
tur aurei» Behandlung mit Borax und durch Oxydation und Desoxydation
der Glasperle, in de»» verschiedenen Theilen des Flamnienstrahls, sowie
durch das Abtreiben mit' Blei erkannt wird._
S i l b e r - Or dn-ung. Da« reine Silier wird fü r sich vor dem Löth-
xohve nioht verändert. Borax-Glas löst etwas davon auf und erhält dadurch
eine graue Trübung, die bei dem Oxydiren der Perle wieder verschwindet,
und durch Desoxydiren derselben wieder erscheint. Die fremden, in dem
Gediegen - Silber etc.’ enthaltenen Metalle färben das Borax - Glas verschieden.
So ertheilt kupferhaltiges Silber dem Bòrax-Glase eine spangriln&'Farbe, die
Ù» dem oxydiren den Theile des Flanimensti;ahls'iii die himmelblaue Übergeht.
Wird sie dann desoxydirt, d. 1». in der WeißglUhehizze behandelt, so läuft
sie- fleischroth a n , worauf sie bei foi-tgesezter Desoxydation wasserhell erscheint
und einen K upfer- König absondert. Glanzerz und Silber - Hornerz
liofern auf der Kohlen-Unterlage ein Silberkorn. Desgleichen Spröd -Glanzerz
; Silber schwärze, hothgii'ltigerz. Bei allen wird das VererzungsmitM-1
verflüchtigt. .— Durch Abtreiben mit Blei auf der daliin gehörigen Unterlage
kann der Gehalt au Silber und Gold in diesen Fossilien genau bestimm*
werden.,,
K u p f e rO r d n u n g . Reines Kupfer wird durch Glühen und Vorpuf-
mit Salpeter vor dem Löthrohre öxydirt und in eine schwarze Schlacke
indevt. ■— Das Kupferoxyd färbt zur Hälfte dem Borax.-Glase zu gefügt
dieses schwarz, welche Farbe nach stärkerem Zufolaseli- bei dem Erkalten
fleischroth wird. Wird die Perle in dein braunen Theile der Flamme anhaltend
oxydirr, so zeigt sie sich nach dem Erkalten schmaragdgriln gefärbt und
enthält Kupferkórrichen. In diesem Zustande dem blauen, desoxydirenden
Theile der Flamme ausgesezt und strenge geschmolzen tritt wieder die vorige
Undurchsichtigkeit und die fleischrolhe- Farbe der Perle hervor.) Enthält hingegen
die Perle nur wenig Kupferoxyd , dann wird sie beinahe gar nicht :
Ku-
udurchsichtig Oud fleischroth bei dem ¿Schmelzen ; - sie sondert —“
pferkorn ab und zeigt sich dabei griln . oder grilnlichgelb gefärbt
Farbe durch Oxydation dunkler wird. Perlen der Art worden voi
wclche '
i Wasser
ezt, wobei sich grünes Kupferoxyd absondert.''
D i e , vor dem Löthrohre mit Borax-Glas behandelten, Fossilien dex
Kupfer-Ordnung unterscheiden sich dadurch von ändern: l ) dafs sie diesem
Glase eine fleischro'the Färbung ertheilcn ; 2) dafs sich aus der Perle Kupfer
absondert. Solche, welche außer dem Kupfer auch Eisen enthalten,
liefern ölivengrüne und braune Perlen. Durcb-'Zusämmenschmelzen mit Blei
und nachfolgendes Abtreibeu wird auch der^geringste Kupfergehalt in dieseu
Fossilien ausgemittelt.
