
Natron ; (Titanit ; Sphéne).
d eHi
j e d e
i de
(a triangles scalènes
égaux et Semblables).
t r a e d e ' r
kraèdre).
à a e h s s e i t i g e s f
■ P r i s m a I I
hexaèdre ). 1 - '
g e l m d fls i .
(regulier).
g e lm ä f s i ,
(regulier)..
M o m b o i d d l - D o d e - (
■ k a é d . e t • I.
^^wlecaedrc rh omboïdal)\ ^
Ì Kupfei
ip fe rk ie s; (F a h le r z , Graugiij-
tigerz).
L' ■Sor
^pfergla
Apatit;- ( Schmaragd, Beryll ) ;
ISqmmit ; Fin it ; Zinnober ; Ku-
ipferglanz. ' ’ -
^ F ^ t^ eA lin a n d in , Topazolitli, IColophonit, Me- .
(Manche kleine Abnormitäten, welche die , t einer. Kern - Gestalt
ungehörigen, Individuen wieder unter sich darbieten, konnten liier,
um eine- Allgemeinheit, der Ansicht zu gewinnen, nicht beachtet,
werden. Für diejenigen unserer Leser, welche IlAür’s ’scharfsinnige
Methode weiter zu verfolgen geneigt sind, bieten das Traite
de, Mineralogie und das Tableau
Weisungen dar).
Alle Mineralier
comparatif die nöthigen Nacliw
elch e hach dem v on un s befolgten
verschiedene Gnttungen ausmaclien , v on H a ü y aber einer
selben beigezählt w e r d e n , sind durch Zusammenstellung in
renthese bezeichnet w erd on .
TIT. D i e S c k u u d ä r - Ge s t a l t e n .
JDie S e k u n d ä r - G e's t a 11 e n sind Varietäten der primitiven. Die Thei-
sekundärer Krystalle kann nicht parallel mit allen Fläcllcn derselben ge-
Pen. Der Kern, welchen man als Resultat der mechanischen Zerlegung
e jr f1’ WeidlC m seiner Gestalt von der des Krystalls mehr oder weniger
Ui» i Jcnuuc^ w *l'd» indem man sekundäre Formen theilt, nicht bloß der
vermindert , .sondern auch die' Forin verändert.
Spalief man einen W itrfel von späthigem Flusse nach den Richtungen
seiner Blätter -Durchgänge,, so verliert er zuerst die acht
Ecken und ah ihrer Stelle erscheinen acht neue- glänzende dreiseiti-
ge I Jächen. _ Diese Flächen nehmen, ,bci fortgeseztem Spalten, stet!
, m Größe zu und die Form-Veiänderung des Krystalls wird immei
bedeutender, bis zu dem D ^ d e , wo die sechs vierseitigen Würfel-
flächen ganz verscbwiiideri, die acht neuen dreiseitigen Flächen sicli
gegenseitig berühren und dadurch ein reguläres Oktaeder darstdlen
dessen acht Flächen 'gleichseitige Dreiecke .sind.
Die Natur zeigt uns den W eg , auf welchem wir zum Kerne gelangen
können.
Man vergleiche die Varietät des kohlensauren Kalkes Taf. II. Fig.
1 uiid 2 und .das, was weiter oben .über die Zerlegung dieses Krystalls
gesägt wurde>
Die’ Bruchflrtchcn sekundäre
Flächen nicht, oder mindestens
Krystalle laufen folglich i
ur theilweise parallel.