E i s e n -O r d n u n g . Reines Eisenoxydul liefert mit Borax -Glas dnreh-
ichtige, wassarklare Perlen, welche bei vielem Boraxe während des Erkal-
sns■ eine gelbliche , grünlichgelbe , gelblichgrüne und endlich grüne Färbung
emerken lassen. Diese Übergänge in ; der Färbung sind von gröfserer. Inten-
ität, wenn die Perle mehr Eisenoxyd gelöst enthält. Sie sind dann ackernd
weingelb., gelblichgrün tuid grasgrün, bei noch mehrerem Oxyde oli- ,
engriin , gelblichbraun und braunliehroth. Werden diese Perlen dem oxy-
direndeu Flammenstralil e ausgdsezt, so erhalten die erstem eine ockergelbe,
leztern eine gelblich- und zulezt eine schwärzliclibranno Farbe. In dem
desoxydirenden, blauen Theile des Flamnienstrahls erhalten dio Glasperlen
wieder grüne Nuancen. Ein größerer Zusaz von Oxyd veranlaßt Trübung
d bräunlich - oder grünlichschwarze Färbung der Glasperle, welche dann
nur an den Kantcu das Licht durs'cheiit.cii läßt. Das braune Eisenoxyd. gibt
ì dop» Boraxe beigeftigt, auch undurchsichtige schwarze Perlen, die
durch Zusaz von Borax dio. oben angeführten Erscheinungen gewahren,
lassen.
Die Fossilien der Eiten - Ordnung werden durch ’Ausglühen ” schwarz.
Dio braunes Eisenoxyd enthaltenden lassen , ehe sie diese Färbung zeigen,
.nllchroihe Ntianzen bemerken. Verstärkter Hizgrad verwandelt sie in
graulichschwcfrz6 Perle von schwarzem’, glänzend- porösem Bruche. Der
Grad ihrer Schmelzbarkeit ist verschieden (der schwer - schmelzbare Eisenrahm,
die leichtflüssigen Spath- und Thon-Eisensteine).
Das Verhalten der Eisenerze mit Borax-Glas yor, dem Löthrohre ist,
gleich jenem des Eisenoxyds" mitdiesen» FfuIsmiuel, Zufällige Gemcngtheijo
wie z. B. Erden, verändern dasselbe nach Maßgabe ihrer Natur. Mineralkörper,
welche das Eisen im stark- oxydirten Zustande enthalten, liefern,
eh zu Anfänge des 'Schmälzens gelblichbraune Glasperleh.’, die erst durch.
Oxydiren im'braunen Theile des. Flamnienstrahls die. grüne Farbe annebnien. .
(Der Braun - und. der Roth - Eisenstein , die Kiese, di e Rasen-Eisensteine).
Andere, in welchen das Eisen weniger oxydirt vo rkommc r verhallen sich
gegen das Borax-Glas wie das Eisenoxydul, (Magnet - Eisenstein , Eisen- .
glanz, rother und brauner Eisenrahtn, Thon - Eiseivstein). Di* Gegenwart
des Braunsteinoxyds in diesen Fossilien, namentlich im’ Spath- Eisensteine,
st, bei bedeutender Menge an Fossil, an der röllilichbraun - oder bruunlich-
•otlieri Färbung der Borax-Perle zu erkennen, welche' bèi!, dem Oxydiren
dunkler und undurchsichtig wird. Im Wasser werde»* die Eisenoxyd enthaltenden
Borax - Gläser zersezt.
B r a u n s t e i n - O r d n u n g . Reines Braunsteinoxyd "wird vöm Borax-
Glase ohne 'Aufbrausei* gelöst. Bei geringem Gehalle au Oxyd zeigt sich pio
le wusserìièll, wird aber'durcli die erwähnte Oxydation rö'tnlich oder viol-
blau und dabei undurchsichtiger nach dem Erkalten zieht sich die-Farbe derselben
ins Bi'aünlichrothe. Sezc man dio Oxydation1 fortf -sö -geht die erstere
Färbung TiiS diinkelste Hyazirithtoth-über. Die Desoxydation im blauen Fl am- ,
ntenstrahle veranlaßt den Zurückgang der Farbe in die früheren Zustände,
so dafs die Perle zujezt wieder wasserhell erscheint. Ein starker Gehalt an
Oxyd in der Perle ertheilt derselben gleich ‘ za Anfang des1 Schmelzens eine
hyazinthrothe, durch Oxydiren ins Schwarze übergehende, Farbe, die im
blauen Theile der Flamme wieder ins Hyazinth- und Blaulichrothe libergeht.
Bedeutender Gehalt an Eisenoxyd verdrängt die Farbo des Braunsit
oxyds in der Perle, d ie. jezt nur noch jene des Eisens bemerken läßt,
- Die Braunsteinerze werden durch Glühen an und für sich dunkler ,
färbt, in der WeiTsglUliehicze stellenweise rdtlilich. Mit Borax-Gles verhj| j
sie sich wie das reine Braunsteinoxyd:
B l-ei-'O l-d n u n g r Reines Blei wird in mäßiger Hizze djes LötlirolJ
oxydirt. Es zeigt dabei eine blaue Flamme. Das Oxyd verflüchtigt
indem es sich an die Kohle in oliven-grüner, zeisiggrüner und am entfcnn
Orte in blaulichweifser Färbe anlegt. Nach dem Erkalten zeigen diese L.
len sich grünlichgrau, gelblichgrün «nd weif stich. — Das Bleioxyd verbjJ
det sich bei niedrigerem Iiizgrade ruhig mit -»lern Borax-Glas* auf der
len - Unterlage, mit starkem Auf brausen hingegen in heftigem Schmelzlcu
einer, trüben, schwärzlichgrauen Glasperle’, -aus der bei dem YVeilig
sich Bleikörner absondern, während die Perle durchsichtig und wass
wird. Durch anhaltendes.Oxydiren verliert die Perle ihre DurcliiiehtiAM
und wird weifslich. Auf Unterlagen von Asche oder Sand zeigt das Blei Ja
’ nämlichen Erscheinungen', gibt, aber dann mit Borax ein grünlichgelbts ü.
, Alle Bleierze' schmelzen gleich nach dem Glühen unter Auf brausen;
unterscheiden sich dadurch und durch den grünen Beschlag auf der Um
läge von allen ändern metallhaltigen Fossilien. Alle liefern ein Bleikoi
nur dio schwer reduzirbaren, phosphorsauren Bleierze bedürfen zur leiditj
Abscheidung des Königs eine« Zuschlags von Natran. , t
Z in k -O r d n u n g . Reines ZinkoAyd xr* vfoindet sich mit dem Boro
Glase unter Aufwallen und verflüchtigt sich, indem es «ich als Beschlagj
die Kohle legt. Dieser, Beschlag phosphoreszirt -geglüht grünlich., zeigt «j
warm eine zitrongelbe Farbe, die nach dem Erkalten weifs erscheint. 1)1
Verbindung des Zinkoxyds mit dem Borax-Glase liefert anfäpgliclt-eine /«T
glänzende, graue, platte Perle, w e lc lie in .-höherer Temperatur wasscrl
'und kuglich wird. Enthält die Perle mehr Oxyd als die Hälft« des l3ortt|
Glases und wird sie dabei o x y d ir t, so erscheint sie, erkaltet mehr oder
niger ¡auchgrün, welche Färbung in der RothglUliehizze wieder verscliwij
det; die Perle zeigt sich dann undurchsichtig und weifs. Sie kann aber j
WeißglUhehizze wieder hell und grün flargestelit werden , indem sich dabl
Oxyd verflüchtigt.
Alle Fossilien aus der Zink-Ordnung liefern den Beschlag des r»i|
Zinkoxyds unter den gleichen FarbenvcrändernngeD. Bleihaltige flhnl
lassen einen grasgrünen Beschlag an der Kohle bemerken. (Keinen g«
wie manche Lehrbücher anführen). Alle Blenden lösen sich schwer im
rax-Glase auf und die Perlen zerklüften »ach dem Abkühlen, wobei sic
neu Glanz gleich jenem der Diamanten reflektiren. Der Galmei phosplic
« n t-in grilnlichweifsem Lichte, und gibt' mit Borax - Glas gleiche EiscliJ
»«tilgen wie das. reine Zinkoxyd, ßeigemengter Kalk oder Eisenoxyd fiJ
durch die ihnen zukomxnenden. Eigentlnimlichkeiten zu erkennen.
Z in n -O r d n u n g . Reines Zinnoxyd liefert, mil. dem Doppelte..-
Borax - Glas Zusammengeschmoizen, eine wasserhelle Peile , die bei dem Vcl
glühen gelblichgrün und grüh erscheint. Sie lauft bei der Oxydation
lichgrau uifd weifs, undurchsichtig an, wallt bei der Desoxydation ....
au f, sezt bei gröfserer Menge Oxyd einen Zihn - König ab und zerfällt i
Wasser zu weifs em Oxyde.