Die Krystalle, welche keine mechanische Theil un “■ zuk
i immer gewisse Anzeigen-, durch welche man mit großer Wahrscheinlichkeit
auf die Primitiv-Gestalt zu schließen vermag. Man muß alle Krystalle,
selbst diejenigen1, welche, keinen deutlichen blätterigen Bruch zeigen,
als Körper betrachten,, welche aus übereinander gelegten Blättchen zw:«nnien-
gesezt sind. Alle stellen eine*Primitiv-Gestalt entweder unmittelbar dar,
oder umschließen .sie wenigstens, aber die Auffindung des Kernes, dessen Da-
seyn uns die Analogie und die äußeren Merkmale der Struktur (Hisse, Streifung
und Verschiedenheit des Glanzes der Flächen bei einem und dem nämlichen
Krystall u. s. w .) anzunehmen berechtigen, ist bei denjenigen,' ’deren Blättchen
fester aneinander anSchließen, mit größerer Schwierigkeit verknüpft
und oft gar nicht ausführbar. Im lezten Falle, wo keine Spur von blätterigem
Gefüge waltfzunekmen, keine Spaltung möglich ist, mufs man' sich
darauf beschränken, die Lage der Blättchen und die Beschaffenheit der Kern-
Gestalt und der, .Sekundär - Formen muthraaßlich zu bestimmen. „
Die Richtung der inneren Reflexe, welche manche Fossilien zei-
* g e« , indem man sie vor einem Lichte hin und wieder bewert kann
auf die Beurtheiluug der Blätterlage leiten. Andere wirft 'man in
kaltes Wassernachdem man sie zuvor hat rotJiglühend werden
■ hissen, und die nun entstehenden Sprünge lassen eins Theiluu»
' nach der Richtung der Blätter zu. Reguläre Körper, welche viel
Krystallisauonswasser haben, lassen sich auch durch Anwendun.
des Löthrohres leicht in Theile von bestimmter Form zersprengen'
w ffl D i e i n t e g ) i r e n d e n T h e i l c h e n
Der Kern eines Krystalles ist nicht der lezte Punkt seiner mechanischen
Tlieilbarkeit; Manche lassen sich, die Theilung nach den, mit ihren
Flächen parallel laufenden, Richtungen abgerechnet, auch noch nach anderen Richtungen
zerlegen. Das Resultat dieser neuen Theilung ist ein Körper von noch grösserer
Einfachheit der Form, als der war, welchen die erste Zerlegung herbeiführte.
Seine Flächen kpien mit denen des ersten nicht, oder wenigstens
nur theilweise parallek -
Die Zerlegung des sechsseitigen Prismas, welches parallel mit
allen Seitenflächen theilbar is t, nach den abwechselnden Seitenflächen,
fährt zu einem, dreiseitigen Prisma.’ Das Rhomboidal-Dode-
kaeder, wenn eins parallele Theilung mit . allen seinen Flächen möglich
ist, gibt Rhömbodder uud diese kann man wieder in Tetraeder
zerlegen.
Alle jene kleine Körper, welche die Elemente der Krystalle ausmachen,
nennt man integrirende Tlieilchen. Sie zeigen sich bei einer und derselben
Gattung stets v o n . unwandelbarer Gestalt und aus ihnen sind die Blättchen
der Krystalle zusammengesezt.' Natürliche Fugen deuten bei der Zerlegung
die Flächen an und die Winkel - und wechselseitigen Dimensionen werden,
durch eine, Berechnung gegeben, die mit der Beobachtung übereinstimmend '
ist. Eine größere .oder geringere Differenz- waltet zwischen den ihtegrirenden
Tlieilchen verschiedener Gattungen .ob. Nur in wenigen einzelnen l allen
ist eine Ähnlichkeit vorhanden.
Wenn der Kern parallelepipedisch ist und nur noch eine Theilun» in
Flächen zuläßt, die mit den seinigen parallel laufen, so herrscht Formen-Ähnlichkeit
.zwischen ihm und den integrirenden Tlieilchen.
'• Dies ist der Fall beim Parallelepipedon des kohlensauren Kalkes.
Wenn- aber, wie z. 33. beim Turmalin, das .Parallelepipedon
EOJAIIA/KG Fig. 6 - noch in anderer Richtung Abschnitte gibt,
wenn es ‘sich in sechs Tetraeder, EAflA', HAGA', AA'KG,
AA'JK, AOA'J • und EAOA',. theilen läßt , so werden diese die
integrirenden Tlieilchen bilden,, wovon das Rhomboe'dei- die Primitiv
- Gestalt ist.