K o b a 11-O r d n u n g . Dip hierher gehörigen Fossilien sind 'durch
arsenikalischen Rauch, der die Kohle weifs beschlägt, und durch die W*l
in icdem Iiizgrade beständige Farbe, welche sie dem Borax. Glase vor 41
Löthruhre ertheilen , hinlänglich von ändern unterschieden. Die fyf|
Kobalte schmelzen noch vor deni Weifsglühen zu einem Metall--Kör,
der erkaltet grünlichschwcurz angelaufen erscheint. Mit Borax geschmulil
scheidet sich, ein JVletallkorn aus denselben ab und das Glas wird blau
färbt. Der Erdkobalt liefert weder fü r sich noch mit Bprax - Glas e|
Metallkoni, färbt aber die Perle blau.
N i ck e l - O r d n u n g. Die in dieser Ordnung enthaltenen Fossil®
sind an dem arsenikalischen, gelblich-grünen Rauche zu erkennen, w-ewf
größere Körner vor.-dem Löthrohre entwickeln. Dieser Rauch legt
Kleine Theile des Fo«j
-nickel «inen Metall -Kö»|
löst sich. in der G'(»sp(
erselbeu Farbe an die Kohle als'Beschlag an.
geben nur deinen weifslichen Beschlag.
Mit Borax - Glas behandelt liefert der Kupfei
der in der Perle schwimmt. Der Nicketocker
und ertheilt derselben, in geringer Menge zugegen, eine gelbrotlw
Diese Farbe verwandelt sich in dio ölivengrüne und die Perle wh'd«
durchsichtig, wenn sie desoxydirt wird. Bringt man sie nun in den ox
direnden Tlieil der Flamme, so erhält sie wieder eiub röthliche
Ist mehr Nickelocker zugegen, so wird die, von dem Nckeloxydo be>v>dj
Färbung durch die blaue des Kobaltoxyds in dem fiickelockor
Das Glas, v.elches das Metallkorn des Kupfernickels umgibt zeigt, und das g'fic]
Farbe wie d ie , mit Njpkelockcr geschmolzene, Perle muß dal»1'1
diesem Metallkorne befreit werden, wenn dio giline Färbung desselbqn 1
durch den Kobaltgehalt dieses Mctallkorns in die b-laue
irwandelt " 'l
den solf. Das Gleiche gilt für den Nickelocker.
W i;5 m u 11» - O r d n u n g. Das Wismuthoxyd , verbreitet auf d*r ^ j
len-Unterlage einen Beschlag, der demjenigen , wpljien reines Bl»1 "1
dessen Erze, liefern, . sehr ähnlich Ist. Er unterscheidet sich; .jedod» *1
• demselben durch gröfsere Lebhaftigkeit der Farbe*» und daduvph,
itacJ» dem Erkalten beständig bleibt, uüd dabei nicht v e r schief st
wie 4
Beschlag von Blei. ^
Die 'Fossilien aus der Wismuth - Ordnung liefern djeseh Beschlag» "*1
das Metall nicht durch Sciiwefol vererzt ist. Ist dieser hingegen yoi'h*11 *1
dann ist. der Beschlag in der Wärme g elb, erkaltet weifs.
ie n ik - O rd n it ng. Reines Arsenlkmetall sowie seine Erze ver-
Ilitigen sich' vor dem Löthrohre- in einem weifsen, nach Knoblauch rie-
Inde'1« Rauche und entflammen dabei bläulich. Der Rauch sezt sich
uleijser, bei den geschwefelten Arten auch in gelber Farbe auf die Un-
| S piefi§ ^ a n z *O r d n u n g . Reines Spies glanz und seine Oxyde entwik-
L '¿inen grauen, geruchlosen Rauch, der sich als weifser Beschlag an
[ Kohle absez't. Bei langsamem AbkUhlen läßt die Metall-Kugel weifse,
■nsende Nadeln bemei-ken, womit ihre Oberfläche besezt wird. — Mit
; geschmolzen sezzen diese Erze einen König ab, dessen Gehalt an edlen
Italien durch Abtreiben aufgefunden werden kann.
T e l lu r -O r d n u n g . Reines T. und seine Erse charakterisiren sich
■c]i den grauweif Sen, rettigartig - riechenden Rauch, der die Kohle au
[ernten Stellen bläulich beschlägt. Das Gediegen - T. brennt dabc* mit
|cr blauen an dem Rande grünlichen Flamme. Erkaltet die fließende lvu-
1 langsam , so zeigt sich, ihre Oberfläche mit Dendriten bedeckt. Das Tel-
1.Oxyd geht durch das Zitronen- und. Pomeranzengelbe ins Zinnoberrot ho
■ t worauf e s , sich in die Kohle ziehend, mit Detonation ähnlicher Gelindigkeit
, reduzirt wird. Der- Gehalt an edlen Metallen in den Erzen
§d durch Abtreiben erkannt.
Mo ly b d ä n - O r d n u n g. Das M . zeige in der Weißgliihehizze
Mu'ärzlichblaue oder- graue^ Siellen. Werden diese Stellen in der braunen
nme oxydirt, so entsteht darauf ein uieifslicher Beschlag , der durch
IfsglUhen wieder verschwindet. Da, wo das Fossil auf der Kohle lag, ist-
rötldicher Beschlag, der an entfern lern Stellen blau und weijs erscheint.
Das oxydirte Molybdän gibt einen weifsen Rauch, der in nadel-
iiigen Krystallen die Kohle beschlägt. Es ertheilt dem Borax - Glase eine
|idielte Färbung, dio bei der Oxydation der Perle verschwindet und bei
Desoxydation wieder erscheint.
U r a n -O r d n u n g . Uranoxyd, Kieselsäure und Bbrax schmelzen auf
[ Kohle zu einem apfelgrünen, dunkeln, dem Chrysoprase ähnlichen Gla-
■ Dio Uranerze charakterisiren sich durch die bräunliche, rauchgraue
Bbiing, welche sie dem. Borax - Glase vor dem Löthrohre ertheilen. Dieso
t durch Oxydation ins Olivengrüne, Gelbliche und, bei größerem Gehalte
Fossil, ins Bräunliche Uber. Desoxydirt wird die Perle schmaragdgrün
I bei mehrerem Uranoxyde undurchsichtig und spargelgrtln. Gehalt an
pba/t bringt, in den verschiedenen Zuständen der Perle während der Opc-
ob, auch blaue Färbung hervor.
S c h e e 1 - O r d n u n g. Die Scheelsäure nimmt, in dem Platinlöffel vor
i Löthrohre behandelt, eine dunkelgrüne, und auf der Kohle eine schwur-
Farbe an. Sie wird voi» den» Borax - Glase gelöst und bildet damit,, selbst
■bedeutender Menge vei-bundeu , "Ungefärbte, helle Perlen. Uebermaß von
färbt die Perle dunkelblau oder schwarz. Scheelerz mit Borax - Glas
Schmolzen, ertheilt demselben während des Flusses keine Farbe. Sowie
lie Perle erkaltet, erscheint sie gelblichbraun und durchsichtig. Des-
•t man sie hierauf, so. wird sie farbenlos, in der dann folgenden Oxy-
wieder bräunlich. Petiei» , die j Scheelerz gegen 1 Theil Borax ent-
Bteu, lassen, bei seht vorsichtigem Erweichen, erst eine graue, dann eine
tie und zulezt dio weifse Farbe beobachten, worauf sie schmelzen. Grö-
er Gehalt an Scheelerz führt ein weifses Anlaufen der Perle nach dem
;alten herbei. — Der Wolfram vereinigt sich mit Borax-Glas, wenn disili
der Menge vorschlägt, zu gelblichgrünen, nach dem Erkalten grünen
welche oxydirt zuerst gelb, dann roth und durch Desoxydation,
■riln werden. Ist mehr Wolfram zugegen, so bemerkt man nur dio
j Eisen - und den Braunstein chärakterisironde Färbung an der Perle. Enthalt
gso Perle £ Th. Wolfram gegen 1 Th. Borax, so läuft sie röthlichgrau an
1 wird undurchsichtig. Dieses Verhalten unterscheidet den Wolfram von
undurchsichtig alllaufenden., braunsteinhaltigen Eisenoxyde.
a n -O r d n u n g . Reines Titanoxyd färbt in sehr geringer Mengo
iRorax-Glas nicht. Wird die Perle in der blauen Flammenspizze weiter
Hgrgliihc, 60 orsclieint sie undurchsichtiger und braun. Oxydirt man sie
tf, sh wird sie wasse rhell und etwas blafsgrünlicb » und .läuft erkalte*
raun an. Dem Boraxe zu zugesezt, löst sich das Oxyd , unter Auf-
1 und Blasenwerfen, langsam und färbt di-n Borax röthlichbraun. Die-
■lirbe wird beim Weißglühen schwarz und die Perle undurchsichtig. Des-
Bilirt man dann die PerJe, so erscheint sie lichte grünlichgrau , auch blau-
Oxydation ertheilt d.pr Perle die braune und röthlichbraune (auch gel-
Farbc wieder. — Die Fossilien! aus der Titan - Ordnung verhalten sich
J dem Schmelzen mit Borax-Glas wie dks T ita n -O x y d . Die Gegenwart
■ Eisenoxyds verrätli sich, bei einigen durch die lauchgrüne Farbe der Perle
£ dem ersten Zusammen schmolzen. Diese Färbung wird aber bald von
l»c de« Titanoxyds verdrängt. (Mänak.)
C h rom - O r d n u n g . Das Chrom bedeckt sich, der Flamme des
BliTohres ausgesezt, mit einer violblauen Kruste, die nach dem Er-
lu'n grün erscheint, -vv 1 Das Chromoxyd färbt das Borax - Glas schmttragd-
» höherer oder tieferer Nuanze; die Chroms'äure ölgrün ins
■imnrao-dgrüne übergehend.
T a n t a l-O r d n u n g . Das weifse Tantal -O x y d verbindet sich mit
n phosphorsauren Ammoniak-Natrum zu einer blauen, in Purpur spiejen-
\ Forle.
2 « r e r i t - 0 r d n u n g . Kohlensaures Zereriumoxyd verliert auf der
hie 'dio weifse Farbe, wird lichte brttunlichroth und- bei längerem Zubla-
M S'unì ich grün. — Der Zererit schmilzt nyt dem Borax-Glase zi» einer in
P4.1 Hitze grünlichen, nach dem Erkalten aber wasserhellen Perle.
. Glühefeuer des Windofen
der Mineralkörper vor der
größere Massen, als dori
eignet sich vprzüglich zu
und macht, zumal in Vei
oder unauflöslichen Min«
2 ) Vorläufige Prüfung der Fossilie
und vor dem Gebläse in der Esi
Diese Prüfung hat gleichen Zweck mit j<
Löthrohre. Sie gewährt ilberdieß den Vortheil:
in hoher Temperatur bohaudeln zu können, sie j
genaueren Bestimmung, der flüchtigen Bestandtheile
bin düng mit Flhßraittcln, dio in Säuren schwer-
ralkörpor ■ empfänglicher für deren Einwirkung.
Zum Apparate g eh ö r en e in gut ziehender Ofen *) , eine Esse nebst
doppeltem Blasebälge; ferner Tiegel aus Platin (zumal für Versuche
mit koh 1 ensaurem Natrum; für die höchsten Feuersgradc) , Silbertiegel
(für die Behandlung der Fossilien mit reinen Kalicn); Tiegel aus
Thon, Porzellan und gewöhnliche von Grofs - Almerode in Hessen.
(Thoutiegel werden zu Kohlentiegel, wenn man sie mit der , S. 103
B., ß . 6 . angeführten, mit etwas Thon und frisch gefällter Kieselerde
versezten , Kohieumasse eines Messerrücken dick äusfiitteft und dann
ausglüht.) Spatel und Löffel aus Platin oder Silber. — Kleine
Retorten und Kolben, aus Glas, Metall (Eisen, Blei) oder Porzellan.
— . Ein Gasa p p a ra t. Pyrotneter, Mö rser, Roibschaalen
aus Stahl, Kalzedon , Achat,
Bei diesen Prüfungen isr zu berücksichtigen :
ft) Entwickelung flüchtiger Bestandtheile. Diese sind:
ftft) Gasförmig - oder tropfbar-flllssig (Kohlensäure, Flufssäure, Sauer-
Stoff, Wasser, Quecksilber, ätherische Oele).. (E mpyrenmatischc Oele
sowohl als Wasserstoffgas und dessen Verbindungen mit Kohle,
Schwefel und Stickstoff, ferner schwefelige und brenzliche Säure
sind Produkte der Operation, nicht Edukte der Fossilien, namentlich
der Inflammäbilien.)
ß ß ) Feste Körper (Salmiak, Schwefel, Bernsteinsäure, Zinnober),
(Z in k , Spies g la n z, Arsenik etc. wenn dem Fossile Reduktionsmittel
zugesezt wurden).
Dio yorher gewogenen Fossilien werden in wohl beschlagenen Retorten,
deren Hals in eiiie tubulirte, in kaltem Wasser oder Schnee
liegende, Vorlage gekittet is t , bis 1 Stunde lang roth geglühet.
Entwicklung von Gasarten macht die Verbindung de»- cubnlirtcn Vorlage
mit dem Gas - Apparate nothwendig. Während die Bestandtheile
bei ftft in diesem, und in dem Grunde der Vorlage sich sammeln, sezzen
sich die Körper bei ß ß in das Gewölbe und in die Hälse der Retorte
und Vorlage an.
ß ) Veränderungen durch hohe Temperatur in Fossilien —- allein oder mit
Flufsmitteln vereint — hervorgebracht.
Man erhizze die Fossilien, nach der Prüfung auf flüchtige Bestandtheile,
im bedeckten Pintin- oder Kohlentiegel (in lezterem die aus-der Klasse der
Metalle) vor dem Gebläse bis zum Weißglühen , i und beurtheile die hierbei
statt findenden Erscheinungen nach der, bei dem Löthrohre S. 103 gegebenen
Anleitung.
Da die Veränderungen, welche Flußmittel'in hoher Temperatur in Mineralkörpern
hervorbringen, vorzüglicher durch das Löthrohr erhalten w
den, so wendet man diese Körper hier nur in der Hinsicht an, um Fossil»
die sich nicht oder nur theil weise in Säuren lösen , hierzu geschickter zu
machen.
Die zersprengbaren werden vorher in ein höchst feines Pulver verwandelt
; (zähe unterliegen der Feile und Schepre). — Im Stahlmörser
zerkleinere man die sehr harten ■ Stücke. Zu härte Fossilien, bringe
-mau zum Weißglühen, tauche sie m kaltes Wassor und wiederhole
dieses mehrmals, bis sie sich zerstoßen lassen. In Reibschaalen aus
Kalzedon , oder Achat reibe man sic fein, trenne durch Abschlämmen
mit Wasser das feinste Pulver von dem gröberen, und fahre hiermit
fort, bis die ganze Menge des Fossils in dem S chlämm wass er vereint
ist. Dieses Wasser von dem Bodensazze abgegossen, ist durch Roa-
gentien zu prüfen. Da sehr harte Mineralien, während sie gerieben
werden, Thcilchen der Reibschaale losreissen, so ist -es erforderlich
durch definitive cl»em. Analyse die Bestandtheile der leztern auszu-
mitte.ln. (Schwarzer Kalzedon kann nach Hildbbaandt als reine Kieselerde
gelten).
flufsbefördernden Behandlung der - Fossilio. und au f schlief senden
Mitteln im Schmelzfeuer.
100 Theile des geschlämmten und getrockneten Fossils werden mit
'200 Tlieilen reinem Kali . oder Natron (als Aezlauge) in dem Silbertiegel,
oder mit dem Dreifachen'an kohlen gesäuertem Natron, Borax
oder kohlensautjem Baryte eto. in dem Platintiegel langsam im Feuerraume
des Windofens erhizt. Im ersteren Falle wird die Mischung
so lange mit dem Silberspatel gerührt, bia die Flüssigkeit verdunstet
ist; in beiden Fällen hält ipan die Tiegel ^ bis & Stunden in der
Rothgliihehizze. —■ Die Verschiedenheiten im. Flusse des, mit reinen
Kalien behandelten, Fossils und in der Farbe der geschmolzenen Mass
e , sind öftere Fingerzeige für den weitern Weg, welchen die Analyse
zu nehmen hat.
*) Der Kapellen - Ofen v on Anfrye und d’A ncxT e. Scrwbtoozii's neues Joumäl für
Chemie und Physik Bd. 9. S. 42 ff. und Hh u s b k ik d t ’i Abbildungen chemischer
Oefen etc. Taf. 1. Erlangen. 1807-
E e